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Aus der Geschichte des Rundfunks (1950 - 1959)

Abreisskalender
Für den Zeitraum von 1950 bis 1959 wurden 55 von insgesamt 735 Ereignissen aus der Geschichte von fernsehen und Radio und zu verwandten Themen ausgewählt. Die letzte Änderung erfolgte am 08.09.2022.


Quellen sind Materialien des Deutschen Rundfunk-Museums Berlin (u. a. die 1985 erschienene Broschüre „Fernsehen - Von der Vision zum Programm“), Infos der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu), die Chroniken der ARD-Anstalten und des ZDF, Wikipedia&Co sowie Unterlagen aus eigenem Archiv. Aktualitäten werden unregelmäßig eingearbeitet. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

1420 - 1922 | 1923 - 1945 | 1946 - 1959 | 1960 - 1969 | 1970 - 1979 | 1980 - 1989

1990 - 1999 | 2000 - 2006 | 2007 - 2009 | 2010 - 2012 | 2013 - 2017 | 2018 - 2022



1950Eugene F. McDonald (1886-1958), GrĂŒnder von Zenith Electronics, suchte nach Wegen, um die fĂŒr die Zuschauer lĂ€stige Fernsehwerbung auszubremsen. Weil seine Idee des „subscripted TV“ (ein VorlĂ€ufer des heutigen Pay-TV nicht realisierbar war, entschied er sich fĂŒr die Entwicklung von Fernbedienungen.
Erster Entwicklungsschritt war die Kabelfernbedienung „Lazy Bones“. Das GerĂ€t, dessen Form einer Handgranate Ă€hnelte, hatte Tasten zum Ein- und Ausschalten und zum Programmwechsel. Es floppte jedoch, da sich das lange Kabel als Stolperfalle erwies.
Mehr: Wikipedia-Eintrag Flash-Matic,
Artikel der NZZ (23.2.2007).
12.2.1950Zahlreiche Sendeanstalten schließen sich zur EuropĂ€ischen Rundfunkunion (EBU/UER) zusammen.
9.6.1950Die Landesrundfunkanstalten Bayerischer Rundfunk, Hessischer Rundfunk, Nordwestdeutscher Rundfunk, SĂŒddeutscher Rundfunk, Radio Bremen und SĂŒdwestfunk grĂŒnden die Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands ARD. Der von den USA betriebene Berliner Radiosender RIAS ist beratendes Mitglied.
18.8.1950Die erste Nachkriegs-Funkausstellung lockt 220.000 Besucher und 211 Aussteller nach DĂŒsseldorf. Hauptthema ist Radio ĂŒber UKW. TonbandgerĂ€te sind nun auch fĂŒr den Heimbereich im Handel.
27.11.1950Der Nordwestdeutsche Rundfunk sendet das erste offizielle Programm nach Ende des Weltkrieges. Es wird dreimal pro Woche von Hamburg aus verbreitet.
1951Charles Ginsburg (1920-1992) arbeitet bei Ampex in Kalifornien an der Entwicklung eines Videorecorders. Grundlage ist sein in den 30er Jahren entwickeltes Prinzip des rotierenden Magnetkopfes, das wesentlich spĂ€ter fĂŒr die SchrĂ€gspuraufzeichnung massenhafte Verbreitung findet.
31.8.1951Schellack ade! Auf der DĂŒsseldorfer Musikmese wird die Vinyl-LP mit 33 1/3 Umdrehungen pro Minute vorgestellt. Nach etwa 30 Jahren beginnt die Ablösung dieses analogen Musikspeichers durch die CD-Audio. In den 2010er Jahre kehrt Vinyl als Format fĂŒr Fans zurĂŒck. 2011 wurden 700.000, 2020 mehr als 4 Nio. StĂŒck verkauft. Im 1. Halbjahr 2021 wurden 63.000 Player verkauft.
6.9.1951Der NWDR nimmt den ersten Fernseh-Übertragungswagen in Betrieb. Es handelt sich um einen umgebauten Bus.
6.10.1951Auf der Berliner Industrieausstellung zeigen zwölf Firmen 40 FernsehgerĂ€te auf einer gemeinsamen „Fernsehstraße“. Aus diesem Anlaß startet ein Fernseh-Versuchsbetrieb in Berlin und Hamburg.
Philips zeigt den Projektions-Fernseher ER5700 mit einer MonitorgrĂ¶ĂŸe von 75 mal 100 Zentimetern.
Der Ü-Wagen des NWDR ist mit drei Kameras, zwei Filmabtastern und weiteren Filmkameras ausgestattet.
Mehr: Hintergrund-Infp des Deutschen Fernsehmuseums.
1952Mit „Bwana Devil“ beginnt eine neue Welle fĂŒr das 3D-Kino. FĂŒr die Trennung der beiden Teilbilder kommt eine von Edwin Herbert Land (Polaroid) entwickelte Polarisationstechnik zum Einsatz, die Farbprojektionen ermöglicht. Der Boom endet bereits nach zwei Jahren. Hitchcocks 3D-Version von „Bei Anruf Mord“ kommt in Europa nicht ins Kino.
21.5.1952IBM bringt Bandlaufwerke zum Speichern von Computerdaten auf den Markt. Die auf Spulen gewickelten 720 Meter langen BĂ€nder fassen 1,4 Megabyte mit einer Schreibgeschwindigkeit von 7500 Zeichen je Sekunde. Die Datensuche konnte bis zu zwei Minuten dauern, wenn das Band komplett durchsucht werden musste.
Mehr: Artikel bei heise.
12.12.1952In Berlin-Adlershof beginnt der „Deutsche Fernsehfunk (DFF)“ der DDR mit Versuchssendungen; Die Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera“ berichtet zum Beginn des Regelbetriebs am 21.12. umfĂ€nglich ĂŒber Stalins Geburtstag. Das Sendegebiet wird ein Jahr spĂ€ter auf Leipzig erweitert.
25.12.1952Ansagerin Irene Koss kĂŒndigt das Fernsehspiel an, mit dem das ARD-Programm den Regelbetrieb aufnimmt. Gesendet wird von Berlin und Langenberg. 4.000 GerĂ€te mit einem 22 mal 29 Zentimeter großen Bild werden verkauft, davon mehr als 1.600 an Gastwirte. Der StĂŒckpreis betrĂ€gt etwa 1.000 DM.
Tags darauf geht erstmals die Nachrichtensendung „Tagesschau“ um 20 Uhr in den Äther.
1953Aller Anfang ist schwer: In der BRD werden 10.000 Fernseher verkauft.
1953Eduard SchĂŒller (1904-1976) patentiert die SchrĂ€gspur-Aufzeichnung, eine der grundlegenden Technologien fĂŒr die analoge Videoaufzeichnung auf MagnetbĂ€nder: Um eine höhere Datendichte zu erreichen, werden die Signale schrĂ€g (statt wie beim Tonband parallel) zur Laufrichtung auf das Magnetband aufgebracht.
1953In den USA wird beim National Television System Committee (NTSC) ein Farbfernsehen mit 525 Zeilen standardisiert. Die Gremien-AbkĂŒrzung wird zum Synonym fĂŒr das hauptsĂ€chlich in den USA, Japan, SĂŒd- und Mittelamerika verbreitete System. Das KĂŒrzel NTSC wird aus gutem Grund gelegentlich auch mit „Never The Same Color“ verlĂ€ngert.
1.1.1953ZusĂ€tzlich zur bisherigen Rundfunk-GebĂŒhr von 2 DM mĂŒssen weitere 5 DM fĂŒrs Fernsehen gezahlt werden. Die GebĂŒhren werden von der Bundespost eingezogen.
1.2.1953In Japan startet NHK den Sendebetrieb in Japan - der erste regelmÀssige Programmdienst Asiens. Wenig spÀter folgt Nihon TV, der erste Privatsender.
27.3.1953Die ARD-Anstalten beschließen, ein gemeinsames Programm unter der Bezeichnung „Deutsches Fernsehen“ (heute: „DasErste“) einzurichten.
3.5.1953Die Deutsche Welle, steuerfinanzierter Auslandssender Deutschlands, geht auf Radio-Sendung. Seit 1965 macht DW auch Fernsehen.
Mehr: DW-Historie auf der DW-Homepage.
2.6.1953In Deutschland beginnt das Zeitalter des Mobilfunks - und keiner merkt's: Aus einem VW KĂ€fer (Neupreis damals: 5.000 DM) fĂŒhrt Bundespostminister Schubert das erste, selbstverstĂ€ndlich analoge, Mobiltelefonat. Das GerĂ€t wog 18 Kilogramm und kostete 8.000 Mark. Der Testbetrieb des „A-Netzes“ dauert weitere fĂŒnf Jahre. Das A-Netz wird 1977 abgeschaltet.
Mehr: Zur Geschichte des Mobilfunks (heise.de).
2.6.1953Das neue Gemeinschaftsprogramm der ARD-Anstalten tritt mit der Übertragung von der Krönung Elisabeth II. in das Zeitalter der internationalen Live-Übertragungen ein.
1954Der Handel bietet „Fernsehtruhen“ mit 30 bis 43 Zentimetern Bilddiagonalen an. Die Kabel-Fernbedienung wird fĂŒr FernsehgerĂ€te eingefĂŒhrt.
1954In den USA werden die ersten Fernseher mit dem NTSC-Farbsystem verkauft. In der Sowjetunion und bei der BBC beginnen Versuche mit Farbsendungen.
1954Erstmals wird statt des Germaniums das temperaturunempfindlichere Silizium in Transistoren verwendet - Voraussetzung fĂŒr den Siegeszug der Halbleiter-Bauelemente.
6.6.195445 Fernsehsender Europas (West) grĂŒnden die Eurovision als Plattform fĂŒr den Programmaustausch. Das Ereignis wird mit der Sendung „Narzissenfest“ aus Montreux begangen.
6.7.1954„Tor, Tor ...“ Deutschland ist Weltmeister der Fussballer. Noch bringt das Fernsehen die Sensation aus Bern nur in wenige Haushalte.
1.11.1954Die ARD startet ihr bundesweites Gemeinschaftsprogramm Deutsches Fernsehen.
6.11.1954Betriebsbeginn fĂŒr den TV-Sender Wendelstein. Kurz zuvor, am 1.5.1954, hatte der Bayerische Rundfunk in MĂŒnchen-Freimann sein Fernsehstudio eröffnet.
1955Flash-Matic Werbung Eugene Polley (1915-2012) entwickelt fĂŒr Zenith Electronics die Fernbedienung „Flash-Matic“. Mit dieser konnten Lichtstrahlen auf Fotozellen in den Ecken des TV-GerĂ€tes gerichtet werden, die unterschiedliche Funktionen schalteten. Das System konnte sich nicht durchsetzen, da es mit sichtbarem Licht arbeitete und Funktionen ungewollt durch das Raumlicht ausgelöst wurden. Daher setzte man die Entwicklungsarbeit zunĂ€chst mit Ultraschall-, spĂ€ter mit den heute ĂŒblichen Infrarot-Signalen fort.
Mehr: Wikipedia-Eintrag Flash-Matic.
2.1.1955Der Bayerische Rundfunk startet das „heitere Beruferaten“ mit Robert Lembcke (1913-1989). Von „Ja oder Nein“ wurde die Sendung spĂ€ter in „Was bin ich?“ umbenannt und bis 1988 337mal ausgestrahlt. Das Format wurde spĂ€ter vom Privat-TV aufgegriffen, ohne den ursprĂŒnglichen Straßenfeger-Charakter zu erreichen.
31.12.1955200.000 FernsehgerÀte sind in Deutschland (West) angemeldet. In Westeuropa erreichen 80 TV-Anstalten 150 Millionen Zuschauer.
1956Zenith Electronics stellt eine von dem Österreicher Robert Adler (1913-2007) entwickelte drahtlose Fernbedienung „Space Commander“ fĂŒr die TV-Grundfunktionen vor.
Mehr: Artikel von Spiegel Online.
1.1.1956In der Bundesrepublik Deutschland gibt es eine halbe Million TV-Zuschauer.
3.1.1956In der DDR beginnt der Deutsche Fernsehfunk nach dreijĂ€hrigem Versuchsprogramm mit dem Regelbetrieb. In der DDR wird die RundfunkgebĂŒhr vom Postzeitungsdienst kassiert. Radio kostet 2 Mark, zusammen mit dem neuen Fernsehen 8 Mark im Monat.
14.3.1956Der Ampex Mark IV war 1956 der erste professionelle Videorecorder. Foto: Archiv dehnmedia Die amerikanische Firma Ampex Corp. stellt auf der Fachmesse NAB den ersten industriell einsetzbaren Videorecorder vor. VRX-1000 (spĂ€ter Mark IV) arbeitete mit 2 Zoll-BĂ€ndern und kostete 50.000 Dollars. Als erster TV-Sender nutzte CBS die nagelneue Bandtechnik am 30.11.1956 fĂŒr die zeitversetzte Ausstrahlung der Sendung „Douglas Edwards and The News“.
25.5.1956Der Franzose Henry de France (1911-1986) reicht ein Patent fĂŒr das Farbfernsehen ein. Die Technik wird spĂ€ter unter der Bezeichnung SECAM eingefĂŒhrt. Die Bezeichnungsdeutung „SystĂšme Ă©lĂ©gant contre l’AmĂ©rique“ (dt. „Elegantes System gegen Amerika“) weist auf das politische Umfeld und das zuvor in den USA eingefĂŒhrte NTSC-Farbfernsehen hin. Daher wĂ€hlten spĂ€ter die sozialistischen LĂ€nder SECAM fĂŒr ihre Farb-Programme.
3.11.1956 Der öffentlich-rechtliche „SĂŒndenfall“: Der Bayerische Rundfunk sendet erstmals Werbung - in einem „Persil“-Spot agieren die bayerischen Volksschauspieler Liesl Karlstadt und Beppo Brehm.
Mehr: dehnmedia-Meldung zu 60 Jahre TV-Werbung.
27.11.1956Der Landtag des Saarlandes beschließt, zeitgleich zur Eingliederung als Bundesland den SaarlĂ€ndischen Rundfunk von der bisherigen GmbH in eine Anstalt des öffentlichen Rechts umzuwandeln. Der SR wird nach weiteren zwei Jahren Mitglied der ARD
31.12.1956Die Zuschauerzahl ĂŒberschreitet in der BRD eine Million, in der DDR 70.000, weltweit 50 Millionen.
2.5.1957Das Ost-Berliner Kino Colosseum eröffnet nach Umbau mit dem ersten im CinemaScope-Format (DDR-Bezeichnung Totalvision) gedrehten DEFA-Spielfilm „Mazurka der Liebe“.
4.10.1957Der Beginn des Weltraum-Zeitalters: Die Sowjetunion schickt den ersten kĂŒnstlichen Erdsatelliten Sputnik 1 in die Umlaufbahn.
31.12.1957Es gibt 2 Millionen GebĂŒhrenzahler fĂŒr Radio und TV in Deutschland. Jedoch ist der Kinobesuch rĂŒcklĂ€ufig.
1958Bei Texas Instruments fasst der Physiker Jack Kilby Transistoren, WiderstĂ€nde und Kondensatoren in einer einzigen Schaltung auf Basis eines Halbleiters - den weltweit ersten Mikrochip - zusammen. FĂŒr den integrierten Schaltkreis wurde Kilby 2000 mit dem Physik-Nobelpreis geehrt.
1958Mit dem VR 1000 B zeigt Ampex den ersten Magnetbandrecorder fĂŒr die Aufzeichnung von Farbaufnahmen.
Als erster Sender in Deutschland verwendet der SDR eine 2-Zoll-MAZ von Ampex, die auf die deutsche Zeilennorm umgebaut worden war.
26.12.1958Aus Berlin wird Radio stereophonisch gesendet - ĂŒber zwei getrennte UKW-Frequenzen und mit zwei Radios zu hören.
31.12.1958In der Bundesrepublik haben, zehn Jahre nach Beginn der ersten UKW-Ausstrahlungen, 15,2 Mio. Haushalte (80%) ein Radio angemeldet.
1959Die Kombination einer TV-Kamera und eines Diaprojektors ergibt den Teleprompter. Sprechertexte werden von einer transparenten Kunststoff-Folie ĂŒber den unterhalb der Kameraoptik angebrachten Bildschirm projiziert. Die Sprecher mĂŒssen nicht mehr vom Papier ablesen, sondern können in die Kamera bzw. zum Zuschauer blicken.
5.1959Das Institut fĂŒr Rundfunktechnik (IRT) - Forschungseinrichtung der ARD, spĂ€ter auch fĂŒr ORF und SRG sowie EBU - nimmt den Betrieb auf.
1.7.1959Die Tagesschau stellt vom Film auf magnetische Bildaufzeichnung (MAZ) um.
8.1959Der Draht ist ab: Erste kabellose Fernbedienungen mit Ultraschall-Sender werden auf der Funkausstellung eingefĂŒhrt. UmweltgerĂ€usche sorgen gelegentlich fĂŒr Überraschungen, berichtet die Legende.
1.8.1959Die Produktionsfirma Bavaria Atelier GmbH wird gegrĂŒndet. Die Werbetöchter von SDR und WDR halten die Anteilsmehrheit.
22.11.1959Eine Legende hat Bildschirmpremiere - „Unser SandmĂ€nnchen“ des DDR-Fernsehfunks geht auf Sendung.
1.12.1959Der NDR strahlt die erste regionale Nachrichtensendung „Berichte vom Tage“ aus.
1.12.1959GrĂŒndung der Produktionsfirma Realfilm, VorgĂ€nger von Studio Hamburg. Der NDR hĂ€lt 80 Prozent ĂŒber seine Werbetochter.






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