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Aus der Geschichte des Rundfunks (1420 - 1899)

Abreisskalender
Für den Zeitraum von 1420 bis 1899 wurden 27 von insgesamt 730 Ereignissen aus der Geschichte von fernsehen und Radio und zu verwandten Themen ausgewählt. Die letzte Änderung erfolgte am 07.05.2022.


Quellen sind Materialien des Deutschen Rundfunk-Museums Berlin (u. a. die 1985 erschienene Broschüre „Fernsehen - Von der Vision zum Programm“), Infos der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu), die Chroniken der ARD-Anstalten und des ZDF, Wikipedia&Co sowie Unterlagen aus eigenem Archiv. Aktualitäten werden unregelmäßig eingearbeitet. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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1420Die Ă€lteste ĂŒberlieferte Zeichnung eines ProjektionsgerĂ€ts: Johannes de Fontana beschreibt und zeichnet die wohl schon aus der Antike bekannte „Zauberlaterne“ (lateinisch Laterna Magica; auch: Skioptikon) als „Schreckensapparat“, weil sie damals hĂ€ufig fĂŒr dĂ€monische Themen (quasi als VorlĂ€ufer des Horrorfilms) verwendet wurde.
1672Die Zauberlaterne kommt nach Deutschland. Nach einer VorfĂŒhrung von Christoph Sturm bei NĂŒrnberg entsteht dort ein Produktionsbetrieb.
1727Johann Heinrich Schulze (1687-1744) entdeckt die Lichtempfindlichkeit der Silbersalze und legt damit die chemischen Grundlage fĂŒr das spĂ€tere analoge Foto- und Filmmaterial.
1826Joseph NicĂ©phore NiĂšpce (1765-1833) erfindet die Heliografie - das erste Verfahren zur Erzeugung dauerhafter Fotografien. Das Datum bezieht sich auf das erste ĂŒberlieferte Foto. Seine Forschungen werden in Zusammenarbeit mit Louis Jacques MandĂ© Daguerre (1787-1851) fortgesetzt.
1838Der britische Physiker Charles Wheatstone entwickelt das Stereoskop: Ein binokulares System mit einem Spiegel trennt die Bilder fĂŒr beide Augen. Schaut man hinein, setzt das Gehirn diese zu einem rĂ€umlichen Gesamteindruck zusammen.
1839Daguerre stellt ein Verfahren fĂŒr die Erzeugung von Bildpositiven vor, nach ihm als Daguerreotypie bezeichnet. Etwa zeitgleich entwickelt der Brite William Fox Talbot (1800 bis 1877) ein fĂŒr die Anfertigung mehrerer Kopien auf Papier geeignetes Negativ-/Positiv-Verfahren.
1843Der schottische Uhrmacher Alexander Bain (1811-1877) konstruiert ein GerĂ€t, mit dem schwarz-weiße Bilder elektrisch ĂŒbertragen werden. 1847 ergĂ€nzt Frederick Collier Bakewell (1800-1869) das System mittels einer rotierenden Walze zum Kopiertelegrafen. Der erste kommerzielle „Pantelegraph“-Dienst wurde 1865 zwischen Paris und Lyon eingefĂŒhrt. Die modernen Telefaxe wurden in Deutschland offiziell erst ab1979 versendet.
Zum Vergleich: Die Morsetelegrafie wurde ab 1848 eingesetzt, das Telefon Bells wurde 1876 patentiert.
Mehr: Wikipedia-Eintrag zum Telefax.
1853Der Mathematiker Wilhelm Rollmann entwickelt ein Verfahren fĂŒr die Herstellung anaglyphischer Bilder. Das Prinzip wird spĂ€ter unter anderem fĂŒr stereoskopische Projektionen verwendet.
1865Der schottische Physiker James Clark Maxwell (1831-1879) stellt die Theorie auf, dass sich elektrische Wellen wie Licht ausbreiten.
1873Willoughby Smith (1828-1891) stellt fest, daß sich der elektrische Widerstandswert von Selen unter Einfluß von Licht verĂ€ndert.
1877Eadward Muybridge (1830-1904) erzeugt Serienfotos sich bewegender Tiere und Menschen mit Aufbauten von 12, 24 oder 36 Fotokameras.
6.12.1877Thomas Alva Edison (1847-1931) stellt seinen Phonographen fertig. Das GerÀt zum Aufzeichnen und Abspielen von Tönen benutzt eine auf eine Walze gespannte Stanniolfolie als TontrÀger. Dort ritzt eine Nadel die akustischen Schwingungen ein. Offenbar lag die Reproduktion von Tönen durchaus im damaligen Zeitgeist: Etwa gleichzeitig entwickelte der Franzose Charles Cros eine Schallplatte, die durch galvanische Behandlung dauerhaft abspielbar sein sollte.
1882Étienne-Jules Marey (1830-1904) beschĂ€ftigt sich intensiv mit der fotografischen Erfassung von BewegungsablĂ€ufen und erfindet die „Gewehrkamera“, die automatisch innerhalb einer Sekunde 12 Bilder aufzeichnet. Ein Magazin enthielt bis zu 25 kreisförmige Platten mit 12 lichtempfindlichen FlĂ€chen am Rand.
6.1.1884Paul Nipkow (1860-1940) beschreibt in einer Patentschrift das „Elektrische Teleskop“: Auf einer Scheibe sind 24 Löcher spiralförmig angeordnet, so dass sich nur ein Loch vor dem zu ĂŒbertragenden Objekt befindet. Rotiert die Scheibe, gerĂ€t das Objekt nacheinander vor jedes der Löcher. Bei zehn Umdrehungen pro Sekunde sah Nipkow der TrĂ€gheit des menschlichen Auges GenĂŒge getan. Wird dann auf der anderen Seite der Scheibe der kurzzeitig einfallende Lichtstrahl in einen elektrischen Impuls umgesetzt, ist die Voraussetzung fĂŒr die Übertragung eines bewegten Bildes geschaffen. So erdachte Nipkow die Grundlagen fĂŒr ein Fernsehbild mit 24 Zeilen. Das Patent wurde Anfang 1886 bestĂ€tigt.
Mehr: Wikipedia-Eintrag Paul Nipkow.
1886Die Amerikaner Graham Bell (1847-1922) und Charles Sumner Tainter (1854-1940) nutzen fĂŒr ihr „Graphophone“ Edisons Speicherprinzip. Statt der Metallfolie verwenden sie jedoch eine mit Wachs beschichtete Papprolle.
13.11.1886Heinrich Hertz (1857-1894) weist die Theorie von Maxwell in einem Versuch nach. Er ĂŒbertrĂ€gt elektromagnetische Wellen drahtlos. Der „Hertzsche Oszillator“ erzeugt Wellen, die am EmpfĂ€nger Funken bewirken. Daraus entstanden die Begriffe „Funk“ und „Rundfunk“.
Mehr: Wikipedia-Eintrag Heinrich Hertz,
26.9.1887Emil Berliner (1851-1929) patentiert einen scheibenförmigen TontrĂ€ger aus Hartgummi, den er als „Schallplatte“ bezeichnet und das Grammophon als Aufnahme- und AbspielgerĂ€t in den USA. Der Vorteil des Systems ist die Reproduzierbarkeit des TontrĂ€gers. SpĂ€ter nutzt er eine Mischung aus Gesteinsmehl und Harz sowie Ruß als FĂ€rbemittel fĂŒr die „Schellackplatte“.
Mehr: Wikipedia-Eintrag Emil Berliner.
14.10.1888Louis Le Prince (1842-1890) fĂŒhrt in England die „Roundhay Garden Scene“ vor - das erste ĂŒberlieferte Werk der Filmgeschichte.
Mehr: Die „Roundhay Garden Scene“.
13.12.1888Vor der Akademie der Wissenschaften berichtet Heinrich Hertz ĂŒber seine Versuche mit den „Strahlen elektrischer Kraft“.
Mehr: Wikipedia-Eintrag Heinrich Hertz,
1891Raphael Eduard Liesegang (1869-1947) prĂ€gt einen Begriff fĂŒr die Zukunft mit seinem Buchtitel „BeitrĂ€ge zum elektrischen Fernsehen“. Seine Beschreibung des „Phototel“ schafft die Grundlagen fĂŒr die Bildabtastung.
9.5.1893Die „Blacksmith Scene“ wird aufgefĂŒhrt. Der Kurzfilm gilt als erster Spielfilm der Filmgeschichte. VorgefĂŒhrt wird mit dem Kinetoskop von Thomas Alva Edison und William K. L. Dickson (1860-1935).
Mehr: Die „Blacksmith Scene“.
1895Der Italiener Guglielmo Marconi (1874-1937) experimentiert mit drahtloser Telegrafie. Bei ersten Versuchen kann er bis zu 2 km ĂŒberbĂŒcken. Er verwendet einen Draht, der an einer hölzernen Zeltstange angebracht ist. Der italienische Begriff dafĂŒr „l'antenna centrale“ geht als „Antenne“ in die deutsche Sprache ein.
Mehr: Wikipedia-Eintrag Guglielmo Marconi.
22.3.1895Hier beginnt die Geschichtsschreibung des Kinofilms. Die BrĂŒder Lumiere zeigen in Paris ihren Film „Arbeiter verlassen die Fabrik“ erstmals vor ausgewĂ€hltem Publikum.
Aus dem gleichen Jahr stammt auch der dokumentarische Kurzfilm „Die Ankunft des Zuges auf dem Bahnhof la Ciotat“. Dieser Film existierte auch als 3D-Version, die auf der Weltausstellung 1903 in London mittels „Stereoskopen“ jeweils einer Person gezeigt wurde. Der Raumeffekt der Zugeinfahrt soll so eindringlich gewesen sein, dass Zuschauer erschreckt den Raum verließen.
Mehr: „Arbeiter verlassen die Fabrik“ auf YouTube.
1.11.1895Die BrĂŒder Skladanovsky zeigen im Berliner VarietĂ© Wintergarten ein Programm eigener Kurzfilme.
28.12.1895Die BrĂŒder LumiĂšre bestritten die erste öffentliche FilmvorfĂŒhrung gegen Eintrittsgeld in Paris mit zehn selbst gedrehten Kurzfilmen.
1897Der Physiker Karl-Ferdinand Braun (1850-1918) entwickelt die Kathodenstrahlröhre (nach ihm auch als Braun'sche Röhre bekannt). Bis heute basiert die Bildröhre - nicht nur in FernsehgerÀten - auf seiner Arbeit.
Mehr: Wikipedia-Eintrag K.F. Braun.
7.10.1897Adolf Slaby (1848-1913) und Georg Wilhelm von Arco (1869-1940) funken zwischen Berlin-Schöneberg und Rangsdorf - ĂŒber 21 Kilometer Entfernung.






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