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Aus der Geschichte des Rundfunks (1960 - 1969)

Abreisskalender
Für den Zeitraum von 1960 bis 1969 wurden 37 von insgesamt 634 Ereignissen aus der Fernseh-Geschichte und zu verwandten Themen ausgewählt. Die letzte Änderung erfolgte am 19.03.2017.

Quellen sind Materialien des Deutschen Rundfunk-Museums Berlin (u. a. die 1985 erschienene Broschüre „Fernsehen - Von der Vision zum Programm“), Infos der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu), die Chroniken der ARD-Anstalten und des ZDF, Wikipedia&Co sowie Unterlagen aus meinem Archiv. Auch Hinweise aus aktuellen Meldungen werden eingearbeitet. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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1960Transistortechnik und gedruckte Leiterplatten bieten neue Entwicklungsmöglichkeiten für elektronische Geräte aller Art.
1.1.1960In der BRD haben 3,4 Millionen TV-Zuschauer ihr Gerät angemeldet. In der DDR gibt es eine Million Fernseher (17 Prozent der Haushalte).
24.2.1960Die ARD nimmt ihren Fernseh-Sternpunkt in Frankfurt als zentrale Verteilung des Sendesignals in Betrieb.
1.3.1960Der US-Physiker Theodore Maiman (1927-2007) stellt den ersten funktionstüchtigen Laser vor. Zunächst als „Lösung auf der Suche nach einem Problem “ verlacht, wird die Technik durch die SF-Literatur bekannt. Erst 1980 beginnt der Masseneinsatz durch den Siegeszug der Compact Disc. Später lösen Lichtwellenleiter mit Laserstrahlen die Signalübertragung in Kupferkabeln ab.
31.5.1960Der Deutsche Bundestag beschließt das Bundesrundfunkgesetz - die Gründung eines Staatsfernsehens („Adenauer-Fernsehen“). Die Gründung der Deutschland-Fernsehen GmbH erfolgt am 25. Juli 1960.
17.12.1960Das 1. Fernsehurteil des Bundesverfassungsgerichtes schmettert das „Adenauer-Fernsehen“ ab. Infolge des Urteils wird es jedoch möglich, eine von den Bundesländern betriebene, bundesweit operierende, Anstalt des öffentlichen Rechts zu schaffen. Das ist die Geburtsstunde des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF).
1.2.1961Der Saarländische Rundfunk startet sein Regionalfernsehen mit der (später ins 1. gewechselten) „Abendschau “. Produziert wird noch in einem umgebauten ehemaligen Pferdestall von Schloß Halberg.
Mehr: Hintergrund: SR-Presseinfo (1.2.1011)
23.4.1961Der WDR sendet die erste dokumentierte Staumeldung im Hörfunk. Die Infos haben damals noch einen Zeitversatz von bis zu 45 Minuten zwischen Sichtung und Meldung einer Verkehrsbehinderung.
6.6.1961Der Staatsvertrag der Bundesländer über die Errichtung eines Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) wird unterzeichnet und tritt am 1.12.1961 in Kraft.
21.10.1961Der Saarländische Rundfunk startet die erste fremdsprachige Radiosendung in Deutschland Mezz’Ora Italiana für italienische Arbeiter in Deutschland.
1962Die Grundlagen für das Ende der Bildröhre werden gelegt: Siemens simuliert die Röhren im TV-Tuner durch Mesa-Transistoren.
1962Grundig stellt eine eigene Entwicklung zum hochzeiligen Fernsehen mit 875 Zeilen vor.
1.1.1962Der Deutschlandfunk nimmt als Einrichtung des Bundes den Sendebetrieb auf. Die Anstalt soll ein „umfassendes Bild Deutschlands“ über eine „entpolitisierte und entgiftete Wahrheit“ vor allem in Richtung DDR vermitteln. Auf diese Aufgabe hin ist auch das Sendenetz optimiert. Der Westen der Bundesrepublik wird erst in den 70er Jahren versorgt.
Mehr: D-Radio - Rückblick
23.7.1962Erstmals wird eine Live-„Schalte“ aus den USA durchgeführt. 200 Millionen Europäer, darunter auch ARD-Zuschauer, sehen über den wenige Tage zuvor in Betrieb genommenen Satelliten Telstar Bilder aus New York, San Francisco und Washington.
1963Die European Broadcast Union (EBU) richtet eine Arbeitsgruppe zur Entwicklung des Farbfernsehens ein.
3.1.1963Telefunken-Forscher Walter Bruch (1908-1990) erhält ein Patent für sein PAL-Farbfernsehen und demonstriert es vor internationalem Fachpublikum.
1.4.1963Das ZDF sendet - nicht im bis dahin gewohnten VHF-Band III, sondern auf UHF. Dort empfangen zunächst nur etwa 5 Prozent der Geräte. Der Einbau eines UHF-Tuners kostet 200 DM. UHF-Empfänger sind als Beistellgeräte - Vorbild für die heutigen digitalen Settopboxen - erhältlich.
1.4.1963Das Zweite Deutsche Fernsehen nimmt bundesweit den Sendebetrieb auf.
3.4.1963ARD und das gerade aufgeschaltete ZDF, noch ohne private Wettbwerber, beginnen eine systematische Zuschauerforschung. Bis 1974 erfaßt Infratam-Infratest, wann die Geräte in 825 ausgewählten Haushalten eingeschaltet werden.
26.6.1963Beim Berlin-Besuch des US-Präsidenten John F. Kennedy werden bis zu 40 elektronische Kameras, 12 Ü-Wagen, ein Hubschrauber und 400 Techniker für die Live-Übertragung eingesetzt.
30.8.1963Mit einem Konzert im Berliner Haus des Rundfunks während der Funkausstellung wird in Deutschland der Stereo-Hörfunk eingeführt.
Die Audio-Compact Cassette wird von Philips in den Markt eingeführt.
31.12.1963Inzwischen sind zehn Millionen Fernsehgeräte in der Bundesrepublik Deutschland angemeldet.
1964Die Forschungsabteilung des japanischen Senders NHK beginnt im Rahmen des „MUSE“-Projektes mit Entwicklungsarbeiten für hochauflösendes Fernsehen.
1964Philips zeigt auf der Deutschen Industrieausstellung den „ersten in Serie gefertigten Videorecorder“ VR 3400. Das 45 Kilo schwere Gerät zeichnet auf 1 Zoll breites Magnetband im Schrägspurverfahrenauf. Es speichert bei einer Laufgeschwindigkeit von 19 Metern pro Sekunde etwa 45 Minuten Bild (in Schwarzweiss) und Ton je Spule.
1.5.1964Die kostenlose Programmiersprache BASIC (Beginner's All-purpose Symbolic Instruction Code) wird an einer US-Uni veröffentlicht, um Studenten den Einstieg in die Programmierung von Computern zu erleichtern. Das ging bis dahin nur mit teurer Software.
31.7.1964Die Sonde Ranger VII überträgt 16 Minuten lang Bilder vom Mond, ein Jahr später sendet Mariner IV vom Mars.
22.9.1964Der Bayerische Rundfunk beginnt sein Studienprogramm - das erste 3. Programm einer ARD-Anstalt.
1.1.1966Im Westen Deutschlands zahlen knapp 18,1 Mio. Haushalte für das Radio an die GEZ; 12,2 M9io. Fernsehteilnehmer sind angemeldet.
22.6.1966Auf der Versammlung der Normungsorganisation Consultative Committee for International Radio CCIR tobt der Streit um die Farbfernsehsysteme. Eine Einigung wird nicht erreicht, da industriepolitische Aspekte und der Kalte Krieg die Debatte um die Technik dominieren. 59 Prozent der Anstalten entscheiden sich für PAL, 36 Prozent für Secam, der Rest lässt offen.
25.8.1967Willy Brandt schaltet auf Farbe. Foto: gfu/Messe Berlin Obwohl Außenminister Willy Brandt (Foto) nur einen „Dummy“-Knopf drückt, wird das TV-Bild erstmals farbig. Als erste Color-Livesendung wird „Der goldene Schuß“ vom Messegelände der Funkausstellung übertragen. 15 Firmen besetzen den Markt mit 28 Farb-TV-Modellen, die Preise bewegten sich zwischen 2.350 und 2.700 Mark.
1968Douglas C. Engelbart und William English vom Stanford Research Institute (SRI) präsentieren ihren „X-Y-Positions-Indikator für ein Bildschirmsystem“. Die Vorstufe der Computermaus hatte ihren Durchbruch aber erst 1983, als Apple eine Weiterentwicklung für 25 US-Dollars auf den Markt brachte.
16.3.1968Das Bundesverwaltungsgericht urteilt, dass Gläubiger der Rundfunkgebühr die Sendeanstalten sind. Damit wird klargestellt, dass die Kompetenz zur Festlegung der Gebührenhöhe bei den Bundesländern, nicht wie bis dahin bei der Post, liegt. Das Urteil führt damit zur späteren Etablierung der Gebühreneinzugszentrale GEZ. Die Länder beschließen noch im gleichen Jahr eine Neuregelung, die die erste Gebührenerhöhung ab 1.1.1970 einschließt.
20.7.1969Um 3.56 Uhr MEZ betritt Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. 500 Millionen Zuschauer in aller Welt sind live dabei und sehen erstmals die Erde aus 365.000 Kilometern Entfernung.
8.1969Philips und Grundig bringen zur Funkausstellung Heimvideorecorder für Schwarzweiß-Aufnahmen, die im Stile eines Tonbandgerätes konzipiert sind, auf den Markt. Eine Spule reicht für 45 Minuten.
Nordmende präsentiert einen Abtaster für farbige Super-8-Filme - das erste Audiovisions-Heimgerät für Farb-TV.
Blaupunkt und Becker zeigen die ersten Stereo-Autoradios.
3.10.1969Das DFF startet im Vorfeld des 20. DDR-Jahrestages sein 2. Programm. Für den Empfang werden zusätzlich 2 Mark (Radio und beide TV-Kanäle zusammen: 10 Mark) erhoben. 4 Millionen Haushalte haben einen Fernseher.
Erste Farbsendungen des DFF (mit der französischen Secam-Technik) veranlassen die TV-Satiriker des DFF zu der Bemerkung: „Jetzt muss das Programm nur noch bunt werden ...“ An den Wochenenden wird der Schirm (Ost) zunächst jeweils vier Stunden farbig bespielt.
Der Fernsehturm am Berliner Alexanderplatz („Telespargel“) wird seiner Bestimmung übergeben.
29.10.1969Erstmals werden in den USA zwei Computer per Modem und Telefonstandleitung miteinander verbunden. Mit dem - nur von Wissenschaftlern genutzten - Internet-Vorgänger Arpanet werden erstmals Emails möglich.
31.12.1969Im Laufe des Jahres wurden in der Bundesrepublik 750.000 Farbfernseh-Geräte verkauft.






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