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Aus der Geschichte des Rundfunks (1970 - 1979)

Abreisskalender
Für den Zeitraum von 1970 bis 1979 wurden 47 von insgesamt 634 Ereignissen aus der Fernseh-Geschichte und zu verwandten Themen ausgewählt. Die letzte Änderung erfolgte am 19.03.2017.

Quellen sind Materialien des Deutschen Rundfunk-Museums Berlin (u. a. die 1985 erschienene Broschüre „Fernsehen - Von der Vision zum Programm“), Infos der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu), die Chroniken der ARD-Anstalten und des ZDF, Wikipedia&Co sowie Unterlagen aus meinem Archiv. Auch Hinweise aus aktuellen Meldungen werden eingearbeitet. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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1970Hat das einer gemerkt? Das TV-Seitenverhältnis wird von 5:4 auf 4:3 geändert. Fernseher gibt es inzwischen mit „großen“ Bildröhren: Die Industrie ist stolz auf 66 Zentimeter Bilddiagonalen.
1970BBC und ITV experimentieren in England damit, digitale Informationen in der Austastlücke des TV-Signals unterzubringen.
1970Ampex stellt den ersten tragbaren Videorecorder BC-3000 vor. Das Gerät wog 23 Kilogramm.
1.1.1970Die erste Erhöhung der Rundfunkgebühren seit Einführung 1924 tritt in Kraft. Jetzt sind statt bisher 2 Reichsmark bzw. DM 2,50 DM für Radio, für Radio und TV 6,00 DM zu entrichten.
29.3.1970Die Hauptnachrichtensendung „Tagesschau“ der ARD wird erstmals in Farbe ausgestrahlt.
28.4.1970Philips zeigt sein VCR-System für Heim-Videorecorder mit zwei übereinander in der Kassette liegenden Spulen für 1/2-Zoll Tapes mit 60 Minuten Spieldauer.
24.6.1970Das farbfähige analoge Bildplattensystem TED von Telefunken, Decca und Teldec hat Premiere und kommt 1975 in den Handel.
4.12.1970Die Schweizer Physiker Martin Schadt (*1938) und Wolfgang Helfrich (*1932) von Hoffmann la Roche reichen ihr Patent für Bildschirme ein, die eine sogenannte „Flüssigkristalltechnik“ statt der Röhre aufweisen. Aber damals interessierten sich nur Spezialisten für LC-Displays (LC - Liquid Cristal; deutsch: Flüssigkristall).
1971Sony bringt das Videosystem U-matic mit 3/4 Zoll breitem Magnetband in einer Kassette auf den Markt. Es wird zum Standard für Sendeanstalten werden. Es wird erst nach 20 Jahren durch das 1/2 Zoll-Kassettenformat BetacamSP abgelöst.
7.3.1971Eine neue Kindersendung des WDR wird zum TV-Kult: Lach- und Sachgeschichten (ab 23.1.1972: „Die Sendung mit der Maus“). Erfunden hat das stumme Tier, das den Zuschauern die Welt erklärt, die Illustratorin Isolde Schmitt-Menzel.
12.5.1971Wibke Bruhns 1971 - Foto: ZDF (Screenshot Mediathek) Die Journalistin Wibke Bruhns (*1938) war als Moderatorin der „heute“-Nachrichten des ZDF die erste Ankerfrau im deutschen Fernsehen (West) und wurde dafür von der Bild-Zeitung angefeindet.
15.11.1971Fünf Bausteine mit 2.300 Transistorfunktionen werden bei Intel zur ersten Central Processing Unit zusammengelegt. Damit ist die Grundlage für die moderne Elektronik - die inzwischen den Kern von Computern, Telefonen, Autos, Geräten der Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten bildet - gelegt. Der Chip kam unter der Bezeichnung 4004 ab 1972 auf den Markt.
1972In Deutschland wird der Stereoskopie-Film „Liebe in drei Dimensionen“ mit Sex-Sternchen Ingrid Steeger aufgeführt.
1972Mit VLP stellt Philips ein weiteres Bildplattensystem für Farbfilme vor. Eine 30cm-Platte bringt etwa 30 Minuten Abspielzeit. Abgetastet wird sie mit einem Helium-Neon-Laser.
1972Der WDR produziert die Kinderserie „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ komplett elektronisch, statt wie bis dahin üblich auf Film. Neben der Aufzeichnung auf MAZen kommt auch das Bluescreen-Verfahren zum Einsatz.
14.1.1972Vor dem Hintergrund der Olympischen Spiele in München wird unter dem Namen „B-Netz“ ein zweites Netz für den analogen Mobilfunk frei gegeben. Es wird 1994 durch das „C-Netz“ ersetzt.
10.1972Testausstrahlungen des Videotextes beginnen in England. Die BBC nennt ihren Dienst „Ceefax“ , bei der ITV heisst der Service „Oracle“.
1973Japan marschiert mit ersten LC-Displays in Richtung Technologie-Spitze.
15.1.1973Die ARD sendet den Kinofilm „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ (Regie: Rosa von Praunheim). Der BR klinkt sich als einzige ARD-Anstalt aus dem Gemeinschaftsprogramm aus und sorgt für einen Eklat.
8.1973Telefunken und Teldec präsentieren die TED-Bildplatte (Durchmesser: 21cm) und den Player TP1005 auf der Funkausstellung. Auch Audio-Vorführungen mit Kunstkopf-Stereophonie und Quadrophonie werden bestaunt.
1974Die Forschungsabteilung der BBC arbeitet an Verfahren für die digitale Bildaufzeichnung. Im Labor werden dafür 1 Zoll-MAZen eingesetzt.
1974Nach zweijährigen Vorbereitungen nimmt die Deutsche Bundespost erste Breitbandkabel-Versuchsnetze mit 12 Programmen in Teilen von Hamburg und Nürnberg in Betrieb, die zuvor aufgrund von Abschattungen per Antenne nur eingeschränkt mit Fernsehprogrammen versorgt werden konnten.
1974Auf Grundlage von 1970 bei den britischen Sendern BBC und ITV begonnenen Forschungen und 1972 angelaufenen Tests wird ein „U.K. Teletext Standard“ fixiert. Der auch als „World System Teletext (WST)“ bezeichnete Standard beschreibt den Videotext, wie wir ihn heute kennen. Für acht Magazine mit je 100 Seiten gibt es einen Zeichensatz mit 96 Buchstaben und Zahlen sowie 128 grafischen Elementen; jede Seite hat 23 Zeilen zu 40 Zeichen, die in sechs Farben dargestellt werden können.
1.6.1974Die Verkehrsfunk-Senderkennung (ARI) wird eingeführt. Durch ein im UKW-Bereich übertragenes Steuersignal („Hinz-Triller“) werden Verkehrsfunkdurchsagen automatisch auf den Lautsprecher eines Autoradios durchgeschaltet. Die Entwicklungsarbeiten hatten 1972 bei den Sendeanstalten und Blaupunkt begonnen. ARI wurde bis 2005 in Deutschland genutzt.
Mehr: Link: Hinz-Triller (5 Sekunden Audio, ogg-Datei)
23.9.1974Ceefax - das welterste Teletext-System - geht bei der BBC in den Regelbetrieb.
1975ARD und ZDF vergeben die Ermittlung von Einschaltqouten an das Institut für Demoskopie Allensbach und Infas. Der mit dem Fernseher gekoppelte „Teleskomat“ meldet das Sehverhalten aus 1.200 repräsentativen Haushalten - jetzt auch, welches Programm gesehen wird - nachts per Telefon an einen Zentralrechner.
1975Intel-Mitgründer Gordon Moore prognostiziert die jährliche Verdopplung der Anzahl von Bits pro Speicherbaustein (Moorsches Gesetz).
20.2.1975Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) wird gegründet.
5.4.1975Der Bayerische Rundfunk startet die erste TV-Sendung für Hörbehinderte Zuschauer „Sehen statt Hören“. Die Bilder werden durch damals aufwändige Untertitelung, die Moderationen durch Gebärdensprache unterstützt.
Mehr: BR-Rückblick zum 40. Jubiläum der Sendung.
8.1975Die ersten Videorecorder werden in Deutschland (West) verkauft.
Die Fernbedienung für den Fernseher verliert den Luxuscharakter und ist jetzt serienmässig.
12.1975Gegen Jahresende präsentierte Kodak-Forscher Steven J. Sasson (*1950) eine Kombination aus einem Analog-Digital Wandler, einem CCD-Sensor, einer optischen Linse und einem Bandlaufwerk: Der erste Digital-Fotoapparat wog 3,6 Kilo, hatte die Größe eines Toasters und bot Schwarzweiß-Bilder mit 10.000 Pixeln Auflösung, deren Aufzeichnung und Wiedergabe auf einem Fernseher je 23 Sekunden dauerte.
Mehr: Hintergrund: Erste Digitalkamera von Kodak.
31.12.1975Der Durchbruch: 1975 wurden fast 93 Prozent des ARD-Programms in Farbe ausgestrahlt.
1.1.1976Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ), eine Gemeinschaftseinrichtung von ARD und ZDF, übernimmt die Beitreibung der Rundfunkgebühr von den knapp 20 Mio. Teilnehmerhaushalten.
1977Bei SEL beschäftigten sich W. Zschunke und weitere Mitarbeiter mit der digitalen Übertragung von Farbfernsehsignalen samt zwei Tonspuren in einem Multiplex.
1977Das analoge Mobilfunk-„A-Netz“ mit zuletzt 850 Teilnehmern wird aufgegeben.
8.1977ARD und ZDF demonstrieren auf der IFA den Videotext. Die Bundespost stellt gleichzeitig ihren konkurrierenden „Bildschirmtext“ (BtX) vor, der mit 64 Kilobits pro Sekunde über das Telefonnetz verbreitet wird. Die Verlage sehen in beidem eine Konkurrenz für ihre Zeitungen.
24.8.1977Drei konkurrierende Heimvideo-Systeme werden auf der Funkausstellung vorgestellt: Video2000 (Grundig/Philips), VHS (JVC) und Betamax (Sony). Mit dem SVR-Recorder mit vier Stunden Laufzeit entwickelte Grundig das VCR-Video weiter.
8.11.1977Wie schon 1973 schaltet Bayern das ARD-Programm wieder wegen des Themas Homosexualität ab: Den Zuschauern im Freistaat wird der Film „Die Konsequenz“ von Wolfgang Petersen (wurde später durch „Das Boot“ berühmt und arbeitet heute in den USA) vorenthalten.
11.5.1978Die Regierungen der zuständigen Bundesländer beschließen die Durchführung von Kabelpilotprojekten in Berlin, München, Ludwigshafen-Mannheim und in einer Stadt in NRW (Dortmund wurde nachträglich auf die Liste genommen). Die Projekte beginnen 1985.
Das Bundespostministerium hatte bereits 1974 eine Kommission für den Ausbau des technischen Kommunikationssystems (KtK) eingerichtet, die die Kosten einer flächendeckenden Verkabelung 1976 auf bis zu 22 Mrd. DM (etwa 11 Mrd. Euro) schätzte. Die KtK empfahl statt dessen Pilotprojekte als Akzeptanztests für die Breitbandverkabelung.
31.12.1978Inzwischen verfügen 60 Prozent der TV-Haushalte in der BRD über einen Farbfernseher.
1979Die Digitaltechnik beginnt sich im professionellen Bereich (d.h. der TV-Sender) Bahn zu brechen. Auf einer Fachmesse in Montreux stellen Ampex, Bosch und Sony unterschiedliche Verfahren zu Aufzeichnung vor.
1.1979Die staatliche Bundespost beginnt damit, aus Steuermitteln die Infrastruktur für den Kabelrundfunk zu schaffen. Bis dahin diente das Kabel nur dazu, in Gebieten mit schlechtem Antennenempfang das Fernsehen zu ermöglichen.
1.1.1979Die neue Frequenzplanung der Funkverwaltungskonferenz (World Administrative Radio Conference, WARC) tritt in Kraft. Hier wurden für 112 Länder die Orbit-Positionen und Sendefrequenzen abgestimmt. Jedem teilnehmenden Land wurden 5 TV-Kanäle zugeteilt, geeignet für den Direktempfang in Zuschauer-Haushalten.
7.5.1979Philips präsentiert der Öffentlichkeit den ersten CompactDisc-Player. Der Siegeszug der CD-Audio mit laseroptischer Abtastung beginnt.
7.1979Sony bringt den ersten mobilen Player TPS-L2 für Audio-„Compact Casssetten“ in Japan, im Februar 1980 auch in Deutschland, auf den Markt. Musik wird portabel und portable Musik mit der Produktmarke „Walkman“ Teil der Jugendkultur.
24.8.1979Auf der Funkausstallung werden weitere Home-Videosysteme vorgestellt. Video2000 von Grundig/Philips basiert auf einer „Wendekassette“ mit 1/2 Zoll breiten Bändern, die Laufrichtung auf 1/4 Zoll Breite in Schrägspur bespielt werden. LVR von BASF zeichnet auf 8mm breites Magnetband und im Gegensatz zu den Wettbewerbs-Verfahren in Längsspur auf.
Philips zeigt den ersten CompactDisc-Player.
ARD und ZDF präsentieren während der Funkausstellung in Berlin den Videotext. Das Versuchsangebot umfaßt 75 Seiten, die in acht Magazine gegliedert sind.
31.12.1979Stand der Dinge bei den Normen für das Farbfernsehen: PAL ist in 60, Secam in 20 und NTSC in 28 Ländern akzeptiert.






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