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DVB-T2 HD: HbbTV und Freenet TV Connect

Der Interaktiv-Standard Hybrid broadcast broadband TV (HbbTV) verbindet die Welten des Fernsehens und des Internets. Es handelt sich um eine europäische Kampfansage gegen die herstellereigenen Hybrid-Portale. So wurde „smartes“ Fernsehen erst erfolgreich.

Mit dem Start der privaten DVB-T2 HD-Programmplattform Freenet TV wird ab dem 29. März 2017 aus der Multithek von Media Broadcast Freenet TV Connect. HbbTV ermöglicht die Integration von Webportalen auf dem Fernsehgerät (u.a.. die Navigation mittels der TV-Fernbedienung) und die Kopplung von TV-Programmen mit Webinhalten. IP-Streamingkanäle kommen - aber nicht schon am 29. März 2017.

1.5 - Drunter und Drüber mit HbbTV-Versionen

Mit einem zweiten Logo und zunächst ungenauen Aussagen sorgte Media Broadcast für einige Verwirrung. Seit dem Februar 2017 zieht das Unternehmen einen Trennungsstrich zwischen der eigenen HbbTV-Plattform Freenet TV Connect und anderen auf HbbTV basierenden Inhalten anderer Anbieter.

Dies geschieht, indem Freenet auf die Version 1.5 des HbbTV-Standard aufsetzt und geeignete Geräte lizenziert (Screenshot klicken zum Vergrößern). Zum Start der Plattform ist allerdings nur eine Settopbox von Samsung erhältlich. Bei Freenet setzt man aber darauf, dass weitere Hersteller von Fernsehgeräten und Settopboxen mit Software-Upgrade für ältere Produkte und mit neuen Geräten auf den Zug aufspringen.

In der Version 1.5 aus dem Jahr 2012 ist erstmals MPEG-DASH enthalten. Dynamic Adaptive Streaming over HTTP ermöglicht die Kombination von linearem Streaming und adaptiven Elementen. Man könne „mit einer niedrigen Bitrate starten und dann das Bild hochskalieren“, beschreibt das Sven Eckoldt, Produktmanager für Freenet TV Connect.
Gerätedatenbank: Geräte mit Freenet TV Connect-Logo.
Settopboxen und Fernseher mit HbbTV (alle Versionen).

Inhalte von Freenet TV Connect

Schon früh warb Media Broadcast mit 20 linearen Fernsehprogrammen, die mittels Freenet TV Connect zusätzlich zu DVB-T2 HD angeboten werden sollen. Ende Februar wurden u.a. Spiegel TV und InSight, die Nachrichtenkanäle CNN, France 24 und Euronews genannt. Diese Programme erscheinen sämtlich in der Kanalliste, kommen aber nicht „durch die Luft“, sondern als Streaming aus dem Internet.

Als zweite Säule fasst ein Portal auf der individualisierbaren Einstiegsseite Mein TV weitere Angebote zusammen. Zunächst ist ein Electronic Program Guide zu nennen, der über alle Programme informiert. Das betreffe nicht nur kommende Sendungen, sondern auch Zugriff auf schon Ausgestrahltes in Mediatheken, kündigt Eckoldt an. Weiterhin soll es thematisch gegliederte Apps geben sowie 600 Webradios über eine Verbindung zu radioplayer.de. Vorab veröffentlichte Screenshots geben einen Eindruck vom Design und Bedienkonzept.

Freenet TV Connect ist (wie vorher die Mediathek) „kostenlos“. Das ist zu relativieren. Natürlich ist schon der notwendige Webzugang kostenpflichtig und nicht jeder hat eine Flatrate, die z.B. den „Big Data“ häufiger HDTV-Datenströme nicht entgegensteht. Es könnte auch sein, dass das
Gesendete und aus dem Web gestreamte TV-Programme erscheinen in einer Liste.
Ein EPG - Programminfos
aus dem Internet.
Personalisierbare Inhalte.
Alle Grafiken: Freenet (klickbar).
Portal letztlich zu kostenpflichtigen Inhalten (z.B. bei eingebundenen Streamingplattformen von Drittanbietern führt.

Dienste mit HbbTV und Freenet TV
HbbTV


Diese „Red Button“-Angebote können mit allen HbbTV-Geräten über DVB-T2 HD (z.T. auch über Sat) empfangen werden.


Diese Inhalte werden gibt es nur über Freenet TV Connect mit geeigneten DVB-T2 HD-Empfangsgeräten.
Stand: 2/2017, Auswahl. (Weitere Angebote werden bekannt gegeben.)

Um alle Angebote von Freenet TV Connect in der vollen Qualität von Bild, Ton und Datenfluß zu nutzen, ist HbbTV Version 1.5 im Empfangsgerät ein Muss, macht Eckoldt deutlich. Das hat aber nichts zu tun mit den bekannten „Red Button“-Anwendungen, mit denen die wichtigen TV-Veranstalter ihre Mediatheken und EPGs, den digitalen Teletext und Weiteres (bei den Privaten auch Werbung) an ihre Programme „anhängen“. Der Rote Knopf der Fernbedienung wird weiterhin zu den programmbegleitenden bzw. programmverbundenen Inhalten führen. Das ist in der Regel unabhängig von der HbbTV-Version des eigenen Gerätes.

Über HbbTV

HbbTV Wie schon kurz angerissen: HbbTV entstand aus einer europäischen Initiative, an der das Münchner Institut für Rundfunktechnik (die Forschungseinrichtung von ARD, ZDF, ORF und SRG) entscheidend mitarbeitete. Es ging darum, offene Standards zu benutzen, um Fernsehprogrammen und Mehrwert-Inhalte aus dem Internet zu verbinden. Diese Verbindung schafft der sog. „Barker Kanal“. Das ist quasi ein Link zu passenden Webinhalten, der im TV-Signal gesendet wird. In der Regel zeigt ein rotes Symbol an, dass Inhalte vorhanden sind, die man per Druck auf den „Red Button“ der Fernbedienung aufrufen kann.

Seit 2010 ist HbbTV (Version 1.1.1) durch die ETSI standardisiert. 2010 starteten das ZDF und der BR die ersten Angebote in Verbindung mit DVB-T, 2013 folgte Media Broadcast mit seiner Multithek. Die Senderangebote und die Mediathek wurden später auch über Astra-Satellit verknüpft.

HbbTV-Dienste version 2.0 Die Version 1.5 von HbbTV zeichnet sich hauptsächlich durch die beschriebenen Verbesserungen für Streamings aus. Ausserdem wurde die Nutzung von Programminformationen für EPGs optimiert. Für Version 2.0 (siehe klickbare Grafik) wird die Markteinführung gerade vorbereitet. Neu sind das Handling von UltraHD und HEVC, verbesserte Untertitelungen und HTML5. Zugleich werden Funktionen für Zweitschirme (Smartphones, Tablets etc.) und der Zugriff auf im Gerät gespeicherte Sendungen ernöglicht. In den Minimalanforderungen für DVB-T2 Empfangsgeräte ist HbbTV 2.0 als Perspektive bereits vorgesehen.

Das Empfangsgerät muss natürlich mit dem Internet verbunden werden. In der Praxis geschieht das über LAN oder WLAN und den heimischen Webrouter. Der Netzanschluß sollte für Freenet TV Connect die Daten mindestens 3 Megabit pro Sekunde liefern.

Weitere Informationen
Freenet TV Connect (Homepage).
HbbTV-Homepage.
FAQ-Papier zu HbbTV 2.0.
dehnmedia-Meldung Freenet lässt weitere HbbTV-Kanäle blicken vom 22.3.2017.
dehnmedia-Meldung Klarstellungen zu Freenet TV Connect vom 1.3.2017.
dehnmedia-Meldung Zweigeteilte „Connect-Welt“ (2) bei Freenet TV vom 28.2.2017.
dehnmedia-Meldung Zweigeteilte „Connect-Welt“ (1) bei Freenet TV vom 17.2.2017.
dehnmedia-Meldung zum Start der Multithek vom 15.2.2013.



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