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HDTV - Grundlagen (1/3)

HDTV-LogoNoch werden nur wenige HDTV-Programme und ausschließlich über Satellit oder Kabel ausgestrahlt. Insbesondere Fernsehgeräte - Flachdisplays mit Plasma- oder LCD-Schirmen -, aber auch Settopboxen werden inzwischen mit ihrer Eignung für HDTV beworben. Das ist auch bei DVB-T-Geräten der Fall, obwohl zumindest in Deutschland aktuell nicht an terrestrische HDTV-Ausstrahlungen zu denken ist. Was hat es mit der Zukunftstechnik HDTV auf sich? Hat das Folgen für DVB-T?

Von HDTV zu MAC

Der Fachbegriff High Definition Television (HDTV) geht auf Arbeiten in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts zurück. Die Firmen Marconi und EMI hatten im November 1936 versuchsweise Fernsehbilder mit 405 Zeilen - statt der damals üblichen 240 Zeilen in England und 180 Zeilen in Deutschland - ausgestrahlt. Nach der Zwangspause durch den 2. Weltkrieg wurden Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre Untersuchungen zur Machbarkeit von HDTV durchgeführt. Ziel war es, durch eine erhöhte Bildauflösung systembedingte Störungen der Bildqualität zu vermeiden. Es zeigte sich allerdings, dass Programmproduktion, Ausstrahlung und Endgeräte zu teuer sein würden.

Weitere Initiativen gab es Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre. Sie waren mit dem Aufkommen der Satellitenübertragung verbunden. Beim deutsch/französischen Verfahren D2MAC (Multiplexed Analog Components) werden Informationen zu Helligkeit und Farben nicht mehr zeitgleich sondern nacheinander übertragen, um Bildfehler zu unterdrücken. Die hochauflösende Variante mit 1250 statt 625 Bildzeilen im Format 16:9 wurde als HDMAC bekannt. Spezielle Fernsehgeräte konnten die empfangenen 1250 auf 625 Zeilen wandeln. In einigen Fällen waren bei HDMAC-Produktionen selbst bei PAL-Ausstrahlungen Qualitätsverbesserungen sichtbar.

Die Ergebnisse, öffentlich auf mehreren Internationalen Funkausstellungen gezeigt, waren durchaus eindrucksvoll. Für einige Übertragungen der Olympiade 1992 in Barcelona kam HDMAC zum Einsatz. Allerdings waren die Produktionen in voller Auflösung auf nur 100 speziellen TV-Geräten zu sehen.

Das aus Europa-Mitteln hochsubventionierte Projekt scheiterte letztlich - abgesehen von den Kosten - an den unzureichenden Sendewegen. Zudem wurde im Laufe der Arbeiten klar, dass die bisherige analoge TV-Übertragung (auf die HDMAC aufsetzte), längerfristig durch digitale Technik ersetzt werden würde.

Von PALplus zu HDTV

Gleichwohl gab es mit PALplus Mitte der 90er Jahre eine weitere Initiative zur Verbesserung des analog gesendeten Fernsehbildes. PALplus beinhaltete neben der bekannten Technik für die Umschaltung zwischen den Bildformaten 4:3 und 16:9 auch eine Weiterentwicklung des Farbmanagementes im TV-Signal, konnte sich jedoch nicht durchsetzen: Die PALplus-Sendungen von ARD und ZDF erreichten nur geringen Umfang, das Privatfernsehen hielt sich aus dem Thema im Wesentlichen heraus und die ersten Geräte waren zu teuer.

Die Gerätehersteller orientierten ihre Forschungen nun zunächst auf die Bearbeitung des gesendeten PAL-Bildes im Fernsehgerät. Daraus entstanden verbreitete Techniken wie die Verdopplung der Zeilenfrequenz (100 Hertz-Technik), der Einsatz von Kammfiltern zur Unterdrückung von Artefakten und weitere firmenspezifische Verfahren.

Seit Ende der 90er Jahre gibt es professionelle Digital-Kameras, die weitaus höhere Bildauflösungen liefern und sogar für die Produktion von Kinofilmen geeignet sind. Die Digitalisierung der Sendewege ist eine weitere Voraussetzung für die Übertragung solcher Bilder. Schließlich schuf die stark zunehmende Verbreitung von großen Flachdisplays (LCD, Plasma) und Video-Projektoren die Grundlage für die Wiedergabe hochaufgelöster Bilder zuhause.

So leitete das „hochauflösende Fernsehen“ (englisch: High Definition Television, kurz HDTV oder HD) zunächst von Seiten der Endgeräte den nächsten Schritt der Entwicklung der Fernsehtechnik ein.

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