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Freenet TV - die Plattform der privaten Programme

Dass RTL und ProSiebenSat1 ihre terrestrischen HDTV-Programme nicht gratis verbreiten würden, war frühzeitig klar. Die Antenne folgt nun dem Beispiel von Kabel und Satellit. Freenet TV startete am 29. März 2017. Schon Anfang Juli meldete man 500.000 zahlende Kunden. Bis Ende 2018 wird die Versorgung schrittweise auf etwa 80 Prozent der Bevölkerung ausgebaut.

Medienrechtliche und wirtschaftliche Grundlage für Freenet TV ist die an Media Broadcast vergebene Lizenz für eine Sendeplattform. Das Unternehmen, das im März 2016 von der Freenet AG gekauft wurde, kann damit diverse Programme zu einem Paket schnüren und gemeinsam vermarkten. Ein weiteres Zulassungsprocedere gibt es nicht, jedoch müssen die Programme des Pakets bundesweit lizenziert sein.

„Für die Zuschauer bleibt die Plattform der günstigste Weg in Deutschland lineares Full-HD-Fernsehen zu empfangen, mobil und portabel nutzbar, und einfach im Empfang“, lobt sich der Anbieter selbst.

Der technische Umstieg erfolgt in den Morgenstunden des 29. März 2017. Innerhalb von zwölf Stunden werden die Multiplexe an 44 Senderstandorten aufgeschaltet. Die DVB-T-Verbreitung privater Programme über DVB-T endet zugleich bundesweit.

Das Programmangebot

Für Freenet TV stehen prinzipiell drei Multiplexe zur Verfügung. Das Programmangebot umfasst nach ersten Ankündigungen etwa 20 Programme, darunter je sechs der beiden Senderfamilien ProSiebenSat1 und RTL. Im Januar 2016 benannte der ProSieben-Konzern seine Programme, die alle in FullHD verbreitet werden. Der (auch von ARD und ZDF) gewählte Modus 1080p/50 bringt das derzeit bestmögliche HDTV-Bild über Antenne ins Haus. RTL ziehe 1080p/50 zumindest für einige Programme in Erwägung, hieß es Mitte 2015. 2016 wird damit geworben, dass alle Programme der Privaten in FullHD gesendet werden.

Allerdings liefern RTL und P7S1 ihre Programme weiterhin in 1080i/25 (d.h. 25 Bilder, Zeilensprungverfahren) an alle Verbreitungspartner (auch Sat und Kabel). Für die Terrestrik wird das vom Sendenetzer Media Broadcast umgerechnet („deinterlaced“), was mit professioneller Technik kein Problem ist.

Auf einem Vortrags-Chart von Freenet war Anfang Juli 2016 das Logo von Tele5 zu sehen. Die Homepage von Freenet TV zeigte monatelang das Logo von DMaxHD. Offiziell wurde die Partnerschaft mit Discovery Channel erst Anfang Januar 2017 bekannt gegeben. Annonciert wurde die Beteiligung von Eurosport1 HD und des Schwesterkanals DMax HD. Für die Konzernmutterfirma hatte Strategiechef Alberto Horta schon 2014 Interesse bekundet: „Wir glauben fest an die terrestrische Verbreitung und unterstützen dies von Beginn an“.

Media Broadcast und Discovery Channel lösten zugleich Irritationen bezüglich des für viele Zuschauer interessanteren Sport-Spartenkanals aus. In der Presseinfo heißt es: „Ab 2018 wird Eurosport 1 HD ... jeden bedeutenden deutschen Olympia-Moment im Free-TV präsentieren“. Auf Nachfrage von dehnmedia stellte ein Sprecher von Discovery Channel klar, dass mit im Free-TV lediglich die frei empfangbaren Varianten in der alten Standard-Bildqualität gemeint sind. Diese werden aber per Antennen nicht verbreitet. Und eine zeitweise Aufhebung der Grundverschlüsselung wird es nicht geben (obwohl Discovery dafür sicherlich jede Menge Lob ernten würde). Sportfans, die nicht auf Satellitenempfang ausweichen können, sind (zumindest während der Lizenzperiode bis 2024) für die Olympischen Spiele auf Freenet TV angewiesen.

Media Broadcast hatte im Juni 2016 mitgeteilt, man habe sich „nun mit weiteren Veranstaltern wie z.B. SPORT1 und QVC grundsätzlich über die kommerziellen Bedingungen zur Verbreitung via DVB-T2 HD verständigt“. Das sei „ein Beispiel für das große Interesse der Sender an der Verbreitung ihrer Programme als Teil von freenet TV über DVB-T2 HD“, hieß es in einer Presseinfo. Die schlußendliche Einigung mit Sport1 ließ allerdings bis Mitte Februar 2017 auf sich warten. Noch länger dauerte es mit QVC. Erst eine Woche vor dem offiziellen Start wurden Partnerschaften von Freenet TV mit Tele5 HD und N24HD bekanntgegeben. Buchstäblich in letzter Minuten wurde bekannt gegeben, dass sich der Disney Channel und Nickelodeon der Programmplattform anschließen - ebenfalls in HDTV, versteht sich.

Weitere private (frei empfangbare) Programme über DVB-T2 HD

QVC, HSE24 und BibelTV bestätigten die Annahme, dass der 3. Multiplex der Privaten mit Programmen aufgefüllt werden könnte, die sich nicht an Freenet TV beteiligen und unverschlüsselt ihre Zuschauer finden wollen. Die drei Programme haben dafür gute Gründe: Die Beschränkung des Zuschauerpotenzials auf die zahlenden Kunden von Freenet TV passt weder zum Geschäftsmodell der beiden Shopping-Kanäle noch zum ökumenischen Programmauftrag von BibelTV.

Der erst im September 2016 von ProSiebenSat1 gegründete Kanal Kabel Eins Doku hielt sich ein Fenster für die Terrestrik offen. Auf der Website hieß es: „Mit dem Start des neuen DVB-T2 Standards im Frühling 2017 wird kabel eins Doku voraussichtlich auch in vielen Ballungsgebieten zu empfangen sein.“ Die geschieht tatsächlich nicht über Antenne, sondern mittels der Webplattform Freenet TV Connect.

Ausnahmen in Standard-Bildqualität

Für den Fall, dass HDTV für einen Programmveranstalter nicht in Frage käme wurde frühzeitig das Bildformat „qHD“ genannt. Das ist eine irritierende Bezeichnung, denn mit HDTV hat das wenig zu tun. Im Gegenteil: Das „q“ steht für „quarter“ - also ein Viertel der HDTV-Auflösung. Das entspricht 960 mal 540 Pixeln bei 50 Bildwechseln pro Sekunde. Mit HDTV hat das nicht mehr als die kleine Bruchrechnung und die Bildwechsel-Frequenz gemein. Das Sendesignal lässt sich für ein HDTV-Display mit 1920 mal 1080 Pixeln wesentlich einfacher hochrechnen als eines in der bei DVB-T üblichen Standard-Auflösung. Diese nutzt 576 Screenehsot, April 2017. Quelle: dehnmedia
Screenshot von BibelTV (klicken zum Vergrößern). Unten rechts wird „576p“ (also: Standard) für die Bildauflösung angezeigt.
Foto: dehnmedia.
Pixel in der Senkrechten - SD und „qHD“ nehmen sich also nicht viel. Aber die Verbreitungskosten sind viel geringer als für ein FullHD-Programm.

Dass sich die die frei empfangbaren Privatkanäle für dieses kostengünstige Verfahren entschieden haben, ist ja kein Problem. Die Bewerbung dieser Programme mit dem Zusatz (in Werbemitteln, Programmlisten und bei BibelTV überdeutlich auch im Sendelogo) entspricht nicht den gesendeten Tatsachen. dehnmedia weist die „qHD“-Format gesendeten Programme nicht als HDTV-Programme aus!

Überallfernseh-Logo Eine weitere Ausnahme betrifft die über DVB-T verbreiteten Lokalprogramme namentlich in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Diese werden mindestens bis Mitte 2019 in DVB-T senden; einige aber schon in HDTV. Lausitzwelle will im November 2017 im Landkreis Bautzen sogar in HDTV starten. Das jedoch (noch eine Ausnahmen-Variante) in DVB-T2/MPEG-4. DVB-T2 HD-Geräte sollten Sendungen in DVB-T bzw. DVB-T2 in Kombination mit MPEG-4 beherrschen.

Regionale Zusatzprogramme bei Freenet TV

In Hamburg und Berlin senden regionale Kanäle bis November 2017 in HDTV und sollen dann für DVB-T2 HD zur Verfügung stehen. Daher werden Ausschreibungen notwendig. Für beide Regionen wurden die Ressourcen als Programmplattform ausgeschrieben. Die Medienanstalten MA HSH und MABB entschieden sich für den jeweils einzigen Bewerber Media Broadcast.

Damit bekommt „... Freenet.TV eine zusätzliche Erweiterung um bis zu acht Programme in HD-Qualität im Ballungsraum Hamburg“. Die Medienanstalt MA HSH deutet damit an, dass zumindest ein Teil der zusätzlichen Programme kostenpflichtig sein kann.

Der Vollständigkeit halber sei noch einmal wiederholt: Alle Programme von ARD und ZDF sind weiterhin, auch mit DVB-T2 HD, frei empfangbar. Sie kommen unverschlüsselt und ohne zusätzliche „Transportgebühr“ á la Freenet TV ins Haus.
Programme & Kanäle mit DVB-T2 HD.

Kosten und Konditionen

Der am 31. Mai 2016 gestartete DVB-T2 HD „Pilot-Kanal“ brachte mit vier grundverschlüsselten - aber freigeschalteten - Programmen einen kostenlosen Vorgeschmack auf das spätere Freenet TV-Paket, das am 29. März 2017 mit dem kompletten Programmangebot startete. Technische Voraussetzung ist ein von Freenet TV zertifiziertes und mit dessen Logo ausgestattetes Empfangsgerät. Das kann laut AGB „Set-Top-Box, CI+-Modul, USB-Stick“ sein. Geeignete Produkte werden im Handel angeboten. Das Zugangsmodul für Fernsehgeräte mit CI+-Schnittstelle (79,99 Euro) und der USB-Stick (59,99 Euro) werden unter Freenet TV vermarktet.

Bis Ende Juni 2017 - bzw. drei Monate nach dem ersten Einschalten eines später gekauften Gerätes - gibt es eine Gratisphase. Eine Ausnahme ist der USB-Stick, dessen Käufer nur einen Freimonat erhalten. Basis der Kosten für den weiteren Zugang zu den Freenet TV-Prgogrammen nach der Gratisphase ist der Jahrespreis von 69 Euro. Für die Abwicklung werden mehrere Möglichkeiten angeboten.

Option 1: Prepaid mit Rubbelkarte
Freenet TV wurde im Vorfeld des Starts ausschließlich als Prepaid-Angebot beworben. Ende Februar 2017 begann der Verkauf von Guthabenkarten für 69 Euro. Enthalten ist der Zugang zu den privaten HDTV-Programmen für ein Jahr ab Freischaltung. Wird eine Verlängerung gewünscht, muss rechtzeitig eine neue Karte gekauft werden. Sonst werden die Programme automatisch abgeschaltet. Eine besondere Kündigung ist nicht erforderlich.

Die Freischaltung bzw. Verlängerung kann über die Website von Freenet TV oder telefonisch erfolgen. Erforderlich sind nur die auf der Guthabenkarte frei zu rubbelnde Codenummer (siehe klickbares Foto von Freenet TV) und die Freenet TV ID, die sich auf einem Aufkleber am Empfangsgerät befindet. Persönliche Daten werden nicht abgefragt. Wer sich mit der Guthabenkarte online registriert soll einen zusätzliche Freimonat bekommen, der an die 12 Monate Laufzeit angehängt wird.
Service: Freischaltung über Telefon 0221-4670-8700 oder Internet.

Option 2: Monatlich kündbares Abo
Der Plattform-Betreiber Media Broadcast hatte schon Ende 2016 andere, später einzuführende, Optionen nicht ausgeschlossen. Ein paar Tage vor dem 29. März 2017 tauchte ein Monatsabo auf der Website des Bezahlpaketes auf, eine offizielle Presseinfo dazu kam erst im Mai 2017. Es handelt sich um ein Abo mit einem Monat Laufzeit für jeweils 5,75 Euro (also pa wieder 69 Euro). Das Abo verlängert sich automatisch in den Folgemonat oder kann zum Ende des Vertragsmonats gekündigt werden. Voraussetzung ist das Anlegen eines Kundenkontos und die Teilnahme am Lastschriftverfahren. Für das Anlegen des Kundenkontos verspricht Freenet TV einen Gratismonat, der auf der ersten Rechnung gutgeschrieben wird.
Service: Registrierung für Monatsabos im Internet.

Option 3: Haushalts-Rabatt
Ende Mai 2017 wurde eine dritte Gebühren-Option angekündigt: Für Zweit- oder Drittgeräte im Haushalt soll ein Rabatt von 20 Prozent angekündigt. Das soll nur per Bankeinzug (also nicht mit Guthaben-Karte) zu bezahlen sein. Wann das eingeführt wird, bleibt zunächst offen. Unverständlich ist auch bei dieser Option die Benachteiligung der Käufer des USB-Sticks, die dieses nicht in die Rabattierung einbeziehen können.

Empfangsgeräte

Das Zugangsverfahren stammt von der Firma Irdeto. Es kommt grundsätzlich ohne Smartcards aus, denn Zugangsfreigabe und Decodierung der Grundverschlüsselung sind integriert. Für die praktische Umsetzung bietet Freenet TV zwei Möglichkeiten.

Der „kartenlose“ Zugang kommt grundsätzlich bei Settopboxen zum Einsatz. Sinnvoll ist das für noch kleinere Geräte - z.B. USB-Sticks (Prototyp siehe Foto rechts) für Computer, Tablets, Smartphones usw., deren Nutzung nicht auf die öffentlich-rechtlichen Programme beschränkt sein soll.
dehnmedia-Gerätedatenbank: Settopboxen mit Logo von Freenet TV.

Die Alternative - vor allem für Fernsehgeräte - ist das Zugangsmodul, das Freenet TV für 79,99 Euro anbietet. Auch hier ist die Funktion der Smartcard schon integriert. Das Modul wird auf die CI+-Schnittstelle gesteckt. Hintergrund ist, dass die meisten Fernsehgeräte (und einige Settopboxen) für mehrere Empfangswege gedacht sind. Diese Fernseher sind mittels einer CI+-Schnittstelle für Pay-Angebote wie Sky oder HD+ vorbereitet.
dehnmedia-Gerätedatenbank: Fernseher und Settopboxen für das Freenet TV-Modul.

Mögliche Probleme mit Aufnahmen

Ein Hinweis ist in Sachen Recording notwendig: Dabei wird üblicherweise der „Transportstrom“ - also das unveränderte Sendesignal - gespeichert. Das bedeutet, dass grundverschlüsselte Sendungen (eben die von Freenet TV) auch grundverschlüsselt gespeichert werden. Laut Herstellerangaben können solche Aufnahmen nur mit dem Gerät abgespielt werden, mit dem die Aufzeichnung vorgenommen wurde. Das hat nichts damit zu tun, ob die Sendung intern oder z.B. auf einem USB-Medium gespeichert wurde.

Ohnehin kann es sein, dass Aufnahmen aus privaten Kanälen verhindert werden oder eingeschränkt sind. Dies verantwortet des jeweilige Sender. Die übliche Begründung sind Vorgaben der Lizenzgeber von Filmen und Serien - vor allem aus den USA.

Gerätelogos: Hilfe oder Irritation?

Nicht auf den ersten Blick verständlich ist vielleicht, welche Bedeutung das grüne DVB-T2 HD-Logo und das Logo von Freenet TV haben. Worauf muss man beim Gerätekauf achten?
Settopboxen mit dem Logo von Freenet TV empfangen die grundverschlüsselten privaten Programme zu den Geschäftsbedingungen des Anbieters und in dessen Verbreitungsgebieten. Die Irdeto-Entschlüsselung ist integriert, ebenso der „kartenlose“ Zugang (ohne Smartcard).
Die Geräte können zusätzlich das grüne Logo der Deutschen TV-Plattform tragen.

Fernsehgeräte und Settopboxen mit dem grünen DVB-T2 HD Logo haben eine „CI+-Schnittstelle“. Mittels des gesondert im Handel zu erwerbenden Zugangsmoduls für Freenet TV werden dessen grundverschlüsselte Programme gemäß deren Geschäftsbedingungen und in den entsprechenden Verbreitungsgebieten freigeschaltet.
DVB-T2 HD Geräte ohne eines der beiden Logos empfangen zumindest alle Programme von ARD und ZDF sowie wenige Private ohne zusätzliche Kosten. Jedoch können Geräte ohne CI+ oder ohne ab Werk integrierten Zugang später nicht für Freenet TV nachgerüstet werden.
dehnmedia-Gerätedatenbank: Settopboxen und Fernseher mit dem grünen Logo.
Mehr Tipps für den Gerätekauf.

Netzausbau und Verbreitungsgebiet

Schon frühzeitig war angekündigt worden, dass das Empfangsgebiet des kommerziellen Angebots über das bisherige der privaten DVB-T Programme hinaus auf „Mittelzentren“ erweitert werden sollte. Im Zusammenhang mit den drei Phasen der allgemeinen Migrationsplanung kommen ab dem Start am 29. März 6 Standorte zu den 38 des Pilotbetriebes hinzu. Im November 2017, März und November 2018 liegen die Termine für den weiteren Netzausbau.

Soweit im Februar 2017 bekannt erreicht das Sendenetz dann mit auf 61 Standorten seinen Endausbau. Freenet TV wirbt mit der Aussage, dass dann „mehr als 63 Millionen Menschen“ das Bezahlfernsehen empfangen können. Das entspricht etwa 80 Prozent der Bevölkerung. „Private TV-Anbieter verdoppeln damit ihre Reichweite gegenüber der heutigen DVB-T Infrastruktur“, kommentiert Freenet TV. Den Ausbauplan zeigen schematische Karten von Media Broadcast:
Die Netzplanung für Freenet TV. Links der Stand ab 31.Mai 2016 (Demo-Kanal, 38 Sendestandorte). An zweiter Stelle die Situation beim offiziellen Start am 29. März 2017 mit 44 Standorten. Die dritte Karte zeigt den geplanten Stand ab dem Frühjahr 2018 mit 55 Sendeanlagen. Ganz Rechts der geplante Endausbau (61 Standorte). Alle Karten (Quelle: Media Broadcast) sind klickbar. Hinweis: Die Karten betreffen nur die privaten HD-Programme. ARD und ZDF werden in den Ausbauphasen größere Gebiete versorgen.

Zum Beginn des Regelbetriebs von Freenet TV am 29. März 2017 (entspricht der zweiten Karte) nennt Media Broadcast folgende Sendestandorte:

BundeslandStandort BundeslandStandort

Baden-WürttembergBaden-Baden NiedersachsenBS-Broitzem
Heidelberg BS-Kraftwerk
Karlsruhe Hannover
Mannheim NRWAachen
Pforzheim BN Venusberg
Reutlingen Dortmund
S-Frauenkopf Düsseldorf
BayernMünchen Essen
Nürnberg Hagen
Wendelstein Iserlohn
BerlinAlexanderplatz Köln
Schäferberg Langenberg
BremenBremen Wesel
BHV-Schiffdorf Wuppertal
HamburgHH-Hertz-Turm SaarlandSaarbrücken
HH-Höltigbaum SachsenLeipzig
HessenDarmstadt Sachsen-AnhaltHalle
Frankfurt Magdeburg
Großer Feldberg Schleswig-Holst.Kiel
Hohe Wurzel HL-Berkenthin
Mecklenb.-Vorp.HRO Toitenwinkel HL-Stockelsdorf
Schwerin ThüringenJena Kernberge

Stand: Juni 2016. Standorte, die am 29.3.2017 hinzu kommen, sind hervorgehoben. Durchgestrichen: Nachträgliche Änderung.

Im Zuge der Ausbauphase 2a wird Freenet TV im November 2017 sein Verbreitungsgebiet um die Sendestandorte Dresden, Freiburg, Kassel, Habichtswald, Koblenz und Iserlohn erweitern. Ausgburg, Erfurt, Weimar, Kaiserslautern und Osnabrück folgen im Frühjahr 2018. Die letzte Ausbaustufe erfaßt Chemnitz, Gera, Heilbronn, Trier und Ulm im Herbst 2018.

Interessant ist die Feststellung, dass viele Urlaubsregionen im Konzept von Freenet TV wohl nicht vorgesehen sind, wenn man sich an der Schema-Karte des Endausbaus orientiert. Betroffen sind u.a. Sylt, Helgoland und die Friesischen Inseln, Rügen und Usedom, die mecklenburgische Seenplatte, Bayerischer Wald und Fichtelgebirge, der Bodenseeraum, das Allgäu und der Schwarzwald.

Multiplexing und mehr Technisches

Alle kostenpflichtigen Freenet TV-Programme werden in einer Bildauflösung von 1.920 mal 1.080 Pixeln und mit 50 Vollbildern je Sekunde (kurz: 1080p50) gesendet. Es handelt sich um die beste HDTV-Bildqualität, die derzeit für Deutschland und darüber hinaus ausgestrahlt werden kann. Es versteht sich, dass das Multiplex-Trio an jedem Standort jeweils mit gleicher Sendeleistung und Konfiguration ausgestrahlt wird.

Die Multiplexe sind auf eine Datenrate von 27,6 Mbit/s konfiguriert. Die weiteren technischen Parameter deuten darauf, dass diese Konfiguration eher auf eine stabile stationäre statt auf eine mobile Nutzung abhebt. So lassen sich mehr Programme in einem Multiplex unterbringen. Media Broadcast geht von bis zu acht HDTV-Programmen aus. Das betrifft auch die in einigen Regionen möglichen vierten Multiplexe.

Die Programme der RTL-Gruppe mit Tele5HD und die von ProSiebenSat1 mit Sport1HD bekommen jeweils ein zusätzliches Programm eines dritten Anbieters in „ihren“ Multiplexe. Multiplex 3 enthält die weiteren Programme sowie einen vorbereiteten Platz für einen „Spätstarter“ und unter der Kennung „Freenet TV“ eine frei empfangbare Diashow als Werbung für Freenet.

Businessplan für Freenet TV

Für die Freenet TV-Plattform nannte Freenet-Chef Christoph Vilanek Mitte April 2017 auf einer Investorenkonferenz folgende geschäftlichen Ziele:
Termin DVB-T2 Haushalte Abonnenten DVB-T2 HD-Migration

12.4.2017 1,2 bis 1,5 Mio. 160.000 2 Wochen nach dem Start von DVBT2 HD
30.6.2017 1,7 bis 2,2 Mio. 500.000 Ende der Gratisphase in den Startregionen
Ende 2017 2,5 Mio. 800.000 Start von FreenetTV in 8 Regionen am 8.11.
Ende 2018 3,4 Mio. * 1 Mio. Ende Freenet-Ausbau (6 Regionen)

* Es wird von 3,4 Mio. Haushalten ausgegangen, die nur per Antenne empfangen (also ohne Nutzer von zweit- und Drittgeräten).

„Zu den Wachstumstreibern des freenet TV Endkundengeschäfts zählen neben dem Austausch alter Set-Top-Boxen auch die Umrüstung von Zweit- und Drittfernsehern sowie von anderen Kommunikationsgeräten auf DVB-T2 HD zum Beispiel über einen USB-Stick sowie die geplante Abschaltung des analogen Kabelfernsehens in einigen Regionen Deutschlands“, kommentiert die Freenet AG ihre geschäftlichen Hoffnungen. Für Ende 2017 geht Vilanek von einem monatlichen Umsatz je Kunde (ARPU) von 4,50 Euro aus. Den Umsatz mit Freenet TV will Vilanek von 12 bis 16 Mio. Euro in 2017 auf 35 bis 50 Mio. Euro in 2018 steigern.

Eine strategische Spekulation

Richtig Geld verdienen mit Freenet TV ließe sich wohl, wenn es gelänge, das eher bescheidene Kundenpotenzial der Terrestrik zu überwinden. Das wäre u.a. möglich, wenn das Paket zusätzlich via Satellit verbreitet und vermarktet werden würde. Ähnliches wird bereits in England, Italien und Frankreich praktiziert. In Österreich wird das kommerzielle DVB-T2 Paket SimpliTV ab dem Sommer auch via Satellit angeboten.

Freenet TV könnte sein Kundenpotenzial so schlagartig von etwa 3,4 Antennen- um 17,6 Mio. Sat-Haushalte erweitern. Das sind zusammen etwa 55 Prozent der deutschen TV-Haushalte! Allerdings würde man sich mit der Sat-Plattform HD+ anlegen, die bereits 2,1 Mio. zahlende Kunden aufweist. Gerüchte um eine solche Strategie wies Media Broadcast im Mai 2017 zurück: Es gebe „keine konkreten Pläne in diese Richtung“.

Links zum Thema
Homepage Freenet TV.
Wikipedia-Eintrag zu HEVC.
White Book Beyond HD der Deutschen TV-Plattform mit Ausführungen zu HEVC.
dehnmedia-Meldung: Ausbauplanung bis 2019 veröffentlicht vom 17.7.2017.
dehnmedia-Meldung: Bald nur noch Nitro vom 11.7.2017.
dehnmedia-Meldung: Freenet TV meldet 500.000 zahlende Kunden vom 5.7.2017.
dehnmedia-Meldung: Terminverschiebung bei Phase 2b? vom 5.7.2017.
dehnmedia-Meldung: Gratisphase geht für Frühkäufer zuende vom 27.6.2017.
dehnmedia-Meldung: Pläne für Netzausbau im November 2017 vom 9.6.2017.
dehnmedia-Meldung: Media Broadcast plattformt in Hamburg vom 8.6.2017.
dehnmedia-Meldung: Kommt auch Freenet TV künftig aus der Umlaufbahn? vom 8.6.2017.
dehnmedia-Meldung: Plant Freenet TV einen Haushalts-Rabatt? vom 8.6.2017.
dehnmedia-Meldung: Kein „Ende der Gratisphase“ vom 1.6.2017.
dehnmedia-Meldung: Freenet TV mit neuer Werbe-Phase vom 30.5.2017.
dehnmedia-Meldung: Freenet verkündet Monatsabo offiziell vom 24.5.2017.
dehnmedia-Meldung: Antenne gewinnt 100.000 Haushalte vom 4.5.2017.
dehnmedia-Meldung: Bis Jahresende 800.000 Kunden für Freenet TV? vom 12.4.2017.
dehnmedia-Meldung: 2 Aufschaltungen wurden verschoben vom 27.3.2017.
dehnmedia-Meldung: Last Minute-Entscheidung von HSE24 vom 27.3.2017.
dehnmedia-Meldung: Freenet TV jetzt auch mit Monats-Abo vom 24.3.2017.
dehnmedia-Meldung: Zwei Privatprogramme frei empfangbar (3) vom 22.3.2017.
dehnmedia-Meldung: Freenet stellt USB-Stick vor vom 22.3.2017.
dehnmedia-Meldung: Auch Tele5 und N24 in HDTV über Antenne vom 22.3.2017.
dehnmedia-Meldung: Zwei Privatprogramme frei empfangbar (2) vom 13.3.2017.
dehnmedia-Meldung: Zwei Privatprogramme frei empfangbar (1) vom 13.3.2017.
dehnmedia-Meldung: Guthabenkarten für Freenet im Handel vom 21.2.2017.
dehnmedia-Meldung: Freenet-Guthabenkarten kommen Ende Februar vom 14.2.2017.
dehnmedia-Meldung: Nun auch Sport1 HD bei Freenet TV vom 9.2.2017.
dehnmedia-Meldung: Kampagne mit Irritationspotenzial vom 5.2.2017.
dehnmedia-Meldung: Olympia in HDTV bleibt grundverschlüsselt vom 10.1.2017.
dehnmedia-Meldung: Eurosport und DMax bei Freenet TV vom 4.1.2017.
dehnmedia-Meldung: BibelTV HD ist dabei / 100 Tage vor dem Start vom 18.12.2016.
dehnmedia-Meldung: Projektbüro nennt weitere Fakten vom 24.11.2016.
dehnmedia-Meldung: Nicht viel Neues von Freenet TV vom 21.11.2016.
dehnmedia-Meldung: FreenetTV - 61 Sendestandorte bis 2018 vom 24.10.2016.
dehnmedia-Meldung: FreenetTV startet Werbekampagne vom 22.8.2016.
dehnmedia-Meldung: Einige Private unverschlüsselt in „qHD“ vom 2.8.2016.
dehnmedia-Meldung: Private auch als Pay-TV eine „Bereicherung“ vom 15.7.2016.
dehnmedia-Meldung: Aufnahmerestriktionen bei Freenet TV? vom 14.7.2016.
dehnmedia-Meldung: Freenet TV mit weiteren Preismodellen? vom 14.7.2016.
dehnmedia-Meldung: Freenet TV für 69 Euro im Jahr vom 5.7.2016.
dehnmedia-Meldung: Mit dem Mobilfunk „Kopf an Kopf“ vom 8.6.2016.
dehnmedia-Meldung: Sport1 und QVC beim Freenet PayTV dabei vom 8.6.2016.
dehnmedia-Meldung: Freenet TV aktualisiert Website vom 1.6.2016.
dehnmedia-Meldung: Freenet TV-Module bestellbar vom 20.5.2016.
dehnmedia-Meldung: Projektbüro mit Klarstellung zum Logo-Doppel vom 5.5.2016.
dehnmedia-Meldung: Freenet TV - Module / AGB vom 20.5.2016.
dehnmedia-Meldung: Freenet TV kündigt sich offiziell an vom 2.5.2016.
dehnmedia-Meldung: Pay-TV wird Freenet TV heißen vom 1.5.2016.
dehnmedia-Meldung: Media Broadcast avisiert zweites Gerätelogo vom 24.3.2016.
dehnmedia-Meldung: Antenne in HDTV ab dem 31. Mai 2016 vom 22.3.2016.
dehnmedia-Meldung: Telestar vertreibt Zugänge für Privatplattform vom 18.3.2016.
dehnmedia-Meldung: Freenet kauft Netzbetreiber Media Broadcast vom 6.3.2016.
dehnmedia-Meldung: Private schon im Demokanal grundverschlüsselt vom 2.2.2016.
dehnmedia-Meldung: ProSiebenSat1 und RTL auf Privat-Plattform vom 25.1.2016.
dehnmedia-Meldung: Auch Pro7Sat1 in höchster Auflösung vom 22.1.2016.
dehnmedia-Meldung: Präzisierungen zur Plattform vom 9.9.2015.
dehnmedia-Meldung: DVB-T2 HD auf der IFA 2015 vom 6.9.2015.
dehnmedia-Meldung: Media Broadcast plant eigene Online-Kampagne vom 27.8.2015.
dehnmedia-Meldung: FullHD und „cardless“-Decryption (19.8.2015).
dehnmedia-Meldung: Media Broadcast zur Infokampagne vom 6.7.2015.
dehnmedia-Meldung: Discovery Networks interessiert vom 11.11.2014.



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