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DVB-H (2/2) - Dienste und Gerätekonzepte

Ein Vorzug von DVB-H besteht in der Kopplung von Radio und Fernsehen mit interaktiven Elementen. Hier einige Beispiele.

Soll Fernsehen oder Radio mit weiteren Diensten gekoppelt werden, geschieht der Abruf aus der laufenden Anwendung heraus über das „zweite Netz“ - den Mobilfunk. Bisher musste man sich die in einer TV-Sendung genannten Bestell- und Telefonnummern merken, zum Festnetztelefon oder Handy greifen und den Anbieter anrufen oder eine SMS dorthin schicken. Bei einer DVB-H Anwendung würde das vereinfachen: Der Click auf einen Bestellbutton neben dem TV-Bild auf dem Handy würde diesen Vorgang auslösen. Der gesamte Kommunikationsprozeß würde innerhalb eines Systems ablaufen, der bisherige „Medienbruch“ entfällt.

DVB-H Quiz der UFA. Foto: dehnmedia Zur IFA 2005 stellte die Fernsehproduktionsfirma UFA ein Quiz vor, bei dem das genutzt wird: Eine der vorgegebenen Antworten kann man per Stiftdruck auf ein Antwortfeld auswählen. Dadurch wird eine SMS an eine Sendezentrale ausgelöst und von dort werden ebenfalls per SMS Ergebnis und Punktezahl zurückgeliefert und zum bisherigen Punktestand hinzugezählt (Foto oben). Nach diesem Prinzip - und egal ob in Verbindung mit SMS oder den anderen Mobilfunk-Möglichkeiten des Datentransfers zwischen Teilnehmer und Zentrale - läßt sich eine Vielzahl von Anwendungen und Interaktionsmöglichkeiten praktisch umsetzen: Genauso vorstellbar ist zum Beispiel Voting - bei der am Siemens-Stand zur CeBIT 2006 Voting mit DVB-H. Foto: Siemens vorgestellten Anwendung (Foto unten) geht es beispielsweise um eine Abstimmung über Songs.

Die Firma Neva Media zeigte auf der IFA 2005 Projekte, die zum Beispiel Autotest-Berichte einer Fachzeitschrift mit aktuellen Verkehrsinfos kombinieren. Klickt man den Artikel an, könnte man ohne Umweg eine Liste nahegelegener Händler abrufen und per Mail sein Interesse an einer Probefahrt kundtun. Der Klick auf die Nachrichtenzeile würde zu ausführlicheren Informationen führen.

Ein anderes gern genanntes Beispiel sind Infos zum Kinoprogramm. Per DVB-H kann man sich aktuelle Filmtrailer ansehen. Dem Zuschauer könnte angeboten werden, den Kurzfilm auf sein Gerät zu laden; das Video würde dann per SMS oder UMTS bestellt werden. Aufs Gerät käme das Video entweder per UMTS oder aus dem DVB-H Datenstrom. Ebenso vorstellbar wäre es, auf Knopfdruck mit Hilfe des Mobilfunksystems den Standort des Nutzers mit dem Tagesprogramm der nahegelegenen Kinos abzugleichen, aus der angezeigten Liste der Vorstellungen heraus eine Kinokarte zu reservieren und die Kaufbestätigung zu erhalten.

Auch die Deutsche Fussballliga (DFL) sieht Perspektiven. Sie hat im September 2005 einen eigenen DVB-H Test angekündigt. Erprobt werden sollen hier - in Zusammenarbeit mit Microsoft - auch Verfahren für das Digital Rights Management (DRM), also einen Missbrauchsschutz für Mediendaten. Es sei vorgesehen, eine Bundesliga-Begegnung pro Spieltag zu produzieren.

Free-TV (hier:ZDF) mit DVB-H auf einem PDA mit einem Chipempfänger von DIBCom. Foto: dehnmedia Alternativen zum Handy

Soweit es um kostenlose Radio- oder TV-Programme geht, sind neben den DVB-H Handys auch Geräte ohne Telefonfunktion vorstellbar - beispielsweise in Gestalt von Chipkarten für den SD-Slot (Foto oben), die den PDA zum Mobilfernseher machen und (wie Settopboxen) im Elektronikhandel verkauft werden. Solche Entwicklungen wurden auf der IFA 2005 als Prototypen (siehe Foto) gezeigt. Die Firma Avermedia zeigte auf der CeBIT 2006 produktionsreife Geräte PDH400PVR - Prototyp von Pace. Foto: Pace auf Grundlage des DibCOM-Chips in drei Bauformen - als SD-Card (wie im Bild oben mit einem PDA), als PCI-Express und als Miniboard für den Einbau in Laptops. Ein anderes multifunktionales Gerätekonzept wurde bei Pace (Foto unten) entwickelt: Einen Multimedia-Player und TV-Recorder mit integrierter DVB-H Funktionalität.

Auch Prototypen von Empfangsboards, die für den Einsatz bei hohen Geschwindigkeiten optimiert wurden, waren - zumindest für Tests und Entwickler - schon Ende 2005 verfügbar. Dieses Gerätekonzept könnte die Nachfolge des analogen Autoradios antreten: Denn es kombiniert den Empfang über DVB-T und DVB-H mit Diversity-Funktionen, die die Qualität bei hohen Geschwindigkeiten verbessern.

Nicht zuletzt bahnen sich darüberhinaus auch Hard- und Software-Lösungen - auf der System- wie auf der Endgeräteseite - an, die eine Brücke zwischen DVB-H und DMB schlagen könnten.

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