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Digitalradio: Privatradios in Niedersachsen (1/3)

Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Innerhalb von zwei Jahren war der Antt-DAB+-Beschluß des Landtags Makulatur. Die Landesregierung musste dem Wunsch der Privatradios entsprechen, „eine DAB+-Plattform in Niedersachsen auf den Weg zu bringen“. Die Landesmedienanstalt NLM wartete die Verabschiedung einer Novelle des niedersächsischen Mediengesetzes ab und schrieb im Mai 2022 aus.

Ziel der Ausschreibung war die Bestellung des Betreibers einer landesweiten Sendeplattform. Diese Abdeckung ist in die zehn Regionen Nordseeküste, Altes Land, Lüneburger Heide, Emsland, Oldenburger Land, Osnabrück, Weserbergland, Hannover, Braunschweiger Land und Göttingen/Harz gegliedert.


Niedersachsen: Programmangebot | Modellversuch | Nationale Muxe | Chronik


Die schematische Verbreitungskarte des landesweiten Senders Radio21 macht deutlich, was DAB+ den Privatradios bietet: Über 25 lokale UKW-Frequenzen ist keine landesweite Versorgung möglich. Das dürfte über DAB+ eher erreicht werden und die Privatsender können, wenn gewünscht, bis zu zehn regionale Varianten eines Programms unabhängig voneinander unabhängig 24/7 laufen lassen.

Ausschreibung: Binnen Jahresfrist in jeder Region senden

Für jede Region steht eine Frequenz zur Verfügung, die laut Ausschreibung mit bis zu 16 Programme belegt werden kann. Der Plattformbetreiber außerdem dafür zu sorgen, dass die von ihm ausgewählten Programme lokale, regionale oder landesweite Ereignisse redaktionell darstellen. Entsprechend soll der Plattformbetreiber bisher zugelassene landesweite, regionale und lokale Programme bevorzugen. Dazu gehören ausdrücklich auch die zwölf Nichtkommerziellen Radios des Bundeslandes, denen gemäß §32 Abs. 2 des neugefassten Mediengesetzes, „auf deren Verlangen technische Kapazitäten ... zur Verfügung zu stellen“ ist.

Damit bekommen die landesweit aktiven Privatradios (für alle Regionen einschließlich möglicher regionaler Auseinanderschaltungen) ebenso wie überregionale (für mehrere Sendegebiete) oder lokale Radios (für einzelne Regionen) eine Basis. Allerdings reicht es der Medienbehörde aus, wenn ein Jahr nach der Zuweisung mindestens ein Grundnetzsender je Region mit maximal zulässiger Leistung arbeitet. Weitere Auflagen zum Ausbau der Sendenetze gibt es nicht.

Sendebeginn ist erst 2023 zu erwarten

„Ein realistischer Termin für die Inbetriebnahme wäre dann Ende 2022/Anfang 2023“, hatte ein Vertreter der Staatskanzlei im Julí 2021 vor dem Landtags-Ausschluß für Medien eingeschätzt.

Das war wohl etwas zu vorschnell. Nachdem sich auf die Plattform-Aussschreibung vom Mai 2022 die „üblichen Verdächtigen“ Divicon Media, Media Broadcast und Uplink Network beworben hatten wird ein Verständigungsverfahren erforderlich. Genauso interessant wie spekulativ ist die Frage, ob sich zwei oder gar alle drei Wettbewerber - wie zuvor im
10 Regionen für DAB+ für Niedersachsens Privatradios
(Grafik: NLM, klickbar).
Die UKW-Verbreitung für Radio21 (klickbar).
Auch für den Bürgerfunk könnte das DAB+-Konzept Sinn machen (klickbar).
Nachbarland NRW - auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können.

Ende März 2022 hatte die NLM bereits eine erste zeitlich unbegrenzte landesweite Programm-Zulassung an das neue Spartenradio Antenne Schlager vergeben. Dessen Absicht stellt die Medienanstalt NLM ausdrücklich heraus: Es soll landesweit und „vorrangig über DAB+ verbreitet werden“.

Nachdem die NLM zuvor erklärte, die Entscheidung zur Vergabe der Plattform werde „voraussichtlich bis Ende des Jahres 2022“ erfolgen, scheint der Start der Privatprogramme in Niedersachsen für 2023 festgezurrt. Das bestätigte auch 90vier mit der Ansage, dass seine neue Volksmusik-Welle „ab Frühjahr 2023 über Internet und auf möglichen freien DAB+ Kanälen des zukünftigen DAB+ Netzes in Niedersachsen“ zu hören sein soll.

Sendestart „ab etwa Sommer 2023“ angekündigt

Ganz so schnell geht es freilich nicht. Aus den Verständigungsgesprächen der Medienanstalt mit den drei Bewerbern ging einmal mehr die Media Broadcast als Plattformbetreiberin hervor. Aufbau und Betrieb des Sendenetzes wird das Unternehmen zusammen mit den beiden Wettbewerbern Uplink Network und Divicon Media leisten. Das ist in NRW bereits Praxis und für Schleswig-Holstein vorgesehen. Die Entscheidung vom 20. September 2022 verband Media Broadcast mit der Ankündigung, die Sendenetze „ab etwa Sommer 2023“ on Air bringen zu wollen.

Things to come ...

Weitere Informationen:
Hier werden allgemeine Meldungen gelistet. Links zu Infos über Ausschreibungen, Aufschaltungen usw. finden sich auf den Senderseiten für Niedersachsen.
Hintergrund: Bürgersender (NLM), Stand 2/2022.
NS-Plattform „ab etwa Sommer 2023“ vom 21.9.2022.
Drei Bewerber um Niedersachsen-Plattform vom 14.6.2022.
Niedersachsens NLM schreibt landesweit aus vom 4.5.2022.
Landesweite DAB+-Station für Niedersachsen vom 1.4.2022.
Mediengesetz vor der Verabschiedung vom 18.2.2022.

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