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DAB+: Privatradios in Schleswig-Holstein

Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Die NDR-Bundesländer gehören zu den Stiefkindern bezüglich der Beteiligung lokaler und regionaler privater Radios bei DAB+. Zwischen Nord- und Ostsee kam erst 2019 Einiges in die Gänge - in Gestalt eines auf drei Jahre geplanten Modellversuchs für Schleswig-Holstein.

Die Medienanstalt MA HSH hat Erfahrungen mit einer privaten Sendeplattform für Hamburg gemacht. 2018 wurden auch für Schleswig-Holstein interne „erste Überlegungen“ zur Verbreitung privater Radios angestellt und mit der Landesregierung diskutiert. Um so überraschender kam Anfang Juni 2019 die Ausschreibung für einen Modellversuch mit interessanter Ausrichtung. Eckpunkte waren:
Ein landesweiter Radiosender bekommt einen Sendeplatz in dem bereits weitgehend flächendeckend ausgebauten Multiplex des NDR.
Lübeck und Kiel samt Umgebung sowie die Insel Sylt samt benachbarter Küste bekommen lokale Multiplexe.
Dort werden „technische Möglichkeiten zur wirtschaftlich tragfähigen lokalen und regionalen Digitalradioversorgung“ - auch als Plattform-Konzepte - erprobt.
Das Projekt hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2031 und wird wissenschaftlich begleitet.

Dieses erste Projekt in den norddeutschen Flächenländern basiert auf einer Vereinbarung zwischen der MA HSH, dem NDR und der Landesregierung. „Insgesamt möchten wir die Akzeptanz von DAB+ in Schleswig-Holstein erhöhen“, hatte Wolfgang Bauchrowitz (MA HSH) erklärt. Den Hörern wolle man „zusätzliche Wahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen Hörfunkempfangswegen“ anbieten. Das liest sich wie eine Anspielung auf SDR-Konzepte nach Schweizer Vorbild.

Für den landesweiten Programmplatz erhielt der einzige Bewerber Regiocast den Zuschlag für sein UKW-Programm R.SH. Um die Plattformen hatten sich die Netztechnik-Unternehmen Uplink Network, Divicon Media Holding und Media Broadcast beworben. Das letztgenannte Unternehmen erhielt den Zuschlag, weil es nach Auffassung des Medienrats der MA HSH „insbesondere zur Förderung der Angebots- und Meinungsvielfalt die Voraussetzungen am besten erfüllt“.

Media Broadcast kündigte für jedes der drei Sendegebiete „bis zu acht private Programme“ an. Der „Einsatz neuer technischer Lösungen“ soll den Privatradios „die kosteneffiziente Verbreitung ihrer Inhalte per DAB+ ermöglichen – unter Berücksichtigung von Qualitätsstandards, welche sowohl die Hörer als auch die Veranstalter von einem modernen Hörfunkmedium wie DAB+ erwarten“. Damit werden, neben der Soundqualität auf Hörerseite, sendetechnische Qualitätskriterien wie eine hohe Ausfallsicherheit und Stabilität des Sendesignals zugesichert.

Auch erste, wenn auch vorläufige, Infos zur Sendetechnik wurden bekannt: In und um die Landeshauptstadt Kiel ist mit dem Kanal 5A zu rechnen, für Lübeck und Umgebung war vorab vom Kanal 9D die Rede. Beide Stadt-Muxe sollen mit 2 kW Leistung senden. Der Sylt-Multiplex im Kanal 11D bekommt nur 1 kW Sendeleistung.

Media Broadcast ließ weiter verlauten, dass das Lübecker Projekt noch im Jahr 2019 starten könnte, Kiel und Sylt sollen 2020 folgen.

Things to come ...

Weitere Informationen:
Hier werden allgemeine Meldungen gelistet. Links zu Infos über Ausschreibungen, Aufschaltungen usw. finden sich auf den Senderseiten für Schleswig-Holstein.
Media Broadcast übernimmt SH-Plattform vom 22.8.2019.
Bewerbungen für den SH-Modellversuch vom 1.7.2019.
Privatradios mit DAB+ für die Waterkant vom 1.6.2019.
Weiter warten in Schleswig-Holstein vom 21.10.2018.



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Diese Seite wurde zuletzt am 7.10.2019 geändert.
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