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DAB+ - Neue Dienste für den Hörfunk (1/3)

Der kleine Unterschied zum Analogen: Multimediale Dienste

Digitalradio-Schriftzug ab 6/2015 Die DAB-Programmfamilie, darunter auch das für den nationalen Multiplex verwendete DAB+, erlaubt es, zusätzlich zur Radioübertragung Datendienste anzubieten. Diese können inhaltlich mit den Programmen verbunden sein. Aber auch nicht programmbegleitende Dienste sind möglich.

Die Verwendung von Multimedia-Elementen, z.B. Grafiken, ist eines der Langbrenner-Argumente für das digitale Radio. Allerdings hatte waren diese, wegen der geringen Akzeptanz, im Zusammenhang mit DAB (alt) nicht eingeführt worden. Auch mit dem neuen DAB+ braucht es einige Zeit, bis diese sich - über die Wiedergabe von Lauftexten hinaus - auf der Programm- wie auf der Geräteseite Bahn brechen. Dennoch werden die Autofahrer im Vorfeld der DAB+-Einführung in Deutschland erneut damit umworben.

Technische Voraussetzung für die Übertragung zusätzlicher Daten ist das Multimedia Object Transfer Protocol (MOT). Damit werden die Daten in sog. Segmente aufgeteilt. Diese werden nacheinander ins Sendesignal eingebaut und im Endgerät zusammengefügt. Auf MOT setzt der Broadcast Website Service BWS auf, womit HTML-Strukturen und -Links in das Sendesignal integriert werden können.

Mit MOT können programmbegleitende Daten (Programm Associated Data, PAD) entweder ins Radio-Sendesignal integriert oder im Multiplex als eigener Datenkanal (N-PAD genannt) übertragen werden. Es ist möglich, mehrere Dienste zu übertragen. Dann ist die Rede von Secondary Service Components (PAD-SSC).

Nicht nur programmbegleitende Dienste

Wie beim digitalen Fernsehen kann auch der digitale Hörfunk durch programmbegleitende (oder andere) Dienste ergänzt werden. Zuerst zu nennen ist der Electronic Programm Guide, d.h.
Programminformationen über den eingeschalteten Sender oder sogar übergreifend zu allen Programmen eines Ensembles.

Schon erprobt sind sog. Visual Radios wie BigFM2See oder das im nationalen Multiplex vertretene Fußballradio 90elf, die ihre Audio-Berichte durch Slideshows ergänzen: Die Fotos, Grafiken oder Texttafeln kommen hier über den Radio-Sendeweg, während sie mittels RadioVIS
Beispiel für einen EPG mit Slideshow. Grafik: www.digitalradio.de
(ein Feature der offenen Standardfamilie Radio DNS, das auch mit UKW- und Webradio verwendet werden kann) über das Internet transportiert werden.

Beispiel für einen EPG mit
Slideshow (anclicken!).
Quelle: www.digitalradio.de.
Als inhaltliche Draufgabe zum Hörfunk und Teil des Sendesignals nutzen etliche Anbieter jetzt schon den Dienst Journaline. Dieser bringt Textinformationen auf das Radiodisplay. Beispielsweise bringt Netzbetreiber Media Broadcast im Datacast-Kanal den Zugriff auf Infos von Digitalradio.de und Red Bull. Beim Deutschlandradio findet sich ein umfangreiches Angebot aktueller Nachrichten.

Programmbegleitenden Charakter haben auch die mit den Anfängen von DAB+ genutzten Dynamic Label Segments (DLS). Ähnlich wie die von UKW bekannten RDS-Infos können hier Textnachrichten von maximal 128 Zeichen Länge als Datenanteil des Radiosignals gesendet werden. Denkbar sind der Stationsname, laufender Musiktitel und Interpret usw. Die Erweiterung DLS+ macht zusätzlich die Speicherung im Gerät möglich, so dass per DLS gesendete Infos unabhängig vom Ausstrahlungstermin abgerufen werden können.

In seinem Datenkanal setzt Deutschlandradio auch das Verfahren Broadcast Website (BWS) ein, um seine Internetseiten auf geeignete Displays zu transferieren.

Im Bereich des Möglichen, wenn auch noch nicht praktiziert, sind Empfang und Speicherung von begleitenden Audiodateien über den Sendeweg (also: nicht per Internet) mittels Filecasting (bis 2013: file collector).

Eine besondere Stellung im Dienste-Portfolio haben Mobilitätsdienste, die von den bekannten analogen Verkehrsinformationsdiensten ausgehen.

DAB+-Dienste der Programme im nationalen Digitalradio-Multiplex

Slideshow Journaline Slideshow Slideshow
Journaline
Slideshow
Journaline
Slideshow
Journaline
Slideshow
Journaline
Slideshow
Slideshow
Journaline
Slideshow Slideshow

Anmerkung: Alle Programme des nationalen Multiplex senden Kurztexte mit DLS.

Datenkanäle
EPG Journaline
BWS
Journaline

Telematik-Dienste
TPEG V Traffic Premium Mobile *) 3D Traffic Live *) TPEG **) ECODyNIS ***)

    *) Kommerzielle Telematikdienste, an bestimmte Geräte gebunden.
  **) Landesweite Infos aller Anstalten (außer WDR, der das Verkehrsradio VERA ausstrahlt).
***) Telematikdienst für TPEG in Erprobung im Raum Hannover.
Stand: Januar 2015.

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