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DAB+ - EWF für den Notfall der Fälle

Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Auch wenn hartnäckige Befürworter des Webradios es nicht wahrhaben wollen: DAB+ steht jederzeit und unabhängig von der Nutzerzahl vor Ort und Verbindungsgebühren zur Verfügung. Muss man, z.B. im Krisenfall, möglichst viele Menschen sicher und schnell informieren, können sich die Behörden auf DAB+ und die „Emergency Warning Function“ (EWF) verlassen.

EWF gibt den Einsatzleitungen ein Werkzeug an die Hand, die Bevölkerung umfassend zu informieren, Hinweise zum Verhalten mitzuteilen usw. Das nicht nur, wenn wichtige Netze wie der Mobilfunk z.B. wegen Überlastung blockiert sind oder deren Infrastruktur unterbrochen ist. Nicht zuletzt: Authentische Informationen aus offizieller Quelle bekommen angesichts von Fake-News usw. eine zusätzliche Bedeutung. EWF entstand aus einem Projekt des Fraunhofer IIS, von Bayern Digitalradio (BDR), der Firma TMT und des Herstellers Noxon.

Auch abgeschaltete Radios werden erreicht

Abhängig vom Ereignis kann der am Besten geeignete Multiplex - lokal, regional oder landesweit - genutzt werden. Die Leitstelle löst bei Alarm ein Signal aus, das alle geeigneten Geräte im Empfangsgebiet auf einen speziellen Notfallkanal schaltet. Prinzipiell können sogar Radios aus dem Standby-Modus „geweckt“ werden, um noch mehr Menschen als die gerade aktiven Radiohörer zu informieren.

Diese Informationen werden sowohl als Audio-Durchsage als auch mittels Journaline als Lauftext - und bei Bedarf in mehreren Sprachen - gesendet. Die Einsatzleitungen haben zudem die
Kurzer Videobericht zum Testablauf (vergrößerbar).
Option, Meldungen gezielt in die Versorgungsbereiche einzelner Sendestandorte zu versenden. Erste Tests wurden 2013 und dann im November 2014 zusammen mit der Leitstelle Bayreuth/Kulmbach durchgeführt (siehe Video).

Mit der Teilaufgabe Audio dieses Konzepts beschäftigte sich zuvor der „Infokanal Bayern“. Für Tests stellte BDR von September 2016 bis Ende April 2017 einen Programmplatz in seinem damaligen landesweiten Multiplex zur Verfügung. Dort wurden gesprochene „allgemeine Informationen zum Wetter“ gesendet. Die Durchsagen konnten jederzeit um „Features zu außergewöhnlichen Wettererscheinungen“ und „bei akuter Gefahr auch Informationen und detaillierten Prognosen zu Wetterereignissen“ umgeschaltet werden. Dieses Konzept könnten natürlich auch Leitstellen nutzen, um Meldungen zu „Ereignissen mit möglichem Katastrophenpotential (z.B. Terrorwarnung)“ zu verbreiten. Beim Infokanal arbeitete BDR bis April 2017 mit den Firmen TMT, Zenon Media, AVT Audio Video Technologies, dem Wetterdienst Kachelmann und Behörden zusammen.

Österreich In Österreich ist EWF prinzipiell eingeführt und zunächst im Wiener DAB+-Kanal vorgesehen. Im Bedarfsfall soll der (im September 2018 noch nicht aktive) Veranstalter Info und Kultur den Behörden Bandbreite abtreten. Die sendetechnische Abwicklung liegt in den Händen des Netzbetreibers RTG Radio Technikum.

Neue Software macht breiten Einsatz in Empfängern ab 2019 möglich

Natürlich werden Dienste wie EWF erst breit wirksam, wenn die Funktion in zahlreichen Geräten implementiert ist, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Dazu kann u.a. das vom Fraunhofer IIS-Institut im Sommer 2018 vorgestellte Upgrade des Software-Pakets für Empfangsgeräte beitragen. Das Paket wird nur an Gerätehersteller abgegeben; als wichtige B-to-B-Zielgruppe nennt Fraunhofer IIS die Autohersteller bzw. deren Zulieferer. Mit der Auslieferung erster Produkte mit EWF-Funktion kann ab Mitte 2019 gerechnet werden.

Aktualisierungen der Systemsoftware sind wohl nur bei wenigen Autos mit Upgrade-Möglichkeit und durch eine zugelassene Werkstatt möglich. Schon vorhandene tragbare und Heim-Radios können leider nicht nachgerüstet werden.

Andere Warndienste

Die gleichen Inhalte wie EWF wird im unerwünschten Fall eines Falles EAW zum Nutzer bringen können. „Emergency and Alert Warning“ wird als Funktion im Leistungspaket des Verkehrsinformationsstandards TPEG erarbeitet. Nach Angaben des WDR, der für die TPEG-Angebote der ARD federführend ist, wird EAW vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) unterstützt. Die Redaktionssysteme der ARD-Verkehrsredaktionen sind für die Implementierung von EAW geeignet, obwohl Ende 2018 noch nicht absehbar sei, wann EAW zur Standardisierung eingereicht werden kann und einsatzreif für den Wirkbetrieb ist.

EWF und EAW erreichen verschiedene Bevölkerungsgruppen über mehrere Geräteplattformen und in unterschiedlichen Nutzungssituationen. Beide Dienst sind keine Konkurrenten, sondern ergänzen sich.

Links zum Thema:
Software gegen Elektronik-Störungen, für EWF (8/2018).
EWF-Projekt in Bayern „erfolgreich“ beendet (4/2017).
Notfallkanal in Bayern im Testbetrieb (9/2016).
Neues Projekt mit Notfall-Infos in Bayern (8/2016).
DAB+ mit EWF im Notfalleinsatz (6/2016).
EWS-Dienste mit DAB+ (10/2013).



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Diese Seite wurde zuletzt am 24.09.2018 geändert.
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