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Nachrichten-Archiv: August 2005

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30.8.2005 • Fußball: Premiere mit Champions League im Free-TV
Dieser Ausflug ins Satellitenbusiness sei (im Sinne der Fußball-Fans) gestattet: Premiere hat die Übertragungsrechte der Champions League ab der Saison 2006/2007 für drei Jahre erworben. Die Sensation: Der Pay-TV Sender will die Top-Begegnungen nicht nur „gegen Kohle“ ausstrahlen. Das Unternehmen hat sich gegenüber der UEFA verpflichtet, ein Spiel pro Runde (13 Spiele) Live im Free-TV zu zeigen! „Premiere beabsichtigt, einen Free-TV-Sender zu erwerben oder aufzubauen“, hieß es dazu. Schafft Premiere das nicht, können andere Anbieter in die Free-TV Übertragung einsteigen.
Quellen: Presseinfo von Premiere vom 30.8.2005.

30.8.2005 • IFA: Antenne treibt Digital-TV voran
25,7 Prozent der etwa 34 Millionen TV-Haushalte Deutschlands schauen digital Fernsehen. 20 Prozent der Haushalte haben inzwischen alle Empfangsgeräte digitalisiert. Das ist Ergebnis des heute vorgestellten „Digitalisierungsberichts“ der Landesmedienanstalten, bei dem erstmals auch Zweit- und Drittgeräte abgefragt wurden. Markttreiber ist dabei DVB-T, das jetzt 10,9 Prozent aller TV-Haushalte in den DVB-T Kerngebieten (46 Prozent der Antennenhaushalte) mit dem Erstgerät nutzen. In Berlin-Brandenburg liegt dieser Wert mit 11,6 Prozent noch über dem Durchschnitt.
Erstmals erhoben wurde auch die TV-Nutzung mit dem Computer: TV-Karten nutzen 3,7 Prozent der TV-Haushalte. Hier liegt DVB-T (61.000 Geräte) auf Platz 2 hinter dem Kabel. Mit einer weiteren Steigerung aufgrund der Verbreitung von USB-Sticks und PC-Cards wird gerechnet.
Mit ähnlichen Zahlen wartet IFA-Veranstalter gfu auf: Bis Ende 2005 sollen 3,5 Millionen DVB-T Geräte - von der Settopbox über den Stick bis zum TV mit integriertem Empfang - im Handel sein. Das entspricht einer Haushaltsausstattung von neun Prozent. Hans Hege, Berlins oberster Medienwächter, wiederholte seine Auffassung, das die Weiterführung der analogen Antennenversorgung aus Sicht der Landesmedienanstalten „Geldverschwendung“ ist. Die analogen Sender sollten spätestens 2007 abgeschaltet werden, um für neue digitale Mobilitäts-Techniken wie DVB-H Platz zu schaffen.
Führend beim Digitalempfang ist nach wie vor der Satellit mit 45 Prozent der TV-Haushalte, während Kabelkunden weiter eher analog in die Röhre schauen: Hier bremsen zum Einen die privaten Programmfamilien - sie wollen, statt wie bisher für die Einspeisung in die Netze zu zahlen, selbst Gebühren von den Netzbetreibern. Und die bremsen tüchtig mit: Eine „Grundverschlüsselung“ soll Schwarzsehern das Gratis-Fernsehen vermiesen und zusätzliche Einnahmen durch Gebühren und Vermarktung von Kundendaten erschließen. Hege ermahnte die Kabelfirmen, „nicht auf dem harten Weg der Grundverschlüsselung zu bestehen“, sondern sich mit den Privatsendern auf kundenfreundliche Verfahren zu einigen.
Quellen: Presseinfo der DLM vom 30.8.2005. / Digitalisierungsbericht (pdf, 3,7 MB).
Hans-Joachim Kamp (ZVEI/Philips) auf der IFA-Pressekonferenz am 30.8.2005.

30.8.2005 • DVB-H in Finnland: Interesse für Mobil-TV
Geht es nach den Teilnehmern des DVB-H Tests „Mobile TV“ in Helsinki/Finnland, gibt es für DVB-H gute Chancen am Markt. Das Interesse konzentriert sich neben den üblichen TV-Sendern auf Programmformate, die für „kurzes und gelegentliches“ Einschalten geeignet sind. 41 Prozent der Versuchsteilnehmer sind bereit, für Dienste zu bezahlen; 58 Prozent davon halten 10 Euro monatlich für angemessen und bevorzugen feste Monatsgebühren vor „Pay-per-view“-Modellen.
Quelle: Presseinfo von Nokia vom 30.8.2005 (in englischer Sprache).

29.8.2005 • Landesmedienanstalten: Eckpunkte für DMB und DVB-H
Mit Erprobungsprojekten zu DMB und DVB-H wollen die Landesmedienanstalten „Erkenntnisse über die technische sowie die wirtschaftliche Realisierbarkeit digitaler terrestrischer Rundfunkprojekte erlangen. Hierzu gehören auch die Nutzerakzeptanz bezogen auf die einzelnen Inhalte und damit verbunden die Chancen eines bundesweiten Regelbetriebes.“ Die Direktorenkonferenz beschloss am Monat Eckpunkte für ein DMB-Vergabeverfahren, dass auch für DVB-H Projekte weiter entwickelt werden soll. Bei der Bundesnetzagentur sollen die notwendigen Frequenzen beantragt werden, so dass ein erster Test während der Fußball-WM 2006 möglich ist.
Quelle: Presseinfo der DLM vom 29.8.2005. / Hintergrund zu DVB-H.

29.8.2005 • Berlin: 32 Radio- und 2 neue TV-Programme über Antenne
Im Laufe des Montag wurden 32 Radioprogramme via DVB-T sowie die TV-Programme N-TV und Euronews (mit deutschem, englischem und französischem Kommentar) im Raum Berlin/Potsdam aufgeschaltet. Die Sendungen werden vom Alexanderplatz und Schäferberg auf dem Kanal 59 im Rahmen eines auf ein Jahr angelegten „Akzeptanztests“ für das Radio via DVB-T verbreitet.
Radioprogramm mit DVB-T - Grafik: GARVIm Hörfunk-Angebot sind 13 Programme des Radiopaketes „Techniradio“, vier des RBB, zwei des WDR, sowie weitere Privatsender. Oliver Dunk (OldieStar Radio, Berlin) geht davon aus, „dass rund 20 Prozent der DVB-T-Zuschauer künftig die Radiotaste nutzen werden. Der Programmmix ist attraktiv“.
Einige Sender nutzen die Service-Informationen (EPG) von DVB-T, um darüber Programminformationen (Now/Next) auszustrahlen. Dies ist der Fall bei den 6 öffentlich-rechtlichen Sendern. Bei einigen Privatprogrammen werden Musiktitel angezeigt.
Während der Internationalen Funkausstellung werden erste Prototypen für „DVB-T Radios“ zu sehen sein.
Neu: Auch für die Region Berlin/Brandenburg kann die Empfangssituation für DVB-T jetzt Online über die Postleitzahl oder den Gemeindenamen abgefragt werden.
Hintergrund zu Radio via DVB-T. / Liste der Radioprogramme. / Messevorschau: Radio über DVB-T auf der IFA.
Presseinfos der MABB vom vom 25.8.2005 und vom 29.8.2005. / Presseinfo Oldie Radio.

26.8.2005 • Unterhaltungselektronik: Digital hat sich durchgesetzt
Mit 71 Prozent des Gesamtmarktes dominiert digitale Technik die Unterhaltungselektronik deutlich, teilt der Branchenverband Bitkom im Vorfeld der IFA mit. „Die Digitaltechnik hat sich definitiv durchgesetzt“.
Für 2005 werde für Deutschland ein Wachstum um 23 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro bei Digitalprodukten erwartet. Darunter soll sich der Umsatz mit Flachbild- und Projektions-TVs auf 2,5 Milliarden Euro fast verdoppeln. Für analoge Geräte (Röhrenfernseher, Videorekorder, Hifi) wird 2005 ein Rückgang um 17 Prozent auf rund 3,3 Milliarden Euro prognostiziert. Der Umsatz mit Röhren-TVs breche um 28 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro ein.
Quelle: Presseinfo von Bitkom vom 26.8.2005.

26.8.2005 • Hannover: Kanal 8 besser ab 31.8.
Durch einen neuen Sender am Standort Hannover-Hemmingen will der NDR den Indoor-Empfang des Kanals 8 (Das Erste, Phoenix, Arte, EinsExtra) im Südwesten der Landeshauptstadt verbessern. Die Anlage arbeitet mit einem Kilowatt Leistung und ergänzt im Gleichwellenbetrieb zwei bestehende Sender.
Quelle: NDR.

26.8.2005 • Baden-Württemberg: Start zur WM 2006?
Laut Landesmedienstalt LfK haben SWR und ZDF „ihre Bereitschaft zur Einführung von DVB-T in Baden-Württemberg“ mitgeteilt. Nachdem technische Konzepte mit beiden Anstalten bereits erarbeitet seien, könnte im Herbst der Zeitplan konkretisiert werden. Ziel sei die Einführung von DVB-T im Rhein-Neckar-Dreieck, Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen und in der Region Stuttgart „bis zur WM 2006“.
Kleine polemische Randbemerkung: Erstaunlich, dass SWR und ZDF seit längerem mit der LfK an den technischen Planungen für DVB-T mitarbeiten, die LfK aber erst ausdrückliche Erklärungen zur „Bereitschaft“ erwartet ...
Presseinfo der LfK. vom 26.8.2005. / Meldungen vom 13. und 14. Juli 2005 im Archiv.

25.8.2005 • Berlin: Digitalradio-Zukunft auf der IFA
Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) sieht die Funkausstellung als Beginn der „Erfolgsgeschichte des digitalen Radios". Es zeichne sich „ein breiter Konsens ab, dass digitales Radio weit mehr ist als DAB und nicht allein auf diese Technologie setzen kann“. Trends soll die - nicht für mobile Nutzungs gedachte - Ausstrahlung von 30 Radiosendern über DVB-T ebenso wie vier Programme, die mit Digital Radio Mondial auf Kurz-, Mittel- und Langwelle gesendet werden, setzen.
„Neue Perspektiven“ sieht MABB-Direktor Hege vor allem in DVB-H. Zur IFA werden in der Hauptstadtregion dafür 20 Radioprogramme aufgeschaltet. „Mit der absehbaren Frequenzkette für DVB-H werden bundesweite digitale Radioprogramme möglich werden, die zuerst in den Ballungsräumen und dann auch darüber hinaus empfangen werden können. In Verbindung mit Mobilfunknetzen und Handys sind neue Finanzierungsmodelle möglich, die zu einer Erweiterung der Radiovielfalt beitragen können.“
Bei DAB sei hingegen das Programmangebot gegenüber dem Stand vor zwei Jahren zurückgegangen, für die weiterentwickelte Technik DMB gebe es auf der IFA überhaupt keine Radioangebote.
Quelle: Presseinfo der MABB vom 25.8.2005. / Radioprogramme mit DVB-T für Berlin.
Hintergrundberichte zu DVB-H und Radio via DVB-T / IFA-Seiten auf dehnmedia.de.

22.8.2005 • DVB-H: Intel allianziert für DVB-H / „Viiv“ vernetzt PC und UE
Beim Intel Developer Forum (IDF) wurde für die USA eine Allianz mit dem Telekom-Betreiber Crown Castle und dem französischen Spezialisten für DVB-Chips Dibcom für den mobilen TV-Empfang angekündigt. Hinter den „kommerziellen Anwenderversuchen in den Jahren 2005 und 2006“ für „benutzerfreundliche und standardisierte TV-Hardware und Dienste“ könnte sich das Thema DVB-H verstecken: Crown Castle betreibt den DVB-H Piloten in Pittsburgh und Dibcom liefert DVB-H Chips für Handhelds.
Auf der Berliner IFA wird dazu noch nichts zu sehen sein. Dort wird das Integrationskonzept „Viiv“ (sprich: „five“) für das digitale Heim vorgestellt. Im „digitalen Wohnzimmer“ (Halle 7.2a) soll den heimischen Computer bzw. Mediaserver zur Zentrale für „Funktionen aus der klassischen Unterhaltungslektronik“ erweitern und ein solches Mediennetzwerk per Fernbedienung steuerbar machen. Von Intel kommt dafür Netzwerk- und andere Systemsoftware. Der Chipkonzern ist schon seit längerem auch auf „benachbarten“ Gebieten tätig und unter anderem führend am Schutzverfahren HDCP für HDTV-Inhalte beteiligt.

19.8.2005 • Berlin: Weitere Radioprogramme über DVB-T
Nach Pressemeldungen werden sich die Jugendwelle Sunshine Live und Hit Radio FFH an der Radioausstrahlung über DVB-T in der Hauptstadtregion beteiligen. Die Rede ist von etwa 30 Radioprogrammen, die Liste wird am 30. August veröffentlicht. Die Radioprogramme werden ebenso wie die TV-Sender N-TV und Euronews mit Messebeginn über den Kanal 59 gesendet. Die beiden auf dem K 59 verbreiteten Testprogramme wurden für die technischen Vorbereitungen inzwischen abgeschaltet.
Links zu Hit Radio FFH und Sunshine Live. / Hintergrund zu Radio via DVB-T.

19.8.2005 • Berlin: DVB-H Projekt und Perspektiven von DVB-T
Das Berliner DVB-H Projekt wird zur IFA mit 30 Fernseh- und 20 Radioprogrammen starten, etliche davon mit interaktiven Elementen. Das bestätigte MABB Direktor Hans Hege gestern abend in Berlin. Neben dem bereits im Testbetrieb befindlichen Regelbetriebs-Kanal 39 wird während der Messe dafür ein zweiter Kanal bereitgestellt. „Jede Mobilnutzung wird nur etwas, wenn es bundesweit funktioniert“, so Hege. Intern, so Digital-TV Urvater Prof. Ulrich Reimers, liegen schon Planungen für ein bundesweites DVB-H Netz in der Schublade.
Helmut Stein, Deutsche TV-Plattform, sieht die Einführung von DVB-H wesentlich durch die Geschäftsmodelle der Mobilfunkanbieter getrieben. DVB-H Handys würden ähnlich wie Foto-Handys den Markt erobern: In etwa vier Jahren haben nach seiner Schätzung 80 Prozent der Handys eine TV-Funktion. Und Reimers ist sicher, dass Mobilfunkunternehmen schon 2006 DVB-H Dienste per Handy für monatlich fünf Euro anbieten werden.
Fraglich sei allerdings, ob DVB-H auch den Süden Deutschlands erreichen werde, da einige Landesmedienanstalten dort DMB favorisieren. Zu denen gehört Baden-Württemberg offenbar nicht, denn kürzlich wurde von der LfK vorgerechnet, dass DVB-H für die Programmanbieter wesentlich preiswerter ist als DMB. Die LfK scheint damit zumindest für DVB-H ihre bisherige mit den Kosten begründete Blockade von DVB-T aufzugeben.
Aus Verbrauchersicht ist egal, welche Technik das Fernsehen aufs Handy bringt. Heute gibt es Triband- oder Quadband-Handys. Ähnliche Multituner-Techniken seien auch für die TV-Option denkbar.
Für sinnlos hält Stein das DxB-Projekt. Hier werde mit 10 Millionen Euro Bundesförderung versucht, die Vorteile von DVB-T/DVB-H auf DAB/DMB zu portieren, um (nicht vor 2008, also im Grunde verspätet) die schlechteren Frequenzen für Multimediales zu nutzen. „Da wedelt der Schwanz mit dem Hund“, kommentiert Stein.
Zur Perspektive von DVB-T befragt erklärte Hege: „Wir könnten Ende 2006 abschalten.“ Es sei günstiger, den wenigen verbleibenden Antennenzuschauern einen Satellitenreceiver zu finanzieren, statt DVB-T für viel (Gebühren-)Geld (und ohne die Privatprogramme) bundesweit auszubauen.
Quellen: Veranstaltung des VDE Berlin am 18.8.2005. / Vortrag beim Digitalforum der LfK am 27.7.2005.
Hintergrund zu DVB-H und Kommentar zur Perspektive von DVB-T.

17.8.2005 • Berlin: DVB-T Radio vor dem Start
Mit der Ausstrahlung von etwa 30 Radioprogrammen will die Medienanstalt Berlin-Brandenburg in der Debatte um die Zukunft des digitalen Hörfunks Tatsachen schaffen. Die Ausstrahlungen starten offiziell mit Beginn der IFA am 2. September. Die Radios teilen sich den Kanal 59 mit den TV-Programmen n-tv und Euronews. Die technischen Vorbereitungen haben begonnen, die beiden bisherigen TV-Testprogramme auf K59 wurden abgeschaltet. Auch für den K39, der ab der IFA für DVB-H Angebote vorgesehen ist, läuft der Aufbau der Sendetechnik.
Die Firma Technisat kündigte erste Geräte an, die speziell für den Radiobetrieb vorgesehen sind: Zur IFA kommt als Prototyp ein knallrotes mobiles „DVB-T Radio“ mit Minidisplay, dass auch als TV-Settopbox am heimischen Fernseher geeignet ist. Ebenso ist von einem stationären Gerät mit Teakholz-Design die Rede. Weitere Heim- und Autoprodukte soll es 2006 geben.
Quelle: Presseinfo von Technisat vom 17.8.2005. / Hintergrund zu Radio via DVB-T.

17.8.2005 • Bayern: Ende des Umstiegs kündigt sich an
Am 31. August endet der analoge Sendebetrieb in den beiden DVB-T Empfangsgebieten. Zeitgleich werden die analogen Füllsender Wank und Aschaffenburg ausser Betrieb genommen. Darauf weisen derzeit Einblendungen im Bayerischen Fernsehen und im ARD-Programm hin.
Nach Angaben des BR haben bisher 70 Prozent der Antennenzuschauer in den Regionen München/Südbayern und Nürnberg auf digitalen Empfang umgestellt. Wo die Einblendungen nicht zu sehen sind, kann nach dem 31. August weiterhin wie gewohnt empfangen werden.
Quelle: Info des Bayerischen Rundfunks im Web.

16.8.2005 • Nord-Bundesländer: Projektrat für DVB-H gegründet
Die fünf norddeutschen Landesmedienanstalten haben Position in der Debatte um digitale mobile Medien bezogen: Sie gründeten einen „Projektrat DVB-H“. „Die schrittweise Realisierung einer deutschlandweiten Bedeckung für DVB-H ist möglich“, erklärte Lothar Jene, Direktor der Hamburger Medienanstalt.
In den DVB-T Netzen Norddeutschlands sollen „baldmöglich“ DVB-H Kapazitäten zur Verfügung stehen. Zur Fussball-WM 2005 seien erste öffentliche Tests möglich. Interessierte Unternehmen wurden eingeladen, an DVB-H Projekte mitzuwirken.
Ein Positionspapier stellt die Möglichkeiten von DVB-H für das „Handy-TV“ heraus: Neben öffentlich-rechtlichen und privaten TV-Angeboten könnten auch IP-basierte Dienste verbreitet werden. Das sei mit dem konkurrierenden „Digital Media Broadcasting“ (DMB) nicht möglich. DMB biete zudem weniger Platz für Radio und TV.
Der Projektrat wird seine Vorstellungen auf der IFA (am Berliner DVB-H Messestand, Halle 4.2a Stand 119) vorstellen.
Quelle: Presseinfo des Projektrates vom 16.8.2005. / Infos zu DVB-H auf der IFA. / Hintergrund zu DVB-H.

12.8.2005 • Südostbrandenburg: DVB-T ab 2007?
Zumindest für den Raum Cottbus und Frankfurt/Oder gibt es - im Gegensatz zu früheren Äußerungen - nun doch Planungen für DVB-T. Dies wurde dehnmedia auf Nachfrage sowohl vom RBB als auch von GARV, Planungstochter der MABB, bestätigt. Ein Gleichwellennetz für drei Multiplexe sei sendetechnisch geplant worden. Es geht um die Bouquets des Berliner ARD/RBB-Kanals 27 und ZDF Mobil (Kanal 33) sowie einen weiteren Kanal für zusätzliche öffentlich-rechtliche Programme.
Die Einführung hängt allerdings von den Ergebnissen der internationalen Konferenz zur Frequenzkoordinierung im kommenden Jahr ab. Mit dem Betriebsbeginn ist also kaum vor Ende 2006/Anfang 2007 zu rechnen. Private Programme werden nicht beteiligt sein.
Quelle: Eigene Recherche. / Meldung vom 15.6.2005.

11.8.2005 • Funkausstellung: Superlative in Berlin
Mit 15 Prozent mehr verkaufter Ausstellungsfläche und 15 Prozent mehr Ausstellern als vor zwei Jahren schwelgen die Veranstalter der Internationalen Funkausstellung (Berlin, 2. bis 7. September) in Superlativen. Sie sehen sich auf dem richtigen - weil der schlechten Konjunktur entgegengesetzten - Kurs und erwarten einen Rekord von 2,5 Mrd. Euro bei den Orders des Handels. Hinter dem branchenüblichen Jubel verborgen bleibt allerdings, dass der starke Preisverfall - z.B. bei Displays - den Firmen sehr zu schaffen macht. Ebenso fließt ein großer Teil der Branchenumsätze an die asiatischen Zulieferer von LCD- und Plasmapanels sowie Chiptechnik ab. Die Messerekorde werden also in Deutschland kaum Arbeitsplätze sichern.
Neben dem hochauflösenden Fernsehen HDTV dürfte der digitale TV-Empfang in allen Varianten eines der wichtigen Messethemen sein. Unter den DVB-T-Novitäten fallen viele Fernseher mit integriertem Empfang des digitalen Antennenfernsehens - zum Teil kombiniert mit anderen Empfangswegen - besonders auf. Mit DVB-H und DMB wird mobiles und interaktives Fernsehen ebenfalls einen wichtigen Raum einnehmen. Das allerdings weniger in Form demnächst „käuflicher“ Produkte, sondern in Gestalt von Gerätestudien und Testanwendungen. Einen Blick auf diese Aspekte künftiger TV-Technik kann man u.a. am Stand der MABB (Halle 4.2b) und im Technisch-Wissenschaftlichen Forum (TWF, Halle 5.3) riskieren.
Quelle: IFA-Pressekonferenz der Messe Berlin am 11.8.2005. / Sonderseiten-Sixpack zur IFA auf dieser Website.

10.8.2005 • ARD/ZDF: Taskforce bündelt Infos zu DVB-T
Die Ballungsgebiete sind mit DVB-T versorgt. Die meisten Projektbüros haben ihre Arbeit beendet. Nachdem klar ist, dass in weiteren Regionen kaum mit der Beteiligung privater TV-Veranstalter zu rechnen ist, nehmen ARD und ZDF die Informationspolitik in die eigenen Hände. Dazu wurde unter Federführung des NDR eine „Task Force DVB-T Deutschland“ Als Ansprechpartner für Handel, Handwerk, Verbände, Politik, Medien und die Öffentlichkeit gebildet.
Quelle: Presseinfo der „Task Force“ vom 9.8.2005 (pdf, 38 kb) mit einer Übersicht der Zuschauer-Kontakte.

8.8.2005 • Frankreich: 1 Mio. Receiver bis Jahresende
Bis zum Jahresende werden in Frankreich eine Million DVB-T Geräte verkauft. Damit rechnt Olivier Gerolami, Präsident der Digital-TV Aktionsgruppe, laut der Zeitung „Figaro“. Etwa 30.000 der bereits verkauften 500.000 Empfänger sind für die PC-Nutzung geeignet. bzw. verbinden Digitalfernsehen mit Internetdiensten wie DSL. In der zweiten Phase nach dem DVB-T Start Ende März werden im September 15 neue Programme aufgeschaltet und das Sendegebiet um weitere 3,5 Millionen Haushalte erweitert.
Quelle: Interview in der Zeitung „Le Figaro“ vom 3.8.2005 (in französischer Sprache).

5.8.2005 • BR-alpha: „Jazz oder nie“ in Dolby 5.1
Mit der Sendereihe „Jazz oder nie“ auf BR-alpha strahlt erstmals eine Landesrundfunkanstalt der ARD ein Programm mit Dolby 5.1-Ton aus. Die Sendungen starten am Sonntag, 7. August um 21.15 Uhr mit dem Konzert von Ben Riley's Monk Legacy Septet feat. Johnny Griffin bei der Jazzwoche Burghausen. Weitere Dolby-Sendungen folgen jeden zweiten Sonntag. Sie sind in den bayerischen DVB-T Region sowie über Digital-Sat zu empfangen.
Quelle: Website von BR-alpha. / Mehr zum Dolby-Sound und DVB-T.

5.8.2005 • „Schneller, weiter, höher“ mit DVB-H in Helsinki
Innovative TV-Technik und Sport wachsen nicht nur beim Fußball zusammen: Anlässlich der Leichtathletikl-WM in Helsinki steht den Gästen der Sponsoren ein DVB-H Service zur Verfügung. Erstmalig werden Vorkämpfe und Entscheidungen dabei auf Mediahandys von Nokia (7710 mit DVB-H Zusatzgerät) verbreitet. Neben dem Heimspiel des Handy-Herstellers sind die TV-Sender YLE TV, MTV3, Nelonen, CNN, BBC World und Eurosport TV und die Netzbetreiber Sonera und Elisa an dem Projekt für „tragbares“ Fernsehen beteiligt. Es handelt sich um den ersten hochkarätigen internationalen Sportevent, bei dem DVB-H zum Einsatz kommt.
Quelle: Presseinfo des Konsortiums Finnish Mobile TV vom 5. August 2005 (englisch).
DVB-H auf der Internationalen Funkausstellung.

3.8.2005 • Auch OldieStar Radio in Berlin per DVB-T
Am einjährigen Berliner Akzeptanztest für die Radioverbreitung via DVB-T (Start am 2. September via Kanal 59) will sich auch der Sender 104|9 OldieStar Radio beteiligen. Radiomacher Oliver Dunk setzt darauf, dass dass rund 20 Prozent der DVB-T-Zuschauer künftig die Radiotaste ihres Empfangsgerätes nutzen werden. In der Region Berlin/Brandenburg wurden seit 2002 bis zu 350.000 DVB-T Geräte verkauft. Der Sender war im März gestartet und ist auf UKW bislang nur im Berliner Nordosten und zwei angrenzenden Landkreisen zu empfangen.
Quellen: Presseinfo von 104|9 OldieStar Radio vom 2. August 2005.
Zur Debatte um digitales Radio. / Radioprogramme via DVB-T in Berlin.

2.8.2005 • Mitteldeutschland: Sender Halle steht
Auch Halle hat jetzt seinen eigenen „Funkturm“: Die 140 Meter hohe Stahlkonstruktion trägt den 20 Meter langen Antennenträger des DVB-T-Senders. Die Anlage ist der erste Senderneubau für DVB-T in Deutschland, die Baugenehmigung für einen weitere Anlage in Leipzig liege ebenfalls vor. DVB-T soll in Mitteldeutschland (Halle/Leipzig und Erfurt/Weimar) am 5. Dezember ohne Übergangszeit das analoge Antennenfernsehen ersetzen. Der Sendebetrieb wird mit 12 öffentlich-rechtlichen Programmen und Diensten aufgenommen.
Quelle: Presseinfo der DVB-T Geschäftsstelle Mitteldeutschland vom 2. August 2005.
Hintergrund: DVB-T ohne Private

1.8.2005 • Fernsehgeräte: Breit und flach sind stark im Kommen
Nach Angaben der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu), Mitveranstalter der Funkausstellung (Berlin, 2. bis 7. September), sind Flachdisplays und das Bildformat 16:9 nicht nur Messe- sondern auch Verkaufs-Highlights.
In Deutschland wurden 2004 laut gfu 473.000 LCD- und 100.000 Plasma-Fernseher sowie 100.000 Rückprojektoren und 68.000 Beamer verkauft. Europaweit sei 2004 der Umsatz mit Röhrenfernsehern von 74,2 (im Jahr 2003) auf 56,9 Prozent zurückgegangen. Hingegen stieg der Marktanteil der LCD-Geräte von 8,7 auf 23,1 Prozent, der von Plasma-TVs von 12,8 auf 16 Prozent. Gleichzeitig rechnet die gfu mit einem Boom für 16:9-Fernseher in Deutschland. Deren Anteil habe 2004 noch bei gut 50 Prozent gelegen und soll bis zur Fussball-WM 2006 bei etwa 75 Prozent liegen.
Quelle: Presseinformation der gfu vom 1. August 2005.



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