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Nachrichten-Archiv: November 2008

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28.11.2008 • „Digitale Dividende“: EU gegen diktierte Harmonisierung
EUROPA Die EU-Staaten erteilen einer von Europa diktierten Harmonisierung der Rundfunkfrequenzen eine Absage. Damit würden die Interessen der TV- und Radioveranstalter und die besondere Rolle des Rundfunks für Kultur und Meinungsbildung anerkannt sowie die Rolle der Mitgliedsländer für das Frequenzmanagement gestärkt, begrüßte der Privatfunkverband VPRT einen Beschluß des EU-Ministerrats. Dessen gestern beschlossener „Gemeinsamer Standpunkt“ soll Grundlage der 2. Lesung im Europaparlament werden, die für April 2009 geplant ist.
Die EU und einige nationale Institutionen und Interessenverbände wollen die „Digitale Dividende“ - den Gewinn von Sendekapazitäten nach der DVB-T Einführung - umwidmen. So sollen vor allem die Kanäle 60 bis 69 dem Fernsehen weggenommen und der Telekommunikationsbranche zugeschlagen werden. Gelockt wird mit dem Argument, diese Frequenzen für die mobile Internetversorgung in ländlichen Gebieten ohne schnelle DSL-Anbindung zu verwenden und damit dort die Wirtschaft zu stärken.
Quelle: Statement des VPRT vom 28.11.2008 / Hintergrund: Internet vom Fernsehturm.
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28.11.2008 • 90elf: Gern in weiteren Regionen und mit DVB-H
 Visual Radio 90elf Der seit August im Berliner Hörfunkpaket auf Kanal 59 mit einem fußballbezogenen Visual Radio Programm vertretene Sender 90elf will „grundsätzlich ... gern auch in weiteren Regionen Deutschlands über DVB-T ausstrahlen. Wir sind hier aber von den technischen Voraussetzungen in den einzelnen Bundesländern abhängig, und die unterscheiden sich nun mal stark“, erklärte Geschäftsführer Florian Fritsche in einem Interview. DVB-T sei nicht die einzige Option. Neben Web-Diensten wie Zattoo „sollte man DVB-H nicht aus dem Blick verlieren, denn bekannterweise ist das ja eigentlich der noch bessere Standard für die mobile Nutzung multimedialer Programme“. Dieser Technik wünschte Fritsche nach dem Scheitern vom Mobile 3.0 eine zweite Chance.
Quelle: Interview von Digital Fernsehen vom 28.11.2008.
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28.11.2008 • Digitalradio: Wieder Test mit HD-Radio
DAB-Logo Im Raum Heidelberg ist ein zweiter Test der Hörfunkübertragung im UKW-Band mittels HD-Radio angelaufen. Übertragen werden drei Programm von Radio Regenbogen auf dessen Frequenz 102,8 Megahertz. Getestet werden soll vor allem die Akzeptanz von Zusatzdiensten und - im Vergleich mit der parallelen analogen Ausstrahlung - der subjektive Qualitätseindruck.
Erste Versuche hatte der Programmveranstalter mit Unterstützung der Landesmedienanstalt LfK im vergangenen Jahr durchgeführt. Eines der Ergebnisse: In der bisher für HD-Radio üblichen Sendetechnik ist die Reichweite bei gleicher Leistung geringer als mit analogem UKW. Vor allem löse HD-Radio Störungen aus, die die Koordinierungskriterien verletzen (auch wenn die Störungen subjektiv nicht so stark wahrgenommen werden.
Quelle: Meldung der Radiowoche vom 26.11.2008
Hintergrund: Vortrag W. Berner, LfK (pdf) und Presseinfo vom 21.10.2008, Radio-Digitalisierung.
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27.11.2008 • Italien: DVB-T in 29 Prozent der Haushalte
Italien Italien ist in die 2. Phase der DVB-T Umstellung eingestiegen: Am 31. Oktober begann der Analog Switch Off mit der Abschaltung der analogen Transmitter auf Sardinien. Dort empfangen 85 Prozent der 1,6 Millionen Insulaner das Fernsehen terrestrisch. 2012 werden Calabrien und Sizilien als letzte Regionen des Landes umgestellt.
Nach Angaben der italienischen DVB-T Organisation DGTVI hatte DVB-T dort Ende September einen Marktanteil von 29 Prozent, das entspricht 6,3 Millionen Erstgeräte-Haushalten. Seit Digitalisierungsbeginn 2004 wurden mehr als 10 Millionen Geräte verkauft. Von den knapp 450.000 im September 2008 gehandelten Geräten seien 142.000 externe und 305.000 in Fernseher integrierte Empfänger.
Quellen: November-Newsletter von DGTVI (pdf, italienisch), Länderinfos des DVB-Projekts.
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26.11.2008 • Hessen: HR-Bouquet wechselt 2009 nach UHF
Hessen Das zweite ARD-Bouquet im Empfangsgebiet Rhein/Main mit den Programmen Phoenix, BR und SWR soll nach Medienmeldungen gegen Ende des 1. oder Anfang des 2. Quartals 2009 auf den Kanal 59 wechseln. Das gebe zugleich Gelegenheit, den noch freien vierten Programmplatz mit einem weiteren 3. Programm zu füllen, welches aber noch nicht feststehe.
Der Umzug des Bouquets vom VHF-Kanal 8 ins UHF-Band ist notwendig, weil die VHF-Frequenzen bis Ende 2009 für das digitale Radio geräumt werden müssen.
Quelle: Meldung von SatNews vom 26.11.2008 / Übersicht DVB-T Änderungen 2009.
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26.11.2008 • DVB-T: ARD und ZDF beenden DVB-T Einführung
Überallfernseh-Logo Was lange währt ... wird abgeschaltet. Seit 1952 sendete das Fernsehen in Deutschland per Antenne, zuerst Schwarzweiss, dann in Farbe und später mit Teletext und Stereoton - aber immer analog. Dafür hatte die damalige Staatspost im Laufe der Zeit 224 Grundnetz- und 5.958 Füllsender für das ZDF und die Dritten Programme aufgebaut, weitere Anlagen wurden von der ARD betrieben. Gestern endete eine Technikära: Die letzten analogen Grundnetzsender für ARD und ZDF wurden durch digitale Anlagen ersetzt.
Mit dem Umstieg in Nordbayern ist die Digitalisierung für ARD und ZDF abgeschlossen und DVB-T fast flächendeckend verfügbar. Dies übrigens unter Verzicht auf die meisten Füllsender. Allerdings sind private Programme - zumal der national aktiven Familien Pro7Sat1 und RTL - nur in den Ballungsgebieten zu empfangen. Darüber hinaus sind die ARD-Anstalten und das ZDF mit maximal 12 Programmen vertreten und erreichen einen Versorgungsgrad von über 90 Prozent. Der ursprüngliche Plan einer Vollversorgung musste aufgegeben werden, als die Rundfunkgebühren 2004 mit Verspätung und von der Politik gekürzt erhöht wurden.
Die Umstellung hatte am 1. November 2002 in Berlin begonnen. Der Zieltermin für den Ausstieg aus der Analogversorgung per Antenne war für 2010 geplant, wurde also vorzeitig erreicht.
Gleichwohl sind noch einige analogterrestrische Anlagen auf Zeit aktiv. 2009 werden im Raum Ruhpolding und Garmisch die Füllsender Garmisch und Hochberg im Zuge einer „Netzverdichtung“ digitalisiert. Außerdem senden einige Lokal-TVs in Baden-Württemberg und Sachsen noch analog, auch gibt es Pläne weitere Regionalsender über Lowpowernetze zu verbreiten. Einige Änderungen werden sich 2009 durch die Verabschiedung des Fernsehens vom traditionellen VHF-Band ergeben. Und dann gerüchtelt es immer noch um den Einstieg von RTL in einigen Empfangsgebieten ...
Das wohl wichtigste Ergebnis der DVB-T Einführung besteht darin, dass die schon fast aufgegebene Antenne als dritter Empfangsweg - neben Satellit und dem mit zusätzlichen Kosten verbundenen Kabelanschluß - gestärkt wurde: Bis 2002 war der Marktanteil der Antenne auf 5 Prozent abgesackt. Im Sommer 2008 bewegte er sich bei mehr als 11 Prozent - d.h. etwa 4,1 Millionen Antennenhaushalte (inkl. Zweitgeräten) nutzen DVB-T. Noch signifikanter scheinen die Geräteverkäufe. Mehr als 16 Mio. Empfänger aller Art wurden seit 2002 verkauft. In diesem Jahr haben die Verkäufe von Fernsehern erstmals die Settopboxen überflügelt. Im TV-Gerät ist der Hybridtuner (DVB-T plus Kabel analog) ein Beinahe-Standard (auch, wenn sicher nicht alle Geräte wirklich für DVB-T genutzt werden). Wichtiger wurden auch portable Empfänger (Mini-TVs und PC-Geräte).
Auch auf die Wermutstropfen soll hier noch hingewiesen werden: Der in der „DVB-T Frühzeit“ als Vorteil der Digitaltechnik beworbene Dolby-Mehrkanalton wurde zugunsten einer besseren Bildqualität aufgegeben. Das Update der Gerätesoftware über den Sendeweg scheiterte - die Einigung über ein gemeinsames Vorgehen von Herstellern und ZDF scheiterte an juristischer Kleinkrämerei.
Quellen: Infos von MediaBroadcast (pdf, 25.11.), gfu (21.11.) und BR
Übersicht DVB-T Änderungen 2009 / Umstiegs-Chronik.
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21.11.2008 • Digitalradio: VPRT fordert Subventionen für Privatsender
DAB-Logo Für den dritten Anlauf der Radiodigitalisierung fordert der Privatsender-Verband VPRT die Subventionierung ihrer Anfangsinvestitionen. Begründung: Eine bundesweite Senderkette koste je Programm jährlich rund 2 Mio. Euro. Das sei „für private Radios ohne entsprechende Mehrerlöse nicht tragbar“, so der VPRT. „Es gibt bis heute keine Geschäftsmodelle, mit denen die privaten Radios bei einer Digitalisierung einen Euro mehr erlösen als bei der herkömmlichen UKW-Verbreitung.“
Der Verband verweigert vehement eine Zusammenarbeit mit der ARD, die ihnen freie Kapazitäten ihrer Radio-Sendenetze vermieten könnte. Vielmehr wird nicht nur die „Privatisierung der öffentlich-rechtlichen Sendernetze“ gefordert. Die Erlöse sollen in einen Digitalisierungsfonds umgeleitet werden. Damit wollen die Privaten letztlich doppelt profitieren: Sie sparen die Investition in die Sendetechnik und wollen Gelder aus dem Verkaufserlös der Sendenetze für sich. Mit anderen Worten: Sie wollen Rundfunkgebühren in ihre Taschen umleiten.
Der VPRT forderte weiterhin einen zeitlich koordinierten Ablauf der Bedarfsanmeldungen für die bundesweiten und landesweiten Digitalradio-Frequenzen im Band III (VHF) durch die Bundesländer. Begrüßt wurde, das eine Voraussetzung dafür durch die Zuständigkeit der neuen gemeinsamen Kommission ZAK der Landesmedienanstalten geschaffen worden sei.
Bis zum angekündigten Neustart für das digitale Radio ab Ende 2009 sind einige noch für DVB-T genutzte VHF-Frequenzen zu räumen.
Quelle: Presseinfo des VPRT vom 20.11.2008 / Hintergrund Digitalradio, DVB-T Änderungen 2009.
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20.11.2008 • Berlin: Neu im Radiopaket
Berlin Die Sender Kiss FM und 94,3 rs2 sind neu im Radiopaket des Berliner Versuchskanals 59. Im Gegensatz zur offiziellen Senderliste findet ein Suchlauf nun 17 Radioprogramme.
Quelle: Suchlauf / Senderliste.
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17.11.2008 • Berlin: Testbetrieb auf Kanal 59 angekündigt
Berlin Der Playout-Dienstleister Smartcast kündigt ohne Nennung von Terminen einen Testbetrieb seines Encodierungsverfahrens „Low Bandwidth / MultiScreen“ über DVB-T im Raum Berin an. Es soll „mit deutlich geringeren Bandbreiten als beim herkömmlichen Videoencoding“ erhebliche Einsparungen bei den Verbreitungskosten bringen, so das Unternehmen. Für den Testbetrieb wird das Programm BluFM TV ausgestrahlt, dessen Radiovariante bisher über Kanal 59 empfangbar war. Die Technik nutzt MPEG-2 mit Videraten ab 250 Kilobits pro Sekungen. Sie wird bereits auf Astra eingesetzt und soll dort Einsparungen bis zu 300.000 Euro ermöglichen. Das Verfahren schaffe Raum für „neue und innovative Dienste“, die preiswert terrestrisch verbreitet werden können.
Im Laufe des Testbetriebes wird mit verschiedenen Bandbreiten und Codierungsstufen gesendet. Ermittelt werden soll, ob die Empfangsgeräte Signale in der geringeren Bandbreite korrekt verarbeiten.
Quelle: Infos von Satnews vom 17.11.2008.
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15.11.2008 • Programm: Bibel-TV setzt auf DVB-T statt Kabel
Bibel TV Der christliche TV-Sender Bibel-TV setzt auf DVB-T statt aufs Kabel, um seine Reichweite in den Ballungsgebieten signifikant auszubauen. Per Kabel „haben wir kaum eine Chance, hier auf eine größere technische Reichweite zu kommen. DVB-T ist für uns deshalb von besonderer Wichtigkeit“, so Geschäftsführer Henning Röhl in einem Interview. „Da in den Ballungsräumen die Nutzung von DVB-T relativ hoch ist, kommen wir nicht daran vorbei, wenn wir Reichweite gewinnen wollen.“ Daher wolle man sich in den Ballungsregionen um Programmplätze bemühen.
Quelle: Interview in Infosat vom 14.11.2008.
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13.11.2008 • Schweiz: Digitale Dividende an Telekommunikation
Schweiz Der Schweizer Bundesrat hat den Nationalen Frequenzzuweisungsplan (NaFZ) zugunsten der Telekommunikation geändert. Ab 2015 sollen die Kanäle 60 bis 69 (790 bis 862 MHz) für mobile Dienste - zum Beispiel breitbandige Internetzugänge für Handys - vergeben werden. Der Frequnezabschnitt sei aufgrund seiner Ausbreitungseigenschaften für die Versorgung ländlicher Gebiete und Inhouse interessant. Für das digital-terrestrische Fernsehen reiche das UHF-Band von Kanal 21 (470 MHz) bis Kanal 59 aus, nachdem der analog-digitale Simulcast im Frühjahr auslaufe.
Quelle: Presseinfo des Bundesrates vom 12.11.2008.
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11.11.2008 • Mitte: Lenkungsausschuss erweitert Aufgaben
Mitteldeutschland Der Lenkungsausschuß, der die Einführung von DVB-T in den mitteldeutschen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen organisierte, hat sich neu konstituiert. Zu den erweiterten Aufgaben gehören nun „alle Fragen des digitalen Rundfunks in Mitteldeutschland zu diskutieren, abzustimmen und umzusetzen“. MDR-Betriebsdirektorin Gabriele Arlt ist neue Vorsitzende des Gremiums; sie folgt Andreas Vierling.
Quelle: Infos von DVB-T Mitteldeutschland vom 7.11.2008.
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10.11.2008 • Österreich: Weitere Umstellungen am 18.11. und 10.12.
Österreich DVB-T Logo Österreich Am 18. November gehen weitere Regionen Niederöstereichs ans DVB-T Netz. Einige Sendeanlagen beenden dann den Ende Oktober begonnenen Simulcast, andere werden hart umgeschaltet bzw. aufgrund von Abschaltungen von benachbarten Sendeanlagen aus versorgt. Weitere harte Abschaltungen folgen am 10. Dezember in dem Bundesland. Für zahlreiche Sendeanlagen im Burgenland, Oberösterreich, der Steiermark und Vorarlberg steht die letzte Stunde des Analog-Betriebes ebenfalls am 10. Dezember bevor.
Quellen: Infos von DVB-T Österreich / Termine für Österreich.
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7.11.2008 • Analog-Ende: Private sind bereit, aber ...
DVB Logo (DVB Project) RTL und Pro7Sat1, die beiden großen privaten Senderfamilien, könnten sich nach Medienberichten mit Planungen der öffentlich-rechtlichen Anstalten befreunden, ab 2010 die analoge Sat-Verbreitung abzuschalten. Eine RTL-Sprecherin bekundete „grundsätzlich“ Bereitschaft, der Abschaltzeitpunkt sei aber von der analogen Reichweite abhängig. Bei Pro7Sat1 denke man über das Thema nach. Ähnlich hatten Vertreter der Landesmedienanstalten die Situation beurteilt. Jedoch fehle es - wegen der Kabelweiterleitung analoger Sat-Programme - vor allem bei den Kabelhaushalten dort noch an einer „kritischen Masse“ von Digitalzuschauern. ARD und ZDF halten eine Einigung über Termine und eine Werbekampagne bis Mai 2009 für notwendig, um die Abschaltung Ende 2010 durchzuführen.
Quelle: Meldung von von Infosat vom 6.11.2008.
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6.11.2008 • Rhein-Main: Bibel-TV ab morgen in der Luft
Hessen Schon wenige Tage nach erfolgter Zulassung geht Bibel TV auf Sendung. Die Aufschaltung im Rhein-Main-Gebiet (Sender: Frankfurt FMT, Hohe Wurzel, Großer Feldberg) erfolgt am 7. November. Der christliche Sender füllt den bisher freien 4. Programmplatz auf Kanal 64 und erhöht damit seine Reichweite um rund 6 Mio. Zuschauer.
Quelle: Presseinfo von Bibel TV vom 5.11.2008.
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5.11.2008 • Analog-Ende: Im Kabel fehlt nicht nur die kritische Masse
DVB Logo (DVB Project) Wie zuvor Martin Heine (MSA) erwartet auch Wolfgang Thaenert, Direktor der Landesmedienanstalt LPR Hessen, eine Vorreiterrolle von ARD und ZDF bei der Digitalisierung von Kabel und Satellit. Die Landesmedienanstalten würden ein gemeinsames Vorgehen mit den privaten Sendern unterstützen. Jedoch fehlte den Privaten noch die „kritische Masse“ digitaler Haushalte. Daher müsse der „Markt nach Kosten-/Nutzen-Gesichtspunkten entscheiden“. Eine gesetzliche Festlegung für den Analog Switch Off über Kabel und Satellit hält Thaenert nicht für notwendig, wohl aber ein mit den Beteiligten abgestimmtes Vorgehen.
Reinhold Albert, Direktor der niedersächsichen Schwesteranstalt NLM, stellt überdies heraus, dass die Privaten durch die ARD-Ankündigung, die analogen Sat-Transponder abzuschalten, in Zugzwang kämen. Es gebe genug Geräte, der Mehrwert sei erkennbar, so dass das bei den Verbrauchern „nicht auf Ablehung stoßen“ werden. Die Sat-Umstellung lasse „auch einen Schub für die Umstellung bei der Kabelverbreitung erwarten“. Diesen Prozess will die NLM „im Rahmen von Kabelbelegungsentscheidungen positiv begleiten“. Er räumt jedoch ein: „Die gemeinsamen Bemühungen der Landesmedienanstalten, eine schnellere Umstellung bei der Kabelverbreitung zu erreichen, sind bei den Netzbetreibern, aber auch bei den großen Fernsehveranstaltern in der Vergangenheit auf wenig fruchtbaren Boden gestoßen.“
Quellen: Interviews von Digital Fernsehen mit W. Thaenert (4.11.2008) und R. Albert (5.11.2008) .
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3.11.2008 • Hessen: Bibel-TV bekommt Programmplatz
Hessen Die im September angekündigte Entscheidung für die Belegung des 4. Programmplatzes auf dem Kanal 64 in der Rhein-Main-Region ist gefallen: Die Landesmedienanstalt LPR hat den Platz an das christliche Programm Bibel-TV vergeben. Wann der Sendebetrieb beginnen kann, ist noch nicht bekannt. Auf die Ausschreibung vom August hatten sich der Evangeliumsrundfunk und die Betreibergesellschaft RegioOnline beworben.
Quelle: Presseinfo der LPR vom 3.11.2008 / DVB-T Planung für 2008.
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1.11.2008 • HDTV: 720p ist bei ARD/ZDF nicht ewig
Logos der EICTA für Empfangs- und Darstellungsgeräte mit FullHD-Auflösung Die bekannten unterschiedliche Ansichten zu dem von der EBU, Dachorganisation der Öffentlich-rechtlichen, bevorzugten HDTV-Sendestandard 720p (1280 mal 720 Pixel, Vollbild) wurden einmal mehr auf den Münchner Medientagen formuliert. Dietrich Westerkamp (Thomson) nannte 720p einen idealen Kompromiß zwischen Übertragungskosten und Bildqualität. Jürgen Buchs vom Sportproduzenten Plazamedia sieht in der von vielen Privaten genutzten Variante 1080i (1920 mal 1080 Pixel, Zeilensprung) das Optimum, unruhige Bilder aufgrund des Zeilensprungs seien beherrschbar. Andreas von Bereczky (ZDF) will zwischen Produktions- (1080i) und Sendestandard (720p) unterschieden wissen. Die EBU-Entscheidung sei nicht für alle Zeit in Stein gemeißelt und die Diskussion ohnehin akademisch. Man sende HDTV nicht für ein paar Experten, sondern für die Zuschauer, die den Unterschied nicht erkennen könnten. 720p sei auch günstiger, weil man - vor allem bei den Nachrichtenfilmen aus aller Welt - noch auf lange Zeit auf SDTV-Bilder angewiesen ist. Westerkamp geht aber davon aus, dass längerfristig auf die HDTV-Variante 1080p - d.h. die höhere Auflösung mit progressiven (Voll-) Bildern - umgestellt wird.
DVB Logo (DVB Project) Haupthemmnis des Übergangs auf HDTV bleibt vor allem der geringe (21 Prozent) Digitalisierungsgrad im wichtigsten Verbreitungsweg, dem Kabel. Es gebe beim Endkundengeschäft mit Sammelanschlüssen für Mietshäuser das bei KDG 85 Prozent des Umsatzes ausmache, kaum Interese an Digital-Verträgen, suchte KDG-Vertreter Florian Landgraf nach einer Entschuldigung. KDG als größter Kabelanbieter Deutschlands hat nur 800.000 Digitalkunden.
Knallhart will VPRT-Repräsentant Jochen Kröhne das Problem angehen: „Ich bin ganz klar für eine, möglichst gesetzlich geregelte Abschaffung des analogen Fernsehens.“ Die Medienstrategen sehen - trotz der kürzlichen erheblichen Korrektur der Abo-Zahlen bei Premiere - Pay-TV als Treiber der Digitalisiserung und der Perspektiven für HDTV. Der Markt für niedrigpreisiges Pay-TV sei vorhanden, meinte Landgraf. Gottfried Zmeck vom Pay-TV Vermarkter Mainstream Media forderte daher attraktive Programme. Das sah auch Hans Hege (MABB) so: „Schlechtes Programm wird nicht dadurch besser, dass man es in HD ausstrahlt.“
Quellen: Meldung von Sat und Kabel, Presseinfo der Medientage.
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1.11.2008 • Geräte: Siemens verkauft an Fujitsu
Der Siemens-Konzern hat seinen 50-Prozentanteil an Fujitsu Siemens Computers für 500 Mio. Euro an den japanischen Partner verkauft. Unklar ist nun nicht nur die Zukunft der Settopboxen-Serie Activy, sondern auch die der Produktionsstandorte Augsburg und Sömmerda.
Quelle: Meldung von Sat und Kabel vom 1.11.2008.
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1.11.2008 • Digitale Dividende: Fraunhofer testet Internet über DVB-T
Überallfernseh-Logo An Technologien für schnelle Internetanbindungen in Regionen ohne DSL-Versorgung über die DVB-T Infrastruktur arbeitet das Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme (Fokus). Das Institut betreibe in Bonn einen Testsender für einen 18 Megabits pro Sekunde schnellen Zugang. Der Rückkanal muss allerdings über andere Telekommunikationsnetze abgewickelt werden. Jedoch seien Fragen der Skalierbarkeit noch ungeklärt. Das könnte heissen, dass auch bei dieser Versorgung (wie bei UMTS) die Leistung absackt, wenn viele Teilnehmer in einer Funkzelle Online sind. Fokus verpackt die Daten auf Basis der IP-Protokolle Version 4 und 6 in IP-Pakete und setzte diese dann in DVB-T Pakete um. Auf Nutzerseite wandelt eine Settopbox die Daten wieder zurück.
Mit DVB-T stehe bereits ein nahezu flächendeckendes Netz zur Verfügung, so die Forscher. Das allerdings kann nicht flächendeckend genutzt werden, da in den Regionen mit privater TV-Versorgung über Antenne die koordinierten Ressourcen ausgeschöpft sind. Die Nutzung freier UHF Frequenzen für rundfunkfremde Dienste wird von Privaten wie öffentlich-rechtlichen Sendern kritisiert, die ihre Entwicklungsressourcen gefährdet sehen.
Ein ähnlich konzipiertes Projekt „Super Hotspot Berlin“ war in Berlin bereits Ende 2005 durchgeführt worden. Es wurde jedoch vom Betreiber Teles eingestellt, weil das Durchhaltevermögen bis zu einem Regelbetrieb fehlte.
Quelle: Meldungen von Sat und Kabel vom 31.10.2008.
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1.11.2008 • DVB-T: Lasttests, Neuaufschaltungen, Änderungen
In Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz geht im Laufe des November nach mehr als 50 Jahren das Zeitalter der analogen Antennenverbreitung von TV-Programmen zuende. Hier eine Kurzübersicht über diese Termine sowie über diverse Änderungen und Inbetriebnahme neuer Sendeanlagen im November - neben den genannten Bundesländern sind auch Hessen und Niedersachsen betroffen.
Rheinland-Pfalz Mit den neu montierten Antennen der Sendeanlagen Eifel, Haardtkopf, Saarburg und Trier werden am 4. November 2008 (nachts, zwischen 1 und 5 Uhr) Lasttests durchgeführt. Die Abschaltung der analogen Sender erfolgt am 12.11. ab 4 Uhr, die Aufschaltung der drei Digital-Multiplexe soll bis 6 Uhr beendet sein.
Baden-Württemberg Am 5. November gehen die Sender Aalen, Pforzheim und Waldenburg neu in Betrieb. Zuschauer in den Versorgungsgebieten der Sender Heidelberg und Stuttgart-Frauenkopf müssen Kanalwechsel beachten. Um die Wahlberichte aus den USA nicht zu behindern, werden die Umschaltungen am Morgen zwischen 9 und 10 Uhr vorgenommen. Aufgrund größerer Umbauten am Sender Stuttgart-Frauenkopf wird dort der Betrieb erst um 14 Uhr aufgenommen.
Hessen Im hessischen Versorgungsgebiet Würzberg wechselt das ZDF am 5. November zwischen 9 und 10 Uhr seinen Sendekanal. Da Teile des Bundeslandes von Heidelberg aus versorgt werden, sind auch dort Änderungen zu beachten.
Bayern In der Nacht zum 5.11. werden die analogen Füllsender Bürgstadt und Collenberg für ARD, ZDF und den BR vom Netz genommen. Nach Angaben des DVB-T Projektbüros wird eine Versorgung mit DVB-T dort nicht durchweg gewährleistet; jedoch sei in Teilen von Bürgstadt der Digital-Empfang vom Sender Würzberg möglich. Weitere Sendeanlagen beenden den Betrieb am 25. November. In einigen Regionen gibt es anschließend keine oder nur eine eingeschränkte Versorgung mit DVB-T über andere Sender.

Updates:
Bayern Im Vorfeld der Erweiterung des Sendegebietes in Bayern am 25. November werden Tests durchgeführt. Diese finden am Sender Amberg am 6.11., an den Anlagen Ochsenkopf und Bamberg am 7.11.08 jeweils zwischen 0 und 6 Uhr statt. Die Technik wird in Pfaffenberg am 12.11. von 18 bis 8 Uhr am folgenden Morgen erprobt. Für Büttelberg und Hesselberg sind Tests am 13.11. von 1.30 bis 9 Uhr und am Sender Gelbelsee vom 18.11. ab 10 Uhr bis zum 20.11. um 16 Uhr geplant.
Am 25. November wechselt das BR-Bouquet von den Sendern Nürnberg und Dillberg von Kanal 59 auf K47. Das Pro7Sat1-Bouquet wechselt am FMT Nürnberg von K40 auf K52.
Niedersachsen Weil der VHF-Bereich zugunsten anderer Rundfunkdienste vom Fernsehen geräumt wird, kommt es in Niedersachsen zu Änderungen der Kanalbelegung: Das ARD-Bouquet für Braunschweig wechselt in der Nacht zum 11. November von Kanal 8 auf Kanal 47. Im Raum Hannover/Hildesheim erfolgt diese Umstellung in der Nacht zum 18. November.
Gleichfalls am 11. November geht in Wolfsburg ein neuer Sender in Betrieb. Von dort werden die Bouquets der ARD (K50), des ZDF (K38) und des NDR (K56) ausgestrahlt. Ab dem 25. November wird das ZDF-Bouquet zusätzlich über die Sender Alfeld (K23) und Bad Pyrmont (K38) verbreitet.
MeckPomm Am 19. November wechselt das ZDF-Bouquet am Senderstandort Schwerin vom Kanal 54 auf Kanal 53.

Hinweise: Lasttests werden mit verschiedenen Senderparametern durchgeführt und geben daher keinen Aufschluß über den Empfang im Regelbetrieb. Um nach Kanalwechseln und Änderungen des Programmangebots die Senderlisten der Geräte zu aktualisieren ist ein Suchlauf notwendig. Dieser kann bei Änderungen des Programmangebots bzw. Kanalwechseln auf die betroffenen Kanäle begrenzt bleiben. Nicht mehr benötigten Einträge können gelöscht werden.
Dehnmedia-Übersicht: Neuaufschaltungen und Änderungen im November.
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1.11.2008 • Analog-Ende: ARD/ZDF soll Privaten den Weg bereiten
DVB Logo (DVB Project) Die Öffentlich-rechtlichen sollen beim Abschalten der analogen Sat-Versorgung vorangehen, so Martin Heine, Direktor der Medienanstalt Sachsen-Anhalt in einem Interview. Die Privaten können das erst durchführen, „wenn die Zahl der entsprechenden Empfangshaushalte werbeeinnahmemäßig zu vernachlässigen ist. Insoweit kommt dem gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk ohne Zweifel eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung auch der Satellitenübertragung zu.“ Den Ablauf der Umstellung könnte die Politik aber nicht beeinflussen. Schwierigkeiten räumte Heine (wie zuvor HR-Vertreter Hans-Peter Jost) bei der Weiterverbreitung in Kabelanlagen ein. Gespräche dazu „haben leider noch kein Ergebnis für alle Regionen hervorgebracht“. Im Gegensatz zu seinem bayerischen Amtskollegen Wolf-Dieter Ring meint Heine, eine akzeptierte neue Technologie „sollte sich am Markt auch ohne harten Umstiegstermin durchsetzen“. Dabei müsse die Zahl der Analog-Haushalte und deren Umstiegskosten berücksichtigt werden. Ein „verbraucherfreunlicher Umstieg“ sei notwendig.
Das Mediengesetz von Sachsen-Anhalt schreibt einen Termin für den Ausstieg aus der analogen Rundfunkversorgung vor. Während in Sachsen dafür der 1. Januar 2010 gilt, war das Nachbarland wesentlich vorsichtiger und nennt im Paragraphen 34 den 1. Januar 2015.
Der guten Gerechtigkeit halber darf man aber bemerken, dass sowohl Heine als auch Ring halb schief liegen: Im Kabel und per Satellit läuft der Parallelbetrieb bereits seit Jahren; von einem harten Umstieg kann also kaum die Rede sein. Die Verbraucher müssten halt nur rechtzeitig informiert werden.
Quelle: Interview bei DF vom 30.10.2008.



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