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Nachrichten-Archiv Oktober 2016

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31.10.2016 • Schweiz: SRG schaltet am 15. November auf DAB+
Schweiz DABplus-Logo Schriftzug Am 15. November beendet die öffentlich-rechtliche Anstalt der Schweiz für alle Radioprogramme die seit 2012 praktizierte Doppelausstrahlung in DAB (alt) und DAB+ und sendet digital nur in DAB+. Die dritten Regionalprogramme der SRG sind zeitgleich auch außerhalb ihrer Sprachgebiete in DAB+ zu hören. Außerdem gehen drei Privatradios regional auf Sendung in DAB+. In der Schweiz wird UKW zwischen 2020 und 2024 schrittweise abgeschaltet.
Quelle: Presseinfo der SRG vom 31.10.
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29.10.2016 • Digitalradio: NDR-Mux ab Dienstag auch für Osnabrück
Digitalradio-Schriftzug ab 6/2105 Ab dem 1. November, 12 Uhr, wird der NDR seinen DAB+-Multiplex auch vom Standort Osnabrück (Niedersachsen) ausstrahlen. Nach weiteren Informationen wird im Kanal 10A und mit 10 kW Leistung gesendet werden. Damit wird eine frühere Ankündigung präzisiert. Zu erwarten sind bis Jahresende noch Inbetriebnahmen der Sendestandorte Damme (NS) und Flensburg (SH).
Quelle: Info von digitalradio.de vom 28.10. / Hintergrund: DAB+ in Niedersachsen.
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29.10.2016 • Rundfunkbeitrag: Es bleibt bei 17,50 Euro bis Ende 2020
Beitragsservice Bis 2020 bleibt der Rundfunkbeitrag bei monatlich bei 17,50 Euro. Das beschlossen die Ministerpräsidenten der Bundesländer. Die KEF hatte zwar eine Senkung um 30 Cent auf 17,20 Euro vorgeschlagen. Die KEF hatte aber auch vorauskalkuliert, dass der Beitrag ab 2021 über 19 Euro steigen müsste, um die danach die bisherigen Aufgaben zu finanzieren. Die bis 2019 eingehenden Mehreinnahmen dürfen jedoch nicht ausgegeben werden. Das Ersparte wird zwischen 2021 und 2024 als Einnahme gebucht, um die dann notwendige Erhöhung geringer ausfallen zu lassen. Die Bundesländer erwarten zugleich „im Gegenzug strukturelle Anpassungen, um die Beitragsstabilität auch langfristig zu sichern“.
Die Länderchefs folgten damit letztlich Vorschlägen von ARD, ZDF und aus der Filmbranche. ARD und ZDF schlugen zudem vor, den Beitrag künftig an die allgemeine Preisentwicklung bzw. das Bruttoinlandsprodukt zu koppeln. Daneben steht aber immer noch zur Debatte, ARD und ZDF zum Verzicht auf angeblich zu teure Fernsehgenres (z.B. internationalen Live-Sport) zu zwingen, um Kosten zu sparen.
Die ARD-Vorsitzende Karola Wille begrüßt, dass die Anstalten für weitere vier Jahre finanzielle Klarheit haben, obwohl es beim Spardruck bleibe. Die ARD habe „die Weichen für einen tiefgreifenden Veränderungsprozess gestellt“ und werde „Reformen unserer Strukturen und Prozesse im ARD-Verbund konsequent vorantreiben“. Wille will die ARD zu einem „publizistisch starken, integrierten und föderalen Medienverbund“ machen, wofür die Politik den Rahmen setzen solle.
Bei den Beratungen der Länderchefs spielten Erkenntnisse ihrer AG „Auftrag und Strukturoptimierung der Rundfunkanstalten“ offenbar nur eine geringe Rolle. Das rüffelt der VPRT. Der Lobbyverband der Privatsender übersetzt Strukturanpassungen mit Abstrichen am Programmangebot und fordert eine „Präzisierung des Funktionsauftrags und der Überprüfung des Gesamtumfangs der Programm- und Onlineangebote“ sowie ein Werbeverbot, um die öffentlich-rechtliche Konkurrenz kraft Gesetzes loszuwerden.
Kommentar: Die bis 2020 anzusparenden monatlich 30 Cent je Haushalt (ergibt ca. 550 Mio. Euro) dürften die später notwendigen 19 Euro ja auch nur um 30 Cent senken. So wird die Frage einer Beitragserhöhung auf die übernächste Beitragsperiode von 2025 bis 2028 verschoben.
Quelle: Presseinfos der MPK, von ARD und VPRT vom 28.10. / Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
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28.10.2016 • Digitalradio: Illegaler DAB+-Test in NRW
Digitalradio-Schriftzug ab 6/2105 Wohl erstmals in Deutschland gab es eine illegale Ausstrahlung von Radioprogrammen über DAB+. Das bestätigte ein Sprecher der Medienanstalt LfM auf Anfrage von dehnmedia.
Screenshot von YouTube In Webforen und auf YouTube (Link vom Screenshot zum Video) wurde über DAB+-Sendungen im Raum St.Augustin/Bonn berichtet. Mitte Oktober sei im Kanal 9B ein Ensemble „DR Rheinland“ mit Radio Bonn/Rhein-Sieg, Radio Berg und Radio Köln gesendet worden.
„Über einen DAB+-Sender (wurden) von der LfM nicht genehmigte Rundfunkinhalte“ ausgestrahlt, so der LfM-Sprecher. „Die Aussendung von Rundfunkinhalten (meinungsbildende Inhalte) privater Anbieter über terrestrische Frequenzen muss nach Vorgaben des Landesmediengesetzes von der LfM genehmigt werden.“ Es habe in den letzten Monate jedoch keine Anfragen oder Anträge gegeben. Nach dem Telekommunikationsgesetz darf ein terrestrischer Sender zudem nur mit Genehmigung der Bundesnetzagentur betrieben werden. „Die Inbetriebnahme eines DAB+-Test-Senders in dem Bereich St. Augustin oder weiteres Umfeld wurde von der Bundesnetzagentur nicht genehmigt“, teilt die LfM weiter mit.
Ein Forenbeitrag zitiert einen anonymen Veranstalter. Dieser behauptet „eine Testausstrahlung im Rahmen einer durch Fördergelder der Europäischen Union finanzierten Machbarkeitsstudie“. Testziel sei der Nachweis von Vorteilen eines Gleichwellennetzes aus leistungsschwachen Sendern für die Flächenversorgung gegenüber leistungsstärkerer Ausstrahlung von einem Standort nachzuweisen. Es sei „entgegen anderer Verlautbarungen aus der (Landes-) Medienpolitik - durchaus rentabel und kostenneutral möglich“, Radio „in einer semilokalen digitalen Senderumgebung“ mittels DAB+ zu senden. Die Sendungen seien zwischen dem 10. und 16. Oktober mit 10 W von Siegburg/St.Augustin verbreitet worden.
Quellen: Eigene Recherche, Forenbeiträge vom 16., 17. und 18. Oktober / Hintergrund: DAB+ und NRW-Lokalradios.
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28.10.2016 • England: „Neue, lokale Dimension“ für DAB
England Small-scale DAB „öffnet dem digitalen Radio eine neue, lokale Dimension“, so Neil Stock (Ofcom) über die Ergebnisse von Tests der britischen Medienbehörde. „Wir sind uns sicher, dass ein nationaler Roll-out dieser Radios technisch möglich und kommerziell machbar ist.“ Die lokalen und kommunalen Radiostationen Englands könnten bei DAB ab nur 9.000 Pfund (rd. 10.000 Euro) einsteigen, so die Medienanstalt. Der britischen Regierung wurde jetzt ein Projektbericht vorgelegt. Ofcom will im nächsten Schritt Sendelizenzen für einen Regelbetrieb im small scale-Verfahren vergeben.
Im Juni 2015 wurden umfangreiche Test in zehn Sendegebieten begonnen, an denen sich 72 Veranstalter beteiligt hatten. Der Bericht stellt als Randglosse fest, dass in DAB+ gesendete Programme in Randgebieten der Sendereichweite befriedigend empfangbar waren, während Signale im in England üblichen alten DAB dort nicht decodiert werden konnten.
Als small-scale wird das vom Schweizer Projekt opendigitalradio.org angestoßene Konzept bezeichnet, mittels Open Source-Software und Sendeanlagen vergleichsweise kleiner Leistung lokale Radios in ihren Einzugsgebieten mit DAB/DAB+ zu verbreiten.
Quelle: Presseinfo von Ofcom vom 26.9. / Hintergrund: Abschlußbericht (Download).
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27.10.2016 • Digitalradio: Fliegts oder fliegts nicht - Entscheidung 2020?
Digitalradio-Schriftzug ab 6/2105 Gibt es statt eines Ausstiegs aus UKW hinter den Kulissen einen Ausstiegstermin für DAB+? Eine Zitierung von Siegfried Schneider, Chef der Landesmedienanstalt BLM und Exchef der bayerischen Staatskanzlei, könnte diese Interpretation zulassen. Beim VPRT-Radiopanel der Münchner Medientage hatte Schneider gewarnt: „Die Privaten werden verlieren, wenn sie bei DAB+ nicht mit dabei sind.“ Und hatte angemerkt: „2020 können wir dann Bilanz ziehen und feststellen: ‚Fliegt DAB oder fliegt es nicht?“
Für den VPRT hatte Vizepräsident Klaus Schunk, zugleich Chef von Radio Regenbogen, einmal mehr einen fairen Wettbewerb mit der ARD angemahnt. Man fordere „technisch wie programmlich gleiche Ausgangsbedingungen für die digitale Transformation“ - also eine Förderung der Privatradios. Das spielte letztlich dem CSU-Medienpolitiker Markus Blume ins Manuskript: Um mediale Vielfalt zu erhalten plane die Regierungspartei „im nächsten bayerischen Landeshaushalt Mittel bereit zu stellen, um dies auch für die digital-terrestrische Verbreitung zu erhalten“.
Ein kleiner Kunstfehler der Presseinfo zeigt, wie zweckdienlich gelegentlich polemisiert wird. Die Vertreterin des finnischen Radioverbandes Leena Puntila habe erklärt, „DAB+ sei in Finnland bereits 2005 wieder abgeschaltet worden“. Tatsächlich kann dort nur die Rede vom alten DAB gewesen sein, das auch in Deutschland inzwischen (und aus gutem Grund) sendetechnische Historie ist. Denn DAB+ wurde erst 2007 standardisiert.
Quelle: Presseinfo des VPRT vom 27.10. / Hintergrund: Digitalradio.
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27.10.2016 • Digitalradio: Erste Infos zur DAB+-Roadmap
Digitalradio-Schriftzug ab 6/2105 Neues zur Digitalradio-Roadmap gab es auf den Medientagen München bei einem Panel des Digitalradio-Büros. Laut Willi Steul, Intendant des Deutschlandradio, werde das im Digitalradioboard erarbeitete Papier zur Einführung von DAB+ in Deutschland „in den nächsten Wochen, allerspätestens im Januar“ veröffentlicht.
Bei Deutschlandradio gebe es bereits eine Liste von UKW-Frequenzen, auf die man verzichten könne. Vom UKW-Ausstieg einzelner Radios dürfte aber die Konkurrenz nicht profitieren. Dass aufgebene Frequenzen nicht neu vergeben werden, sei ein Eckpunkt der Roadmap, der in den Staatsverträgen verankert werden muss, so Steul.
Die Roadmap setze drei Phasen. Nach Einführung und Übergang sollen erst in einer dritten Ablösungsphase Festlegungen zum Ende von UKW erfolgen.
Steul und andere Redner der Veranstaltung lobten u.a. auf die aktuelle politische Initiative für hybride Empfangschips. Insgesamt müssten die Entscheidungen der Politik und der Medienanstalten Planungssicherheit für alle Beteiligten einschließlich der Automobilindustrie herstellen.
Quelle: Audioaufzeichnung der Medientage München vom 26.10. / Hintergrund: DAB+.
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27.10.2016 • Österreich: DVB-T in drei Bundesländern OffAir
Österreich In Wien, dem Burgenland und Niederösterreich gibt es terrestrisches Fernsehen ab heute nur noch mit DVB-T2. Im Rahmen von SimpliTV sind ORFeins, ORF2, ORFIII, ORF Sport+, 3sat sowie ServusTV und ATV in High Definition ohne Zusatzkosten zu empfangen. In Standard-Bildqualität kommen Puls4, ATV2, oe24TV, W24 und SchauTV kostenfrei ins Haus. In den drei Bundesländern werden neuerdings auch alle ORF-Radios und die privaten Stationen Kronehit und Ö24 gesendet.
SimpliTV bietet darüber hinaus weitere private HDTV- und SD-Programme gegen Gebühr. Zur Zeit gibt es Sonderangebote für Empfangsboxen und Module. Monatlich werden für ein Paket aus TV, Streaming und Internet monatlich 24 Euro verlangt.
Über SimpliTV werden insgesamt 40 Sender angeboten. „Täglich entscheiden sich derzeit rund 5.000 TV-Seher für DVB-T2/SimpliTV“, meldet der Netz- und Plattformbetreiber ORS. Man habe in den drei Bundesländern etwa 3 Mio. Euro in Sendetechnik investiert.
Als letzte im alten DVB-T gesendete Programme soll die ORF-Familie ab dem Frühjahr 2017 in Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark sowie im Südburgenland und ab Herbst 2017 in Tirol, Vorarlberg und Kärnten nur noch mit SimpliTV und in HDTV verbreitet werden. Dann wäre der Umstieg von DVB-T auf DVB-T2 im Nachbarland beendet.
Quelle: Presseinfo von ORS vom 27.10. / Hintergrund: SimpliTV.
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25.10.2016 • Digitalradio: NDR auch aus Neubrandenburg und Marlow
Digitalradio-Schriftzug ab 6/2105 Quelle:NDR 10/2016 Wie angekündigt hat der NDR heute die Sendestandorte Neubrandenburg (2 kW, Kanal 10C) und Marlow (5 kW, Kanal 8B) in Mecklenburg-Vorpommern aufgeschaltet. Damit können nun rund 600.000 Einwohner (Karte clickbar) des Bundeslandes den NDR-Multiplex - einschließlich der nur digital verbreiteten Programme NDR Plus NDR Blue und NDR Info Spezial empfangen. Nicht versorgt sind immer noch die Urlaubsinseln Rügen und Usedom und die Müritz-Seen.
Der NDR avisiert Aufschaltungen in Osnabrück (Niedersachsen) und Flensburg (Schleswig-Holstein) bis Jahresende.
Quelle: Presseinfo des NDR vom 24.10. / Hintergrund: DAB+ in M-V.
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24.10.2016 • DVB-T2 HD: Freenet TV - 61 Sendestandorte bis 2018
Nach dem offiziellen Start von DVB-T2 HD am 29. März 2017 wird das Sendenetz des Pay-Pakets Freenet TV mit 20 privaten Programmen in FullHD erweitert. Der aktuelle Testbetrieb nutzt 38 Sendeanlagen. Ab Ende März 2017 sind es 44 Standorte für 55 Millionen Einwohner (knapp 70 Prozent). In drei weiteren Ausbaustufen (Nov. 2017, März 2018, Nov. 2018) werde Freenet TV in Regionen aufgeschaltet, wo es per DVB-T bisher keine privaten Programme gab. Das kostenpflichtige Paket werde Ende 2018 von 61 Standorten aus 63 Mio. Einwohner (80 Prozent) erreichen können.
Am 29. März 2017 endet zugleich die Verbreitung privater Programme über DVB-T - und zwar in allen Regionen.
Quelle: Presseinfo von Media Broadcast vom 24.10. / Hintergrund: Freenet TV.
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20.10.2016 • Österreich: 4News und ORF-Radios bei SimpliTV
Österreich Jetzt startet auch der Österreich-Ableger des deutschen ProSiebenSat1-Konzerns einen Nachrichtenkanal. AB dem 27. Oktober ist 4News via DVB-T2 (SimpliTV) empfangbar und soll dort auf dem Programmplatz 24 erscheinen. Das geschieht zeitgleich mit der Abschaltung von DVB-T in den Bundesländern Wien. Niederösterreich und Burgenland. Es handelt sich um den dritten neuen Nachrichtensender für Österreich. Vor Kurzem startete OE24 einer nationalen Mediengruppe, seit Mai sendet N24Austria.
Der ORF sendet jetzt seine Radioprogramme über SimpliTV. Dies steht in Zusammenhang mit der Abschaltung der analogen Kabelverbreitung, die in Österreich bereits zum 1. September 2016 erfolgt ist. Dies sei eine Alternative zu Empfangsboxen für digitales Kabelradio, die einige Netzbetreiber kostenpflichtig anbieten.
Quelle: Presseinfo von ProSiebenSat1 AT vom 20.10., ORS-Blog vom 7.10. / Hintergrund: SimpliTV.
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19.10.2016 • Digitalradio: RZ.1 in Hamburg nicht über DAB+
Digitalradio-Schriftzug ab 6/2105 Laut Äußerungen des Geschäftsführers der Firma Nordradio ist nicht beabsichtigt, die Lokalwelle Radio RZ1 über DAB+ in Hamburg zu verbreiten. Das meldet satnews, das selbst die Falschmeldung veröffentlicht hatte. Schon vor Tagen wurden Zweifel an der Meldung aufgeworfen. Allerdings hat der Veranstalter nur die Verlinkung zu der Webseite mit der Ankündigung gelöscht. Die Seite selbst steht noch im Web.
Seit Ende Juni wurde drei neue Radios im Hamburger Plattform-Multiplex aufgeschaltet, über den nun neun Programme gesendet werden. Es handelt sich um Antenne Sylt, R.SH und Lulu.FM.
Quelle: Meldung von satnews.de vom 19.10. / Hintergrund: DAB+ in Hamburg.
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15.10.2016 • DVB-T: Vogtland-Kanal sendet erst ab Anfang 2017
Überallfernseh-Logo TeleVision Zwickau wird mit seinem zweiten sächsischen Programm erst „Anfang 2017“ im Vogtland (Kanal 51, Standorte Auerbach und Plauen) auf Sendung gehen, „da sich die technischen Voraussetzungen vor Ort noch im Aufbau befinden“. Das teilt die Medienanstalt SLM auf Anfrage von dehnmedia mit.
Der Zwickauer Stadtsender (dort im Lokalkanal 47 zu sehen) hatte im April die Sendelizenz für das Vogtland erhalten. Zuvor war Vogtland Regional Fernsehen (VRF) Ende Dezember 2015 nach gut zwei Jahren den Sendebetrieb insolvent geworden.
Der Vogtland-Kanal wird, wie die anderen Lokalprogramme in Sachsen auch, weiterhin mittels DVB-T und in Standardauflösung ausgestrahlt. Eine Ausnahme ist Leipzig Fernsehen: Der Stadtkanal bekam nach dem Zusammengehen von Fernsehen in Sachsen und der Videowerkstatt Leipzig die doppelte Bandbreite. Leipzig Fernsehen kann daher seit August 2016 in HDTV und mit MPEG-4-Kompression senden. DVB-T Programme (ob mit MPEG-2 oder MPEG-4) sollten alle DVB-T2 HD-Geräte darstellen können.
Quelle: Eigene Recherche / Hintergrund: Lokal-TV mit DVB-T bzw. DVB-T2 HD in Sachsen.
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14.10.2016 • DVB-T: Bremen mit digitalen Spitzenwerten
Überallfernseh-Logo Bremen Die Bremische Medienanstalt (BreMa) sieht ihre Region auf gutem Digitalkurs. Laut einer Sonderauswertung des Digitalisierungsberichtes 2016 liegt der Digitalisierungsgrad der TV-Haushalte bei 92,3 (Bundesschnitt: 87,2) Prozent. DVB-T hat einen Marktanteil von 21,7 (bundesweit: 9) Prozent der Haushalte. Vom Umstieg auf DVB-T2 HD am 29. März 2017 werden daher 730.000 Haushalte betroffen sein, schreibt die BreMa.
28 Prozent der TV-Haushalte im Bundesland verfügten über ein SmartTV-Gerät. Die Nutzung von VoD-Angeboten sei insgesamt mit 43,9 (bundesweit: 65,9) Prozent überdurchschnittlich. Bezogen auf die 14- bis 39jährigen Bremer liegt dieser Wert sogar bei 86,8 (65,9) Prozent.
Quelle: Presseinfo der BreMa vom 13.10. / Hintergrund: Sonderauswertung; DVB-T und DVB-T2 HD in Bremen.
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14.10.2016 • Digitalradio: ERF Pop für Hamburg und Umgebung
Digitalradio-Schriftzug ab 6/2105 ERF Pop ist am 12. Oktober im Hamburger Plattform Multiplex (Kanal 11C) auf Sendung gegangen. Es handelt sich nach lulu.fm, R.SH und Antenne Sylt um das vierte Programm, das seit Juni aufgeschaltet wurde.
Unklar ist hingegen, ob etwas an der Ankündigung der Lokalwelle RZ.1 dran ist, dort zu senden. Der Veranstalter hat die Verlinkung der entsprechenden Internetseite gelöscht. Ein Einstieg von RZ.1 sei weder beim Plattformbetreiber noch bei der Medienanstalt MA HSH bekannt.
Quelle: Presseinfo von ERF vom 12.10., Meldung von radio-wird-doigital vom 11.10. / Hintergrund: DAB+ in Hamburg.
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12.10.2016 • Digitalradio: Oberfrankens Galaxys vereinigen sich
Digitalradio-Schriftzug ab 6/2105 Ab sofort veranstalten die Radio Galaxy-Standorte Bamberg, Coburg, Kulmbach und Hof ein gemeinsames Programm. Bei Radio Bamberg wird unter der Stationskennung Radio Galaxy Oberfranken täglich zwischen 15 und 19 Uhr eine Livesendung produziert. In der restlichen Zeit (mit Ausnahme lokaler Wetter- und Verkehrsinfos) wird das landesweite Programm von Galaxy aus Regensburg übernommen. Laut einem Bericht hat die Medienanstalt BLM diesen Programmverbund abgesegnet.
Unklar ist, ob damit ein Einstieg bei dem im Dezember 2015 gestarteten Franken-Multiplex des Bayerischen Rundfunks vorbereitet wird. Der BR hatte angekündigt, diesen Multiplex für bis zu sieben Privatradios zu öffnen. Die Medienanstalt BLM hatte Sendelizenzen für Radio Euroherz, Extra Radio und Galaxy Hof im Fall einer Kooperation in Aussicht gestellt.
Quelle: Meldung von radiowoche.de vom 12.10. / Hintergrund: DAB+ in Bayern.
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12.10.2016 • Digitalradio: Antenne Mainz sendet in Rhein-Main
Digitalradio-Schriftzug ab 6/2105 Antenne Mainz ist seit heute morgen im Rhein/Main-Multiplex (Kanal 11C) zu hören. Das wird auf den Facebook-Seiten mitgeteilt. Das Programm sei nun in Frankfurt, Damstadt und Wetzlar und in RLP sogar bis Alzey zu empfangen. Die hessische Medienanstalt LPR hatte das Programm vor Kurzem lizenziert. Das schon im März lizenzierte Interview Radio soll im November starten.
Quelle: Facebook-Info von Antenne Mainz vom 12.10. / Hintergrund: DAB+ in Hessen.
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12.10.2016 • Rundfunkbeitrag: Politik-Kommission schafft neue Debatte
Beitragsservice Die AG „Auftrag und Strukturoptimierung der Rundfunkanstalten“ der Landesregierungen hat jetzt ARD und ZDF auf den Plan gerufen. Laut Meldungen (zuerst der Süddeutschen Zeitung) schlagen ARD und ZDF die Orientierung der Höhe des monatlichen Rundfunkbeitrags an der allgemeinen Preisentwicklung oder dem Brutto-Inlandsprodukt vor. Das bisherige Verfahren zur Ermittlung der Beitragshöhe soll modernisiert werden.
Hintergrund ist die Debatte um den Vorschlag der KEF, den Rundfunkbeitrag ab 2017 auf 17,20 Euro zu senken - also um 30 Cent. Die KEF hatte allerdings auch kalkuliert, dass der Beitrag ab 2021 über 19 Euro steigen müsste, um die Aufgaben der Anstalten zu finanzieren. Auf diese Einschätzung hatten die Medienpolitiker der Bundesländer „schockiert“ reagiert und besagte Kommission installiert. Die Anstalten hatten vorgeschlagen, den Beitrag bei 17,50 Euro zu belassen und etwaige Mehreinnahmen erst ab 2021 zu verwenden.
ARD und ZDF haben mit ihrem (durchaus sinnvollen) Vorschlag möglicherweise die Rechnung ohne den Politik-Wirt gemacht. Die großen Parteien reden einer gravierenden Kosten- und Beitragssenkung das Wort. Das kann nur durch eine radikale Beschneidung der Aufgaben von ARD, ZDF und D-Radio erreicht werden. Wegzusparende Inhalte (z.B. aus dem Bereich Sport) landen dann bei den Privaten. Deren Extragebühren für ihre HDTV-Programme sind höher als der ZDF-Beitragsanteil von 4,32 Euro.
Quellen: Meldungen von DF, Infosat vom 11.10. / Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
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11.10.2016 • Digitalradio: NDR erweitert digitales Sendenetz
Digitalradio-Schriftzug ab 6/2105 MeckPomm Laut digitalradio.de wird der NDR, wie angekündigt sein DAB+-Sendenetz in Mecklenburg-Vorpommern erweitern. Am 25. Oktober um 8 Uhr werden Sendeanlagen in Neubrandenburg-Süd und Marlow aufgeschaltet. Dann werden 600.000 Einwohner des Bundeslandes versorgt. Der NDR will 2017 in Mecklenburg-Vorpommern weiter für 700.000 Menschen ausbauen.
Noch für dieses Jahr kündigte der NDR weitere Inbetriebnahmen an. Es handelt sich um die Standorte Osnabrück (Niedersachsen) und Flensburg (Schleswig-Holstein).
Quelle: Presseinfo des NDR vom 11.10. / Hintergrund: DAB+ in M-V.
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11.10.2016 • Digitalradio: Wenn digital, dann eher DAB+ als Webradio
Digitalradio-Schriftzug ab 6/2105 Laut einer Umfrage entscheiden sich 65 Prozent der Befragten, denen DAB+ und das Internet zur Verfügung steht, beim Radiohören zugunsten der digitalen Terrestrik. Dieses Votum sei um so interessanter, da es sich um eine Online geführte Umfrage handelte. An der Aktion der Radiowelle Absolut Relax hatten etwa 1.000 User teilgenommen.
Auch die von den Medienanstalten vorgelegte Pilotstudie zur DAB+-Nutzung geht von einer Präferenz für die Terrestrik aus: 19 Prozent der Teilnehmer nutzen DAB+, Internetradio hören nur 17 Prozent.
Quelle: Presseinfo von Absolut Relax vom 10.10. / Hintergrund: DAB+.
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10.10.2016 • Digitalradio: Spekulation um Bauer und 2. Bundesmux
Digitalradio-Schriftzug ab 6/2105 Deutschland Die Bauer Media-Gruppe hat ihr mehrfach geäußertes Interesse an einem Einstieg bei DAB+ in Deutschland wiederholt. Das Unternehmen wolle sich an der erwarteten Ausschreibung für einen zweiten nationalen DAB+-Multiplex beteiligen, spekuliert heute ein Bericht. Dieser lässt offen, ob es um den Plattformbetrieb oder „nur“ um ein oder mehrere Programme geht.
„Wir wissen aus Großbritannien, dass DAB+ ein unglaublicher Treiber für Innovation und auch für Reichweite und neue Zielgruppen ist“, wird Konzerngeschäftsführer Andreas Schoo zitiert. Bauer Media ist dort an einigen Stationen und Sound Digital beteiligt, das den zweiten nationalen DAB-Mux betreibt. Schoo kritisierte - nach früheren Bemerkungen über die medienrechtliche „Kleinstaaterei“ in Deutschland nun die hiesige Radiobranche, die sich mit einem Verzicht auf eine Beteiligung keinen Gefallen tue.
Die Bemühungen um einen zweiten nationalen DAB+-Multiplex hatten nach dem Vorstoß eines Leipziger Unternehmers Nahrung bekommen. Die Medienanstalten leiteten die Anmeldung des Frequenzbedarfs ein und stellen den Sendebeginn Mitte 2017 in Aussicht.
Bauer Media sei mit mehr als 100 Stationen - vorwiegend in Skandinavien und England - und „täglich 24 Millionen Hörern das größte Radiohaus Europas“. Zum Konzern gehören neben zahlreichen Zeitschriften (u.a. Bravo) Minderheiten am TV-Sender RTLII und an Radio Hamburg.
Quelle: Meldung von radioszene vom 10.10. / Hintergrund: DAB+-Bundesmux 2.
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10.10.2016 • Digitalradio: Hybridchips für eine analoge Zukunft mit UKW?
Digitalradio-Schriftzug ab 6/2105 Der Bundesrat hat den Vorschlag durchgewinkt, Radios ab 2019 verpflichtend mit digitalen Empfängern auszustatten. Der Entwurf ist allerdings nicht konsequent: Einfach ausgestattete Radios sind von der Verpflichtung befreit.
Ab dem 1. Januar 2019 muss jedes zum Verkauf, zur Miete oder anderweitig angebotene Hörfunkempfangsgerät, das den Programmnamen sowie programmbezogene Zusatzdienste anzeigen kann, zum Empfang digitaler Signale geeignet sein, die einer Norm einer anerkannten europäischen Normenorganisation entsprechen.
(Entwurf eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes; TKG).
Der Bundesrat sieht in der Gesetzesänderung einen Schritt, um zukünftig „die Interoperabilität von Radiogeräten im europäischen Recht zu verankern“, wo es an Regelungen fehle. Die Einschränkung „dient im Interesse der Verhältnismäßigkeit dazu, einfachste Radioempfangsgeräte im Niedrigpreissegment von der Verpflichtung auszuschließen“. Zudem will der Gesetzgeber „die notwendige Technologieneutralität wahren“; daher wird DAB+ nicht konkret genannt. Diese Gesetzesinitiative der Regierung Merkel könnte der von Rheinland-Pfalz angekündigten Bundesrats-Initiative die Basis nehmen.
Kommentar: Gerade im ausgeklammerten Billigsegment können Hybridradios die Nutzung digitaler Ausstrahlungen fördern - ohne sonderliche Mehrkosten. Der Kabinettsentwurf hintertreibt die Digitalisierung der Mediengattung Radio, indem die Vorgabe für digitalen Empfang auf höherpreisige Geräte beschränkt und ein Massenmarkt verhindert wird. So droht digitaler Hörfunk zum Luxus zu werden.
Viele der genannten Begleitdienste werden überhaupt erst durch digitale Technik möglich. Gerade diese Geräte empfangen ohnehin generell hybrid - also: mittels DAB+ und UKW und oft auch Webradio. Die Hersteller von Digitalradios leisten bereits, was da gefordert wird. Das gesetzlich festzuschreiben, ist nicht notwendig.
Die TKG-Novelle ist eine Täuschung der Öffentlichkeit, weil sie im Endeffekt die unbeschränkte Perspektive des überlebten analogen UKW-Empfangs festschreibt. Die Bundesregierung vermeidet das Setzen gestaltender Impulse für einen digitalen Hörfunk. Damit schafft sie Tatsachen in der falschen Richtung - bevor eine Umstiegsstrategie ausdiskutiert ist.
Quelle: Beschlussempfehlung des Bundesrats (Drs 436/1/16).
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10.10.2016 • Digitalradio: Sendet der SWR bald aus Bad Marienberg?
Digitalradio-Schriftzug ab 6/2105 Rheinland-Pfalz Laut einer Meldung will der SWR seine DAB+-Versorgung auf den Westerwald, das Siegtal, den rheinland-pfälzischen Hintertaunus und die Autobahn A3 zwischen Diez und Neuwied erweitern. Angeblich gehe „in Kürze“ der Sendestandort in Bad Marienberg mit 7 kW ans Netz. Dort werde auch die Ausstrahlung des nationalen DAB+-Multiplex vorbereitet.
ukwtv.de nennt Bad Marienberg für den Kanal 5C ohne Startdatum. Erfahrungsgemäss gehen Multiplexe unterschiedlicher Betreiber, obwohl von einem Standort gesendet, nicht unbedingt zeitgleich On Air. Media Broadcast nannte Bad Marienberg nicht für eine Inbetriebnahme des Bundesmux im Oktober.
Quelle: Meldung von satnews vom 10.10. / Hintergrund: DAB+ in Rheinland-Pfalz.
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8.10.2016 • Rundfunk: Gutachten zu ARD/ZDF in Zeiten der „Cloud-TV“
Politiker beschäftigen sich derzeit mit der Beschneidung „Strukturoptimierung“ des Auftrags von ARD und ZDF - mit dem recht vordergründigen Argument, der Rundfunkbeitrag müsse reduziert werden. Ein Professoren-Gutachten hält gegen solche Absichten: Auch im Zeitalter des „Cloud-TV“ bestehe hoher Bedarf für einen von politischen und wirtschaftlichen Interessen nicht beeinflussten öffentlich-rechtlichen Rundfunk. „Cloud-TV“ steht für die vielen Arbeitsfelder vom linearen Fernsehen über Abrufdienste und Online-Angebote bis zu den Social Media und schließt die Verbreitungswege auf eine Vielzahl von Endgeräte-Konzepten ein.
Die Existenz- und Entwicklungsberechtigung für ARD und ZDF bestehe im Zeitalter eines „Cloud-TV“ fort - schon, weil ein unabhängiger Gegenpol zu den US-Internetkonzernen gebraucht werde. Daher sei „der umfassende Grundversorgungsauftrag, die Verantwortung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für den demokratischen Prozess (Kultur- und Integrationsauftrag)“ zu erhalten und den Veränderungen anzupassen.
Die Autoren schlagen u.a. vor, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten sich „verstärkt auf die neuen technischen Möglichkeiten und Nutzererwartungen ausrichten“. Die 7-Tage-Beschränkung der Mediatheken-Inhalte soll fallen. Der Verbleib von Sendungen in den Mediatheken soll flexibel gestaltet werden. Inhalte europäischer Partner sollen aufgenommen werden und zugekaufte Inhalte sollten 30 Tage vefügbar sein. Die Anstalten sollen auch auf Drittplattformen präsent sein dürfen und ihre Inhalten ausgewählten Dritten (z.B. Nichtregierungs-Organisationen) zur Verfügung stellen können.
Eine Presseinfo des ZDF resumiert: „Die Gutachter halten fest, dass das Vollangebot und auch die Vollprogramme des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wegen der integrierenden Wirkungen ihre Rechtfertigung behielten. Das Prinzip einer dem Voll-Sortiment angemessenen Programmmischung sei auch in Zeiten des Cloud-TV sinnvoll.“
Die Autoren Dieter Dörr (Uni Mainz), Bernd Holznagel (Uni Münster) und Arnold Picot (Uni München) stellten ihr im Auftrag des ZDF entstandenes Gutachten „Legitimation und Auftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Zeiten der Cloud“ gestern dem ZDF-Fernsehrat vor.
Quelle: Presseinfo des ZDF vom 7.10. / Hintergrund: Gutachten im Wortlaut.
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7.10.2016 • Digitalradio: Kommt eine Umstiegs-Roadmap noch 2016?
Digitalradio-Schriftzug ab 6/2105 Unter dem Titel „Die Transformation in der Hörfunkverbreitung in das digitale Zeitalter begleiten“ hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im September (mit Verspätung) ein Papier zur Radio-Digitalisierung vorgelegt. Zur Vorab-Version 0.7 werden Stellungnahmen der Branche erwartet. „Dem Digitalradio-Board soll möglichst noch in 2016 eine Fassung zur Entscheidung vorgelegt werden“, so BMVI-Staatssekretärin Dorothee Bär.
Nach Angaben von satnews bewerten Fachleute das Papier positiv. Willi Schreiner (DRD Digitalradio Deutschland GmbH) wird mit der Bemerkung zitiert, „das BMVI (habe) mit dieser Roadmap ein richtiges und wichtiges Zeichen gesetzt“, auch wenn nicht alle Marktteilnehmer jeden Schritt unterstützen würden. Weitere Äußerungen erinnern an den Einfluß der schweizerischen Roadmap-Debatte auf die dortigen Entscheidungen.
Bär hatte zuvor bestätigt, dass das BMVI mit den Bundesländern auf europäischer Ebene eine „Interoperabilitätsverpflichtung für Audiosysteme“ erreichen will. Für den Hörfunk seien „technische Vorgaben sinnvoll, um die Zahl digitalfähiger Empfänger zu steigern“. Ein Multistandard-Chip sei ja „eher ein kleiner Kostenpunkt“.
Staatssekretärin Bär: „Der Erfolg von DAB+ steht und fällt mit einem attraktiven Angebot. DAB+ wird zum Selbstläufer, wenn Hörer ein attraktives Angebot finden, der kommerzielle Rahmen für Veranstalter stimmt und Werbetreibende ihre Zielgruppe erreichen können.“
Details zu den Vorschlägen enthalten die vorliegenden Meldungen nicht. Zu den 15 Mitgliedern des Digitalradio-Boards beim BMVI zählen ARD, D-Radio, der VPRT für die Privatradios, Medienanstalten und BNetzA sowie Radio- und Autohersteller.
Quelle: Meldung von satnews vom 7.10., Bär-Interview im Meinungsbarometer Digitaler Rundfunk am 15.9. / Hintergrund: Digitalradio.
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7.10.2016 • AGF: TV-Digitalisierung mit kräftigem Schritt
Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung Nach Angaben der AG Fernsehforschung (AGF) haben sich 130.000 Haushalte im September zum Umstieg auf den digitalen TV-Empfang entschlossen. Nun nutzen 89,8 (Vormonat: 89,5) Prozent der 38,19 Mio. TV-Haushalte die digitale TV-Verbreitung (einschl. IPTV). Es handelt sich um 34,29 (Vormonat: 34,16) Mio. Haushalte.
Die Medienanstalten streben das Ende des analogen TV-Empfang im Kabel bis Ende 2018 an, Unitymedia will das schon bis Mitte 2017 durchführen.
Quelle: Monatsstatistik der AGF per 1.10.2016.
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6.10.2016 • Digitalradio: „Entbehrliche Übergangstechnologie“ für NRW?
Digitalradio-Schriftzug ab 6/2105 Nordrhein-Westfalen Die rot-grüne NRW-Landesregierung lehnt regionales Digitalradio mit DAB+ weiter ab. In Beantwortung einer Kleinen Anfrage heißt es, DAB+ werde „von den Konsumenten offensichtlich als eine Übergangstechnologie betrachtet, die entbehrlich ist“. Der fehlende Rückkanal und damit die Unmöglichkeit, personalisierte Werbebotschaften an die Hörer zu senden, wird als erheblicher Mangel des Geschäftsmodells mit DAB+ beurteilt.
Die Landesregierung argumentiert mit der Ablehnung von DAB+ durch die von den regionalen Zeitungsverlagen kontrollierten NRW-Lokalradios: Eine Abbildung der Lokalradio-Landschaft auf DAB+ sei frequenzmässig „grundsätzlich realisierbar“. Der Call for Interest der LfM habe aber gezeigt, dass „eine Eins-zu-Eins-Abbildung der bisherigen Verbreitungsgebiete des lokalen Hörfunks auf DAB+ aus wirtschaftlichen Gründen nicht darstellbar“ sei.
In NRW läuft der 2014 und 2015 verlängerte landesweite Pilot im Block 11D zum Jahresende aus. Von den vier lizenzierten Programmen sendet jedoch nur Domradio im DAB+-Multiplex des WDR. Jetzt sei „eine letztmalige Verlängerung“ geplant, heißt es, ohne dass eine Zustimmung der Landesregierung zu der von LfM und WDR erwarteten gemeinsamen Bedarfsanmeldung deutlich signalisiert wird.
Dem geplanten zweiten nationalen DAB+-Multiplex will NRW aber offenbar keine Steine in den Weg legen. Für den 8. Dezember werde ein Beschluß der Länderchefs über die Zuordnung der Frequenzen und für den Sommer 2017 der Sendebeginn erwartet.
Quelle: Kleine Anfrage (DrS 16/13058 NRW) / Hintergrund: DAB+ in NRW, NRW-Lokalradios.
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6.10.2016 • Sky: UltraHD statt Stereoskopie-TV
UltraHD 3D-Brille (XpanD) Der Pay-TV Anbieter Sky, stets auf der Suche nach innovativer Fernsehtechnik, verabschiedet sich von „3D“ - dem stereoskopischen Fernsehen. Der lineare Demokanal soll im kommenden Jahr nach sechs Jahren abgeschaltet werden, es werde aber im Abrufangebot Sky Select weiterhin 3D-Filme geben.
Jetzt will Sky verstärkt UltraHD propagieren und wieder soll die Bundesliga einer der Treiber sein. Angekündigt wird der Start eines Bundesliga-Kanals mit einer Partie pro Spieltag ab dem 14. Oktober. Abdem 18.10. bringt ein zweiter Sportkanal ein Spiel der Champions League. Bereits gestartet ist ein Spielfilm-Abrufangebot. Dafür braucht man einen Sky+Pro-Receiver, der für 99 Euro an Bestandskunden abgegeben wird.
Quellen: Presseinfo von Sky vom 5.10., Meldung von DF vom 3.10. / Hintergrund: 3D-Fernsehen.
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5.10.2016 • Digitalradio: Neues Programm für Hamburg und Umgebung
Digitalradio-Schriftzug ab 6/2105 Der lokale Hamburger Radiomultiplex bekommt Zuwachs. RZ.1, ein bisher Online zu hörendes Lokalradio aus dem Raum Lauenburg, kündigt ohne Terminnennung seinen Start im Kanal 11C an. Der Veranstalter Nordradio setzt auf 2,5 Mio. potenzielle Hörer in dem Versorgungsgebiet rund um den Heinrich-Hertz-Turm der Hansestadt.
Der Multiplex, der als Plattform von Media Broadcast betrieben wird, war im Juni 2015 mit sieben Programme gestartet. Von den seither drei neu aufgeschalteten Programmen haben Antenne Sylt und R.SH ihre Stammgebiete in Schleswig-Holstein, während Lulu.FM eine überregionale Verbreitung anpeilt.
Quelle: Homepage von RZ.1 (5.10.2016) / Hintergrund: DAB+ in Hamburg.
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4.10.2016 • Digitalradio: WDR zieht sich aus Radio NRW zurück
Digitalradio-Schriftzug ab 6/2105 Nordrhein-Westfalen Der WDR verkauft seine Beteiligung an Radio NRW zum Jahresende. Das bestätigte eine Sprecherin der Anstalt gegenüber der Zeitschrift Horizont. Die 24,9 Prozent wird wohl die Pressefunk Nordrhein-Westfalen GmbH&Co KG übernehmen; die Zeitungsverleger dominieren dann mit 83,9 Prozent der Anteile. RTL Radio Deutschland hält die restlichen Anteile.
Der WDR verabschiedet sich damit aus der Mitverantwortung für das Mantelprogramm und die Werbeakquise der mit den WDR-Radios konkurrierenden 44 NRW-Lokalwellen. Das politisch gewollte Konstrukt von 1990 sichert den Zeitungsverlegern ein gesetzlich geschütztes Biotop auf UKW. Der WDR wurde laut Berichten für eine Qualitätssicherung einbezogen - offenbar traute man den Privaten überzeugende Sendungen aus eigener Kraft nicht zu.
Radio NRW fungiert als Werbevermarkter und liefert ein Mantelprogramm an die Lokalradios der Zeitungsverlage. Dass die lokal einbezogenen Gremien und Vereine kaum etwas zu sagen hatten, wird durch den Bericht unterstrichen, dass man zeitweise „das Gefühl hatte, nur noch geduldetes Lokalfenster eines landesweiten Radio NRW zu sein“.
Die bisherige Gesellschaftersituation führte zudem zu einem Affront. Radio NRW kommentierte die im NRW-Landtag beschlossenen Werbeeinschränkungen beim WDR als „wichtiges Signal und Bekenntnis für einen starken NRW-Lokalfunk“ - und verpasste damit seinem Minderheitsgesellschafter einen Tritt.
Die Lokalradios in NRW, die DAB+ bisher konsequent blockieren, geraten damit endgültig unter Kontrolle der Verleger - und unterliegen dann den wirtschaftlichen Entwicklungen im Zeitungsbereich, wo seit Jahren die Auflagen sinken. Da sieht die Medienanstalt LfM Probleme kommen: „Von der deutlichen Tendenz zur Monopolisierung lokaler Zeitungsmärkte wird der Lokalfunk künftig wohl stärker betroffen sein“, warnt der LfM-Konzentrationsbericht 2016.
Quelle: Meldung von radioszene.de vom 3.10. / Hintergrund: DAB+ und Lokalradios, Presseinfo von Radio NRW vom 28.1.2016.
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1.10.2016 • ARD/ZDF: Der Preis der Jugend - „WHAT THE FU*K“!
Heute startet FUNK, das neue gemeinsame Angebot von ARD und ZDF für junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren. Eigentlich wollten sie, wenn sie schon einen „Jugendkanal“ veranstalten sollen, richtig klotzen - mit mehr als nur linearem Fernsehen. ZDF-Intendant Thomas Bellut hatte dafür im März 2013 mindestens 50 bis 60 Millionen Euro veranschlagt. Ein „messbarer und nachhaltiger Erfolg“ verlange aber u.a. „deutlich mehr Mittel“ und den Fall der 7-Tage Mediathekenschranke.
Mehr Geld und Personal und den Auftrag für einen linearen Kanal haben ARD und ZDF nicht bekommen. Die Medienpolitiker der Bundesländer reduzierten den angedachten „Jugendkanal“ auf ein „junges Angebot“, wofür lineares Fernsehen eine Verbotszone ist. Die Beschränkung von FUNK auf das Internet passt auch aufs Eigenlob, mit dem die Medienpolitiker sich selbst für die Reduzierung des Rundfunkbeitrags um ein paar Groschen feiern. Sie halten die „Kostenneutralität“ für wichtiger als die inhaltlicher Weiterentwicklung von ARD und ZDF. Vor dem Hintergrund wurden die ARD-Sparte EinsPlus und ZDF.Kultur geopfert. Mit den so eingesparten 45 Mio. Euro wird das „junge Angebot“ FUNK finanziert.
Quelle: Meldung von satnews.de vom 30.8. / Hintergrund: 19. Rundfunkänderungs-Staatsvertrag (§ 11g).
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1.10.2016 • Medienrecht: 19. RÄStV tritt in Kraft
Recht, Gesetze Heute tritt der 19. RÄStV in Kraft. Das Kürzel steht für das seit 1987 19. Änderungsgesetz zum Rundfunkstaatsvertrag, in dem die 16 Bundesländer Aktualisierungen und Auswirkungen auf damit zusammenhängende Gesetze vereinbaren.
Der 19. RÄStV betrifft vor allem das heute startende gemeinsame „junge Angebot“ FUNK von ARD und ZDF. Eckpunkte sind dessen Beschränkung auf das Internet, der Entfall des sonst gültigen 7-Tagelimits für Inhalte in den Mediatheken und eine lange „Negativliste“ von Inhalten. Weitere Änderungen betreffen die Bemessung des Rundfunkbeitrags für Unternehmen und Bezieher öffentlicher Leistungen.
Die Ministerpräsidenten der Bundesländer hatten den Staatsvertrag im Oktober 2015 beschlossen. Als letztes Landesparlament hatte der Landtag von Schleswig-Holstein dem Papier am 21. September zugestimmt, so dass es jetzt wirksam wird.
Mit dem Rundfunkbeitrag beschäftigen sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer wohl wieder auf ihrer Jahreskonferenz vom 26. bis 28. Oktober in Rostock. Im dann 20. RÄStV könnte die Senkung des Rundfunkbeitrags um monatlich 30 Cent eine Rolle spielen; das dürfte dann aber erst Mitte 2017 wirksam werden. Desweiteren wird mit einem Bericht über „Auftrag und Strukturoptimierung der Rundfunkanstalten“ gerechnet. Dort könnten empfohlen werden, dass ARD und ZDF künftig keine großen (und finanziell aufwändigen) Ereignisse mehr übertragen dürfen - z.B. Olympische Spiele oder Fußball- EM und -WM. Diese Sendeinhalte würden den Privaten überlassen.
Quelle: Info des VPRT vom 28.9. / Hintergrund: 19. Rundfunkänderungs-Staatsvertrag.



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