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Dynamic Broadcast - eine Zukunftsalternative?

Terrestrik Die „Digitale Dividende“ - die Verbreitung von mehr digitalterrestrischen TV-Programmen auf weniger Kanälen als zu analogen Zeiten - war sozusagen ein „Mitbringsel“ von DVB-T. Allerdings kehrte sich die Einsparung von Frequenzressourcen gegen das Fernsehen: In Deutschland erhielt der Mobilfunk 2010 das 800 Megahertzband. Und das 700 MHz-Band soll 2015 folgen. Angesichts dieser Angriffe auf die terrestrische Fernsehverbreitung suchen die Übertragungstechniker nach Alternativen für eine optimale Nutzung der Funkspektren: „Dynamic Broadcast“ könnte zum Zukunftswort werden.

Ansätze liefern 2010 begonnene Forschungen am Institut für Nachrichtentechnik der TU Braunschweig, das vom „Vater des digitalen Fernsehens“, Prof. Ulrich Reimers, geleitet wird. Ausgangspunkt ist folgende Feststellung: Bereits jetzt findet das Fernsehen seine Zuschauer über Antenne, Sat, Kabel und Internet. Dies führt u.a. zu einer Vervielfältigung des Inhalteangebots zu einer Verknappung der Übertragungs-Ressourcen. Das erst Recht im Zusammenwirken mit der Digitalen Dividende und dem Kampf der Telekoms um die Nutzung dieser Ressourcen.

Eine Problemlösung könnte darin bestehen, das besonders knappe terrestrische Spektrum nur für stark nachgefrqagte Sendungen - etwa Liveshows und -Sport oder Erstausstrahlungen - zu nutzen. Für anderes könnte auf alternative Wege - zum Beispiel Bereitbandnetze - ausgewichen werden. Dass diese Idee zu optimierter und kostengünstiger Frequenznutzung führen kann, wurde durch Simulationen am IfN bestätigt.

Argumentiert wird u.a. damit, dass immer mehr Endgeräte über Aufzeichnungsfunktionen verfügen und immer weniger Sendungen zum Ausstrahlungstermin, sondern zeitversetzt, angesehen werden. Ein Denkansatz ist daher darauf gerichtet, dass Inhalte vorab, unter Nutzung freier Netzkapazitäten außerhalb der Spitzenbelastungszeiten, auf die Nutzer-Festplatte gespielt und zur eigentlichen Sendezeit angesehen werden können. Für den Zuschauer stelle sich das wie das gewohnte lineare Fernsehen dar.

Das Fernsehen mittels neuer Technik könnte außerdem auf die tradierten 8 Megahertz-Kanäle verzichten und seinen Bandbreitenbedarf unabhängig von solchen fixierten Strukturen abdecken. Wiederum würden Kapazitäten frei, die anderweitig verwendet werden könnten: Eine „3. Digitale Dividende“?

Zudem wird auf den jetzt schon hohen Ausstattungsgrad von Internet-Zugängen bei den Fernsehgeräten verwiesen. Bereits jetzt werden Internet-Anwendungen - z.B. Videotheken - mittels HbbTV-Technik auf dem Fernseher gebracht. Zu den Optionen von HbbTV gehört eben auch die Speicherung von Sendungen für zeitversetzte Nutzung - egal, ob es sich um Vorab-Übertragungen handelt oder ob Sendungen während der Live-Ausstrahlung für Wiederholungen vorgesehen werden.

Mindestens einen Haken scheint das Konzept zu haben: Es wird offensichtlich von einer stationären Fernsehnutzung ausgegangen. Unklar bleibt, inwiefern dabei die Interessen der Autohersteller und ihrer Kunden berücksichtigt werden können. Einmal abgesehen davon, dass Autokäufer erwarten, dass die verbaute Technik - darunter ggfs. auch der TV-Empfang - über die 14 bis 18 Jahre des Fahrzeuglebens benutzt werden kann.

(Wird fortgesetzt)

Weitere Informationen:
dehnmedia-Meldung zu DVB-Perpektiven vom 16.3.2012.
Fachartikel in c't 23/2011.
Fachartikel in Heise Online vom 6.10.2011.
Fachartikel zum Anlesen in FKT 3/2012.




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