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Aktuelles rund um den terrestrischen Rundfunk

Auf diesen Seiten finden Sie Nachrichten des laufendes Monats. Ältere News können im Monats-Archiv nachgeschlagen werden.

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3.12.2021 • Frequenzen: Verbände begrüßen UHF-Ansage der Ampel
Terrestrik Verbände und Unternehmen der Kreativbranchen begrüßen die Zusage im Koalitionsvertrag der Ampelparteien, den UHF-Bereich von 470 bis 694 MHz für Rundfunk und Kultur zu erhalten. Sie erwarten, dass Bund und Länder sich auf europäischer Ebene und für die Frequenzkonferenz WRC23 entsprechend positionieren.
Auf einer Veranstaltung am 1. Dezember hatte Heike Raab für die Bundeskänder die Unterstützung der Bundesländer für diese Frequenzpolitik zugesagt. Über die Rundfunkverbreitung (also DVB-T2 HD) hinaus sei „der zuverlässige und weltweite Zugang von drahtlosen Mikrofonen zu den Kulturfrequenzen im Bereich 470-694 MHz unverzichtbar“, um den Frequenzbereich für Veranstaltungen jeglicher Art zu erhalten. Jedoch reichen die dafür vorhandenen Teilressourcen des UHF-Bandes für den Bedarf nicht aus, wird angemerkt.
Veranstalter der Diskussion war die Allianz für Rundfunk- und Kulturfrequenzen, in der sich kürzlich die ARD, Deutschlandradio, Media Broadcast, die Medienanstalten, die Initiative SOS – Save Our Spectrum, Sennheiser, Vaunet – Verband Privater Medien, das ZDF sowie der Verband der ZVEI zusammengeschlossen haben.
Quellen: Presseinfo der Allianz vom 2.12. | Hintergrund: Kampf um Frequenzen, 5G.
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3.12.2021 • Digitalradio: Schülerwettbewerb in Bayern beendet
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der Schülerwettbewerb des Bereichs Medienkompetenz des Bayerischen Rundfunks „Bau dein eigenes Radio“ ist beendet und die Preisträger wurden bekannt gegeben.
Unter dem Motto „Aus Alt mach Neu“ sollten weitgehend recycelte Materialien für das eigene Design eines DAB+-Radios verwendet werden. Der zur Verfügung gestellte Radiobausatz der Firma Bemondis ist als funktionsbereites Stecksystem konzipiert und kann ohne besondere Elektronikkenntnisse montiert werden. Daher konnten sich die Teilnehmer auf Design und Montage konzentrieren. Entsprechend dienten u.a. die Verpackung des Radiobausatzes, die Ledertasche eines defekten Messgeräts, ein ausgehöhlter Lorbeerstamm und Kaffeekapseln als Hüllen für DAB+-Radios. Je fünf Auszeichnungen wurden in den Altersgruppen über und unter 16 Jahren vergeben. 1.640 Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 12 hatten sich im Januar beworben, 950 bekamen Radiobausätze. Eingereicht wurden 200 Projekte.
Der Schülerwettbewerb wurde 2017 erstmals in Bayern veranstaltet. Die
1. Preise: Sophie Zimmer (12) für die Bienenwaben und Angelina Kiesel (17) für den Bauschrott (Fotos: BR).
Idee kommt ursprünglich aus der Schweiz, wo Schüler erstmals 2012 eingeladen wurden, Designs für DAB+-Radios zu entwickeln und zu bauen.
Quelle: Info des BR mit Preisträger-Fotos vom 26.11. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Bayern.
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2.12.2021 • Italien: 8 Mio. DAB+-Radios sind im Markt
In Italien wurden bislang 8 Mio. DAB+-Empfänger - stationär/portabel und Autoradios - verkauft. Unter Berufung auf die GfK-Marktforschung geht DAB+ Italia zudem davon aus, das in den nächsten 12 Monaten eine weitere Million Produkte verkauft werden.
80 Prozent der Besitzer nutzen DAB+ regelmässig und für 40 Prozent ist DAB+ der dominierende Radio-Empfangsweg. Nur 18 Prozent präferieren UKW. Als Grund wird zumeist genannt, dass das bevorzugte Lokalradio nur analog sendet.
Quelle: Meldung von Wold DAB vom 30.11. | Hintergrund: DAB+ international.
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2.12.2021 • Digitalradio: DAB+-Sender Erfurt des MDR im Regelbetrieb
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der neue DAB+-Sender auf dem Dach des Erfurter MDR-Funkhauses ist nach längerer Probezeit jetzt im Regelbetrieb. Das Ensemble wird im Block 8B mit 2 kW Leistung gesendet.
Die neue Sendeanlage verbessere den Indoor-Empfang in der Landeshauptstadt deutlich, so der MDR. Die Versorgung wird für Thüringen jetzt mit 89 Prozent (indoor) bzw. im mobilen Empfang mit rund 99 Prozent angegeben. Im gesamten MDR-Bereich sind die DAB+-Programme des MDR auf 99 Prozent der Fläche und Indoor für 92 Prozent der Bevölkerung verfügbar. „Es geht jetzt darum, einzelne Versorgungslücken zu schließen und den Empfang aller MDR-Radioprogramme über DAB+ insgesamt zu optimieren“, kündigt der Leiter Programmverbreitung im MDR, Niels Schulze, an.
Quelle: Info des MDR vom 1.12. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Thüringen.
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1.12.2021 • Digitalradio: Medienrat vor Entscheidungen zu DAB+
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der Medienrat der bayerischen Medienanstalt BLM wird wahrscheinlich am 16. Dezember über die angekündigten Änderungen in den sechs lokalen DAB+-Ensembles der BLM-Tochter Bayern Digital Radio beschließen.
Die Entscheidung wird durch den Hörfunkausschuss des Medienrats am 9. Dezember zum TOP „Nutzungsänderung der DAB+-Kapazitäten Augsburg, München, Nürnberg, Ingolstadt, Voralpen und Allgäu“ vorbereitet. In den BDR-Muxen wird am 15. Dezember ein Platz durch den Wechsel von Arabella Bayern in die landesweiten BR-Regionalmuxe am 15. Dezember frei.
Der Ausschuß behandelt u.a. auch eine Verlängerung des seit Anfang 2020 laufenden Projektes „Dynamische Rekonfiguration“ von Radio Charivari Regensburg im DAB+-Mux Oberpfalz, bei dem fünf Regionalvarianten über drei Sendeplätze rotieren.
Quelle: Tagesordnung des Hörfunkausschusses am 9.12. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Bayern.
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1.12.2021 • Digitalradio: Radio Holiday ist in NRW landesweit on air
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Nach Beobachtungen aus Foren hat Radio Holiday heute in NRW aufgeschaltet. Es handelt sich um das elfte Programm im landesweiten Privatradio-Ensemble. Nach dem Saarland ist es das zweite Sendegebiet, in dem der Sender der Radio Group zu hören ist. Eine offizielle Meldung liegt noch nicht vor.
Quelle: Rundfunkforum vom 1.12. | Hintergrund: DAB+, Privatradios landesweit in NRW.
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1.12.2021 • Vor 60 Jahren: Unterzeichnung des ZDF-Staatsvertrages
Heute vor 60 Jahren, am 1. Dezember 1961, trat der Staatsvertrag der Bundesländer über die Gründung des Zweiten Deutschen Fernsehens in Kraft. Damit wurde ein spannendes Kapitel der deutschen Mediengeschichte beendet.
„Weil er das ARD-Programm zu links fand, ließ CDU-Kanzler Konrad Adenauer vor 60 Jahren ein nur scheinbar privates Regierungsfernsehen gründen.“ So charakterisierte der „Spiegel“ den Beschluß der Bundesregierung von 1959, mit der Deutschland Fernsehen GmbH einen TV-Kanal unter der politischen Kontrolle der Bundesregierung zu etablieren. Der Bundeskanzler hatte das damals noch junge Medium als „politisches Führungsmittel“ identifiziert und wollte es durch die Bundesregierung gesteuert wissen.
Rückendeckung für das - letztlich gegen die damalige SPD-Opposition gerichtete - Vorhaben lieferten der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und andere aus der Wirtschaft. Sie gründeten am 5. Dezember 1958 die Freies Fernsehen GmbH (FFG) und engagierten eine regierungstreue Führungsmannschaft aus Lobbyisten und CDU-Politikern. Adenauer verschaffte
Konrad Adenauer (CDU) war von 1949 bis 1963 Bundeskanzler (Foto: Wikipedia).
der FFG eine Bürgschaft von „120 Millionen Mark, die nie im Bundeshaushalt auftauchten“, berichten Historiker. „Den Seitenwechslern winkten beim 'Freien Fernsehen' doppelt so hohe Gehälter wie bei der ARD“, berichtet „Spiegel“ weiter über die Personalanwerbung.
Dem Ganzen sollte die Deutschland Fernsehen GmbH einen demokratischen Anstrich geben. Die am 25. Juli 1960 gegründete GmbH in Bundeseigentum sollte ein amtliches juristisches Dach für den (damals im Medienrecht nicht vorgesehenen) Privatsender bilden, indem sie die private FFG mit der Herstellung des Programmes beauftragte. Um die Bundesländer, die damals schon die Rundfunkhoheit innehatten, ruhig zu stellen, wollte Adenauer sie mit 49 Prozent an die GmbH binden.
Gegen dieses „Adenauer-Fernsehen“ klagten vier SPD-geführte Bundesländer vor dem Bundesverfassungsgericht. Der geplante Sendestart aim 1.Januar 1961 wurde gerichtlich untersagt. Das höchste deutsche Gericht begründete das Urteil gegen Adenauers Staatssender am 28. Februar 1961 mit dem Artikel 5 des Grundgesetzes. Hauptargument war, „dass dieses moderne Instrument der Meinungsbildung (das Fernsehen, dehnmedia)weder dem Staate noch einer gesellschaftlichen Gruppe ausgeliefert wird“. Die Veranstalter von Radio und Fernsehen müssten im Gegenteil „so organisiert sein, dass alle in Betracht kommenden Kräfte in ihren Organen Einfluss haben und im Gesamtprogramm zu Wort kommen können“. Aus den Inhalten des Rundfunks hat sich der Bund (und der Staat überhaupt) also herauszuhalten. In dem Zusammenhang erinnerten die Richter an die Nazi-Kontrolle über den Rundfunk.
Dem Bund wurde allenfalls die technische Seite - der Betrieb der Sendeanlagen durch die damals staatliche Bundespost - zugestanden. Aber auch da sei Neutralität zu wahren. So dürfe etwa niemand aus politischen Gründen bei der Frequenzvergabe leer ausgehen.
In direkter Folge des Urteils wurde die FFG liquidiert. Der Deutschlandfunk und die Deutsche Welle wurden als Sender für das Ausland firmiert, der Bundesregierung unterstellt und von ihr finanziert. Heute ist der Deutschlandfunk ein Programm des öffentlich-rechtlichen Deutschlandradios mit einem nationalen Verbreitungsauftrag. Grundlage dafür und für die Finanzierung aus dem Rundfunkbeitrag ist ein Staatsvertrag aller Bundesländer.
Im Gegensatz dazu hat die Deutsche Welle weiterhin einen internationalen Auftrag und wird aus dem Etat des Bundeskanzleramts finanziert. Ihre in vielen Sprachen produzierten Sendungen dürfen eigentlich nur außerhalb Deutschlands verbreitet werden, auch wenn das technisch durch Internet und Sat mittlerweile überholt ist.
Die wesentliche Konsequenz aus dem höchstrichterlichen Urteil war jedoch die Gründung eines bundesweit aktiven öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders auf Grundlage des Staatsvertrags der Bundesländer über das „Zweite Deutsche Fernsehen“ (ZDF). Dieser wurde kaum drei Monate nach dem Urteil am 6. Juni 1961 unterzeichnet und trat am 1. Dezember 1961 zunächst in vier Bundesländern (zuletzt in Bayern am 9. Juli 1962) in Kraft.
Das Bundesverfassungsgericht hatte mit seinem „1. Rundfunkurteil“ 1961 eine bis heute gültigen Grundsatz festgestellt und eine Marke gegen parteipolitischen Einfluß auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gesetzt. Aber schon bei der Wahl des Gründungsintendanten des ZDF wurde ein Kuhhandel versucht, um die Führungsposten zwischen CDU (Intendant), SPD (Programmdirektor) und FDP (Chefredakteur) zu verschachern und sich dadurch sichere Mehrheiten für die eigenen Vertreter zu verschaffen. Zum ersten Intendanten gewählt wurde letztlich der CDU-Mann Karl Holzamer, den Adenauer ursprünglich für die Spitze der FFG vorgeschlagen hatte.
Dass auch später Sendergremien für die Durchsetzung offen politischer Ziele genutzt wurden, zeigte sich beim ZDF besonders markant 2009 am Fall Brender: Die CDU verhinderte mit ihrer Mehrheit im Verwaltungsrat die Neuberufung des ihr missliebigen Chefredakteurs, eines hochgeachteten Journalisten.
Das daraufhin angerufene Bundesverfassungsgericht limitierte 2014 die Zahl der von Parlamenten, Regierungen usw. in Gremien der öffentlich-rechtlichen Sender zu entsendenden Personen. Was nicht heißt, dass Parteimitglieder über andere Funktionen in die Räte kommen und zu parteipolitisch geprägten Mehrheiten beitragen.
Das Urteil betrifft allerdings nur die Gremien der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Eine Dominanz staatlicher Vertreter besteht beispielweise in einigen Landesmedienanstalten. So treffen fünf vom Sächsischen Landtag eingesetzte Personen im Medienrat der SLM die relevanten Entscheidungen, während die 31köpfige Versammlung kaum Einfluß hat. Bei der MABB fehlt dieses Korrektiv des Parteienproporzes.
Quellen: Der Spiegel vom 5.12.2018, Wikipedia zu Deutschland-Fernsehen, Rundfunk-Urteil, ZDF, K. Holzamer
BVerfG: Urteil vom 18.2.1961 | Hintergrund: Rundfunkfinanzierung, Strukturdebatte.



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