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Aktuelles rund um den terrestrischen Rundfunk

Auf diesen Seiten finden Sie Nachrichten des laufendes Monats. Ältere News können im Monats-Archiv nachgeschlagen werden.

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23.9.2020 • Österreich: Tests mit UHD und 5G Broadcast
In Wien hat ein Testbetrieb für UltraHD via DVB-T2 begonnen. Das Projekt läuft bis Jahresende, teilt der Netzbetreiber ORScomm in seinem Techblog mit.
Inhalte kommen 24/7 von dem Lifestyle-Sender Insight-UHD. Das wird vom 21. September bis zum 11. Oktober durch die Liveübertragung von den French Open aus Paris unterbrochen. An den Sendeanlagen Kahlenberg und Liesing wurden dafür Sender im Kanal 21 eingerichtet. Technische Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. Für den Empfang ist neben einem UHDfähigen Gerät ein Paket aus SimpliTV Antenne und SimpliTVModul erforderlich.
Schon seit März läuft ein Testprojekt zur TV-Übertragung mit Mobilfunk der 5. Generation („5G Broadcast“). Das ist aus ORS-Sicht „die Zukunft des digitalen Antennenfernsehens für Broadcaster, Mobilfunknetze sowie Konsumentinnen und Konsumenten“, so Geschäftsführer Michael Wagenhofer überschwänglich. Testfahrten „bestätigen bereits die Übertragungsqualität“. 5G Broadcast entlaste die Mobilfunknetze bei Großevents durch ein „Zusammenspiel zwischen Rund- und Mobilfunk Network Operators“. Das werde in einer zweiten Testphase untersucht.
Quelle: ORS zu 5G Broadcast vom 22.9., UltraHD/DVB-T2 vom 17.9.
Hintergrund: DVB-T2 in Österreich (SimpliTV). ORS - 5G Broadcast.
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22.9.2020 • Digitalradio: 2. Bundesmux startet am 5. Oktober
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Jetzt macht es Antenne Deutschland offiziell mit dem 2. nationalen DAB+-Multiplex: Die „Plattform geht am 5. Oktober on air“. Das Konsortium nutzt diese Bekanntgabe, um die schon bekannten vier Programme des Plattformpartners Absolut Radio zu bestätigen.
Dort ist neben dem durch DAB+ in Bayern und Hessen bekannten Programm Absolut Hot auch Absolut Top enthalten, das als „komplett neues“ und „einzigartiges“ Programm mit „Hits des neuen Jahrtausends“ bezeichnet wird. Von den Drittanbieterprogrammen werden „einige bereits am 5. Oktober über die Plattform verbreitet“, wird der für mehrere Drittanbieter- und zwei Absolut-Wellen bekannt gewordene spätere Start umschrieben. Keine Äußerung gibt es zu den noch fehlenden Programmen von „namhaften Bewerbern“, mit denen man im Juli Gespräche gemeldet hatte.
Die Eigenprogramme kommen zunächst von Absolut aus Regensburg. Anfang 2021 will man nach Garching bei München umziehen, wo die Firma NextCast derzeit ein neues Sendezentrum für Antenne Deutschland baut.
Quelle: Presseinfo von Antenne Deutschland vom 22.9. | Hintergrund: DAB+-Bundesmux2 - Programme, Hintergrund.
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22.9.2020 • Digitalradio: Rockantenne wird Regional-Muxe verlassen
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 „Mit dem Start des zweiten nationalen Multiplex werden wir zunächst eine parallele DAB+ Verbreitung in manchen Teilen der Rock-Republik haben.“ Das teilt Rockantenne kurz nach Bekanntgabe der Infos zum Start-Sendenetz des Bundesmux2 auf seiner Website mit. Eine Meldung interpretiert den Begriff „zunächst“ damit, der Rückzug aus doppelt versorgten Gebieten sei „sukzessive“ vorgesehen. Termine für Abschaltungen in den Regionen werden aber nicht genannt.
Der Bericht bestätigt frühere Einschätzungen, wonach Programme des zweiten nationalen Multiplexes bestehende regionale Versorgungen aufgeben werden. Sobald der Bundesmux2 in diesen Gebieten eine vergleichbare Abdeckung erreicht, sind die hohen Kosten einer doppelten Versorgung nicht mehr gerechtfertigt. Im Fall von Rockantenne wären in der Perspektive Änderungen in vier Bundesländern zu erwarten:
Baden-Württemberg In Baden-Württemberg werden acht der zehn für den neuen Bundesmux geplanten Standorte auch vom landesweiten Privatmux genutzt bzw. sind für letzteren geplant. Dazu kommen zwei beim Landesmux bisher nicht vorgesehene Standorte, die auch der Bundesmux1 nutzt.
Baden-Württemberg In Berlin und Brandenburg ist (wie im Zweiländer-Mux Block 12D) die Versorgung der Hauptstadtregion vom Standort Alexanderplatz aus gewährleistet. In der brandenburgischen Fläche ist zum Bundesmux-Start Pritzwalk im Norden statt wie beim Landesmux Booßen im Osten des Landes vorgesehen, beide Muxe senden aus Cottbus-Calau.
Baden-Württemberg Für Hessen nennt Media Broadcast sechs der acht von den beiden Privatradio-Muxen (Blocks 12C, 6A) genutzten Senderstandorte. In den Versorgungsbereichen der zusätzlichen Bundesmux2-Standorte Gelnhausen und Gießen ist laut Versorgungsprognose aber auch der Block 12C zu empfangen.
Alle Standorte des neuen nationalen DAB+-Muxes werden in diesen Bundesländern vom ersten Bundesmux verwendet. Unterschiede der Sendegebiete der Landes- und der nationalen DAB+-Multiplexe ergeben sich aus den ab Sendestart zu erfüllenden Auflagen der Bundesnetzagentur zu den Versorgungsgebieten.
Laut der Meldung ist Bayern von einem Regionalausstieg der Rockantenne („zunächst“?) nicht betroffen. Der Musiksender erreicht dort über die sechs regionalen Multiplexe des BR eine annähernde Flächendeckung. Dieses Sendegebiet versorgt der neue Multiplex zum Startzeitpunkt nur teilweise. Das betrifft auch den Schwestersender Antenne Bayern, der über DAB+ im landesweiten BR-Mux (Block 11D) sendet. Dessen Ausbau ist mit mehr als 60 Senderstandorten sehr weit fortgeschritten. Der Bundesmux1 nutzt im Freistaat 25 Sendeantennen. Für den Bundesmux2 sind in der ersten Ausbaustufe zehn geplant. Für Weiteres sind die Planungen für den Ausbau des Bundesmux2-Sendenetzes abzuwarten.
Die Kostenfrage der Doppelversorgung stellt sich auch für Joke.FM. Der Spartensender wird - wie Rockantenne - in den beiden hessischen DAB+-Multiplexen ausgestrahlt.
Quelle: Meldung von satnews vom 22.9., Homepage Rockantenne | Hintergrund: DAB+-Bundesmux2 - Programme, Hintergrund.
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21.9.2020 • Luxemburg: RTL Radio kündigt Einstieg bei DAB+ an
DABplus-Logo Schriftzug Der RTL-Sendenetzer Broadcast Center Europe (BCE) hat am 18. September mit seinem Schwestersender RTL Radio und Eldoradio ein weiteres Testprojekt für DAB+ gestartet. Ein Regelbetrieb sei ab dem Frühjahr 2021 möglich. Das berichtet RTL Radio Luxemburg auf seiner Website.
Das Projekt soll die Möglichkeiten von DAB+ für eine flächendeckende Versorgung und neue Radioprogramme zeigen. Beides sei mit UKW wegen der knappen und für die Versorgung im Auto unzureichenden UKW-Ressourcen nicht machbar. Aus der Mitteilung geht weiter hervor, dass die Regierung des Großherzogtums parallel Schritte zur Einführung von DAB+ unternimmt.
Das Projekt schließt an frühere Berichte und Spekulationen über eine Einführung von DAB+ im Nachbarland an. 2018/19 hatte BCE bereits einen Test durchgeführt.
Quelle: Meldung von RTL Lëtzebuerg vom 18.9. | Hintergrund: DAB+ international.
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21.9.2020 • Tschechien: ÖR-Radio versorgt 95 Prozent der Tschechen
Nach der Aufschaltung von zehn weiteren Sendeanlagen versorgt Tschechiens öffentlich-rechtlicher Sender Ceský rozhlas (CRo) mit seinem DAB+-Angebot rund 95 Prozent der Bevölkerung.
CRo sendet zehn landesweite und zehn regionale Programme in zwei regionalisierten Muxen. 2021 kommen ein Sportkanal und ein Programm für Senioren dazu. Auch in Tschechien wird das aus Deutschland stammende und von WorldDAB übernommene Logo („DAB+ - Mehr Radio“) eingesetzt. Es soll im November und Dezember mit einer Werbekampagne wieder ins Blickfeld rücken.
Laut WorldDAB werden 34 Privatradios in drei weiteren Multiplexen verbreitet. Laut CRo sind bis zu 80 landesweite und 800 regionale Programme möglich. Weitere Sendenetze befänden sich in der internationalen Koordinierung. DAB+-Tuner gehören seit August bei Skoda zum Autoradio-Standard.
Der Sendedienstleister Ceské Radiokomunikace bereitet für 2021 Mindestanforderungen und ein Zertifizierungsprogramm für DAB+-Radios als Unterstützung für Kunden und Handel vor.
Sechs Mittel- und Langwellensender werden Ende 2021 abgeschaltet.
Quelle: Artikel von Digitální rádio vom 17.9. | Hintergrund: DAB+ international.
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19.9.2020 • Digitalradio: Alpin FM will im Oktober auf Sendung gehen
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Das neue Regionalradio Alpin FM will „im Oktober“ im Voralpen-Mux (Block 7A) auf Sendung gehen, so die Ankündigung auf der Sender-Website. Möglicherweise erfolgt der Sendestart zeitgleich mit der Erweiterung des Sendegebietes auf den äußersten Südosten Bayerns. Die Zuweisung der BLM an Alpin FM ist bis zum 6. Juni 2029 befristet. Als letztes Programm wird Radio ISW für den im Juli 2019 gestarteten Regionalmux erwartet, sobald dessen Einzugsgebiet durch Aufschaltung am Sendestandort Neuötting durch den DAB+-Mux abgedeckt wird.
Laut einer Meldung zielt Alpin FM mit „bayerischem Lebensgefühl“ auf eine Hörerschaft „deutlich jünger als (von) BR Heimat“. U.a. werden die Mundart-Nachrichten von Charivari Rosenheim und Radio Trausnitz übernommen. Gesellschafter sind Funkhaus Rosenheim (wo der Sender auch produziert wird), Bayernwelle, Radio Oberland und Alpenwelle zu gleichen Teilen. Diese Regionalsender sind im Voralpenmux vertreten - ebenso wie die im Funkhaus Rosenheim produzierten Ableger von Galaxy und Charivari für Rosenheim.
Quelle: Meldung von radiowoche vom 19.9., Homepage | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Bayern.
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18.9.2020 • Digitalradio: Divicon sendet für Media Broadcast
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 36 der 71 Sendeanlagen für den zweiten nationalen DAB+-Multiplex werden von Divicon Media im Auftrag der Media Broadcast gebaut und betrieben. Zu den Aufgaben gehört auch die laufende Überwachung des Sendeverlaufs und der technische Service. Das teilt die Leipziger Firma mit.
Man sei „stolz, mit unserer Expertise einen Beitrag in diesem großartigen Projekt zu leisten“, so Geschäftsführerin Martina Rutenbeck. Sie verweist auf die Kompetenz des Unternehmens für den „besonders effizienten, besonders sicheren und qualitativ hochwertigen Betrieb von Senderanlagen“.
Divicon Media ist eigentlich Wettbewerber von Media Broadcast und betreibt u.a. die DAB+-Stadtmultiplexe in Sachsen, die Plattform für den künftigen Thüringen-Privatmux sowie etliche UKW-Sendeanlagen. Für den geplanten DAB+-Privatmux Saarland war eine Kooperation der beiden Sendenetzer vorgesehen.
Quelle: Presseinfo von Divicon Media vom 17.9. | Hintergrund: DAB+-Bundesmux2 - Programme, Hintergrund.
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18.9.2020 • Digitalradio: Zwei neue Sendestandorte für das Voralpenland
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Bayern Digital Radio will „Mitte September“ zwei weitere Sendestandorte für den Multiplex Voralpenland (Block 7A) in Betrieb nehmen. Noch vor Jahresende sollen die letzten UKW-Programme parallel auf DAB+ übertragen werden.
Mit den neuen Antennen auf dem Untersberg (5 kW) und Hochberg (10 kW) werde der Empfang in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land „maßgeblich verbessert bzw. erstmalig möglich“, teilt der Netzbetreiber mit. Das Regionalnetz versorge im Oberland und Südostbayern dann ca 1,21 Mio. Einwohner; für 1 Mio. Einwohner reiche eine Zimmerantenne aus. Im Mobilmodus entspreche das 93 Prozent. Für das 2. Halbjahr wurden zuvor auch die Standorte Isen und Neuötting angekündigt.
„Bis Ende 2020“ sollen die Programme Alpin FM und Radio ISW im Voralpen-Mux auf Sendung gehen. „Damit werden dann alle UKW-Programme in Bayern auch über DAB+ verfügbar sein.“ Dieses medienpolitische Ziel war vor dem Einstieg in die Regionalisierung auf „voraussichtlich bis Ende 2018“ festgelegt worden.
Quelle: Presseinfo von BDR vom 17.9. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Bayern.
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17.9.2020 • Digitalradio: Media Broadcast gibt Sendenetz bekannt
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Media Broadcast, bei Antenne Deutschland zuständig für das Sendenetz des zweiten Bundesmuxes, veröffentlicht jetzt eine Liste der Senderstandorte und einen Empfangscheck. Ein konkreter Startttermin wird weiterhin nicht genannt, es bleibt beim „Sendestart im Oktober 2020“. Auch zu den noch fehlenden Programmen gibt es keine Information.
Nicht neu sind die allgemeinen Versorgungsangaben: Über 71 Standorte (Karte klickbar) werden rund 67 Mio. Menschen bzw. 83 Prozent der Bevölkerung im Modus outdoor mobil versorgt; indoor soll der Empfang für 49 Mio. Einwohner (61 Prozent) gesichert sein. Beim Netzaufbau und der Beschaffung liege man trotz Corona im Plan. „Diese Standorte werden alle zum Sendestart im Oktober 2020 oder in Einzelfällen kurz danach in Betrieb gehen. Ein weiterer Ausbau ist mit steigender DAB+ Nutzung im Laufe der kommenden Jahre geplant“, heißt es weiter. Der Liste ist zu entnehmen, dass fünf der 71 Standort „bis Ende 2020“ und zwei weitere „voraussichtlich“ im Januar bzw. April 2021 ans Netz gehen.
Nachtrag : Laut einer Meldung ist der Sendestart am 5. Oktober vorgesehen.
Quelle: Presseinfo von Media Broadcast vom 17.9., Empfangscheck, Standortliste
Hintergrund: DAB+-Bundesmux2 - Programme, Hintergrund.
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16.9.2020 • Digitalradio: Wieder Schülerwettbewerb in Bayern
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Unter dem Motto „Bau dein eigenes Radio“ sind Schüler weiterführender Schulen Bayerns erneut zur Teilnahme an einem Design-Wettbewerb für DAB+-Radios aufgerufen.
Der BR und Bayern Digital Radio stellen für den IT-, Physik-, Werk und Kunstunterricht sowie für entsprechende Schülerprojekte 1.000 Radiobausätze zur Verfügung. Diese müssen zusammengebaut können mit einem individuellen Design aus beliebigen Materialien versehen werden. Die schönsten und ausgefallendsten Entwürfe werden ausgezeichnet.
In Bayern wurde 2017 ein erster derartiger Wettbewerb durchgeführt. Die Hauptpreise gingen an zwei 13jährige Schülerinnen (BR-Fotos klickbar).
Quelle: Presseinfo von BDR/BR vom 15.9. | Hintergrund: DAB+ und Privatradios in Bayern.
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14.9.2020 • Digitalradio: Media Broadcast schaltet PeliOne ab
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der Sendenetzbetreiber Media Broadcast hat alle Verträge mit dem Berliner Radiosender PeliOne zum 15. September gekündigt. Betroffen ist die Verbreitung über DAB+ in Berlin/Brandenburg (Block 12D) und Hamburg (Block 10D). Gegenüber infosat bedauerte ein Sprecher des Sendenetzers die Entscheidung. „Die Gründe liegen ausschließlich in unterschiedlichen Sichten zur Erfüllung von Vertragspflichten.“ Weitere Auskünfte werde das Unternehmen nicht geben.
Media Broadcast hatte den in Berlin produzierten Musiksender bereits im Januar und Ende Dezember 2019 kurzzeitig abgeschaltet. Peli One hatte auf die genehmigte Verbreitung in Bremen verzichtet. Anfang 2019 hatte der Veranstalter einen „seit Monaten schwelenden Streit“ bestätigt. Dabei geht es finanzielle Forderungen des Sendenetzers, die der Veranstalter für unberechtigt hielt und nicht bezahlte.
Der Netzbetreiber habe die Vereinbarungen über die Zulieferung nach Hamburg verletzt, heißt es heute OnAir bei PeliOne. Dem Sender sei daher „eine Regionalisierung des Programms in Berlin und Hamburg verwehrt worden“. Die Zahlungen für die Verbreitung in beiden Regionen seien bis Jahresende dank öffentlicher Corona-Hilfen gesichert, nachdem Werbung ausgefallen sei und der Hauptsponsor geschlossen habe. Das habe der Sendenetzer „mißbraucht“. PeliOne will klagen.
Quelle: Meldung von infosat vom 14.9. | Hintergrund: DAB+ in Berlin/Brandenburg und Hamburg.
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13.9.2020 • Digitalradio: DAB+ beim „Warntag“ erfolgreich im Einsatz
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Im Gegensatz zum sonstigen Geschehen beim bundesweiten „Warntag“ hat das System von DAB+ funktioniert. Das teilte ein Sprecher von Digitalradio Deutschland auf Nachfrage von infosat mit. „Die unabhängig von Internet und Mobilfunk funktionierenden Rundfunknetze sind ein zuverlässiger Kanal zur Warnung und Information der Bevölkerung“, so das Fazit.
Die Signalisierung „TestAlarm“ wurde demnach um 11 Uhr bei Deutschlandradio Köln ausgelöst. Damit konnten Informationen zum Probealarm über das Programm Deutschlandfunk im Bundesmux 1 der Media Broadcast verbreitet werden. Parallel wurde ein Meldungstext über Journaline des DLF gesendet. „Damit waren sendeseitig alle Voraussetzungen für die Aussendung einer Warnung über DAB+ gegeben“, so der Bericht.
Auf der Empfangsseite bestätigt man den einwandfreien Empfang des Testalarms mit Referenzempfängern in Köln und Berlin. Kompatible Radios hätten innerhalb des Bundesmux auf die Notfallinfos umgeschaltet. Geeignete Noxon-Radios wurden „innerhalb einer Minute aus dem Standby“ geholt und auf DLF geschaltet. Nach Löschung der Signalisierung (Alarmende) schalteten diese Geräte in den Normalbetrieb zurück, so der Bericht.
EWF wurde seit 2013 mehrfach in Bayern und Sachsen-Anhalt getestet. Im DAB+-Mux Wien wurden zeitweise bis zu fünf EWF-Kanäle für mehrsprachige Infos zu Corona geschaltet.
Anmerkung : Die Weckfunktion ist - soweit bekannt - nur im Dradio1 (Noxon) implentiert. Diese sinnvolle Funktion sollte für Heim- wie Autoradios Pflicht werden. Damit die Notfallinfos wirklich überall ankommen, sollten alle Mux-Betreiber zur Verbreitung verpflichtet werden, so dass landesweite bzw. regionale und lokale Nachrichten möglich werden.
Quelle: Meldung von infosat vom 12.9. | Hintergrund: DAB+ und EWF.
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11.9.2020 • Österreich: 5G-Auktion wurde beendet
Nach 60 Bieterrunden wurde die Auktion für den 5G-Mobilfunk beendet. Mit Frequenzen der Bereiche 700, 1500 und 2100 MHz spielte die Medienbehörde RTR knapp 202 Mio. Euro von drei Netzbetreibern ein.
Alle Frequenzpakete hätten einen Besitzer gefunden. Eines der Ziele wurde offenbar nicht vollständig erreicht. Nur „1.702 Katastralgemeinden, das sind rund 80 % aller bisher in Österreich schlecht oder gar nicht versorgter Gebiete, erhalten in Zukunft flächendeckend leistungsfähige Mobilfunk-Breitbandversorgung.“ Das soll bis 2027 erreicht werden. Gleichwohl erklärt RTR „das ambitionierte Ziel einer flächendeckenden Versorgung von bisher mit leistungsfähigem mobilen Breitband unterversorgten Regionen“ für erfüllt. Im Vorfeld hatte die Medienbehörde RTR erklärt, die Situation für 2.100 bisher nicht oder schlecht versorgte Gebiete bessern zu wollen.
Quelle: Presseinfo der RTR vom 11.9. | Hintergrund: DVB-T2 in Österreich (SimpliTV).
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11.9.2020 • Digitalradio: Änderungen bei DAB+-Standards
WorldDAB.org-Logo 2019 Das Technical Comittee (TC) des Dachverbandes WorldDAB hat in den vergangenen zwölf Monaten mehrere Arbeitsfelder abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden an das europäische Institut für Telekommunikations-Normen ETSI zur Standardisierungweitergeleitet. WorldDAB hebt folgende Teilstandards heraus:
TS 103 689 :Die neue Teilspezifikation für „Filtered Information Services“ (FIS) betrifft das Senden von Daten auf Radios mit konfigurierbaren Filtern. Damit könnten Nutzer mit Texten in bestimmten Sprachen, Besitzer bestimmter Modelle oder nach dem Registrierungsdatum des Produktes gezielt adressiert werden.
TS 103 461 :Im Vorfeld der EU-weiten Einführung von Hybrid-Empfängern (EECC) wurden die technischen Mindestanforderungen für Haus- und Autoradios überarbeitet. U.a. wird die Abwärtskompatibilität zu Geräten gewährleistet, die dem Spezifikationsstand 2017 entsprechen. Technische Grundlage ist das britische Tick Mark, das eine ähnliche Funktion wie das grüne DVB-T2 HD-Logo in Deutschland hat.
TS 103 176 :Die Regeln für die Implementiertung von Service Informationen ins Sendesignal richten sich an Programmanbieter und Sendetechniker. Enthalten ist der sender- und empfangsseitige Umgang mit dem sog. Fast Information Channel (FIC). Vorgaben für nichtlateinische Zeichen (neu: thailändisch) in Lauftexten sollen DAB+ für diese Länder fit machen.
Das TC arbeitet weiter der ETI- (Ensemble Transport Interface) Bibliothek von WorldDAB zu. Dort werden Beispiele für Möglichkeiten der Konfiguration von DAB-Ensembles gesammelt.
Quelle: Presseinfo von World DAB | Hintergrund: DAB+ international.
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10.9.2020 • Digitalradio: „Warntag“ mit Fragezeichen
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Eher bescheidene Ergebnisse zeitigte der erste bundesweite „Warntag“ als Test von Info-Plattformen des Notfall- und Katastrophenschutzes des Bundes - nicht nur über DAB+.
Im DAB+-Bundesmux wurde „Bundesweiter Warntag 2020 - Probewarnung“ auf lauftextgeeigneten Displays angezeigt. Das funktionierte sogar auf älteren Geräten, offenbar aber nur bei eingeschaltetem Deutschlandfunk und weder mit dessen Schwestersendern noch mit den Privatradios im DAB+-Bundesmux. Eine akustische Signalisierung, die für DAB+ und EWF angekündigten Sprachdurchsagen und mehrsprachigen Texte gab es nicht, so dass die Möglichkeiten der DAB+-Warnfunktion nicht ausgeschöpft wurden. DLF nutzte immerhin Journaline zur Verlinkung auf (freilich nicht vorhandene) vertiefende Internet-Infos.
Über UKW wurde der RDS-Dienst genutzt. Einblendungen im Fernsehen wurden in Berlin weder bei DVB-T2 (ARD, ZDF) noch im KDG-Kabel (ARD, ZDF, RTL, ProSieben) festgestellt. Die User der Warnapp NINA des Bundes wurden laut Meldungen aufgrund einer Überlastung des „modularen Warnsystems“ nur begrenzt erreicht.
Der Warntext mit dem DAB+-Stick (oben) und einem älteren Radio. Fotos: dehnmedia (klickbar).
Die zuständigen Bundes-Institutionen haben die Chance verpaßt, die vielfältigen Möglichkeiten moderner Notfall-Infosysteme über die diversen Plattformen überzeugend zu demonstrieren. Der Warntag soll jährlich am zweiten September-Donnerstag wiederholt werden, um den Stand der Warnverfahren zu erfahren.
Nachtrag : Das Bundesinnenministerium stellt per ultrakurzer Pressemitteilung fest: Der Probealarm „ist aufgrund eines technischen Problems fehlgeschlagen“. Laut Medienberichten wurde das System durch die unkoordinierten Zuspielungen diverser Institution überlastet.
Quelle: Eigene Recherche, Homepage Warntag | Hintergrund: DAB+ und EWF.
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10.9.2020 • Digitalradio: SWR verbessert Versorgung um Bad Kreuznach
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der SWR kündigt die Aufschaltung einer DAB+-Sendeanlage für seinen Block 11A am Standort Bad Münster am Stein für den 15. September an. Damit verbessere sich die Versorgung im Kreis Bad Kreuznach (Bad Kreuznach-Bad Sobernheim-Fürfeld). In dem Programmpaket laufen auch die Privatradios BigFM, RPR1 und Rockland mit. In diesem Jahr will der SWR im Bundesland noch vier neue Sendeanlagen in Betrieb nehmen.
Quelle: Website des SWR vom 10.9. | Hintergrund: DAB+ und Privatradios in Rheinland-Pfalz.
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10.9.2020 • Polen: DVB-T2 mit HEVC im Südwesten im Test
DVB-T2 Logo (DVB Project) In Polen hat ein Test mit DVB-T2 und dem HEVC-Codec begonnen. Von Sendeanlagen in Krakow und Katowice verbreitet der Netzbetreiber Emitel drei Programme des Staatssenders TVP für 6 Mio. Einwohner.
Laut TVP-Vertriebsdirektor Marcin Klepacki wolle man feststellen, „ob die polnischen Haushalte für den Empfang nach dem neuen Standard vorbereitet sind“. Neben diesem Dreimonats-Test habe man Genehmigungen für Sendeanlagen für Warschau, Gdansk und Poznan; weitere Genehmigungen werden mit Blick auf eine annähernd flächendeckend Ausstrahlung erwartet, so Klepacki.
Quellen: Bericht von broadbandtvnews vom 10.9.
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10.9.2020 • Rundfunkbeitrag: CDU und AfD werden Erhöhung kippen
Beitragsservice Die CDU Sachsen-Anhalt wird die Erhöhung des Rundfunkbeitrages stoppen. Das bekräftigte die Regierungsfraktion im Landtag. Sie ist der Schützenhilfe der AfD-Fraktion sicher. Hingegen wollen die mitregierende SPD und die oppositionellen Grünen der Erhöhung zustimmen. Die Fraktion der Linkspartei hält ihre Entscheidung offen und forderte die ARD-Intendanten zum Verzicht auf Gehaltserhöhungen auf.
Die Landes-CDU stellt sich zur Rundfunkfinanzierung damit gegen die anderen Landesverbände und das Zusammengehen mit der AfD betreffend gegen Parteitagsbeschlüsse der Bundes-CDU. Im Vorfeld hatte Ministerpräsident Haseloff (CDU) Zustimmung zunächst an die Installation einer ARD-Einrichtung in Sachsen-Anhalt gebunden. Aufgrund dieser verfassungsrechtlich bedenklichen Kopplung war der Bayerische Rundfunk aus dem ARD-Beschluß für ein Kulturangebot in Magdeburg ausgeschert.
Die den 16 Landtagen vorliegenden Zustimmungsgesetze beinhalten die erste Erhöhung des Rundfunkbeitrags seit 12 Jahren - auf 18,36 Euro ab 2021. Diese 86 Cent mehr bleiben weit hinter der Preisentwicklung zurück. Wie das Ausbleiben der Beitragserhöhung sich in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus auf die Ausbaupläne für die Sendenetze des Bundesmuxes 1 und des MDR auswirken könnte, wurde hier bereits beschrieben.
Übrigens : Die 87 Landtagsabgeordneten in Sachsen-Anhalt profitieren von einer jährlichen automatische Diätenerhöhung. Sie erhalten seit dem 1. Juli monatlich 7.131,02 Euro. Das sind 241,15 Euro mehr als die bis dahin 6.889,87 Euro. Dazu kommen noch eine steuerbefreite Pauschale von 1.906,73 Euro und weitere Gelder. Die Diätenerhöhung haben die Abgeordneten an einen Wirtschaftsindex gebunden. Eine solche Kopplung verweigern alle Landesparlamente den Sendeanstalten.
Quellen: Bericht von Infosat vom 10.9., Diäten Sachsen-Anhalt | Hintergrund: Rundfunkbeitrag ab 2021.
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10.9.2020 • Digitalradio: TLM informierte sich
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Laut Presseinformation informierte sich die Versammlung der Thüringen-Medienanstalt am 8. September über den „über den Stand der Realisierung des privaten landesweiten Multiplexes DAB+“. Was Martina Rutenbeck und Mike Lehmann, die Geschäftsführer des Plattformbetreibers Divicon, dem Gremium berichtet haben, wird der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt.
Quelle: Presseinfo der TLM vom 9.9. | Hintergrund: DAB+ und Privatradios in Thüringen.
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9.9.2020 • Telekom: Nach 5G kommt 6G - mit noch kleineren Funkzellen
Terrestrik Für die Verbindung künftiger extrem kleinzelliger Funkinseln bietet sich Funk im Terahertz-Bereich an. Ein kostengünstiges Empfängerkonzept dafür stellte jetzt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vor.
Es handele sich um Empfänger, „die aus einer einzigen Diode bestehen und diese mit einem speziellen Signalverarbeitungsverfahren kombinieren“. Experimentell wurde eine „Datenübertragungsrate von 115 Gbit/s auf einer Trägerfrequenz von 0,3 THz über eine Entfernung von 110 Metern“ nachgewiesen, berichten Prof. Christian Koos, Prof. Sebastian Randel und weitere Beteiligte in einem Fachbeitrag. Künftige leistungsfähigere Datenfunknetze erforderten „kurze Wege“, müßten also „aus zahlreichen kleinen Funkzellen bestehen“.
Geht man von der genannten maximalen Reichweite und angedeuteten Dimensionen der Geräte aus, müssten noch mehr Funkanlagen als für 5G installiert werden, was die KIT-Grafik (klickbar) verdeutlicht. Dann könnte die 6. Generation der Mobilfunktechnik der Datennutzung, auf deren explosiven Anstieg die Telekoms setzen, „noch deutlich höhere Datenübertragungsraten, kürzere Verzögerungszeiten und eine größere Dichte an Endgeräten“ bewältigen, als der aktuell am Einführungsbeginn stehende 5G-Mobilfunk.
Quelle: Presseinfo des KIT vom 8.9.
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9.9.2020 • Digitalradio: EWF beim „Warntag“ bundesweit im Test
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Am morgigen ersten „Warntag“ wird um 11 Uhr ein bundesweiter Probealarm ausgelöst. An das dabei eingesetzte „modulare Warnsystem“ (MoWaS) des Bundes ist u.a. der Rundfunk angeschlossen - und damit auch die DAB+-Verbreitung. Nach Angaben des Digitalradio Büros können mittels der Emergency Warning Function (EWF) von DAB+ „Warnungen direkt an DAB+ Radiogeräte gesendet werden“. Dies geschehe sowohl über das Sendenetz des Bundesmux 1 (also Block 5C) als auch über das Netz der Privatradios für Sachsen-Anhalt (Block 11C).
Das Digitalradio Büro verweist u.a. darauf, dass mittels EWF „im Ausnahmefall“ auch (geeignete, dehnmedia) Radios aus dem Standby in Betrieb schalten könne. „Zusätzlich zur Sprachdurchsage werden dabei mit EWF über DAB+ auch mehrsprachige Textinformationen übertragen.“ EWF wurde vom Fraunhofer Institut entwickelt, das wie Deutschlandradio den „Warntag“ unterstützt.
Quelle: Presseinfos vom Digitalradio Büro, MSA vom 9.9., Homepage Warntag | Hintergrund: DAB+ und EWF.
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8.9.2020 • Österreich: RTL Austria in SD jetzt kostenlos bei SimpliTV
Schon seit dem 2. Dezember ist RTL Austria im Rahmen von SimpliTV zusätzlich zum kostenpflichtigen HDTV-Paket auch kostenlos (jedoch in SDTV und nach Aktivierung) zu sehen. Nun können „insgesamt mehr als 450.000 Personen RTL Austria unkompliziert via Antenne empfangen“, so der Werbevermarkter IP Österreich. Man konnte „die Reichweite massiv steigern“ und das Umfeld für die Werbekunden verbessern.
Quelle: Presseinfo von IP Österreich vom 8.9. | Hintergrund: DVB-T2 in Österreich (SimpliTV).
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8.9.2020 • DVB-T2 HD: Antenne statt Zwangskabel?
Freenet TV Für den Anbieter des terrestrischen Pay-TV Paketes der Privatsender FreenetTV ist die Zwangsverkabelung eine Wachstumsbremse. Das machte Francie Petrick, Bereichsleiterin für FreenetTV bei Media Broadcast, im Interview mit teltarif.de deutlich.
Die Bindung des Mieters an einen von ihm nicht beeinflußbaren Vertrag des Vermieters sei „eine klare Wechselhürde, die wettbewerbspolitisch nicht vertretbar ist“, so Petrick. „Verbraucherschützer sehen darin einen Vertrag zu Lasten Dritter. Leidtragende sind rund 12 Millionen Mieter.“ Entsprechend bewertete sie eine Initiative des Bundeswirtschaftsministers positiv, der „mit einer verbraucherfreundlichen Regelung Mietern beim TV-Angebot die Wahlfreiheit ermöglichen“ wolle.
Mit derzeit 1 Mio. sei die Kundenzahl stabil, was laut Petrick deren „hohe Loyalität“ dokumentiere - trotz der Preiserhöhung im Mai von 5,75 Euro auf 6,81 Euro monatlich. Die stabile Kundenzahl deutet aber auch darauf, dass das terrestrische Potenzial ausgeschöpft ist. Nachdem die Sat-Verbreitung mangelns Marktchancen scheiterte bliebe noch ein Angriff auf das Kabel als Möglichkeit, um neue Kunden zu generieren.
Mit seinem Sendenetz (63 Standorte für rund 62 Mio. Einwohner) habe FreenetTV den Einzugsbereich der Privatsender (42 Mio. Einwohnern bei DVB-T) erhöht. „Ein weiterer Ausbau des Sendernetzes ist möglich, aktuell aber nicht geplant.“, so Petrick.
Covid-19 habe die Zukunftsfähigkeit des Broadcast-Prinzips bewiesen. Es handele sich um eine Infrastruktur, „die unabhängig von der Anzahl der Nutzer gleichmäßig stabil ist, ohne dass Inhalte gedrosselt werden müssen.“ DVB-T2 und der terrestrische Rundfunk insgesamt werden daher laut Petrick „von mehreren medienpolitischen Sprechern von Bundestagsfraktionen (aber wohl nicht von allen, dehnmedia) als systemrelevant eingestuft. Klar, dass die Terrestrik Frequenzen behalten muss.“
Ein aktuelles Musterverfahren der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs gegen ein NRW-Wohnungsunternehmen hatte das Thema Zwangsverkabelung wieder an die Öffentlichkeit gebracht.
Quelle: Interview bei teltarif.de vom 7.9. | Hintergrund: FreenetTV.
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7.9.2020 • Digitalradio: Neues vom Bundesmux 2
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Beim heutigen Digitalradiotag wurden Berichte bestätigt, wonach der zweite nationale DAB+-Mux zunächst nicht mit allen angekündigten 16 Programmen startet. Antenne Deutschland-Geschäftsführer Joe Pawlas geht davon aus, dass die Eigenprogramme des Plattformbetreibers Absolut Bella, Absolut Hot, Absolut Oldie und Absolut Top wahrscheinlich von Anfang an zu hören sind. Die neu zu entwickelnden Sport- und Talkradios sollen laut Pawlas 2021 folgen. Die bekannten Sender Antenne Bayern, Rock Antenne, RTL Radio und Toggo Radio sind wohl ebenfalls von Beginn an dabei. Wann die vier weiteren Programme (Drivers Classics, Energy2, JokeFM und ProfiRadio) sowie die beiden weiteren Sender starten bleibt zunächst offen. Deren Namen wie auch Hintergründe zu Drivers Classics wurden ebensowenig genannt wie ein konkreter Termin für den Sendestart. Klar ist aber eine „Sendersuchlauf“-Kampagne zum Sendestart und eine Werbekampagne im November.
Dass alle 16 Programme laut einer Meldung „bis spätestens Ende 2020 auf Sendung sein“ müssen widerspricht allerdings der o.g. Äußerung von Pawlas.
Quelle: Bericht von infosat vom 7.9. | Hintergrund: DAB+-Programme national, Bundesmux 2.
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7.9.2020 • Digitalradio: DAB+ überzeugt, wenn die Nutzung gegeben ist
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der Digitalisierungsbericht Audio 2020 zeigt, „dass DAB+ mit seiner Vielfalt für unsere Hörerinnen und Hörer höchst attraktiv ist, wenn die Nutzungsmöglichkeiten erst einmal gegeben sind“, so MDR-Intentendantin Karola Wille für die ARD. DAB+ und das Internet hätten in der Corona-Krise eine wichtige Rolle vor allem für die Information der Hörer gespielt. Für Deutschlandradio sieht Intendant Stefan Raue „DAB+ als robustes Rückgrat der Verbreitung und Webradio mit non-linearen Inhalten als Ergänzung“. D-Radio werde weiterhin „regional auf digitalen Radioempfang umstellen, wo UKW unwirtschaftlich ist“.
Netz- und Plattformbetreiber Media Broadcast betont, dass DAB+ mit Zuwächsen von 44 Prozent bei der Radionutzung und 14 Prozent beim Gerätebestand „das stärkste Wachstum aller Radioempfangsarten“ verzeichnet.
Mit rund 17 (plus 1,8) Mio. DAB+-Radios macht „die Digitalisierung des Hörfunks weiter Fortschritte“, so das Digitalradio Büro zum neuen Digitalisierungsbericht. Das Statement hebt u.a. Niedersachsen hervor. Das Bundesland habe mit einem Zuwachs von 10 Prozent das Schlußlicht abgegeben. Die Haushaltsausstattung von 24,9 Prozent liegt jetzt im Bundesschnitt (trotz der Abstinenz privater Radios aus dem Bundesland und fehlender Aktivitäten, das zu ändern, dehnmedia). Hervorgehoben wird auch die Programmvielfalt: Unter den jetzt insgesamt 260 über DAB+ regional empfangbaren Programmen sind über 65, die nicht auf UKW senden.
Alle drei Statements setzten auf weitere Impulse für DAB+ durch den Bundesmux2 und dann 29 nationale Sender und die ab Dezember wirksame Hybridradiopflicht.
Quelle: Presseinfos vom Digitalradiobüro, ARD, D-Radio, Media Broadcast vom 7.9.
Hintergrund: DAB+-Programme und Privatsender in den Bundesländern.
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7.9.2020 • Digitalradio: Fast jeder vierte Haushalt hat ein DAB+-Radio
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Fast jeder vierte deutsche Haushalt hat inzwischen ein DAB+-Radio; 9,875 Mio. Geräte wurden bisher verkauft. Dieser Anteil stieg binnen Jahresfrist von 22,7 auf 24,3 Prozent. DAB+ ist in diesen Haushalten der meistgenutzte Radio-Empfangsweg. Das ist die Kernaussage des heute erschienenen Digitalisierungsberichtes Audio 2020.
„Aktuelle Wachstumsraten von über 30 Prozent für DAB+ in Digitalradiohaushalten und die zunehmende Relevanz des Webradios zeigen spürbare und stetig zunehmende Veränderungen im Hörfunkmarkt“, kommentiert Wolfgang Kreißig für die Direktoren der Landesmedienanstalten.
Bestwerte bei der Haushaltsausstattung erreichen erwartungsgemäß Bayern (31,0 Prozent). Primus in Mitteldeutschland ist Sachsen mit einem ähnlichen Wert nach einem Zuwachs von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahresbericht. In den drei MDR-Bundesländern stieg die Ausstattung um 20 auf 28,9 Prozent. Hohe Zuwachsraten verzeichnen auch Berlin/Brandenburg (plus 14 auf 19,3 Prozent), Rheinland-Pfalz (plus 13 auf 24,1 Prozent) und Hessen (plus 11 auf 20,0 Prozent).
Eine weitere wichtige Erkenntnis: „DAB+ treibt den digitalen Radioempfang im Auto voran.“ Der Digitalanteil liege inzwischen bei knapp 16 Prozent der
DAB+ in den Bundesländern (klickbar). Grafik: Digibericht 2020.
Autoradios; der Anteil des IP-Empfangs stagniert bei etwa 1 Prozent. 2016 waren es knapp 9 Prozent, so dass „die Digitalisierungsquote im Auto in nur 5 Jahren um mehr als 80 Prozent gestiegen“ ist.
Während auch IP-Radio (von 12,3 auf 14,3 Prozent) sich positiv entwickelt, ging die UKW-Nutzung leicht auf 91,2 Prozent zurück. Seit 2016 sank die Zahl von nur UKW empfangenden Radios um mehr als 14 Mio. auf rund 125 Mio. Stück, also um rund 10 Prozent. Seit dem Bericht 2019 wurden 2,5 Mio. Stück aus den Haushalten entfernt. Diese Tendenz werde sich „langsam aber anhaltend“ fortsetzen, so der Bericht.
Das Forschungsinstitut Kantar befragte im Mai/Juni 6.000 Haushalte. Auftraggeber sind die Medienanstalten mit der ARD, Deutschlandradio, Media Broadcast und Vodafone.
Quelle: Presseinfo der Medienanstalten vom 7.9. Downloads : Digitalisierungsbericht Audio 2020, Datenteil.
Hintergrund: DAB+-Programme und Privatsender in den Bundesländern.
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7.9.2020 • Unterhaltungselektronik: IFA wird 2021 wieder offen
Zum Abschluß der Berliner Funkausstellung loben sich die Veranstalter für das „erste globale Live-Event mit weltweit führenden Marken der Tech-Industrie“ - trotz Corona. Für 6.100 zugelassene Besucher und 78.000 Zuschauer virtueller Events gab es - verkürzt auf drei Tage - eine Mischung aus Vorträgen und Produktpräsentationen weniger Firmen auf limitierter Fläche mit „Wow-Effekten“, so die Veranstalter.
Berlins Messechef Christian Göke entdeckt die „beeindruckende Kraft von Innovation“. Der gfu-Aufsichtsratsvorsitzende Kai Hillebrandt erklärt die Aufgabe der auf den B2B-Aspekt reduzierten „Special Edition“ für „perfekt erfüllt“. Wie erstmals im Vorjahr verzichteten die Veranstalter auf die Bekanntgabe der zwischen Herstellern und Handel für das Jahresendgeschäft vereinbarten Umsätze. Einiges deutet darauf, dass Verbraucher später geplante Einkäufe vorgezogen haben. Z.B. könnten Homeoffice und Homeschooling die vorzeitige Anschaffung privat genutzter Computertechnik angetrieben haben.
Die Veranstaltung habe gezeigt, dass die Beteiligten auf persönliche Kontakte nicht verzichten wollen. Die IFA 2021 vom 3. bis 7. September soll daher wieder wie gewohnt stattfinden. Bereits jetzt seien mehr als 60 Prozent der Fläche gebucht. Erstmals wird die Berlin Photo Week als Imaging-Schwerpunkt in die IFA einbezogen.
Quelle: Presseinfo der IFA-Veranstalter vom 5.9.
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7.9.2020 • Ungarn: Analoge Radiozukunft?
DAB-Logo Schriftzug Laut einer Meldung hat Ungarn die Testprojekte mit DAB-Radio am vergangenen Wochenende ersatzlos beendet. Dies werde mit mangelhaftem Hörerinteresse und genereller Ablehnung der Privatradios begründet, die auf UKW setzen.
Seit 2011 wurden drei staatliche und vier private Programme von drei Sendestandorten im Raum Budapest ausgestrahlt. Die Sendeleistungen im Block 11D waren mit je 0,25 kW gering.
Während Norwegen seit 2017 auf UKW verzichtet, die Schweiz das für Anfang 2023 ankündigt und DAB/DAB+ in zahlreichen Ländern Europas extensiv ausgebaut wird, stellt sich Ungarn gegen den Trend zu terrestrischem Digitalradio. Inwieweit das EU-Mitglied dabei in Konflikt mit europaweiten Regeln (Hybridtuner in Radios von Neuwagen) in Widerspruch gerät, bleibt abzuwarten. Es ist nach Finnland (wo man wohl die Interessen der dortigen Mobilfunk-Ausstatter schützen wollte) das zweite Land Europas, dass diesen Weg geht.
Quellen: Meldungen von satnews vom 7.9., Infos von WorldDAB, ukwtv.de | Hintergrund: DAB+ international.
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6.9.2020 • Digitalradio: Radio im Gepäck - Verlagskonzentration in NRW
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Ein aktueller Fall belegt die fortschreitende Konzentration am Zeitungs- und Lokalradio-Markt in NRW. Für die Übernahme der J. Bauer KG (Recklinghäuser Zeitung) durch die Ruhr Nachrichten (Lensing Media, mehrere Lokalzeitungen) sieht das Bundeskartellamt keinen Hinderungsgrund. Zu den Radiobeteiligungen von Lensing Media (Radio 91.2, Antenne Unna) kommt durch die Übernahme der Lokalsender Radio Vest hinzu. Die Ruhr Nachrichten können zugleich ihre 5,4 Prozent-Beteiligung an RadioNRW um den Anteil von J. Bauer auf 7,3 Prozent erhöhen.
Der Deal betreffe Zeitungen, Anzeigenblätter und Lokalradios für unterschiedliche Regionen, die „aber nicht im Wettbewerb um dieselben Leser stehen“. Daher werde der Wettbewerb nicht behindert, begründete das Bundeskartellamt die Freigabe der Übernahme.
Schon 2016 hatte der Medienkonzentrationsbericht der Landesmedienanstalt NRW vor einem Konzentrationsprozess bei den NRW-Lokalzeitungen - und in der Folge auch bei deren Radio-Tochterfirmen - gewarnt. Befürchtet wurde u.a., dass - wie bei den Zeitungen - Redaktionen der Lokalradios zusammengefaßt und personell reduziert werden. Dadurch würden lokale Kompetenz und Vielfalt verlorengehen. Der Folgebericht konstatierte zwei Jahre später: „Die Vielfalt des lokaljournalistischen Angebots ist aber nochmals zurückgegangen.“
Die Funke Mediengruppe kontrolliert elf der 44 NRW-Lokalradios und hält an weiteren Beteiligungen. Die Verlage kontrollieren zudem 59 Prozent des Inhaltezulieferanten und Werbevermarkters der Lokalradios RadioNRW. Dort kann die Funke Gruppe mit einer direkten Beteiligung von 21,7 Prozent und den 4,6 Prozent ihrer Tochter Westdeutsche Zeitung Entscheidungen blockieren. RadioNRW kündigte bis zu drei eigene Programme im geplanten landesweiten DAB+-Multiplex an. RadioNRW beansprucht drei Plätze in dem kommenden landesweiten DAB+-Mux und forderte eine Bevorzugung („Vorrangentscheidung“) bei der Vergabe der Ressourcen.
Quelle: Presseinfo des Bundeskartellamts vom 4.9. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in NRW.
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5.9.2020 • Unterhaltungselektronik: Smarte SamsungTVs weltweit vorne
Mit 14 Prozent von mehr als 1,1 Mrd. verkauften SmartTVs führt Samsung die Rangfolge der Streaming-Endgeräte vor Sony (12 Prozent) und LG (8 Prozent). Gleichauf mit je 5 Prozent folgen Hisense, TCL und Amazon. Unter den TV-Herstellern rangieren Philips (3 Prozent) und Panasonic (2 Prozent) ebenso abgeschlagen wie Microsoft und Nintendo (je 4 Prozent). Bei den Software-Plattformen führt demnach Tizen, womit 11 Prozent der Produkte ausgestattet sind. Dort folgen WebOS und PlayStation (je 7 Prozent), RokuOS und FireOS (je 5 Prozent) vor AndroidTV und Xbox (je 4 Prozent).
Dieses Ergebnis einer Untersuchung von 27 wichtige Märkten dokumentiert den begonnenen Wandel des TV- und Videokonsums, kommentiert David Mercer, Vizepräsident der US-Marktforschungsfirma Strategy Analysts. „Streaming ist die Zukunft von TV und Video. Im Laufe des nächsten Jahrzehnts erwarten wir, dass Internet-Streaming die Nutzung von Fernseh- und Videoinhalten weltweit dominieren wird.“
Quelle: Meldung von Broadband TV News vom 3.9.
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4.9.2020 • Digitalradio: Small Scale-Projekt steht vor dem Testbeginn
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Nach der Zuteilung des Blocks 10D will Milling Broadcast Services noch in diesem Monat den angekündigten sechsmonatigen DAB+-Testbetrieb beginnen. Das wird auf Facebook mitgeteilt.
Von Kall-Krekel (Eifel) aus sollen Testtöne mit 1,5 kW Leistung ausgestrahlt werden. Auslöser des Projektes ist die bessere Versorgung topografisch schwieriger Gebiete mit lückenhaftem Empfang z.B. von Mobilfunk. Dies müsse in solchen Gebieten wegen des geringen Hörerpotenzials besonders kostengünstig geschehen. Initiator Christian Milling setzt daher auf Small Scale DAB+ mit der Open-Source Software Open Digital Radio, was diese Forderung erfüllt. Milling will auch einen Hardware-Audioencoder aus eigener Entwicklung und Schnittstellen zu Radioautomationssystemen erproben, um programmbegleitende Daten über ein standardisiertes Verfahren in DAB-Multiplexe zu integrieren. Das Projekt gebe die Möglichkeit, die Kompatibilität mit vielen Radios in der Praxis zu testen.
Nachtrag : Die Sendeanlage wurde am 11. September On Air geschaltet.
Quelle: Digitalradio Eifel auf Facebook und Online | Hintergrund: DAB+, Privatradios in NRW; Small Scale DAB+.
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4.9.2020 • Digitalradio: Bundesmux2 startet nicht mit allen Programmen
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Einen Starttermin oder Genaueres zu den noch nicht genannten acht Programmen für den 2. DAB+-Bundesmux hat Antenne Deutschland-Geschäftsführer Joe Pawlas im Interview mit Satnews nicht verraten. Man wolle im Oktober starten. Klar sei aber, dass einige der 16 Programme „noch etwas mehr Zeit investieren, um bestmögliche Inhalte zu bieten“ - also später auf Sendung gehen werden.
Laut Pawlas hören derzeit täglich fast 6 Mio. Menschen DAB+; rund 9,2 Mio. Haushalte werden erreicht. Von der ab Dezember geltenden Hybridradiopflicht erhofft sich Pawlas Impulse vor allem bei der für den Hörfunk wichtigen mobilen Nutzung. Neuwagen brächten „ungefähr weitere + 3,6 Mio. Geräte pro Jahr“, schätzt der Manager und rechnet insgesamt mit einem Zuwachs von jährlich 6 Mio. neuen Geräten. Das entspreche einer Steigerung von 12 Prozent jedes Jahr.
Bis zum Ende des Jahres sollen über 71 Sendestandorte rund 67 Millionen Hörer (83 % der Bevölkerung) über die Frequenzblocks 5D, 8C, 9B und 12D mit dem zweiten nationalen DAB+-Angebot versorgen, wiederholte Pawlas. „Der Inhouse-Empfang ist in dieser ersten Ausbaustufe für etwa 50 Mio. Einwohner möglich.“
Joe Pawlas.
Foto: Antenne Deutschland.
Seit Ende August laufen kurze Testsendungen in verschiedenen Regionen.
Quelle: Satvision vom 28.8. | Hintergrund: DAB+-Programme national, Bundesmux 2.
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4.9.2020 • England: Ausschreibung für 25 Small Scale-Gebiete beginnt
DAB-Logo Schriftzug Die britische Medienbehörde Ofcom hat jetzt die ersten 25 Lizenzen für DAB-Multiplexe mit Small Scale-Technik ausgeschrieben. Innerhalb von 12 Wochen können sich nun kommerzielle wie nichtkommerzielle und Community-Radio für die Sendegebiete im Süden Englands, Schottland, Wales und Nordirland bewerben. Erste Entscheidungen werden frühzeitig in 2021 erwartet. Eine zweite Vergaberunde für Nordwest-England und Nordostwales ist 2021 vorgesehen.
Das britische Unterhaus hatte kürzlich die EU-Vorgabe über Hybridtuner in Autoradios von Neuwagen übernommen.
Quelle: Meldung von RadioToday vom 1.9. | Hintergrund: DAB+ international.
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3.9.2020 • Digitalradio: RBB schaltet Sendestandort Herzberg zu
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der RBB hat den Sendestandort Herzberg für seinen Brandenburg-Multiplex (Block 10B) in Betrieb genommen. Laut ukwtv.de wird von dort seit dem 1. September mit 5 kW Leistung gesendet. Eine offizielle Bestätigung steht, wie auch für den neuen Standort Rudow noch aus.
Damit setzt der RBB eine weitere seiner Ankündigungen zum Ausbau des Sendenetzes fort. Laut ukwtv.de ist noch der Sendestandort Petkus vorgesehen.
Quelle: ukwtv.de | Hintergrund: DAB+ in Brandenburg.
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3.9.2020 • Digitalradio: Kieler Firma macht „Profi Radio“ im Bundesmux 2
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Hinter dem neuen Spartenkanal für Hand- und Heimwerker Profi Radio, das einen Programmplatz im Bundesmux 2 bekommen hat, steht laut einem Bericht die Store Media GmbH. Das Kieler Unternehmen vermarktet „alle möglichen Formen der Radiowerbung in Supermärkten“ (Instore Radio).
Die an gleicher Adresse sitzende Radio Point of Sale GmbH ist im Besitz einer Zulassung für die Programme Nordic Radio, Nordic beatz und Nordic life&style im Rahmen des Schleswig-Holsteiner Modellversuchs für Kiel, Lübeck und Sylt verfügt. Geschäftsführer beider Unternehmen ist der Medienunternehmer Dietmar Otto. Hinter dieser Firma stehen u.a. der Tagesspiegel-Herausgeber Sebastian Turner und der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Heilmann mit je 25 Prozent. 50 Prozent der Anteile hält Ralph Heck. Eine Person gleichen Namens ist seit Kurzem Vorstandsvorsitzender des Bertelsmann-Konzerns.
Quellen: Meldung von satnews vom 3.9., KEK-Datenbank | Hintergrund: DAB+-Bundesmux.
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3.9.2020 • Digitalradio: DAB+ - eine Zwischenbilanz zum IFA-Start
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Die Funkausstellung ist in diesem Jahr nur eine Rumpfmesse vom 3. bis 5. September mit wenigen Ausstellern, limitierten Fachbesuchern und einem Programm speziell für diese Klientel. Das Normalpublikum, das man sonst auf das für die Hersteller wichtige Weihnachtsgeschäft einstimmen würde, bleibt draußen. Vor der Veröffentlichung des Digitalisierungsberichts am 7. September und den gegen Jahresende zu erwartenden Entscheidungen zum Rundfunkbeitrag regen der morgige Messebeginn und eine Zusammenstellung des Digitalradio Büros zu einer Zwischenbilanz in Sachen DAB+ an.
Hörerzahlen : Die Media Analyse Audio 2020 II belegt eine Steigerung der DAB+-Nutzung von 15 auf 17,4 Prozent gegenüber Ende 2019. Besonders gut schneiden einige Privatsender aus dem Bundesmux 1 ab.
Radiogeräte : „Trotz Krise haben sich die Verkaufszahlen von DAB+ Radios ab Mai so erholt, dass der Gesamtabsatz in der ersten Jahreshälfte den des Vorjahres übertrifft.“ Dabei beruft sich das Digitalradio Büro auf die GfK, ohne Zahlen zu nennen.
Bundesmux 1 : Der Plattformanbieter Media Broadcast will 2020 um 15 auf 155 Sendestandorte und 2021 auf 160 aufstocken.
Bundesmux 2 : Antenne Deutschland wird sicherlich die IFA nutzen, um den Starttermin (spekuliert werden der 1. oder 3. Oktober), die Ausrichtung der sechs eigenen und die beiden fehlenden Drittanbieter-Programme sowie konkrete Infos zum Sendenetz zu veröffentlichen. Das Digitalradio Büro spricht übrigens ausdrücklich von „Privatradios für Ballungsräume“, nicht von einem flächendeckenden Mux.
Baden-Württemberg : Die Zuteilung des Privatmuxes an die On Air Support GmbH i.G. - ein mit Radiounternehmen verbundener neuer Netzbetreiber - wurde von der Medienanstalt vorab mit dem Ausbau des Sendenetzes verbunden, wozu inzwischen konkretere Informationen vorliegen.
Die Medienanstalt brachte Small Scale-Projekte ins Gespräch, eines ist laut DAB+-Büro für Tübingen geplant. Die Blocks 6C und 10C sind u.a. dort koordiniert.
Der Allgäu-Mux wurde als Zweiländermux auf den Bodenseeraum ausgebaut. Neue Programme kommen aus dem Süden Baden-Württembergs.
Der SWR plant 2020/2021 sieben neue Sendeanlagen.
Bayern : Die BLM hatte Ende 2016 angekündigt, man wolle „voraussichtlich bis Ende 2018 alle heutigen UKW-Programme auch in DAB+ dem bayerischen Radiohörer anbieten“. Laut Digitalradio Büro wird das (voraussichtlich) erst „ab 2021“ eintreten. Der Voralpenmux soll im 2. Halbjahr 4 Sendestandorte und weitere Programme bekommen. Der Allgäu-Mux wurde als Zweiländermux auf den Bodenseeraum erweitert und wird bis 2024 ausgebaut. Neue Programme kommen aus dem Süden Baden-Württembergs.
Berlin, Brandenburg : Über sechs Bewerbungen für zwei im Brandenburg-Mux freiwerdende Sendeplätze bzw. Wechsel einiger Programme zwischen beiden MABB-Muxen soll im September entschieden werden.
Bremen : „In Kürze sollen weitere Sender dieses Bouquet bereichern“ (Digitalradio Büro).
Hamburg : Von einem zweiten Privatmux, zu dem die Medienanstalt MA HSH im Mai Vorarbeiten bestätigt hatte, ist beim Digitalradio Büro nicht mehr die Rede.
Hessen : Der SWR verbreitet seinen Multiplex nun auch in einigen Autobahntunnels.
Mecklenburg-Vorp. : „Aktuell wird über die Einführung von regionalen Privatradio-Plattformen beraten“, weiß das DAB+-Büro. „Beraten“ wird in MV freilich seit Jahren - ohne Ergebnis.
NDR1 schaltete vier Regionalisierungen in eigenen Frequenzen auf.
Niedersachsen : Einige Privatsender bedankten sich beim Landtag für dessen Anti-DAB+-Beschluß. Das behindert deren DAB+-Verbreitung in Bremen/Bremerhaven und Hamburg aber nicht: So kann man „auch Teile Niedersachsens“ erreichen, so das Digitalradio Büro. Privatradios via DAB+ im Lande sind nicht absehbar.
NDR1 schaltete fünf Regionalisierungen in eigenen Frequenzen auf.
NRW : Die Verschleppungsstrategie der Lokalradios sorgte dafür, dass Domradio DAB+ trotz mehrfacher Projekt-Verlängerungen verlassen musste. Nach einigem Hin und Her steht nun eine landesweite Frequenz für Privatradios zur Verfügung. Die Ausschreibung kommt „im Herbst“, der Sendebeginn Mitte 2021.
Ein alternativer Anbieter kündigt Small Scale Tests in der Eifel an.
Der WDR sendet jetzt alle acht WDR2 Lokalzeiten landesweit auf DAB+.
Rheinland-Pfalz : Der SWR plant zehn neue Sendeanlagen für 2020 und 2021
Saarland : Den wegen Zuteilung einer ungeeigneten Frequenz bisher gescheiterten Privatmux sieht das DAB+-Büro weiter „in Planung“. Die neue SLM-Direktorin Ruth Meyer hat DAB+ seit ihrem Amtsantritt öffentlich nicht erwähnt; Anfragen von dehnmedia wurden nicht beantwortet.
Laut DAB+-Büro ist „ein regional eng begrenztes Angebot in Merzig“ geplant, wofür bisher nur ein Interessent bekannt ist und die Koordinierung aussteht.
Sachsen : Nach den positiven Erfahrungen in Leipzig und Freiberg wurde der Stadtmux-Test in Chemnitz durch den Regelbetrieb ersetzt; die Entscheidung über Programme wird Mitte Oktober erwartet. Regionale Frequenzen sind koordiniert.
Der MDR plant drei neue Senderstandorte.
Sachsen-Anhalt : Siehe ausführlichen Beitrag. Der MDR plant einen neuen Senderstandort.
Schleswig-Holstein : Für den Stadtmux Kiel kündigt sich im Oktober Radio Moin an. Dort und für Lübeck stehen weitere Programme in Aussicht. Das 2019 zeitgleich zugelassene Regionalprojekt für Sylt wird nicht mehr erwähnt.
NDR1 schaltete fünf Regionalisierungen in eigenen Frequenzen auf.
Thüringen : Divicon wurde mit einer Plattform für den Block 12B beauftragt.
Der MDR plant drei neue Senderstandorte.
Telemediengesetz : Gemäß der novellierten EECC-Richtlinie der EU müssen die Radios von Neuwagen ab dem 21. Dezember 2020 EUweit neben UKW auch digitalterrestrisch empfangen, wofür nur DAB+ in Frage kommt. Deutschland erweiterte das im §48 TMG auf alle Radios mit Anzeige des Sendernamens.
Rundfunkbeitrag : Verhindert der Landtag Sachsen-Anhalt wie angekündigt die Erhöhung des Rundfunkbeitrages, könnte die Finanzierung der Betriebskosten und neuer DAB+-Sendeanlagen durch Deutschlandradio (Bundesmux 1) und die ARD (Netze der neun Landesrundfunkanstalten) gefährdet sein. Die o.g. Aussagen zu Sendenetzen stehen unter diesem Vorbehalt.
Quelle: DAB+-Übersicht des Digitalradio Büros vom 20.8. | Hintergrund: DAB+ in Deutschland (Leitseite).
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3.9.2020 • Digitalradio: WDR schaltet DAB+-Mux in Bielefeld auf
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Passend zum Aktionstag hat der WDR einen weiteren Senderstandort aufgeschaltet. Der WDR-Mux kommt im Block 11D kommt mit 8 kW Sendeleistung nun auch von der Sendeanlage Hünenburg bei Bielefeld. Laut WDR wird so der Empfang in Bielefeld und im Kreis Gütersloh verbessert.
Der WDR hatte vor 1 1/2 Jahren den Ausbau seines Sendenetzes um 15 auf Senderstandorte angekündigt. Im Januar 2020 fanden sich zehn neue Standorte, darunter auch Bielefeld, in den Unterlagen der Bundesnetzagentur. Seit Jahresbeginn ging ein neuer Sender in Betrieb, weitere senden mit erhöhter Leistung.
Quelle: WDR vom 2.9. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in NRW.
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2.9.2020 • Digitalradio: Morgen Aktionstag bei ARD und D-Radio
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Die ARD-Radios und die Wellen von Deutschlandradio stellen morgen ihre Programme ins Zeichen von DAB+. Thematisiert werden u.a. die Hybridradiopflicht ab Dezember, Neues vom Gerätemarkt, die Vorteile gegenüber Streaming sowie Programmangebot und Sendequalität. Die ARD verweist auch auf die Media Analyse 2020/II, wonach DAB+ mit plus 16 Prozent den stärksten Hörerzuwachs der Radio-Sendewege verzeichnet.
Quelle: Presseinfo der ARD vom 2.9., DAB+-Infos bei ARD digital.
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2.9.2020 • Digitalradio: Neuer Betreiber plant umfangreiche Änderungen
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Vor Kurzem hat die Bundesnetzagentur der On Air Support GmbH i.G. (noch als On Air GmbH i.G.) das Sendenetz für den DAB+-Mux der Privatradios in Baden-Württemberg (Block 11B) überantwortet. Jetzt werden Informationen zu dem angekündigten Netzausbau bekannt.
Aus der aktuellen Liste der Bundesnetzagentur entnimmt satnews folgende neue Sendestandorte: Blauen, Donaueschingen, Freiburg-Schönberg (statt FB-Vogtsburg), Hochrhein, Langenburg und Ravensburg-Höchsten (alle 10 kW) sowie Oberachern (statt Hornisgrinde, 2 kW). Die meisten dieser neuen Sendeantennen sollen die Versorgungslücke im Süden des Bundeslandes schließen. Erhöhungen der Sendeleistungen sind demnach an den Standorten Baden-Baden/Merkur, Ettlingen/Wattkopf und Geislingen (jeweis von 1 auf 5 kW) und an den Sendeanlagen Heilbronn (von 1 auf 2 kW), Lahr (von 0,7 auf 5 kW), Langenbrand (von 0,7 auf 10 kW) und Ulm/Kuhberg (von 1 auf 10 kW) vorgesehen.
Aussagen des neuen Betreibers, der das Sendenetz am 1. Dezember von Digitalradio Südwest übernehmen kann, liegen noch nicht vor. Auch ein Zeitplan für die Änderungen ist nicht bekannt. Die genannten Sendeleistungen entsprechen den von der BNetzA festgelegten maximal zulässigen Werten.
Quelle: Meldung von satnews vom 2.9. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Baden-Württemberg.
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1.9.2020 • Digitalradio: WorldDAB forciert visuelle Radio-Inhalte
WorldDAB.org-Logo 2019 Der internationale Lobbyverband WorldDAB will Programmanbieter bei der Bereitstellung von visuellen Informationen, Texten und Grafiken für Autofahrer unterstützen.
Offenbar sieht die Autobranche auf dem Gebiet Nachholbedarf, denn Laurence Harrison, Vorsitzender der WorldDAB Automotive Working Group, appelliert: „Je größer die Bildschirme des Auto-Dashboards werden, desto wichtiger werden die Metadaten der Radiosender für eine umfassende Benutzererfahrung. Es ist wichtig, dass Rundfunkveranstalter Metadaten für Autohersteller priorisieren, um sicherzustellen, dass ihre Stationsinformationen auf Dashboards klar und korrekt angezeigt werden.“ Diese Aufforderung kommt auch vor dem Hintergrund der EUweiten Hybridtuner-Pflicht ab dem 21. Dezember. WorldDAB startete eine Informationskampagne für Programmanbieter und stellt ein Informationsblatt zu Metadaten für DAB+ und deren Einsatzmöglichkeiten zur Verfügung.
Quelle: Presseinfo von WorldDAB vom 1.9., Infoblatt Metadaten | Hintergrund: Mobilitätsdienste.
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1.9.2020 • Digitalradio: MDR will DAB+ in 2020 weiter ausbauen
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der MDR plant die Inbetriebnahme weiterer Sendestandorte für seine DAB+-Multiplexe noch in diesem Jahr. Wie auf Anfrage von dehnmedia mitgeteilt wird ist mit der Aufschaltung auf dem Hohen Meißner (Thüringen-Block 8B) im 3. oder 4. Quartal zu rechnen. Im 4. Quartal werden für Sachsen (Block 9A) Görlitz und Zittau, für Sachsen-Anhalt (Block 6B) Zeitz und für Thüringen der Standort Erfurt MDR-Funkhaus genannt. Für das erste Halbjahr 2021 steht Reichenbach in Aussicht, von wo das sächsische und das thüringische Ensemble ausgestrahlt werden sollen.
Der MDR weist freilich darauf hin, dass diese Zeiträume „unter dem Vorbehalt der Schaffung der baurechtlichen und baulichen Voraussetzungen an den einzelnen Standorten“ stehen.
Quelle: Eigene Recherche | Hintergrund: DAB+ in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen.
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1.9.2020 • Digitalradio: NRW-Ausschreibung „voraussichtlich im Herbst“
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Die für August in Aussicht gestellte Ausschreibung eines landesweiten DAB+-Multiplexes für NRW verzögert sich. „Wir bereiten jetzt die Ausschreibung vor, die voraussichtlich im Herbst beginnen wird.“ Das teilt Tobias Schmid, Direktor der NRW-Landesmedienanstalt LfM, auf Anfrage von dehnmedia mit.
Die Laufzeit der Ausschreibungsfrist „wird dann mindestens zwei Monate betragen“, so Schmid weiter. „Mit einem Sendebeginn kann frühestens Mitte kommenden Jahres (also 2021) gerechnet werden.“ Die Zuordnung des Blocks 9D bis Ende 2035 für diesen Zweck erfolgte Anfang Juli. Der Betreiber des Sendenetzes steht noch nicht fest.
Die LfM verfolgt weiter Konzepte für fünf oder sechs regionale Multiplexe, die zusammen eine zweite landesweite Bedeckung ergeben. „Wann Übertragungskapazitäten für die regionalisierte DAB+-Bedeckung zugeordnet werden können, ist noch nicht bekannt“, so Schmid. Die LfM stehe „in engem Austausch mit der Staatskanzlei und der Bundesnetzagentur“.
Nicht vorgesehen sind „isolierte Ballungsraumversorgungen“, ergänzt Schmid. Solche Modelle hatten einige Interessenten an DAB+-Projekten (darunter Newcomer wie Mehr!Radio) vorgeschlagen.
„Eine Förderung der DAB+-Verbreitungskosten ist bislang nicht konkret vorgesehen“, teilt die LfM darüberhinaus mit.
Im bevölkerungsreichsten Bundesland leisten die lokalen Privatradios bis heute Widerstand gegen DAB+. Sie können aber nicht weiter in einem
DAB+ regional mit 5 (oben) oder 6 Sendegebieten. Grafiken: LfM (klickbar).
„selbstbezogenen Markt“ verharren, hatte Schmid die Lokalradios vor zwei Jahren gemahnt.
Quelle: Eigene Recherche | Hintergrund: DAB+, Privatradios in NRW.
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1.9.2020 • Vor 10 Jahren: Ohne Inhalte ist ein Hype bloss Reklame
3D machte mit wenigen wirklich für dieses erzählerische Mittel konzipierten Filmen („Avatar“, „Pina“) im Kino Furore. Um die seit 2011 stark eingebrochenen Abverkäufe auf einem profitablen Basisniveau zu halten müssen die TV-Hersteller permanent Innovationsfähigkeit propagieren. Da kommt das Kino und von dort ein vermeintlicher Trend gerade recht. Nach dem Motto: Was auf der Leinwand geht, soll das kleine Fernsehen nicht verschmähen, erklärten die TV-Hersteller das „3D-TV“ zum Hype. Der Sat-Betreiber Astra zog mit und profilierte sich auf der IFA 2010 - also vor zehn Jahren - als Transporteur stereoskopischer Fernsehinhalte.
Mehr als HDTV - also die Daten für maximal 1920 mal 1080 Pixel - konnte man aber gar nicht senden geschweige denn im Empfänger verarbeiten. Obendrein fehlte es an einer Standardisierung für ein „3D-Fernsehen“. Tun wir's nebeneinander oder übereinander? Einig wurde man über die Unterbringung der beiden Teilbilder des stereoskopischen Fernsehens im Sendesignal nicht wirklich.
Die Privaten verpackten ihre 3D-Bilder „Side-by-Side“ (2 Bildteile á 960 mal 1080 Pixel) nebeneinander in ein HDTV-Sendesignal im Format 1080i/25. Dabei wurden die Teilbilder in der Breite zusammen gedrückt. ARD und ZDF verbreiten HDTV in 720p (1280 mal 720 Pixel) und 3D-Bilder als „Top-bottom“, wobei beide Bildteile in der Höhe auf 2x 1280 mal 360 Pixel gestaucht und übereinander gesendet wurden. Im Empfänger musste beides implementiert sein. Das bzw. der Patentstreit dahinter war das geringere Übel.
2010 war zwar die Digitalisierung bei 61,7 Prozent. HDTV - ohne das „3D-Fernsehen“ nicht zu senden war - war noch ohne Bedeutung. Erst seit 2013 erfassen die Digitalisierungsberichte der Medienanstalten HDTV. Die Ist-Zahlen des Digitalisierungsberichtes 2013 kann man aufs Soll umrechnen: Knapp 30 Prozent der 38,16 Mio. TV-Haushalte hatten seinerzeit gar keine Empfangsmöglichkeit für HDTV.
Der ausschlaggebende Mangel des „3D-Fernsehens“, den die TV-Hersteller in ihrer Werbung beständig ignorierten, waren jedoch die nicht vorhandenen Inhalte. Zudem wirkte es, als wollten die Hersteller Inhalte herbeireden. Also musste Neues produziert werden, was nicht einmal fürs Kino in nennenswertem Verhältnis zur Gesamtproduktion stattfand.
Computergenerierte Trickfilme arbeiten ohnehin mit 3D-Modellen. 3D ist daher einfach zu erzeugen und zu animieren. Für Spielfilme, Dokus und Studiosendungen aller Art wurden u.a. spezielle Kameras entwickelt, die beide Teilbilder gleichzeitig drehten - quasi zwei Kameras in einem Gehäuse. Häufiger genutzt wurden sog. Spiegelrigs: Eine Kamera wurde normal, eine zweite senkrecht dazu eingehängt. Die Trennung der Teilbilder erfolgte über einen halbdurchlässigen Spiegel.
In der Postproduktion verursachten die doppelten Bilder doppelte Arbeit und doppelte Kosten. Das ist weder für Private noch für öffentlich-rechtliche Sender finanzierbar - abgesehen von den notwendigen Investitionen in die interne Infrastruktur. Was auf der großen Kinoleinwand (bei erhöhtem Eintritt) visuell meistens funktionierte, war für einen der üblichen Fernsehfilme schlicht zu teuer. An einen TV-Alltag mit Nachrichten und Studioproduktionen oder gar „Reality“-Formaten in 3D war schon gar nicht zu denken.
Die Umstellung der Infrastruktur von der Produktion bis zur Verbreitung auf HDTV hatte gerade erst begonnen. In dieser Situation hatten weder die Privatsender noch ARD/ZDF Geld und Interesse für hohe Investitionen in eine nicht für den Alltag geeignete Technik.
Interessant war 3D aber für Konzertvideos und Pornos. Ein Beispiel ist das
FantaVier, live und für BluRay in Halle, September 2010.
Wacken in 3D mit Profikameras in Spiegelrigs.
Fotos: dehnmedia (klickbar).
Alternative zum Rig: Der zweiäugige 3D-Camcorder fand nur wenige Freunde.
Foto: Panasonic.
Konzert der FantaVier („Für Dich Immer Noch Fanta Sie“;, das im September 2010 auch live in Kinos gesendet wurde und die 2013 gedrehte Kino-Doku „Wacken 3D - Louder than hell“. Für beide Produktionen wurden die meisten HDTV-Kameras in Spiegelrigs montiert (siehe Bildleiste).
Aus 2D im Computer 3D generieren? Eine nachträgliche 3D-Bearbeitung vorhandener Filme, ob filmhistorisch interessant oder Actionreißer aus Hollywood, würde deren künstlerische Intentionen verfälschen. Kinoproduzenten wollten so ihre Spielfilme billig in 2D drehen und trotzdem am 3D-Hype verdienen. Das Verfahren war kompliziert: Der nicht gedrehte Blickwinkel des zweiten „Auges“ müsste am Computer „erfunden“ werden. Das erwies sich u.a. bei der Darstellung von Gesichtern als problematisch. Die wirtschaftliche Rechnung ging nicht auf und der beworbene Qualitätsanspruch wurde im Kino nur selten eingelöst.
Das Kino behalf sich mit einem Trick: Anstelle eines echten 3D-Effektes wurde der Betrachtungswinkel der Teilbilder (quasi der Augenabstand) über weite Strecken gegen Null gesetzt, so dass beide Bilder identisch waren. Der räumliche Eindruck wurde durch die Positionierung der Schärfe innerhalb der Tiefe des Motivs geschaffen. Wer die 3D-Brille gelegentlich kurz abgenommen hat, konnte das beobachten.
Apropos Brille: Auch da tobte ein Patentkrieg, der vom Kino ins Fernsehen hinüberwuchs. Besonders unpraktisch waren die meist klobigen aktiven Systeme, die durch die Kinotechnik (z.B. rotierende Farbscheiben) gesteuert wurden, um die beiden Teilbilder zu trennen. Wesentlich kleiner waren Polarisationsbrillen, deren jedes Glas nur ein Teilbild durchleitete.
Die Brillen hatten zugleich eine unangenehme Nebenwirkung: Normalerweise ist es fast egal, wo man im Kino oder beim Fernsehen sitzt. 3D wirkt richtig gut nur auf bestimmten Positionen im Zuschauerraum. Das funktioniert
3D-Brillen von RealD, Dolby, Xpand (v. oben).
Fotos: Archiv.
zuhause überhaupt nicht, weil man sich vor dem Fernseher anders bewegt als im Kinosaal.
Gänzlich ignoriert wurden übrigens die sehbehinderten Zuschauer. Für diese immerhin rund zehn Prozent der Bevölkerung funktioniert 3D nur eingeschränkt oder gar überhaupt nicht.
„Autostereoskopische“ Monitore sind das Gegenkonzept zur 3D-Brille. Diese Displays haben spezielle Oberflächen, die für die Trennung der Teilbilder sorgen. Allerdings waren lange Zeit kaum mehr als 16 „Views“ (optimale Betrachterpositionen) realisierbar. Seither gab es erhebliche technische Verbesserungen, die aber ihren Preis haben. Eingesetzt werden diese Monitore professionell - am Computer und mit entsprechender Software z.B. von Konstruktionsbüros der Autobranche, in der Architektur und in der Medizin.
Autostereoskopischer Monitor, IFA 2010.
Foto: dehnmedia.
Die Kinoproduzenten haben 3D inzwischen zu den Akten gelegt. Auch Sky, das immer wieder technische Novitäten auslotete und u.a. Live-Fußball in 3D produzierte, verabschiedete sich 2016 von seinen D-Demokanal auf Astra.
Die TV-Hersteller, Sky und Astra sowie die Videobranche hypten das stereoskopische Fernsehen, bis sie feststellten, dass sie keinen Druck auf die Filmproduktion und die TV-Sender ausüben konnten. „3D-TV“ wurde zum Fehlschlag. Jetzt propagieren die Hersteller höhere Bildauflösungen und erklärten kürzlich UltraHD mit HDR gar zu einem „neuen TV Standard“. Weil dafür noch weniger Content als für 3D vorhanden ist verlangen sie von den TV-Sendern, „dass die Produktion von Filmen, Serien, Shows, Dokumentationen und Live-Sport in UHD-HDR ebenfalls weiter an Fahrt aufnimmt“. Unbelehrbar.
Hintergrund: 3D-Fernsehen und HDTV.



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