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Nachrichten-Archiv November 2020

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27.11.2020 • Rundfunkbeitrag: Grüne wollen AFD-Erfolg verhindern
Beitragsservice Die innerhalb der Kenia-Koalition (CDU, SPD, Grüne) in Sachsen-Anhalt vereinbarte Enthaltung bei unterschiedlichen Auffassungen kommt für die Grünen im Fall des Rundfunkbeitrages nicht infrage. Der Landesvorstand erinnert an das gemeinsame Bekenntnis der Koalitionäre zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
„Es ist für uns nicht vorstellbar, dass eine Regierungsvorlage im Parlament durch eine der Regierungsfraktionen und in Zusammenarbeit mit der antidemokratischen AfD abgelehnt wird. Das wäre ein Angriff auf die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“, so die Politiker. „Die CDU Sachsen-Anhalt muss sich entscheiden, ob sie das Bündnis der Stabilität in der politischen Mitte fortsetzen möchte, oder ob sie mit denen, die unsere Demokratie angreifen und verächtlich machen, gemeinsame Sache macht.“
Damit treten Grünen der „Hoffnung“ des Ministerpräsidenten Haseloff (CDU) entgegen, die drei Fraktionen könnten gemäß dem Koalitionsvertrag einheitlich auftreten und sich enthalten. Die SPD und die oppositionelle Linkspartei hatten zuvor ihre Zustimmung mitgeteilt.
Sowohl durch ein gemeinsames Votum mit der CDU als auch durch Enthaltungen der Koalitionsfraktionen würden die 21 Abgeordneten der AFD ihr Ziel erreichen und die Beitragserhöhung für ganz Deutschland kippen.
Nach abschließender Behandlung im Medienausschuß am 2. Dezember soll das Landtags-Plenum am 15. Dezember über den 1. Medienänderungs-Staatsvertrag mit der erste Erhöhung des Rundfunkbeitrages seit 2009 um 86 Cent auf 18,36 Euro abstimmen. Diese wird nur wirksam, wenn alle 16 Landtage das beschließen. Im Verlauf einer Anhörung hatten diverse Wirtschaftsverbände des Bundeslandes die Erhöhung unterstützt.
Kommentar : Laut Meldungen plädiert Ministerpräsident Haseloff gegen eine gemeinsames Abstimmungsverhalten mit der AFD. Er hatte sich aber schon 2016 für eine Senkung des Rundfunkbeitrages und 2018 gegen dessen Erhöhung stark gemacht und damit die politische Übereinstimmung mit der AFD heraus gestellt. Haseloff bezeichnet Sachsen-Anhalt auf seiner Website als das „Land der Vordenker“. Das zu praktizieren ist dem Politiker anzuraten, der am 6. Juni 2021 wiedergewählt werden will.
Hinweis : Die Links zu den Presseinfos der Landesregierung von 2016 und 2018 mit den o.g. Haseloff-Positionen werden von Browsern als Sicherheitsrisiko blockiert.
Wer sich als Vordenker propagiert sollte darüber nachgedacht haben. Vorher
(Screenshot klickbar).
Quellen: Presseinfo Grünen-Vorstand und Meldung von Infosat vom 25.11.; Homepage Haseloff | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
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27.11.2020 • Sachsen-Anhalt: 70 Prozent vertrauen ARD und ZDF
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk für 79 Prozent der Einwohner von Sachsen-Anhalt unverzichtbar. 54 Prozent der Befragten (58 Prozent der CDU-Anhänger, deren Fraktion mit Nein stimmen will) befürworten eine Anpassung des Rundfunkbeitrages. Grünen-Anhänger unterstützen das zu 84, die der Linken zu 66 und der SPD zu 59 Prozent. Das ist Ergebnis einer aktuellen Studie für die ARD vor dem Hintergrund der Debatte im Landtag Sachsen-Anhalts um die Zustimmung zur Beitragserhöhung.
70 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt vertrauen ARD, ZDF und Deutschlandradio. Nur Verlautbarungen der Polizei (76 Prozent) gelten als vertrauenswürdiger. Gleichauf mit den ÖR-Sendern platzierte sich die Stiftung Warentest. Das Bundesverfassungsgericht erreicht 66, die Landesregierung schneidet mit 65 Prozent, die Bundesregierung mit 58 Prozent ab.
Im Medienbereich werden das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit 77 Prozent (Fernsehen) bzw. das Radio mit 70 Prozent mit höchster Glaubwürdigkeit bewertet. Hingegen kommt von den sozialen Medien nur YouTube über 10 Prozent. Bei der Berichterstattung zu Corona liegen die Fernsehprogramme von ARD und ZDF mit 79 Prozent vor den Radios von ARD und D-Radio (65 Prozent), Zeitungen (52 Prozent), öffentlich-rechtlichen Webangeboten (49 Prozent) und privatem Hörfunk (48 Prozent).
Dimap befragte Mitte November 1.001 Wahlberechtigte.
Quelle: Presseinfo der ARD vom 27.11. | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
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26.11.2020 • Rundfunkbeitrag: Zahlen ans Kabel, aber woher nehmen?
Beitragsservice Einziger bekannter Verband, der die CDU zur Ablehnung der Erhöhung des Rundfunkbeitrags auffordert, ist der Fachverband Rundfunk- und Breitbandkommunikation (FRK) von Betreibern kleiner Kabelnetze. Die Beitragserhöhung „beschleunigt den Verdrängungswettbewerb zulasten mittelständischer Breitbandunternehmen aus Handwerk, Wohnungswirtschaft und Kommunalunternehmen“, heißt es in einem Brief an die CDU-Fraktion Sachsen-Anhalt.
Der Verband kritisiert ARD und ZDF, die Zahlungen für die Weiterleitung ihrer Programme an die FRK-Mitglieder verweigerten, während große Netzbetreiber dafür bezahlt würden. Den mittelständischen Anbietern entgehe so „im Jahr ein hoher zweistelliger Millionenbetrag“. Die CDU solle die Ablehnung nicht scheuen, „nur, weil auch die AfD aus völlig anderen Gründen gegen diese Erhöhung ist“.
Wie die Sender die Ausgaben ohne zusätzliche Einnahmen finanzieren sollen, verrät FRK nicht.
Nachtrag : ARD und ZDF hatten auf Veranlassung der KEF die Verträge über die kostenpflichtige Weiterleitung in die Kabelnetze von Vodafone und Unitymedia nicht verlängert, um jährlich rund 60 Mio. Euro Beitragsgelder zu sparen. 2018 wurde der nachfolgende Rechtsstreit außergerichtlich beigelegt; ARD und ZDF zahlen seither Einspeisegebühren an Vodafone. Der FRK fordert eine „Gleichbehandlung“ seiner Unternehmen, deren Leistungen dann sowohl von den Kundenhaushalten als auch von den Lieferanten der Programm-„Ware“ bezahlt würde. Auch das müssten letztlich die Beitragszahler finanzieren.
Quelle: Meldung von Infosat vom 26.11. | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
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26.11.2020 • Digitalradio: Reparieren statt Schrotten
Das EU-Parlament hat ein Recht der Kunden auf Reparatur ihrer Produkte beschlossen. So soll gegen (angeblichen) Ersatzteilmangel, teure Reparaturkosten und vorschnellen Verschleiß vorgegangen werden, wurde die öffentliche Debatte über „Sollbruchstellen“ usw. aufgegriffen. Bereits beim Kauf sollen die Nutzer Informationen über Reparaturmöglichkeiten und die Kosten von Ersatzteilen erhalten.
Um das Ziel zu erreichen, müssten etliche Produkte angepasst werden. Löt- und Klebestellen gingen bei Reparaturversuchen kaputt oder Spezialwerkzeug werde gebraucht, kritisierte Karolina Wojtal vom Europäischen Verbraucherzentrum gegenüber dpa.
70 Prozent der Europäer würden Reparaturen bevorzugen, ergab eine EU-Studie von 2018. Jetzt ermittelte die europäische Verbraucherschutzorganisation BEUC in Belgien mehr als 11.000 mangelhafte Produkte: 2/3 davon stellten den Betríeb nach noch nicht einmal drei Jahren (aber nach der zweijährigen Gewährleistungspflicht, dehnmedia) ein. In mehr als 80 Prozent der Fälle war eine Reparatur nicht erfolgreich.
Dass die Wirtschaft diese Vorhaben nicht begrüßt, verdeutlicht Bitkom-Präsident Achim Berg. Er behauptet: „Ein Recht auf Reparatur mag sich populär anhören, tatsächlich ist in der Praxis weder eine verbraucherfreundliche noch eine umweltschonende Umsetzung möglich.“ So würde durch das Vorhalten von Ersatzteilen mehr Müll erzeugt als vermieden.
Quelle: infosat vom 26.11.
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26.11.2020 • Digitalradio: Nice Mix wird Megaradio Mix
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Aus Nice Mix wird am 7. Dezember „Megaradio Mix“. Das wird per Laufschrift im Programm des Berliner DAB+-Multiplexes (Block 7B) angekündigt. Möglich wird das, nachdem der Augsburger Veranstalter Megaradio das Berliner Formatradio übernommen hat. Ob und welche Änderungen es am Konzept von Megaradio Mix geben wird, ist nicht bekannt. Laut dem Lauftext ist DJ Enrico Ostendorf weiter beteiligt.
Aufgrund der wirtschaftlichen Übernahme durch Megaradio hatte Nice Mix eine neue Zuweisung für das Berlin-Ensemble bekommen. Mega Radio verzichtete zugleich auf das schon genehmigte Hauptstadtprogramm Megaradio Berlin. Gleichwohl wird der Nice-Nachfolger im Internet als Mega Radio Berlin mit nebenstehendem Logo mit eingeklinktem Schriftzug Berlin und übereinstimmenden Inhalten dargestellt.
Quelle: Eigene Recherche, radio.de | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Berlin.
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25.11.2020 • Berlin/Brandenburg: MABB holt neue Direktorin von Sky
MABB Die Zweiländer-Medienanstalt MABB bekommt eine neue Direktorin. Der Medienrat wählte Eva Flecken als Nachfolgerin von Anja Zimmer, die am 15. März ausscheidet. Flecken kommt von Sky Deutschland. Dort ist sie als Vice President für Public Policy, Regulatory & EU Affairs, Protection of Minors u.a. für die Verbindungen zu den Medienanstalten und für die Lobbyarbeit verantwortlich. Bevor sie 2014 bei Sky einstieg war sie bereits als Referentin f+ür die MABB und die Geschäftsstelle der Medienanstalten tätig.
Quelle: Presseinfo der MABB vom 25.11. | Hintergrund: Landesmedienanstalten - Personalia.
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24.11.2020 • Digitalradio: Kreative Radios - Hochbeet, Hund und andere
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Im Schülerwettbewerb KreativRadio Bau Dein eigenes Digitalradio wurden jetzt sechs Preise an Kinder und Jugendliche vergeben. Sie hatten funktionsfähige DAB+-Radios gestaltet und gebaut.
Die Jury bewertete Kreativität, Aufwand, Verarbeitung/Optik und Nachhaltigkeit mit Noten von 0 bis 10. Die Preisträger erhalten je 200 Euro und werden nach Ende der Corona-Restriktionen zu Studioführungen durch die Funkhäuser Halle oder Magdeburg eingeladen.
Im Rahmen der Aktion der Medienanstalt des Bundeslandes entstanden 80 gestaltete Radios nach Ideen der jungen Teilnehmer. Die Veranstalter steuerten Technik-Bausätze bei, so dass funktionsfähige DAB+-Radios mit individuellem Design entstehen konnten.
Der erste Preis ging an Sina (14 Jahre) aus Merseburg für ihr Modell „Flower Power“ (links). Für den Radio-Hund „Bello“ wurde die zehnjährige Mia aus Eilenstedt mit dem
2. Preis ausgezeichnet. Die „Sound-Röhre“ des 13jährigen Paul aus Halle
würdigte die Jury mit dem 3. Preis (Fotos: MSA).
Quelle: Presseinfo der MSA vom 24.11., Wettbewerbs-Homepage | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Sachsen-Anhalt.
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24.11.2020 • Digitalradio: 24 Tunnel in Bayern haben DAB+-Empfang
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 24 Autobahn- und Bundestrassen-Tunnel in Bayern sind derzeit mit DAB+-Funk ausgestattet. Weitere sind geplant. Das teilt Siegfried Schneider, Präsident der Medienanstalt BLM, in einem Interview mit. „Mindestens der landesweite Block 11D“ mit BR-Programmen und Antenne Bayern „sowie die Regional- und Lokalmultiplexe des Bayerischen Rundfunks und der Bayern Digital Radio, oft auch der bundesweite Multiplex im Block 5C“ seien zu empfangen.
Mit Blick auf die Pflichtausstattung von Autoradios in Neuwagen mit DAB+ ab dem 21. Dezember verweist Schneider auf den Beitrag von DAB+ zur Verkehrssicherheit. Die Verkehrsinfos und Gefahrenmeldungen des DAB+-Dienstes TPEG können auch im Tunnel zur Sicherheit beitragen. Das werde derzeit noch durch Einsprechsysteme über UKW realisiert. Der Felderhaldetunnel bei Isny sei bereits mit einem „Break-In-System“ für DAB+ ausgestattet.
Laut der aktuellen Richtlinie für Tunnels RABT 2006 kommt der Tunnelbetreiber mit der Einspeisung eines einzigen UKW-Senders seiner Verpflichtung nach. Schneider bedauert, dass die Tunnelbetreiber nicht an den Kosten für UKW- und DAB+-Technik beteiligt werden, „obwohl die Tunnelsicherheit dadurch wesentlich erhöht wird. (...) Katastrophenschutz ist eine öffentliche Aufgabe und kann nicht allein zu Lasten der Rundfunkveranstalter gehen.“ Die BLM fördere aber entsprechende Kosten der Netzbetreiber.
Quelle: Interview von Meinungsbarometer vom 23.11. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Bayern; DAB+ im Tunnel.
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24.11.2020 • Österreich: Versuchs-Zulassung in der Steiermark
Österreich Österreichs Medienbehörde KommAustria hat dem Netzbetreiber Kabel TV Aichfeld einen einjährigen Pilotversuch genehmigt. Vom 21. Dezember an darf das Unternehmen „zur Erprobung digitaler Übertragungstechniken und programmlicher Entwicklungen“ das ATV–Magazin Murtal, „ergänzt um Wettereinblendungen und Standbilder der Turracher Höhe“ ausstrahlen. Gesendet wird in der Steiermark vom Hirschenkogel (Turrach 2) im Kanal 21.
Quelle: KommAustria-Bescheid vom 5.10. | Hintergrund: SimpliTV.
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23.11.2020 • Österreich: Testbetrieb in Wiener Tunnels hat begonnen
Österreich Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Am 19. November hat eine testweise DAB+-Versorgung von Tunnels im Raum Wien begonnen. Es handelt sich um die Tunnels Rannersdorf (1.800 Meter) und Vösendorf (900 Meter) des Wiener Außenrings S1. 27 Programme werden in Zusammenarbeit mit ORS comm in beide Tunnels übertragen. Das meldet Radio Technikum, Betreiber des Wiener DAB+-Citymuxes.
Das diene nicht nur dem unterbrechungsfreien Radiokonsum, sondern auch der Verkehrssicherheit indem „bei einem Unfall im Tunnel der zuständige Tunnelwart über den Rundfunkkanal in die Fahrzeuge einsprechen kann“. Das sei bei DAB+ bei einem „großen Bündel an Programmen“ möglich, über UKW auf auf wenige beschränkt. Konzepte dafür und technische Lösungen sollen „ausgiebig getestet werden, bevor über einen großflächigen Ausbau weiterer Tunnels mit hohen
DAB+-Tests auf der 1.800 Meter Trasse des Tunnels Rannersdorf (Grafik klickbar).
Investitionssummen nachgedacht werden kann.“
Quelle: Citymux Wien vom 19.11. | Hintergrund: DAB+-Muxe national und Wien
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23.11.2020 • Sendenetze: Kehrt Media Broadcast auf UKW zurück?
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 2018 hatte Media Broadcast seine UKW-Technik verkauft. Eine Presseinfo lässt heute einen strategischen Rollback vermuten.
Der Sendenetzer wird für für die UKW-Verbreitung von Klassik Radio in Schleswig-Holstein über zehn UKW-Frequenzen „alle dafür erforderlichen Leistungen (...) erbringen.“ Das komplette Paket beinhalte „die Zuführung des Programms zu den Standorten sowie die Bereitstellung, den Betrieb, das Monitoring und den Service für die Sender und die Antennen“.
Wie das Unternehmen weiter mitteilt, werden in Niedersachsen über ein IPbasiertes Netz und Backup-Verbindungen regionalisierte Signale für Antenne Niedersachsen und Radio FFN an 16 UKW-Standorte transportiert.
Der Sendetechnik-Spezialist hatte 2016 sein Monopol für den Betrieb von UKW-Sendeanlagen verloren. Als Konsequenz wurde eine „klare Digital-Strategie“ in den „Wachstumsfeldern DVB-T2 HD und DAB+“ angekündigt. 2017/2018 wurde die UKW-Technik verkauft. Weil einige Neuerwerber mit der Abschaltung von Sendeanlagen drohten, um ihre exorbitanten Preisforderungen zu erzwingen, kam es zu einer Krise mit verfassungsrechtlichen Dimensionen.
Quelle: Presseinfo von Media Broadcast vom 23.11. | Hintergrund: Streit um UKW-Antennen.
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23.11.2020 • Digitalradio: 1,75 Mio. DAB+-Radios werden 2020 verkauft
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Die heute einsetzende Werbekampagne für DAB+ flankiert der Branchenverband gfu mit einem Auszug aus den Hemix-Zahlen. Von Januar bis Dezember wurden demnach mehr als 1 Mio. DAB+-Radios verkauft. Das entspreche einem Wachstum von 14,5 Prozent. Die Umsätze stiegen um acht Prozent auch knappe 139 Mio. Euro. Die gfu prognostiziert für das Gesamtjahr 1,75 Mio. (plus 16 Prozent) verkaufte Geräte.
Quelle: Presseinfo von gfu/ZVEI vom 23.11. | Hintergrund: DAB+.
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23.11.2020 • Rundfunkbeitrag: CDU und AFD im Schulterschluß
Beitragsservice Die CDU-Fraktion im Landtag Sachsen-Anhalt bleibt bei ihrer Ablehnung der Erhöhung des Rundfunkbeitrages um 86 Cent auf 18,36 Euro. Damit würde sie sich mit der oppositionellen AFD verbünden und gegen die Koalitionspartner von SPD und Grünen sowie die restliche CDU/CSU stellen. Ministerpräsident und Partei-Landeschef Reiner Haseloff deutet gleichzeitig ein Umschwenken an. Die Abstimmung ist am 15. Dezember vorgesehen.
Die CDU-Fraktion hatte sich schon vor der Anhörung am Freitag im Medienausschuß entschieden. Laut einem Bericht des RBB-Medienmagazins wurden die Warnungen von Wirtschaftverbänden im Ausschuß überhört. Es bestehe vor allem für die von der Pandemie schwer getroffene Film- und Medienwirtschaft der drei MDR-Bundesländer Gefahr. Angesichts des hohen Schadens für Sachsen-Anhalt sei eine Ablehnung „verantwortungslos“, so der Linken-Abgeordnete Stefan Gebhardt im nach der Sitzung im RBB.
Während der Anhörung fasste Heinz Fischer-Heidlberger, Geschäftsführer der KEF den medienrechtlichen Hintergrund zusammen. Er sieht die Bundesländer in der Pflicht, den von ihnen erteilten Programmauftrag zu finanzieren. Solle gespart werden, sei eine Änderung des Auftrages erforderlich. Bleibe die Erhöhung aus, könnten die Sender in finanzielle Schieflagen kommen.
Dort sagte ein AFD-Politiker, beim MDR würden nach der Ablehnung 160 Mio. Euro pro Jahr fehlen. Dem MDR die Gelder zu streichen wäre ein „fatales Signal“, so der Politiker, der mit seiner Fraktion genau dafür stimmen will. Er verlangte Reformen der Anstalten. Dann könnte man „kurzfristig was einschieben, aber nicht auf Kosten der Beitragszahler“. Offensichtlich will er ein Wohlverhalten des MDR mit Steuergeldern belohnen. Eine solche staatliche Finanzierung und erst recht deren Verbindung mit der Erfüllung von Forderungen der Politik widerspricht dem Grundsatz der Staatsunabhängigkeit des Rundfunks und ist daher verfassungswidrig.
Laut aktuellen Meldungen wolle Ministerpräsident Haseloff (CDU) nun Gespräche führen. Mit wem und worüber bleibt allerdings offen. Im Vorfeld der Landtagswahlen im Juni 2021 fürchtet Haseloff offenbar - im Gegensatz zu seiner Fraktion - um einen massiven Krach der „Kenia“-Koalition und bundesweite öffentliche Kritik am Pakt mit der Populistenpartei zum Schaden des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Die erste Erhöhung des Rundfunkbeitrages seit 2009 und der Senkung auf 17,50 Euro ist Gegenstand des 1. Medienänderungsstaatsvertrages der Bundesländer. Er kann nur in Kraft treten, wenn alle 16 Landesparlamente zustimmen. Sachsen-Anhalt kann das gegen die anderen 15 Bundesländern verhindern. Dann bleibt es bei den bisherigen monatlich 17,50 Euro. Das dürfte zu erheblichen Einschränkungen bei den Programmen führen.
Quelle: Bericht im RBB-Medienmagazin vom 22.11., Meldung von Infosat vom 23.11. | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
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22.11.2020 • Niederlande: Small Scale DAB+-Test läuft auf Hochtouren
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 In den Niederlanden wird jetzt in allen 22 lokalen DAB+-Gebieten gesendet. RTV Westerwolde schaltete kürzlich den letzten Mux auf. Es handelt sich um bis Ende August 2022 befristete Testbetriebe mit Small Scale-Technik.
Diese stehen mit einer umfassenden Änderung des Frequenzkonzepts für DAB+ in Zusammenhang. So wird eine Vielzahl von Sendeinseln in einem nationalen Block konzentriert. Im Frühjahr 2021 soll eine zweite nationale Abdeckung versteigert werden.
Mit Blick auf die Corona-Pandemie hatte das Parlament Anfang des Monats eine „Notverlängerung“ der 2024/2025 auslaufenden UKW-Lizenzen beschlossen. Auch die Zuteilungen der DAB+-Frequenzen sollen entsprechend weiter laufen.
Im Nachbarland mit 17,3 Mio. Einwohnern sind zur Zeit rund 2,2 Mio. DAB+-Radios im Einsatz.
Quelle: Meldung von satnews vom 20.11., DAB+ NL vom 3.11. | Hintergrund: DAB+ international.
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21.11.2020 • Digitalradio: Noch vier Wochen bis zur Digitalradiopflicht
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der 21. Dezember wird ein wichtiger Tag für die RadiohörerInnen im Lande: Aufgrund eines EU-Beschlusses und einer dem folgenden Änderung des deutschen Telekommunikationsgesetzes (TKG) müssen die meisten Radios dann neben UKW auch einen digitalen Tuner aufweisen. Das betrifft nach
§ 48 Abs. 4 TKG:europaweit alle Autoradios in PKW, Wohnmobilen, Rettungsfahrzeugen, Krankenwagen und Bussen, die ab dem 21. Dezember ab Werk ausgeliefert werden. Diese müssen DAB+ neben UKW empfangen können.
§ 48 Abs. 5 TKG:in Deutschland alle Radios mit Anzeige des Sendernamens, die ab dem 21. Dezember in den Handel gebracht werden. Heim- und portable Radios sowie Autoradios für den nachträglichen Einbau müssen einen digitalen Tuner für DAB+ oder/und Webradio neben dem UKW-Empfang haben.
Zulässig ist der Abverkauf von noch in den Läden vorhandenen UKW-Radios, die Absatz 5 nicht erfüllen. Gebrauchte UKW-only-Produkte dürfen weiterhin verkauft werden.
Auf der Webseite dabplus.de gibt es dazu umfangreiche Informationen für Verbraucher, wie auch für Handel und Hersteller. Eine Socialmedia-Kampagne wird angekündigt.
Kommentar : Neu ist nur die DAB+-Pflicht für Neuwagen. Längst gibt es ein breites Angebot von Radios mit hybrider Tunerausstattung, so dass das TKG offene Türen einrennt. Man weiß nicht so recht, ob die Regelung DAB+ pushen soll oder dafür sorgt, dass UKW nicht so schnell ins Abseits gerät.
Quelle: Presseinfo von dabplus.de vom 20.11. | Hintergrund: Hybrid-Tuner.
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20.11.2020 • Digitalradio: Bundesmux 2 sendet energieeffizient
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Media Broadcast Der Hersteller Rohde & Schwarz hat die Sendetechnik für den zweiten Bundesmux an Media Broadcast geliefert. Es handelt sich um 71 VHF-Sender der Serien TMV9 und THV9 für maximale Sendeleistungen von 0,75 kW bis 5,2 kW.
Nach Herstellerangaben tragen die in Teisnach (Bayern) gefertigten Produkte „mit einer Energieeffizienz von nahezu 50 Prozent“ erheblich zu der umweltfreundlichen Energiebilanz von DAB+ bei.
Die BBC hatte kürzlich eine vergleichende Untersuchung zum Energieverbrauch der Medienverbreitung vorgelegt, bei der DAB - vom Sender bis zu den Hörern - am Besten abschneidet.
Quelle: Meldung von Infosat vom 20.11. | Hintergrund: Programme, Bundesmux2.
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20.11.2020 • Digitalradio: Nostalgie ab Januar im 2. Bundesmux
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Die NRJ-Gruppe bestätigt den Start ihres neuen Programms Nostalgie „Anfang Januar“ im zweiten Bundesmux.
NRJ Deutschland sei von Anfang an mit Energy bei DAB+ (im Bundesmux 1) dabei und bringe nun die zweite Marke der in Frankreich beheimateten Radiogruppe nach Deutschland: Nostalgie sendet außerhalb des Heimatlandes in vier Ländern. Kernzielgruppe sind die 35- bis 49jährigen. Das Musikformat beinhalte Songs aus den 70er, 80er und 90er Jahren und mit „einer positiven Grundstimmung“.
„DAB+ ist die Hörfunk-Übertragungstechnologie der Zukunft und wird UKW in den kommenden Jahren sukzessive ablösen“, kommentiert NRJ-Deutschlandchef Olaf Hopp die Ankündigung. „Und da Deutschland auch einer der größten europäischen Werbemärkte ist, gibt es eine Vielzahl guter Gründe, auf einem zweiten nationalen und erstmals rein privaten DAB+ Multiplex dabei zu sein.“ Das werde dadurch unterstrichen, dass die DAB+-Nutzung in DAB+-Haushalten UKW überholt hat, nimmt Hopp Bezug auf den Digitalisierungsbericht 2020.
Es handelt sich nach Absolut Oldie Classics des Mitbetreiber der Bundesmux 2-Plattform Absolut Digital und dem ab dem 1. Dezember sendenden 80s80s der Regiocast-Gruppe um das dritte Programm mit ähnlichem Musikkonzept.
Von den 16 Plätzen im zweiten nationalen DAB+-Mux von Antenne Deutschland ist jetzt noch ein Platz nicht vergeben.
Quelle: Presseinfo von NRJ vom 20.11. | Hintergrund: Programme, Bundesmux2.
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19.11.2020 • DVB-T2 HD: Antenne gewinnt in Berlin, Kabel verliert
In Berlin (52 Prozent) und Brandenburg (61 Prozent) bleibt der Fernseher das wichtigste Gerät für den Konsum von Bewegtbild-Inhalten. 15,8 Prozent der Berliner Haushalte nutzen DVB-T2 HD - das sind 2,8 Prozent mehr als 2019 und 9,5 Prozent über dem Bundesschnitt. Inzwischen hat IPTV mit 15,9 Prozent nachgezogen. Das Kabel verliert 7 Prozent, bleibt dennoch mit 1,127 Mio. Haushalten (63,8 Prozent) größter TV-Vertriebsweg der Hauptstadt. Das entnimmt die Medienanstalt Berlin Brandenburg (MABB) dem Digitalisierungsbericht Video 2020.
In Brandenburg bleibt der Satellit (46 Prozent) führender TV-Verbreitungsweg. Das Kabel folgt mit 40,2 Prozent. IPTV (9 Prozent) und DVB-T2 HD (5,6 Prozent) sind abgeschlagen.
HDTV nutzen 83,5 Prozent der Berliner und 78,8 Prozent der Brandenburger Haushalte. Die Anschlußquote der 1,17 Mio. SmartTVs in Berlin liegt bei 78 Prozent; in Brandenburg sind das 68 Prozent von 747.000.
Quelle: Presseinfo der MABB vom 19.11. | Hintergrund: DVB-T2 HD in Berlin, Brandenburg.
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19.11.2020 • Digitalradio: Dritte Oldie-Welle für den 2. Bundesmux?
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Bei der Vorstellung der Programme für den 2. Bundesmux wurde ein zweiter bundesweiter Radiosender von NRJ Deutschland angekündigt. Dabei könnte es sich um eine Oldiewelle handeln. Die ZAK-Kommission der Medienanstalten hatte Mitte Oktober das Programm Nostalgie des NRJ-Veranstalters Radio 103,4 MHz Berlin GmbH bundesweit zugelassen. Wann der Sendestart erfolgt, ist nicht bekannt. Die NRJ-Gruppe betreibt Nostalgie benannte Sender in etlichen Ländern Europas und Afrikas.
Der Wettbewerber (und Mitbetreiber der Bundesmux 2-Plattform) Absolut Digital sendet im Bundesmux 2 bereits Absolut Oldie Classics. Mit ähnlicher musikalischer Formatierung kündigt die Regiocast-Gruppe dort 80s80s ab dem 1. Dezember an.
Quelle: ZAK-Entscheidung 20-52 vom 12.10., NRJ-Gruppe (Wikipedia) | Hintergrund: Programme, Bundesmux2.
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18.11.2020 • Rundfunkbeitrag: CDU bekräftigt Ablehnung der Erhöhung
Beitragsservice Laut Berichten haben die CDU-Abgeordneten im Medienausschuss des sachsen-anhaltinischen Landtags ihre Ablehnung des 1. Medienänderungsstaatsvertrages bestätigt. Damit ist zu erwarten, dass eine Allianz der Regierungspartei CDU mit der oppositionellen AFD mit ihrer Stimmenmehrheit am 15. Dezember im Landtags-Plenum das Zustimmungsgesetz ablehnt. Sachsen-Anhalt wird damit die erste Beitragserhöhung seit 2009 auf 18,36 Euro verhindern.
Die vorgesehene Erhöhung des Monatsbeitrags um 86 Cent, mit dem ARD, ZDF und D-Radio finanziert werden, basiert auf einem Vorschlag der KEF, die zuvor die Budgetpläne der Anstalten für 2021 bis 2024 geprüft hat.
Im Vorfeld hatten MDR und NDR mitgeteilt, selbst mit der Erhöhung weiter - und an den Programmen sparen zu müssen. Vermutet wird, dass die Sender vor dem Bundesverfassungsgericht klagen, um eine verfassungswidrige Einflußnahme der Politik über die Finanzen auf die Programmangebote feststellen zu lassen.
Quelle: Meldung von Info Digital vom 18.11. | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
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17.11.2020 • Digitalradio: Termine für das Bundesmux 2-Sendenetz
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der weitere Ausbau des Bundesmuxes 2 bleibt im Plan und beginnt schon heute. Der Sendenetzer Media Broadcast nennt heute folgende Termine bzw. terminliche Orientierungen für die bis Jahresende geplanten fünf Senderstandorte:
17.11.Ochsenkopf (Bayern, Block 5D)
KW 49Bamberg (Bayern, Block 5D), Aalen (Baden-Württemberg, Block 9B)
9.12.Trier, Bornberg (Rheinland-Pfalz, Block 9B)
Wie es auf Anfrage hieß, bleibt es bei den für 2021 genannten Standorten Molbergen und Schwerin bei Januar bzw. April 2021. Nach Umsetzung dieser Planungen werden 67 Mio. (83 Prozent) der Einwohner den Bundesmux 2 empfangen können, davon 49 Mio. (61 Prozent der Bevölkerung) inhouse. Ab 2021 soll das Sendenetz „dann bei steigender DAB+ Nutzung weiter ausgebaut werden“.
Quellen: Eigene Recherche, Presseinfo von Media Broadcast vom 17.11. | Hintergrund: Programme, Bundesmux2.
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17.11.2020 • Digitalradio: 80s80s ab 1. Dezember im Bundesmux 2 (2)
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Mit der Aufschaltung im zweiten nationalen DAB+-Multiplex am 1. Dezember wird das Programm 80s80s im Hamburger DAB+-Mux (Block 10D) abgeschaltet. Das bestätigte eine Sprecherin des Senders auf Anfrage von dehnmedia.
Hintergrund der Maßnahme ist die Vermeidung doppelter Kosten, weil beide Multiplexe eine gleiche Reichweite haben. Andere Programme im Bundesmux 2, die bereits über DAB+ senden, haben diese Schritt schon vollzogen oder angekündigt.
Quelle: Eigene Recherche | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Hamburg.
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17.11.2020 • Digitalradio: Ausschreibung für NRW-Mux veröffentlicht
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Bis zum 19. Januar 2021 läuft die angekündigte Ausschreibung der Medienanstalt LfM für den landesweiten DAB+-Multiplex für Nordrhein-Westfalen. Nach der Zuteilung des Blocks 9D kommt die Etablierung von Privatradios unterhalb der Bundesebene jetzt in eine konkrete Phase.
Erwartet werden Anträge von Programmanbietern und Plattformbetreibern. Die LfM hatte vorab erklärt, „mehr Bewerbungen als verfügbare Kapazitäten“ zu erwarten. Dadurch werde ein zeitaufwändiges Verständigungsverfahren erforderlich. Bevorzugt werden Teilnehmer am NRW-Pilotprojekt, so dass Domradio nach dem Stopp vom 30. Juni wieder auf DAB+ senden könnte.
DAB+ vergrößert das Audioangebot in NRW deutlich, stellt die LfM heraus. Über DAB+ sind „mit landesbezogenen journalistisch-redaktionellen Angeboten zusätzliche Zielgruppen zu erreichen und damit die Programm- und Anbietervielfalt in Nordrhein-Westfalen zu steigern.“ Es werde von einem „zügigen Ausbau des DAB+-Sendernetzes“ ausgegangen. Die LfM machte aber deutlich: „Eine Förderung der DAB+-Verbreitungskosten ist nicht vorgesehen.“
Wohl wegen des unklaren zeitlichen Verlaufs gibt die LfM zwar keine Andeutung zum möglichen Sendebeginn. Aber nächste Schritte werden angekündigt: So werde „Anfang 2021“ eine landesweite UKW-Kette ausgeschrieben. „Nach entsprechender Kapazitätszuordnung (folge) die Ausschreibung einer zusätzlichen landesweiten regionalisierten DAB+-Bedeckung“.
Quelle: Presseinfo, Ausschreibung vom 17.11. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in NRW.
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17.11.2020 • Digitalradio: Was wird aus dem Saarland-Mux?
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Bis zum 19. November muss der Plattformbetreiber Divicon Media ein neues „technisches Realisierungskonzept einschließlich der Senderstandorte sowie ein entsprechendes ökonomisches Konzept“ für das geplante DAB+-Ensemble der Privatradios im Saarland vorlegen. Das hatte der Medienrat der Medienanstalt LMS Ende September gefordert.
Im März mußte der Medienrat zur Kenntnis nehmen, dass die frequenzmässigen Wünsche (hohe Sendeleistung im Block 11C am Standort Saarbrücken-Schoksberg) von der Bundesnetzagentur (BNetzA) nicht koordiniert werden konnten. Media Broadcast betreibt an dem Mast der Deutschen Funkturm GmbH Sender für die beiden Bundesmuxe. Im Vorfeld der Saar-Zulassung wurde vereinbart, dass Divicon eine Antenne von MB kostengünstig mitbenutzen könnte. Schon im Winter wurde über kostenbedingte Absagen einiger Programme berichtet.
Wegen der ausbleibenden Lösung ist die DAB+-Beteiligung von Radio Salü als „Gast“ im SR-Mux gefährdet. Der Medienrat hatte das 2012 als befristetes Projekt genehmigt und seither mehrfach verlängert. Im Februar 2020 ging der Medienrat wohl von einem baldigen Start des Privatmuxes aus und zog einen Schlußstrich: Radio Salü darf nur noch „bis zur Inbetriebnahme des privaten DAB+-Blocks 11C, längstens bis zum 31. Dezember 2020“ dort senden. Ohne nochmalige Verlängerung wird Radio Salü zum Jahresende also auf DAB+ abgeschaltet. Wird Radio Salü für sein frühzeitiges DAB+-Engagement jetzt bestraft - wie Domradio in NRW?
Der Medienrat tagt wieder am 3. Dezember, danach erst im Februar. Man darf gespannt sein, wie die Entscheidungen den Sendebeginn des Privatradio-Ensembles näher bringen.
Nachtrag : Für die Blocks 11C und 9D hat die BNetzA je sechs Standorte koordiniert; für Saarbrücken ist der Halberg mit je 5 kW Leistung vorgesehen. Die Privatplattform müßte dort mit dem Saarländischen Rundfunk kooperieren. Der Block 9C ist mit nur 3,2 kW zwar am Schoksberg koordiniert, aber ohne die Perspektive eines Sendenetzes.
Quelle: Eigene Recherche, Presseinfo der LMS vom 29.9. | Hintergrund: DAB+, Privatradios im Saarland.
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16.11.2020 • Digitalradio: 80s80s ab 1. Dezember im Bundesmux 2 (1)
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der Veranstalter Regiocast, Antenne Deutschland und National German Radio kündigen den Start seines Regiocast-Musiksenders 80s80s am 1. Dezember im zweiten DAB+-Bundesmux an. Es handelt sich um den neunten Sender des Ensembles. National German Radio und Antenne Deutschland bestätigen das neue Ensemble-Mitglied. Damit fehlt jetzt noch eines der 16 Programme.
Rainer Poelmann, Sprecher der Geschäftsführung, verweist nicht nur auf den frühen Einstieg von Regiocast, der zu der positiven Entwicklung von DAB+ beigetragen habe. Jetzt „bieten sich weitere Chancen zur nationalen Platzierung von zielgruppenspezifischen Formaten.“
Regiocast hatte das Formatradio 2015 gestartet, das b.a.W. im Hamburg-Mux digitalterrestrisch sendet. Es ist das dritte dritte Programm des Unternehmens, das national digital verbreitet wird. Radio Bob und Sunshine Live (über die Beteiligungsfirma Eurocast) sind seit 2011 im ersten Bundesmux zu hören.
Quellen: Meldung von infosat, Presseinfo von Antenne Deutschland vom 16.11. | Hintergrund: DAB+ Bundesmuxe, Bundesmux2.
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16.11.2020 • Digitalradio: Zwei Sendeanlagen für die DAB+-Muxe des BR
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der Bayerische Rundfunk setzt den Ausbau der DAB+-Sendenetze weiter fort.
Ab dem kommenden Donnerstag (19.11.) verbessert eine neue Sendeantenne den Indoor-Empfang vom niederbayerischen Markt Mallersdorf-Pfaffenberg aus für Straubing und Teile der Landkreise Straubing-Bogen, Dingolfing-Landau, Landshut und Regensburg. Pfreimd in der Oberpfalz versorgt den Norden des Landkreises Schwandorf.
Bezogen auf das landesweite BR-Ensemble im Block 11D handelt es sich um die Sendeanlagen Nr.70 und 71. Gleichzeitig gehen dort die Regionalpakete im Block 7D (Niederbayern) bzw. 6C (Oberpfalz) mit vier privaten und weiteren BR-Programmen auf Sendung. Der Versorgungsgrad des landesweiten Angebots steigt damit auf 93,7 Prozent (indoor) bzw. 98,2 Prozent (mobil) der Einwohner des Freistaats.
Der Hinweis des BR, dass „weitere DAB+Standorte im Jahr 2021 geplant“ sind deutet darauf, dass diese Aufschaltungen den Schlußpunkt für den Netzausbau in 2020 setzen. Ursprünglich waren noch zwei Standorte für Unterfranken angekündigt.
Quelle: Presseinfo des BR vom 16.11. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Bayern.
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16.11.2020 • Luxemburg: DAB+-Test läuft auf Hochtouren
DABplus-Logo Schriftzug Seit September testet der Luxemburger Sendenetzer Broadcast Center Europe (BCE) einen DAB+-Multiplex. An dem Projekt der RTL-Techniktochter nehmen neben RTL Radio Luxemburg und dem deutschen RTL-Ableger derzeit neun weitere Programme aus dem Großherzogtum teil.
Streit soll es um die Mitwirkung von Lokalradios gegeben haben. Laut einer Meldung musste BCE die Abschaltung von zwei dieser Stationen zugunsten der beiden anderen nach Beschwerden zurücknehmen. Daraufhin wurden alle vier Lokalradios (Peiteng On Air, R.O.M., Radio Gutt Laun, Radio Belle Vallée) in das Ensemble aufgenommen.
Bis Jahresende sollen von den Sendeanlagen Hosingen und Dudelange aus und im Block 7D die flächendeckende Versorgung getestet und die Möglichkeiten für neue Programme aufgezeigt werden. Beides ist laut RTL Radio Luxemburg mit UKW nicht machbar. Die Regierung bereite zeitgleich einen Regelbetrieb mit DAB+ vor, der prinzipiell 2021 einsetzen könne. 2018/19 hatte BCE einen ersten Test durchgeführt.
Quelle: Meldung von satnews vom 16.11., ukwtv.de | Hintergrund: DAB+ international.
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13.11.2020 • Frankreich: Pläne für den DAB+-Ausbau in 2021 und 2022
Seit dem Start letzte Woche in Toulouse und Bordeaux können rund 30 Prozent der Franzosen DAB+-Programme empfangen. Auf der Generalversammlung von WorldDAB gab der Vertreter der Medienbehörde CSA einen Überblick über die Planungen bis Mitte 2022.
Bis dahin sollen die 50 größten Städte des Landes samt ihren Autobahn-Verbindungen - und damit 40 Prozent der Bevölkerung - versorgt sein. Das schließt den Sendestart der beiden nationalen Multiplexe im kommenden Sommer ein.
Laut der Website dabplus.fr sollen 2021 nach vorläufigem Plan folgende 13 Städte bzw. Regionen ans DAB+-Netz gebracht werden: Avignon, Dijon, Toulon (Juli); Annency, Grenoble, Saint-Étienne (Q3); Orléans, Poitiers, Tours (Q4); Bayonne, LaRochelle, Besancon, Pau (Dezember). Für das 1. Halbjahr 2022 sind angekündigt: Amiens, Angers, Brest, Caen, Clermont-Ferrand, LeMans, Limoges, Metz, Montpellier, Nancy, Nimes, Perpignan, Reims und Rennes.
Quelle: Meldung von RedTechTribe vom 11.11., Info auf dabplus.fr | Hintergrund: DAB+ international.
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12.11.2020 • Unterhaltungselektronik: Alles mit Display trotzt Corona
gfu Die Daten des Handelsindexes Hemix für Januar bis September 2020 zeigen vor allem Home Electronics-Produkte mit Display und Elektro-Hausgeräte Dank Corona im Aufwind. Aufgrund der für einige Produkte starken Nachfrage schaut der Branchenverband gfu wie schon im August „vorsichtig optimistisch“ auf das kommende Weihnachtsgeschäft.
Im o.g. Zeitraum wurden 4,6 Mio. Fernseher (plus 5,3 Prozent) verkauft; der Umsatz stieg um 5,5 Prozent auf 2,6 Mrd. Euro. Nach Preissteigerungen von 3,8 Prozent wurde mit Smartphones ein Umsatzplus von 3 Prozent auf über 7,6 Mrd. Euro erwirtschaftet. Notebooks (plus 20,6 Prozent nach Stückzahl) und Tablets (plus 19,9 Prozent) bilanzierten ebenso wie weitere Computerprodukte positiv. Für
Display-Produkte trotzen Corona (Grafik klickbar).
Haushalts-Großgeräte wurden 7,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum - knapp 7 Mrd. Euro - ausgegeben.
Consumer Electronics schließt mit 19,6 Mrd. Euro (plus 5 Prozent), private IT-Produkte mit 5,4 Mrd. Euro (plus 16,9 Prozent) ab. Bei den privaten TK-Produkten (8,5 Mrd. Euro, plus 3,4 Prozent) wirkt u.a. der Erfolg von Core Wearables (plus 11,6 Prozent Umsatz).
Die Handelsdaten für den Home Electronics Markt Index (Hemix) werden von der gfu mit der GfK Retail-Marktforschung erhoben.
Quelle: Presseinfo der gfu vom 12.11.
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12.11.2020 • Rundfunkbeitrag: Linksfraktion Sachsen-Anhalt entscheidet
Beitragsservice Der Landtag Sachsen-Anhalt gilt als der Ort, wo die AFD-Opposition mit Assistenz der regierenden CDU am 15. Dezember die Erhöhung des Rundfunkbeitrages platzen lassen will. Jetzt hat die dortige, bisher abwartende, Linksfraktion ihre Zustimmung zum 1. Medienänderungsstaatsvertrag mit dieser Regelung beschlossen.
Die Politiker zeigen sich „überzeugt, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk ein bedeutendes Wesensmerkmal der Demokratie ist und eine angemessene Finanzierung hierfür die nötige Basis bietet.“ Man stimme daher „aus grundsätzlich verfassungsrechtlichen Erwägungen zu“. Das geschieht nach längerer interner Debatte und wird von Forderungen an die Anstalten begleitet. Dass die Regierungsfraktionen unterschiedlich stimmen wollen, „beweist hingegen, dass der Ministerpräsident Haseloff nicht in der Lage ist, die Handlungsfähigkeit der Koalition herzustellen. Darüber hinaus beschädigt die Kenia-Koalition die Grundlagen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, weil sie die Unabhängigkeit der Gebührenermittlung durch die KEF in Frage stellt“, heißt es in einer Presseerklärung.
Die AFD rechnet mit der Hilfe der CDU, um die erste Erhöhung des Rundfunkbeitrages seit der 2009 erfolgten Senkung auf monatlich 17,50 Euro zu verhindern.
Die KEF prüfte zuvor die Budgetpläne der ARD-Anstalten, des ZDF und Deutschlandradios für den Zeitraum von 2021 bis 2024 und schlug den Bundesländern eine Erhöhung um 86 Cent auf 18,36 Euro vor. Das steht zur Zeit in den 16 Landesparlamenten zur Abstimmung.
Quelle: Presseinfo der Linksfraktion Sachsen-Anhalt vom 10.11. | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
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11.11.2020 • Digitalradio: Nordseewelle in Lübeck wieder abgeschaltet
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Ganz reibungslos läuft die Ausdehnungsstrategie niedersächsischer Privatradios auf Stadtmuxe anderer Bundesländer offenbar nicht. Das gerade erst in Lübeck digital aufgeschaltete Radio Nordseewelle ist laut Meldungen schon wieder abgeschaltet.
Spekulationen sind nun darauf gerichtet, dass der Hintergrund eine fehlende Zulassung der Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein sein könnte. Krix.FM hatte für seine kürzliche Abschaltung in Kiel, Lübeck und Bremen (abgesehen von einem Insolvenzantrag) auch „lizenzrechtliche“ Gründe genannt. Krix.FM hatte für beide Bundesländer keine Zulassung.
Quelle: Meldung von satnews vom 11.11. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Schleswig-Holstein; Privatradios in Niedersachsen.
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11.11.2020 • DAB+/DVB-T2 HD: Neuer Sendemast bei Berus
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der Saarländische Rundfunk steuert auf den Sendebeginn am neuen Standort Berus bei Überherrn zu. Auf dem aus den 50er Jahren stammenden Betonturm der Sendeanlage wurde gestern ein Sendemast montiert. Der Antennenträger ist 75,5 Meter hoch. Im Vorfeld wurden umfangreiche Sanierungen an dem Turm durchgeführt. An zwei Terminen wurden zuvor die vier nicht mehr gebrauchten Langwellen-Antennen gesprengt.
Der SR kündigt für Ende November an, dort sein DAB+-Ensemble (Block 9A) und den DVB-T2 HD-Mux mit dem ARD-Programm und dem Saar-Dritten (Kanal 32) aufzuschalten.
Quelle: SR-TV vom 11.11. | Hintergrund: DAB+, Privatradios im Saarland.
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10.11.2020 • Digitalradio: Bundesmux1-Ausbau reduziert / Und 2021?
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Auf seiner Homepage kündigt Media Broadcast den Sendenetz-Ausbau für den ersten Bundesmux noch auf „155 DAB+-Sender im bundesweiten Digitalradionetz des Blocks 5C bis Ende 2020“ (Grafik klickbar) an. Jetzt räumt ein aktueller Flyer des Plattformbetreibers mit früheren Spekulationen auf. Genannt werden neun neue Standorte (auf der klickbaren Karte von MB rot markiert), wodurch die Senderliste bis Jahresende 149 Positionen erreichen soll.
Bayern:Dillberg (10 kW), Nennslingen (5 kW)
Brandenburg:Eisenhüttenstadt (5 kW)
Mecklenburg-Vorpommern:Wismar (1 kW)
Nordrhein-Westfalen:Hürtgenwald (5 kW), Schöppingen (10 kW)
Rheinland-Pfalz:Ahrweiler (5kW)
Sachsen-Anhalt:Schneidlingen (10 kW)
Thüringen:Erfurt-Stadt (1 kW) oder Erfurt 3 (2 kW)
Durch die neuen Antennen „wird der Empfang in den jeweiligen Regionen sowohl innerhalb von Gebäuden als auch mobil nochmals deutlich verbessert“, so der Netzbetreiber. Die Inhouse-Reichweite werde auf 87 Prozent der Bevölkerung erhöht, für den mobilen Empfang werden 96 Prozent der Fläche Deutschlands bzw. 99 Prozent des BAB-Netzes versorgt. Termine für Inbetriebnahmen liegen jedoch nicht vor. Die aktuelle Senderliste der Bundesnetzagentur listet für mögliche spätere Zuschaltungen noch Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern, 1 kW), Leipzig-Stadt (Sachsen, 10 kW; als Ersatz für Leipzig-Messegrund?).
Der Ausbau des Sendenetzes ab 2021 wird nicht nur von Baugenehmigungen, der Verfügbarkeit der Technik oder Corona beeinflußt. Auch ein „ob“ könnte ins Spiel kommen: Deutschlandradio und neun Privatradios teilen sich die Finanzierung entsprechend der genutzten Bandbreiten. Für seine vier Programme und die Dienste nutzt Deutschlandradio 560 Kilobits pro Sekunde. Die neun Privatradios und ein Verkehrsinfodienst nutzen 624 kbps. Das öffentlich-rechtlich finanzierte Deutschlandradio trägt also einen hohen Anteil an den Gesamtkosten. Können Deutschlandradio und die Landesrundfunkanstalten den Neubau von Sendern und deren Betriebskosten finanzieren, wenn die Erhöhung des Rundfunkbeitrages ab 2021 scheitert?
Diese Verantwortung wollen die Fraktionen von CDU und AFD im Landtag Sachsen-Anhalt offenbar gerne übernehmen. Davon wäre nicht nur der Ausbau des ersten Bundesmuxes betroffen. Auch die Finanzierung von Netzerweiterungen für die Multiplexe der neun Landesrundfunkanstalten könnte gefährdet sein. Abgesehen von den Auswirkungen auf die Programme.
Dass die Privatradios mit Corona gegen einen umfangreichen Netzausbau argumentieren, scheint unwahrscheinlich. Die deutschen Privatradios konnten im Septemer die Werbeumsätze gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,8 Prozent auf 186,1 Mio. Euro steigern. Einen solchen positiven Trend verzeichnete mitten in der Corona-Krise keine andere Mediengattung.
Hinweis : Die o.g. maximal zulässigen Sendeleistungen wurden der aktuellen BNetzA-Liste entnommen.
Quellen: Presseinfo vom 10.11., Flyer von Media Broadcast (Download) | Hintergrund: Programme, Bundesmux1, Rundfunkbeitrag.
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10.11.2020 • Rundfunkbeitrag: MDR muss trotz Erhöhung weiter sparen
Beitragsservice Die geplante (und gefährdete) Erhöhung des Rundfunkbeitrags reicht für die aktuellen Aufgaben des MDR nicht aus. Der Sender ist zu weiteren Einschränkungen gezwungen: „Ein monatlicher Rundfunkbeitrag von 18,36 Euro ab Januar 2021 bedeutet für den MDR eine Absenkung des Haushalts im zweistelligen Millionenbereich bis 2024“, kommentierte der MDR-Verwaltungsratsvorsitzende Joachim Dirschka. Der vom Verwaltungsrat verabschiedete und dem Rundfunkrat zur Entscheidung vorliegende Wirtschaftsplan basiere gleichwohl auf den Vorgaben durch die KEF.
Der 1. Medienänderungsstaatsvertrag mit der Beitragserhöhung durchläuft zur Zeit die 16 Landtage. Ausgerechnet die Fraktionen der CDU (Regierung) und AFD (Opposition) im Landtag des MDR-Landes Sachsen-Anhalt wollen die Erhöhung verhindern.
Nachtrag : Der NDR hatte bereits im Mai darüber informiert, dass „die für den NDR zu erwartenden Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag die allgemeinen Kostensteigerungen nicht auffangen können“ und Kürzungen beim Tatort und Unterhaltungssendungen angekündigt.
Quelle: Presseinfo des MDR vom 10.11. | Hintergrund: Rundfunkbeitrag ab 2021.
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9.11.2020 • Digitalradio: Analog für Niedersachsen, digital für Lübeck
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Privatradios aus Niedersachsen dehnen ihren Einzugsbereich massiv weiter über die Grenzen des Bundeslandes aus. Radio Nordseewelle ist nunmehr auch an der Ostsee digital zu hören: Laut einer Meldung erfolgte heute die Aufschaltung in Lübeck (Block 9D) im Rahmen des bis Ende 2022 befristeten Modellprojekts. Die Nordseewelle ist bereits in Bremen und Bremerhaven, jedoch nicht im „eigenen“ Bundesland, digital empfangbar.
In den letzten Wochen ließen sich Antenne Niedersachsen in Bremen und Hamburg sowie Radio21 in Bremen auf DAB+ aufschalten; bereits vorher traten dort weitere Programme aus Niedersachsen in den Wettbewerb der Radios ein.
Nachtrag : Am Nachmittag meldet auch der Plattformbetreiber Media Broadcast die Aufschaltungen für Lübeck und Kiel.
Quelle: Meldung von satnews vom 9.11. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Schleswig-Holstein; Privatradios in Niedersachsen.
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8.11.2020 • Digitalradio: Länder setzen 1. Medienstaatsvertrag in Kraft
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Seit gestern ist der seit 2018 von den Bundesländern verhandelte „1. Staatsvertrag zur Modernisierung der Medienordnung in Deutschland“ (kurz: Medienstaatsvertrag) in Kraft. Das Abkommen der Bundesländer erweitert die Grundlagen des Medienrechts über den klassischen Rundfunk hinaus auf „Neue Medienanbieter“, „Gatekeeper“, „Intermediäre“ und weitere Themen, die vor allem durch die Nutzung des Internets als Plattform für die Verbreitung audiovisueller Medieninhalte dienen.
Die Umsetzung der neuen Regelungen liege nun in der Verantwortung der Landesmedienanstalten, so die Medienstaatssekretärin der Bundesregierung Heike Raab. Sie müssen die Rechtsgrundlagen ihrer Tätigkeit anpassen, was z.B. in Satzungen zu einzelnen Arbeitsbereichen geschehen kann. Raab gibt sich optimistisch, dass die 14 Institutionen „gute, einheitliche und kraftvolle Lösungen finden“ werden.
Dieses Abkommen der Bundesländer löst den bisherigen Rundfunkstaatsvertrag ab. Ausgekoppelt wurde die Erhöhung des Rundfunkbeitrages. Diese durchläuft zur Zeit als 1. Medienänderungs-Staatsvertrag die Landtage und tritt in Kraft, wenn alle 16 Parlamente zustimmen und die Ratifizierungsurkunden bis zum 31. Dezember abgegeben werden.
Quelle: Presseinfo der StK Rheinland-Pfalz vom 6.11. Download des Wortlauts und weiterer Dokumente.
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7.11.2020 • Digitalradio: Antenne Niedersachsen digital für Bremen
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Wie mehrere Leser aus der Region HB/BHV mitteilen, ist Antenne Niedersachsen (Hauptsitz: Hannover) seit gestern im Bremer DAB+-Ensemble (Block 6A) zu empfangen. Offizielle Mitteilungen vom Sender oder dem Plattform-Anbieter Media Broadcast liegen derzeit nicht vor.
Es handelt sich um das fünfte Privatradio aus dem umgebenden Niedersachsen, das sein Sendegebiet mangels weiterer UKW-Frequenzen mittels DAB+ auf Bremen und Bremerhaven erweitert. Seit Sendebeginn im Juni 2018 haben sich FFN und Radio Nordseewelle für diese Strategie entschieden. Im Mai 2019 folgte Radio 90.4 und erst vor wenigen Tagen Radio21. Radio FFN nutzt diesen Effekt auch in Hamburg; Antenne Niedersachsen ließ sich dort im Mai aufschalten.
Im Heimat-Bundesland lehnen die Privatradios bisher ein Engagement für DAB+ ab. Durch die bundesweit einzige gegen DAB+ gerichtete Landtags-Resolution sehen sie ihre Haltung bestätigt. Das hindert sie offenbar nicht, ihren Wettbewerbsraum digitalterrestrisch auf das „Ausland“ kostengünstig zu erweitern. Zu den potenziellen 8 Mio. Hörern in Niedersachsen kommen so knapp 2 Mio. in Hamburg und rund 567.000 in Bremen dazu.
Quellen: Lesermails vom 7.11. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Bremen; Privatradios in Niedersachsen.
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6.11.2020 • Digitalradio: Nur Kult ist Arabella nicht genug
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Eine weitere Veränderung in Bayern: Aus Arabella Kult wird ab dem 9. November Arabella Bayern. Der Musikkanal wird terrestrisch in den DAB+-Stadtmuxen (München Block 11C, Nürnberg 10C, Ingolstadt 11A, Augsburg 9C) und in den südbayerischen Muxen Voralpenland (Block 7A) und Allgäu (8B, dort bis in den Bodenseeraum) sowie in Kabelnetzen empfangbar.
Der Musik-Spartensender wurde erst am 1. März 2019 gestartet. Die Welle wird als „Bayerns Musiksender“ beworben und orientiert sich auf die Werbekraft der erwachsenen Zielgruppe ab 35 Jahren. Spekuliert werden könnte, ob mit der Umbenennung perspektivisch auf eine Nachfolge von Antenne Bayern bei der landesweiten DAB+-Verbreitung gezielt wird. Am Veranstalter, der Radio Arabella Studiobetriebsges. mbH, sind die Radio M1 Rundfunkbetriebsgesellschaft (42,5 Prozent), Münchner Zeitungsverlag GmbH & Co KG (34,94 Prozent), Burda GmbH Verlag München (20,56 Prozent) und HeronMedia Werbegesellschaft mbH (2 Prozent) beteiligt.
Quelle: Meldung von radioszene vom 6.11. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Bayern.
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6.11.2020 • DVB-T2 HD: FreenetTV ist trotz sinkender Abos profitabel
Freenet TV Das über DVB-T2 HD buchbare PayTV-Paket FreenetTV verliert weiter Abonnenten. Nach dem Verlust von 32.400 bzw. 1,005 Mio. zahlenden Kunden im 1. Halbjahr meldet die Muttergesellschaft Freenet AG für das 3. Quartal nur noch 942.000 Zahlenden. Allein seit Juni gab es also 63.000 Kündigungen. Seit Jahresbeginn verlor FreenetTV insgesamt rund 94.600 Kunden. Das sind 7,7 Prozent der Abonnenten in 2020 bzw. 9,1 Prozent zum Vorjahresquartal.
Das sei „auf die profitabilitätsbedingte Abschaltung von Satellitenkunden sowie die Preiserhöhung um rund 20 Prozent im Mai 2020“ zurückzuführen, heißt es in einer Pflichtmitteilung der AG. Zugleich wird den Aktionären angesichts der weiterer erwarteter Abo-Kündigungen versprochen: „Aber auch dann bliebe die Preiserhöhung insgesamt sehr profitabel.“
Angesichts einer positiven Entwicklung beim Streamingdienst WaipuTV wurde der Umsatz im TV-Bereich des Konzerns um 3,2 auf 190,9 Mio. Euro gesteigert.
Quelle: Anlegerinfo der Freenet AG vom 5.11. | Hintergrund: FreenetTV, DVB-T2 HD.
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5.11.2020 • Digitalradio: BR nimmt weitere Standorte in Betrieb
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der Bayerische Rundfunk erweitert morgen das Sendenetz seines landesweiten Ensembles (Block 11D) an zwei Orten in Franken. In Bad Steben geht zugleich der Oberfranken-Mux (Block 10B) onAir. Der Empfang soll in Bad Steben, Issigau, Lichtenberg und Naila auch Inhouse möglich sein. Gleiches gilt für den Unterfranken-Mux (Block 10A) von der neuen Sendeanlage Ebern für Burgpreppach, Ebern, Maroldsweisach und Pfarrweisach (Landkreis Haßberge).
Der landesweite BR-Mux versorgt damit von 69 Standorten aus 93,4 Prozent der Bevölkerung indoor. Mobil und im Freien sind es 98,1 Prozent. Bis Jahresende sind nach aktuellen BR-Angaben zwei weitere Aufschaltungen geplant. Frühere umfangreichere Planungen mussten offenbar wg. Corona geändert werden.
Quelle: Presseinfo des BR vom 5.11. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Bayern.
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5.11.2020 • Frankreich: DAB+-Ausbau für Toulouse und Bordeaux
Heute werden DAB+-Netze für die Großregion Toulouse mit 39 Programmen und das nördlich gelegene Montauban (13 Stationen) aufgeschaltet. Morgen geht ein Netz für Bordeaux mit 39 Kanälen in Betrieb. Im benachbarten Arachon beginnt DAB+ mit 13 Programmen. Dort soll ein zweiter Mux mit weiteren 13 Sendern folgen.
Im Nachbarland hatte der DAB+-Regelbetrieb 2012 in drei Regionen begonnen. Der Ausbau der Versorgung in der Fläche begann erst 2018. Nach Verzögerungen durch Corona soll der Netzaufbau für zwei „nationale Multiplexe“ in Ballungsräumen und längs der Autobahnen 2021 beginnen. Laut World DAB wurden in Frankreich mehr als 3,4 Mio. DAB+-Radios verkauft.
Quelle: Presseinfo von dabplus.fr | Hintergrund: DAB+ international.
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5.11.2020 • Digitalradio: Lokaler DAB+-Mux für Frankfurt/Oder?
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Die Eagle Broadcast Brandenburg GmbH, Anbieter von PureFM und Oderwelle, legt nach. Nach Angaben des Geschäftsführers Matthias Kayales im Lokal-TV OSF wurde ein Lizenzantrag für einen lokalen DAB+-Multiplex gestellt. Die Sendetechnik am Standort Oderturm soll im Eigenbetrieb gefahren werden. So entstehe eine Win-Win-Situation für Lokalradios und weitere Programmanbieter. Zudem könnte die Antenne durch andere Anbieter mitgenutzt werden.
Laut der aktuellen BNetzA-Liste ist für diesen Senderstandort keine DAB+-Ausstrahlung koordiniert. Die MABB müsste bei der Brandenburger Staatskanzlei die Zuteilung einer Frequenz einleiten. Die Bundesnetzagentur müsste die Zuteilung mit den polnischen Behörden abstimmen.
Quelle: Meldung von satnews vom 5.11. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Brandenburg.
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4.11.2020 • Digitalradio: MABB vergibt vier DAB+-Zuweisungen
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 An den Stadtsender Energy Berlin vergab der Medienrat der MABB einen Programmplatz im Berlin/Brandenburger DAB+-Mux (Block 12D). Nach der Ausschreibung für zwei Programme im Berlin-Mux befürwortete der Medienrat den Wechsel von Radio Paradiso vom Brandenburger in den Berliner Mux (Block 7B). In Berlin bekamen Nice.Mix und PureFM neue Zulassungen, die aufgrund von Änderungen der Besitzverhältnisse notwendig wurden. Im Fall von PureFM ging dem Entscheid eine längere Duldung voraus.
Diese Zuweisungen gelten für sieben Jahre. Aufgrund der neuen Zuweisungen ist der Berliner Ensemble (nach der Abschaltung von Top100Station) mit 16 Programmen komplett. Wann die genannten Änderungen vorgenommen werden, ist noch nicht bekannt.
Aufgrund der sechs Bewerbungen für zwei Plätze wurden Anhörungen notwendig. Im Ergebnis zog das nichtkommerzielle Freie BürgerRadio Slubfurt seinen Antrag zurück. Das tat auch Mega Radio für das beantragte Fußball Fan Radio; das Unternehmen gab zudem die Zulassung für Mega Radio Berlin (Block 7B) zurück.
Erst nach Ende der Ausschreibungsfrist wurde PeliOne im Brandenburg-Mux (Block 12D) abgeschaltet. Diesen Schritt kündigt Rockantenne derzeit onAir an - nach dem Sendebeginn im zweiten Bundesmux. Für die offenen Programmplätze sind Ausschreibungen zu erwarten.
Die Eagle Broadcast Brandenburg GmbH, Anbieter von PureFM, bekam zugleich eine UKW-Zuweisung im Raum Frankfurt/Oder für das Programm 91.7 Oderwelle. Dort ist dem Freien BürgerRadio Slubfurt Montags bis Donnerstags jeweils von 18 bis 24 Uhr Sendezeit abzugeben.
Quelle: Presseinfo der MABB vom 4.11. | Hintergrund: DAB+-Programme in Berlin, Brandenburg.
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4.11.2020 • UKW: Köln-Ableger von Lulu.fm über UKW zugelassen
Wie jetzt bekannt wird, hat die Medienkommission der LfM am 30. Oktober auch die Zulassung einer „sublokalen“ UKW-Frequenz an Lulu.fm beschlossen. Wie erwünscht darf der lesbisch-schwule Radiosender nun - neben seinem bundesweiten DAB+-Programm - ein Radio mit speziellen Kölner Inhalten für die „Schwulenhauptstadt Deutschlands“ Köln produzieren. Das allerdings für ein Sendegebiet, das kleiner ist als das der dortigen Lokalradios.
Zudem fehlt es noch an der notwendigen Sendefrequenz. Dafür will Geschäftsführer Frank Weiler die Bedarfsanmeldung anschieben, um per UKW das Stadtzentrum, den Studiostandort Ehrenfeld, das Univiertel, die Südstadt und Teile des Rechtsrheinischen mit einer eigenen Sendeanlage versorgen.
Die LfM hatte früher Distanz zu Projekten deutlich gemacht, die Wettbewerb in die lokale Radiolandschaft bringen könnten: 2018 wurde Mehr!Radio mit dem Plan eines lokalen DAB+-Muxes für Düsseldorf zwar zugelassen, jedoch beantragte die LfM nie die Zuteilung einer Frequenz. Das StartUp-Unternehmen ist seitdem im Wartestand.
Quelle: Meldung von radioszene vom 3.11. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in NRW.
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4.11.2020 • Digitalradio: SWR schaltet DAB+-Mux am Hardberg auf
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Morgen nimmt der SWR am Senderstandort Hardberg den Betrieb für den Nord-Multiplex für Baden-Württemberg im DAB+-Block 9D auf. Durch die Ausstrahlung von Hessen aus wird die Versorgung im südlichen Odenwald zwischen Laudenbach, Weinheim, Heiligkreuzsteinach und Eberbach verbessert, teilt der SWR mit.
In dem Bundesland hat der SWR für dieses Jahr noch Inbetriebnahmen in Herbrechtingen und Ravensburg Höchsten auf der Agenda. Folgen sollen Konstanz (2020/2021) und 2021 Mannheim, Rottweil Deilingen und Waldstetten Gmünd.
Quelle: Mitteilung des SWR vom 4.11. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Baden-Württemberg.
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4.11.2020 • England: DAB mit der besten Energiebilanz pro Hörstunde
Die BBC hat die 2018er Energiebilanz ihrer Radio- und TV-Angebote von verschiedenen Phasen im eigenen Workflow bis auf die Empfangsseite untersuchen lassen. Alle Verbreitungswege - UKW, DAB, DVB-T, Mittelwelle und Internet - wurden erfasst.
Die Studie schätzt den gesamten Energieverbrauch der Rundfunkanstalt auf 325 GWh, das sind 0,1 Prozent des britischen Energieverbrauchs. Die schlechteste Bilanz wurde für UKW mit 100 GWh (31 Prozent) festgestellt. Die Mittelwelle schneidet mit 25 GWh (8 Prozent) am Besten ab. Dazwischen liegen das Internet (79 GWh; 24 Prozent), DAB (65 GWh; 20 Prozent) und DVB-T (56 GWh; 17 Prozent) relativ dicht beieinander.
Wird der Verbrauch auf die Nutzungsstunden der Verbreitungsplattformen bezogen, zeigt DAB mit 9 Wattstunden pro Gerätestunde die beste Energiebilanz. Die hohe Nutzerzahl bringt UKW mit 13 Wh/Gerätestunde auf Platz 2. Das Internet verbraucht 23, die Mittelwelle 29 Wattstunden pro Gerätestunde. Das Fernsehen mit 81 Wattstunden pro Gerätestunde hat den schlechtesten Wert.
Interessant ist eine weitere Erkenntnis: 73 Prozent der vom Hörfunk beanspruchten Energie werden auf der Empfangsseite verbraucht. 27 Prozent verschlingt der Produktions- und Sendebetrieb.
Quelle: Meldung von Radioworld vom 31.10. | Hintergrund: DAB+ international.
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3.11.2020 • Schweiz: SRG-Sender über DVB-T ins französische Kabel
Bisher nutzten österreichische Kabelnetzer einen Rechtstrick, um nach der Schweizer DVB-T Abschaltung SRG-Programme in ihre Kabelnetze zu bekommen. Das wird nun auch für eine Grenzregion Frankreichs gemeldet.
Der Trick ist einfach: Man finanziert eine Lowpower-Sendeanlage für DVB-T im Grenzgebiet auf Schweizer Seite. Die von dort im Nachbarland empfangbaren Programme dürfen dann als „ortsüblich empfangbar“ in örtliche Kabelnetze eingespeist werden.
Laut einem Bericht bezahlt das französische Département Doubs 90.000 Euro für die Reaktivierung des Schweizer DVB-T Senders Chasseral. Die SRG-Kanäle RTS1 und RTS2 sollen auf drei Jahre in Kabelnetzen dieser Region verbreitet werden. Ähnliches hatten zuvor Kabelnetzer im Vorarlberger Grenzgebiet und in der Region um Genf praktiziert.
Nach dem frühen Ausstieg der lokalen Privatsender aus DVB-T hatte die öffentlich-rechtliche SRG ihre Muxe Anfang Juni 2019 abgeschaltet. Die Versorgung von nur 46.000 Haushalten (1,9 Prozent) über ein 10 Mio. Franken teures Netz von 200 Sendeanlagen sei unwirtschaftlich; DVB-T wurde aus der Sendegenehmigung der SRG gestrichen.
Quelle: Meldung von satnews vom 3.11. | Hintergrund: DVB-T in der Schweiz bis Mai 2019.
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3.11.2020 • Standards: Kompressions-AddOn optimiert Datenraten
Bei der ISO wurde jetzt das Kompressionsverfahren MPEG-5 Part 2 LCEVC (Low Complexity Enhancement Video Coding) zur Standardisierung eingereicht. Dieses Verfahren soll die Leistung jeder für die Kompression üblicher Basiscodierungen wie AVC, HEVC, AV1, EVC oder VVC optimieren. Die Bitraten für Fernsehen wie Streaming würden ohne Qualitätsverlust um bis zu 40 Prozent reduziert, die Recheneffizienz um das Zwei- bis Vierfache gesteigert. LCEVC ermögliche u.a. umweltfreundliche und kostengünstige Workflows auf Anbieterseite und ist mit den vorhandenen Geräten kompatibel.
Quelle: Meldung von BroadbandTV News vom 2.11.
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3.11.2020 • Digitalradio: Radio Livelive sendet in Kiel
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Nach einigem Hin und Her um den Starttermin seit der ersten Ankündigung unter dem ersten Namen Antenne Holstein ist Radio Livelive nunmehr im Kieler DAB+-Mux (Block 5A) auf Sendung gegangen. Das geht aus Meldungen und einer Grafik auf der Facebook-Seite des Senders hervor.
Der Veranstalter mit Sitz in Berlin hatte sein Projekt schon im Mai als „das (offizielle) Regionalradio für Kiel und die Region“ ins Gespräch gebracht. Die Zulassung erfolgte im September als Radio Moin auf zehn Jahre und für das Bundesland. Wenn gewünscht könnte der Sendebetrieb also auf die Pilotregionen Lübeck (Block 9A) und Sylt (bislang nicht gestartet) erweitert werden. Plattformbetreiber der drei lokalen DAB+-Projekte ist Media Broadcast.
Quelle: Facebook vom 3.11. | Hintergrund: DAB+, Privatradios für Schleswig-Holstein.
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2.11.2020 • Vor 100 Jahren: Erstes US-Privatradio geht auf Sendung
Auch in der Radiogeschichtsschreibung möchte jeder gern vorne stehen. Vor 100 Jahren - am 2. November 1920 - begann in den USA das „Zeitalter der elektronischen Massenkommunikation“, so ein Bericht aus den USA. Der Privatsender KDKA (eine Tochterfirma von Westinghouse Electric) in Pittsburgh sendete die erste anerkannte kommerzielle Radioübertragung. U.a. wurde das Ergebnis der 34. Präsidentenwahl vom gleichen Tag bekannt gegeben. „Das Radio gestattete uns, bei einigen der wichtigsten Gelegenheiten der amerikanischen Geschichte zuzuhören“ und es unterhält, so Ajit Pai, Chef der US-Medienbehörde FCC. Er nennt in dem Zusammenhang u.a. Martin Luther Kings „I Have a Dream“-Rede (1963) und Orson Welles Live-Hörspiel „War of the Worlds“ (1938).
Quelle: Meldung von TV Technology vom 2.11. | Hintergrund: Rundfunkgeschichte.
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2.11.2020 • Unterhaltungselektronik: UltraHD monopolisiert TV-Verkauf
Deutsche TV-Plattform Logo ab 2009 Nach dem Siegenszug der SmartTVs meldet der Lobbyverband Deutsche TV-Plattform jetzt Gleiches für UltraHD-Fernseher. Deren Marktanteil wird für die Quartale 1 bis 3 mit 3,3 Mio. Stück bzw. 70 (2019: 62) Prozent der 4,7 Mio. verkauften Fernseher angegeben (Grafik klickbar).
„HDR ist mittlerweile Standard“ und in 97 Prozent dieser Produkte eingebaut, heißt es weiter. Das Problem dahinter muss man aus dem folgenden Satz herausziehen „97 Prozent der Q1-Q3 2020 abgesetzten UHD-Displays unterstützen mindestens ein Verfahren für High Dynamic Range (HDR)“. Alle vier konkurrierenden Verfahren beherrschen nur 460.000 Geräte. HDR bringe „Inhalte mit deutlich größerem Kontrastumfang und natürlicheren Farben in feineren Abstufungen“ auf den Schirm, heißt es weiter.
Weder UltraHD noch HDR werden von einem der wichtigen TV-Programme genutzt oder auch nur in Aussicht gestellt. Von einigen Shoppingkanälen abgesehen handelt es sich bei weiteren 10 von dem Verband genannten Programmangebote durchweg um Demo-Angebote. Drei genannte Streaming-Plattformen sind - ebenso wie der benötigte Internetanschluß - gesondert kostenpflichtig. Das Angebot an Ultra HD BluRay-Videos ist extrem teuer und benötigt geeignete Player.
Kommentar : Die laut TV-Plattform seit 2014 verkauften 17,4 Mio. UltraHD-Fernseher entsprechen weder der gegenwärtigen noch einer künftigen Programmrealität. Sie enthalten Technik zum Hochrechnen auf das Vierfache der HDTV-Bildauflösung und für den Umgang mit mehr oder weniger HDR-Patenten. Das alles verteuert die Geräte. Der steigende Marktanteil entsteht durch den Mangel kostengünstigerer alternativer Produkte mit angemessener Technik. Das an die Sender gerichtete Verlangen, den „neuen TV-Standard“ mit „Filmen, Serien, Shows, Dokumentationen und Live-Sport“ zu bedienen, wiederholt der Verband nicht. Gut so.
Quelle: Presseinfo der TV-Plattform vom 2.11.
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1.11.2020 • Rundfunkbeitrag: Buhrow gibt Haseloff contra
Beitragsservice „Ohne Moos nix los“ - diese Binsenweisheit hält Tom Buhrow den Gegnern der Erhöhung des Rundfunkbeitrags - namentlich den Fraktionen von CDU und AfD im Landtag Sachsen-Anhalt - entgegen. Die Berliner Zeitung hatte den ARD-Vorsitzenden und WDR-Intendanten gefragt, ob die beim MDR geplante neue ARD-Kulturplattform auch ohne die Erhöhung käme. Buhrow zeigte Flagge: „Das würde sie nicht, weil uns ohne Beitragserhöhung dafür das Geld fehlt.“
Die ARD hatte diese Einrichtung im Mai beschlossen. Zuvor hatte Haseloff die Zustimmung zur Beitragserhöhung indirekt mit einer neue ARD-Stelle in Sachsen-Anhalt gekoppelt. Der BR-Intendant Ulrich Wilhelm bezeichnete Haseloffs Ansatz als „Geld nur gegen Erfüllung einer konkreten Vorgabe“ und unzulässig; der BR werde sich an der Plattform nicht beteiligen. Trotz des ARD-Beschlusses hatte Haseloff bei der Unterzeichnung des Staatsvertrages Mitte Juni mitgeteilt, dass mit einer Zustimmung aus Sachsen-Anhalt weiterhin nicht zu rechnen sei.
Die erste Erhöhung des Rundfunkbeitrages seit 2009 ist Inhalt des 1. Medienänderungs-Staatsvertrages (MÄStV). Die Expertenkommission KEF hatte den Bundesländern eine Erhöhung um 86 Cent auf 18,36 Euro ab dem 1. Januar 2021 empfohlen. Alle 16 Länderparlamente müssen dem Vertrag zustimmen und die Ratifizierungsurkunden bis zum 31. Dezember liefern, damit dieser in Kraft treten kann. Das Landtagsplenum Sachsen-Anhalt hat den MÄStV am 15. Dezember auf der Tagesordung. Auch eine Verschiebung der Entscheidung würde den Vertrag aushebeln. Für den Fall des Scheiterns rechnet Rheinland-Pfalz Ministerpräsidentin Heike Raab (SPD) mit Klagen der Rundfunkanstalten vor dem Bundesverfassungsgericht.
Quellen: Bericht von DF vom 1.11. | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
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1.11.2020 • Vor 125 Jahren: Ein Känguru boxt sich bis heute durch
Sensation im Berliner Wintergarten: Am 1. November 1895 - vor 125 Jahren hatten Max und Emil Skladanowsky führen ein „Lichtspiel“ auf. Mit zwei „Bioscop“-Apparaten und 54mm breiten Filmstreifen projizierten sie eine etwa viertelstündige Abfolge von selbstgedrehten Kurzfilmen - ein boxendes Känguru und andere Zirkusnummern - auf eine große Leinwand. Das war die erste öffentliche Kinoveranstaltung in Deutschland.
Jedoch gebührt Pankow (damals noch kein Teil Berlins) der Rang der ersten Filmvorführung. Das war im Juli 1895 im Lokal Filmschlösschen in der Berliner Strasse 27, das 1925 durch ein Kino ersetzt wurde. Filme wurden dort zuletzt im Tivoli bis 1994 gespielt. An die Filmzeiten erinnert dort nur das Bodenmosaik „1895 Bioskop 1895“ vor dem heutigen Supermarkt.
Das „Kintopp“ war also geboren. Der Begriff ist eine berlintypische Verballhornung des Kneipiers namens Alfred Topp, der 1907 das allererste Filmtheater im Lande, angeblich unter dem Namen „Kino Topp“, eröffnete. Am Kreuzberger „Zickenplatz“, um im Berliner Volksmund zu bleiben. Dort werden immer noch Filme gespielt: Tom Tykwer und andere Film-Promis hatten in ihren Jugendzeiten im heutigen Moviemento ihre ersten Jobs in der Filmbranche.
Zur Geschichte des Films und der Kinos ist das Meiste gesagt oder geschrieben. Aus gegebenem Jubiläums-Anlass sei festgestellt: Egal wie man die ab Morgen wirksamen neuerlichen Schließungen von Kulturorten
Das Wintergarten-Programm der Skladanowskys. (YouTube-Video klickbar).
„Lebensgroße Darstellungen“ - Werbezettel von 1896 (klickbar).
wegen Corona beurteilt: Die Folgen sind aber nicht nur wegen der ausfallenden (seit dem Frühjahr ohnehin eingeschränkten) Umsätze dramatisch. Das Streaming drängt nach vorn.
Vor allem die Verleih-Töchter der großen Hollywood-Studios versuchen seit Langem, die Laufzeit neuer Filme in den Kinos zu verkürzen, um schneller ins (Pay-) Fernsehen und an diese Umsätze zu kommen. Jetzt nutzen einige Corona, um die Kinos ganz aus dem Geschäft zu drängen. Klar, durch die Einschränkungen und Schließungen entgehen auch den Verleihern Umsätze und Gewinne. Die Kinos haben im Gegensatz zu den Verleihern aber keine Alternative. Viele der großen Verleiher haben die Premieren potenzieller Kassenfüller auf vermutet bessere Kinozeiten in 2021 verschoben.
Noch schlimmer: Wirtschaftlich attraktive Filme werden den Kinos vorenthalten und gleich an eine Streaming-Plattform verkauft; das sichert Gewinne - Corona sei Dank. Jüngst tat Paramount das mit dem Eddie Murphy-Streifen „Coming 2 America“ („Der Prinz aus Zamunda 2“) und kassierte 125 Mio. Dollars von Netflix.
Das ist die Spitze des Eisbergs. Laut einer aktuellen Studie rutschen die 1.734 Kinos dieses Jahr mit bis zu 325 Mio. Euro in die Miesen, wenn die großen Kassenfüller ausbleiben. Werden einige in die Kinos gebracht sind es „nur“ 225 Mio. Euro. Darin ist der zweite Lockdown nicht berücksichtigt. Viele Filmtheater, mancherorts die einzige Kultureinrichtung, drohen vor die Hunde zu gehen.
Daher hier der Aufruf: Leute, geht ins Kino, sobald dort wieder Filme laufen dürfen. Tut das mit Maske und Abstand, solange wie das notwendig ist. Genießt die Filme, diskutiert (und streitet) darüber. Es müssen ja nicht immer Sternenkrieger oder staatlich legalisierte Killer sein. Helft den Kinomachern, die sich trotz aller Widrigkeiten um gute Programme bemühen.
Bleibt zu sagen: Die Zukunft des Moviemento ist nicht nur durch Corona bedroht. Schon lange vor der Pandemie versuchen die
Das Berliner Moviemento
ist das wohl älteste Kino Deutschlands (Foto: Betreiber).
Betreiber, eine Immobilienspekulation mit der historischen Kulturstätte zu verhindern. Sie wollen die Räume kaufen und das älteste Kino Deutschlands erhalten.
Nachtrag : In der Kinogeschichtsschreibung stellen sich viele Länder gern ganz nach vorne. Bitte sehr. Frankreich feiert die Lumiere-Brüder, die am 22. März 1895 ihren Film „Arbeiter verlassen die Fabrik“ zeigten. Die „Roundhay Garden Scene“ ist der erste überlieferte Film - entstanden 1888 in England. „Blacksmith Scene“ gilt als erster Spielfilm, aufgeführt in den USA mit dem „Kinetoskop“ von Edison und Dickson. Weitere technische Grundlagen wurden in den USA geschaffen. Am Wichtigsten ist die Standardisierung des 1893 präsentierten 35mm-Formats für Produktion und Distribution durch den Verband SMPE.
Quellen: Presseinfo der FFA vom 23.10., Bericht von Variety vom 13.10.
Wikipedia zum Wintergartenprogramm, Bioskop, Max und Emil Skladanowsky | Hintergrund: Rundfunkgeschichte.



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