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Nachrichten-Archiv August 2019

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31.8.2019 • Österreich: Privatradios mahnen Rechtsreform an
DAB-Worldlogo ohne Text Wolfgang Struber, Chef von Radio Arabella Österreich und Vorsitzender des Vereins Digitalradio Österreich, fordert eine Liberalisierung des Rundfunkrechts im Nachbarland. „Ziel ist, dass die ORF-Sender Teil der Digitalradiofamilie werden und die privaten Anbieter mehr als zwei Programme ausstrahlen können.“ Das erklärte Struber im Vorfeld der Parlamentswahlen am 29. September in einem Interview. Auch Branchenkollege Gernot Fischer hatte zuvor die Wahlen mit der Hoffnung auf Reformen verbunden.
Den Verkaufsanteil von DAB+-Radiogeräten in Österreich gibt Struber mit derzeit 32 Prozent an. Das sei eine Folge des dreijährigen Pilotbetriebes, der dem Start des nationalen Multiplexes am 28. Mai 2019 voranging. Den Erfolg von DAB+ macht er auch an den fünf neuen Programmen für den Wiener DAB+-Mux fest, von denen zwei bereits senden. Die EU-Vorgabe, wonach ab 2020 in Neuwagen mit DAB+-taugliche Radios auszustatten sind, werde die Entwicklung weiter antreiben. Laut Struber ist mit konkreten Ankündigungen zur Beteiligung weiterer Privatradios im nationalen Mux „im Herbst“ zu rechnen.
Hintergrund : Der ORF hatte 2014 ein multimedial erweitertes Jugendradio für das Wiener DAB+-Projekt angekündigt. Jedoch wurde Ö3 Visual von der Medienbehörde als Fernsehprogramm eingestuft und untersagt.
Quelle: Interview mit Meinungsbarometer vom 30.8. | Hintergrund: DAB+ in Österreich national und in Wien.
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30.8.2019 • Schweiz: „DAB+ ist die neue Nr. 1 bei der Radionutzung“
DAB-Worldlogo ohne Text So fasst die Arbeitsgruppe Digitale Migration den Stand der Radionutzung in der Schweiz zusammen. Demnach wird Radio im Nachbarland zu 65 Prozent über digitale Medien konsumiert. Ausschließlich UKW nutzen nur noch 17 Prozent der Bevölkerung. Im 1. Halbjahr 2019 wurden 136.400 DAB+-Radios (ohne Autoradios) verkauft.
Bezogen auf die Hördauer sackte UKW von 51 auf 35 Prozent ab. „DAB+ ist mit 35% erstmals gleichbedeutend mit UKW und hat seit Herbst 2015 um 12 Prozentpunkte zugelegt.“ IP-Radio und Digital-TV gewannen zusammen um vier Prozent und liegen bei 30 Prozent der Hörzeit. In der Deutschschweiz führt DAB+ mit 37 Prozent, in der Romandie ist es gleichauf IP-Radio; nur in den italienischsprachigen Gebieten führt UKW mit 60 Prozent der Radionutzung.
Es bleibt dabei, dass die Schweiz Ende 2024 den Ausstieg aus UKW abschließen will. Die UKW-Konzessionen werden nur bis dahin verlängert. Sollte es danach ungenügend mit DAB+ versorgte Randgebiete geben, will die Medienbekörde Bakom prüfen, ob „einzelne UKW-Sender auch nach 2024 befristet weiterbetrieben werden können“. Bereits seit 2017 wird über die bevorstehende Änderung mit der Kampagne „Radio zieht um“ informiert.
Quelle: Presseinfo von DigiMig/Bakom vom 29.8. | Hintergrund: DAB+-Homepage.
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30.8.2019 • Digitalradio: Bundesmux für Pfronten / D-Radio ohne UKW
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Seit gestern vormittag sendet der Bundesmux vom Standort Pfronten mit 2 kW Sendeleistung aufgeschaltet. Das bestätigte ein Sprecher des Plattformbetreibers Media Broadcast auf Anfrage von dehnmedia.
Deutschlandradio nutzt den Netzausbau um, wie im März angekündigt, den dortigen UKW-Sender abzuschalten. Das erfolgt am am 1. Oktober, so ein Sprecher Rundfunkanstalt auf Anfrage von dehnmedia. Die UKW-Technik ging in Kempten bereits Ende Juni außer Betrieb. In der Region Amberg bleibt der Deutschlandfunk auf UKW. Die Rundfunkanstalt hatte vor einem Jahr ihre UKW-Sender Helgoland und Herzogstand abgeschaltet, als dort DAB+ in Betrieb genommen wurde.
Deutschlandradio kann seinen nationalen Versorgungsauftrag mit UKW wegen fehlender UKW-Frequenzen nicht einmal für zwei seiner Programme erfüllen. Der Sender steht überdies, wie alle öffentlich-rechtlichen Anstalten, unter starkem Spardruck. Im nationalen DAB+-Multiplex werden alle vier Wellen der Rundfunkanstalt großflächig verbreitet. Durch den Verzicht auf UKW könnte Deutschlandradio jährlich bis zu 10 Mio. Euro einsparen; das ist ein beträchtlicher Etatposten angesichts von 279 Mio. Euro Ausgaben (2017). Das setzt allerdings einen gemeinsamen UKW-Ausstieg aller privaten und öffentlich-rechtlichen Sender voraus.
Media Broadcast hatte für 2019 13 neue Sendeanlagen angekündigt. Für Pfarrkirchen und den in Österreich gelegenen Untersberg nennt ukwtv.de den 30. September. Die Standorte Hoher Bogen, Blauen und Sylt sind im 3. und Oberammergau, Kettrichhof und Hillschied im 4. Quartal geplant.
Quelle: Eigene Recherche | Hintergrund: DAB+-Bundesmux, DAB+ in Bayern.
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29.8.2019 • Schweiz: Zwei weitere lokale DAB+-Muxe noch in 2019
DAB-Worldlogo ohne Text Der Schweizer Netzbetreiber Digris will in diesem Jahr noch zwei neue Sendegebiete mit lokalen DAB+-Multiplexen ausstatten. Das geht aus der neu gestalteten Website hervor. Nach eignenen Angaben betreibt Digris derzeit 15 lokale DAB+-Netze in der Schweiz. Mit „Small Scale“-Technik werden dort zwischen zehn und 16 Programme verbreitet. Weitere lokale Netze sind für St.Gallen (9/2019), das Oberwallis (10/2019) und die Romandie (2020) geplant. In Frankreich werden Stadt-Muxe für Moulhouse, Lyon, Nizza und Valenciennes sendetechnisch betreut.
In der Schweiz ist die schrittweise Abschaltung von UKW bis 2024 beschlossene Sache.
Quelle: Homepage Digris vom 29.8. | Hintergrund: DAB+ mit Small Scale Technik.
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28.8.2019 • Unterhaltungselektronik: UE-Markt im Abschwung
gfu Im ersten Halbjahr 2019 hat sich der Markt für Consumer Electronics negativ entwickelt. Das geht aus den Hemix-Zahlen hervor, die der Branchenverband gfu tradtionell im Vorfeld der Funkausstellung veröffentlicht. In der Prognose für das Gesamtjahr muss sich die gfu für Consumer Electronics (Unterhaltungselektronik, Computer und Telekom-Produkte für den Heimgebrauch) mit einem minus von 4,1 Prozent auf 12,3 Mrd. Euro Umsatz abfinden.
Der Rückgang bei Fernsehern setzt sich fort, wenn auch zur Vergleichzeit 2018 gebremst: 3 Mio. Stück (minus 1,5 Prozent) wurden verkauft. Angesichts eines auf 564 Euro (2018: 626 Euro) dramatisch gefallenen Durchschnittspreises brachen die Umsätze gar um 10,1 Prozent auf knapp 1,7 Mrd. Euro ein.
Positive Zahlen werden vor allem für Modeprodukte wie Wearables, TabletPCs und Bluetooth-Lautsprecher sowie bei PC-Monitoren gemeldet. Smartphones (minus 7,2 Prozent auf 9,9 Mio. Geräte) haben den Trendstatus verloren.
Der zweite große Berichtsbereich der Haushaltsgeräte entwickelte sich hingegen positiv. Großgeräte wurden für 4,3 Mrd. Euro (plus 1,7 Prozent) und Kleingeräte für 2,6 Mrd. Euro (plus 7,1 Prozent) verkauft. Die Prognose für das Gesamtjahr liegt auf ähnlichem Niveau.
Der Home Electronics Markt lag im 1. Halbjahr mit 19,2 Mrd Ejuro um 1,4 Prozent leicht unter dem Niveau von 2018.
Der Hemix-Marktindex wird vierteljährlich von der GfK im Auftrag der gfu und des Bundesverbands Technik des Einzelhandels ermittelt.
Quelle: Presseinfo der gfu vom 28.8. | Hintergrund: Hemix Zahlen Q1/2 2019.
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28.8.2019 • Digitalradio: MABB weist PureFM ab / Steigt Nice.Mix aus?
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Mit Blick auf DAB+ ist die gestrige UKW-Vergabe des MABB-Medienrats interessant. Das Gremium lehnte den Antrag der eagle Broadcast Brandenburg GmbH für 98.0 PureFM in Frankfurt/Oder und Brandenburg ab. Die vorherige Betreiberfirma hatten alle Frequenzen wegen Insolvenz zum 30. Juni zurückgegeben. Der Medienrat duldet seither die Verbreitung auch im DAB+ im Berlin-Mux (Kanal 7B). Damit dürfte es bald vorbei sein, folgt man der Medienrats-Begründung für die UKW-Ablehnung:
Insbesondere die Erkenntnisse aus dem Insolvenzverfahren gegen die bisherige Veranstalterin pure Medien Network pMN GmbH und aus der Anhörung gaben dem Gremium Grund zu der Annahme, dass die Antragstellerin zukünftig nicht in der Lage sein wird, einen dauerhaften, geordneten Sendebetrieb zu gewährleisten.
Auf die DAB+-Ausschreibung hatten sich Mega Radio, Radio Arabica und PureFM beworben. In Anbetracht der Begründung zur UKW-Entscheidung dürfte PureFM keine Chance auf eine neuerliche Zulassung für DAB+ haben.
Zugleich gerüchtelt es um einen Ausstieg des Programms Nice-Mix aus dem Berliner DAB+-Angebot. Wäre das der Fall, stehen dem Medienrat drei statt der ursprünglich zwei Programmplätze zur Vergabe zur Verfügung. Mit einer Entscheidung ist nicht vor Anfang Oktober zu rechnen.
Quelle: Presseinfo der MABB vom 27.8. | Hintergrund: DAB+ in Berlin.
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27.8.2019 • Dänemark: MTV kündigt DAB+-Radiostation an
DABplus-Logo Schriftzug Im Herbst soll im Nachbarland erstmalig ein Radio-Ableger der Traditions-Musikfernsehmarke MTV auf Sendung gehen. Laut einem Bericht übernimmt TVR Media die Produktion; das Unternehmen verantwortet bereits Energy Dänemark. „Es geht darum, den Nutzern relevante Inhalte auf den von ihnen verwendeten Plattformen bereitzustellen“, wird Jesper Dahl zitiert, CEO des MTV-Mutterkonzerns Viacom für Skandinavien.
Die Verbreitung erfolgt mit bislang zehn weiteren Programmen im Kanal 12C; Netzbetreiber des Multiplexes für Privataradios ist Cibicom (früher: Teracom).
Quelle: Bericht von Mediawatch.dk vom 15.8. | Hintergrund: DAB+.
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24.8.2019 • Vor 40 Jahren: Filme im Kino, TV - und nun auch auf Kassette
Auf der Internationalen Funkausstellung (24.8. bis 2.9.1979) wurden vor 40 Jahren erste serienreife Videorecorder gezeigt. Die Unterhaltungselektronik schuf nicht nur für sich ein neues Geschäftsfeld. Die Filmindustrie wurde durch Verkauf und Verleih von Videofilmen nachhaltig beeinflußt. Nach einem kurzen Systemwettbewerb eroberte das VHS-System den internationalen Markt.
Anfang der 70er Jahre hatten die UE-Hersteller den Kampf um die Schmalfilmfans und den Filmvertrieb begonnen. Ein erster Ansatz waren die TED-Bildplatten von Telefunken, Decca und Teldec. Neben den hohen Kosten verhinderten der Verschleiß der analogen Scheiben mit 21cm Durchmesser durch die Abtastung mit einer Nadel und die Kapazität von nur 10 Minuten, dass sich dieses System auf dem Markt durchsetzen konnte. Ähnlich erging es anderen Bildplatten-Systemen, mit denen die Filmkonzerne in Anlehnung der Schallplatte auf 30 Zentimeter-Scheiben Filme in die Wohnzimmer verkaufen wollten.
Etwa zeitgleich stellte Philips ein erstes Magnetbandsystem namens VCR vor. In einer Kassette liegen zwei Spulen übereinander, zwischen denen ein ½ Zoll breites Magnetband bewegt wurde. 60 Minuten Spieldauer waren ebenso unbefriedigend wie die Geräteabmessungen, so das auch VCR scheiterte.
Der Durchmarsch für Heimvideo kam ab 1975, wobei in den ersten Jahren drei Systeme miteinander konkurrierten. Allen gemeinsam waren ½ Zoll breite Magnetbänder in Kassetten und das Prinzip der Schrägspur-Aufzeichnung. Das Bildsignal wurde mit schräggestellten Magnetköpfen aufgezeichnet, um mehr Signale dichter nebeneinander zu speichern. Der Ton wurde parallel wie vom Tonband gewohnt in Längsrichtung aufgezeichnet. Neben analogem Stereo- bzw. Zweikanalton wurden in Einzelfällen andere Verfahren angeboten. Kassetten für alle Systeme gab es mit unterschiedlichen Laufzeiten. Teurere Bänder mit metallischer Beschichtung ermöglichten eine bessere Qualität.
Die nun erstmals möglichen privaten Filmaufnahmen lösten einen Rechtsstreit aus: Zwar war die technische Qualität der Aufzeichnungen schlechter als die des TV-Bildes. Jedoch befürchteten die großen Hollywood-Filmstudios eine Kannibalisierung ihres Geschäfts mit bespielten Kassetten. Ein Ergebnis war die zwar Zulassung von Privatkopien jedoch kam bei Kaufkassetten das
Das Schrägspur-Prinzip (oben) und ein Magnetkopf. Fotos: Wikipedia.
Macrovision-Verfahren zum Einsatz, das die Qualität der Kopien verschlechterte.
Mitte der 70er Jahren traten drei Unternehmensgruppen in den Kampf um den Heimvideomarkt (und Patentgebühren) ein.
Ab 1978 lieferte Sony Betamax-Geräte und Kassetten für maximal 215 Minuten Laufzeit in Deutschland aus. Das Band wurde mit 1,95 cm/s an den Magnetköpfen vorbeigeführt. Bis zur Einstellung 2002 verkaufte Sony weltweit 18 Mio. Geräte; Kassetten wurden noch bis 2016 produziert. Wirtschaftlich interessanter war die Weiterentwicklung Betacam mit sog. Zeitmultiplex-Aufzeichnung. Betacam und Betacam SP, ab etwa 1990 Digital Betacam, wurden Produktions-Standards der TV-Sender und waren zum Teil bis nach 2010 im Einsatz.
Grundig und Philips traten auf der IFA 1979 mit der „Wendekassette“ mit vier Stunden Laufzeit je Seite an. Die Kassetten wurde also in zwei Richtungen genutzt, so dass das ½ Zollband auf Kosten der Qualität nur auf halber Höhe je Richtung bespielt werden konnte. Die Geräte erwiesen sich zudem als unzuverlässig. Man wollte das Geschäft alleine machen und verzichtete auf Vermarktungs-Partnerschaften. Als die Produktion 1985 beendet wurde, hatten Grundig und Philips bereits VHS-Produkte im Angebot.
JVC brachte sein Video Home System VHS 1976 heraus. Der Transport war mit 2,34 cm/s zwar etwas schneller als bei Betamax. Wegen der um 20 Prozent geringeren Speicherdichte benötigte VHS bei gleicher Spielzeit entsprechend mehr Bandlänge. Einige Geräte verfügten über einen Longplay-Modus für doppelte Laufzeit. Frühzeitig gab es tragbare Recorder und Kameras, später auch Camcorder. Für kleine Camcorder gab es VHS-C (Compact) Kassetten, die in Heimgeräten mittels einer Adapterkassette liefen. Zu den Weiterentwicklungen gehörte D-VHS mit digitaler Aufzeichnung auch damaliger HDTV-Formate.
JVC verdrängte mit VHS die Wettbewerber nicht unbedingt wegen der Aufnahmequalität, die ja etwas schlechter als bei Betamax war. Den weltweiten Markterfolg brachte die Strategie der Lizenzierung an andere Hersteller. So gab es schnell ein breites Angebot an (teilweise baugleichen) Geräte und Kassetten unter zahlreichen Markenbezeichnungen. Die Pornoindustrie hatte das Potenzial früh erkannt und war für den Markterfolg mit verantwortlich. Zugleich kam der Schmalfilm aufs Abstellgleis; schließlich konnte man nun seine eigenen Filme sofort ansehen; Zeitaufwand und Kosten für das Kopierwerk entfielen.
Mit leistungsstarken digitalen Speichermedien (1995 wurde die DVD standardisiert) kündigte sich die Ablösung der analogen Videokassette an. Schon 2002 wurden mehr DVDs als VHS-Filme verkauft. Der letzte Film erschien 2006, JVC stoppte die Geräteproduktion Ende 2008.
Quellen: Wikipedia über VHS, Betamax, Video 2000, Formatkrieg | Hintergrund: Systemkrieg um die DVD-Nachfolge.
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22.8.2019 • Digitalradio: Media Broadcast übernimmt SH-Plattform
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Media Broadcast betreibt die Sendeplattform des DAB+-Modellversuchs für Kiel, Lübeck und Sylt. Die Medienanstalt MA HSH gab dem Kölner Unternehmen gegenüber den anderen Bewerbern Uplink Network und Divicon Media Holding den Vorzug, weil es „insbesondere zur Förderung der Angebots- und Meinungsvielfalt die Voraussetzungen am besten erfüllt“, wie der Medienrat mitteilt. Zugleich wurde der einzige Bewerber R.SH, ein Programm der Regiocast-Gruppe, zur landesweiten Verbreitung im DAB+-Mux des NDR zugelassen.
Media Broadcast kündigt für die drei Teilprojekte je Region „bis zu acht private Programme“ und „den Einsatz neuer technischer Lösungen“; an. Regional und landesweit aktiven Privatradios will man „die kosteneffiziente Verbreitung ihrer Inhalte per DAB+ ermöglichen – unter Berücksichtigung von Qualitätsstandards, welche sowohl die Hörer als auch die Veranstalter von einem modernen Hörfunkmedium wie DAB+ erwarten“. Der Sendestart wird für Lübeck (K 9D, 2 kW) noch in diesem Jahr in Aussicht gestellt. Kiel (K 5A, 2 kW) und Sylt (K 11D, 1 kW) sollen 2020 dazu kommmen. Die Frequenzblöcke sind laut MA HSH noch nicht abschließend koordiniert. Zu teilnehmenden Programmen gibt es noch keine Aussage.
Der auf drei Jahre befristete Modellversuch soll das bisher auf die Wellen des NDR und den Bundesmux begrenzte digital-terrestrische Programmangebot für Schleswig-Holstein erweitern und die Akzeptanz für DAB+ im Bundesland erhöhen. Zugleich sollen „technische Möglichkeiten zur wirtschaftlich tragfähigen lokalen und regionalen Digitalradioversorgung“ erprobt werden. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet.
Quelle: Presseinfos von MA HSH und Media Broadcast vom 22.8. | Hintergrund: DAB+ in Schleswig-Holstein.
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22.8.2019 • Österreich: ORF-Beteiligung und Verkaufszahlen
DABplus-Logo Schriftzug Eine Beteiligung des ORF bei DAB+ ist offensichtlich von der politischen Großwetterlage im Nachbarland abhängig. Gernot Fischer, Geschäftsführer des Wiener Plattformbetreibers und Programmanbieters Radio Technikum, geht davon aus, „dass der ORF sich aus diversen Gründen bei DAB+ nicht beteiligen möchte, dies aber aufgrund einer künftigen Änderung des ORF-Gesetzes aber vielleicht muss“. Das hänge vom Ergebnis der Wahlen im September und Entscheidungen der künftigen Regierung ab. Zur Zeit würden Kapazitäten für den ORF im nationalen DAB+-Multiplex „in Reserve gehalten“.
Dem Fachdienst Meinungsbarometer erklärte Fischer weiter: „Je rascher DAB+ ausgebaut wird und je mehr Programme diesen Verbreitungsweg nutzen, desto schneller kann man die deutlich höheren UKW-Kosten einsparen – wir reden hier von einem Faktor 10-12.“ Wegen „kurze Versorgungslücken“ müsse der Bedarf an Tunneleinspeisungen und Füllsendern geprüft und der Ausbau längs der „wesentlichen Straßenabschnitte“ forciert werden. Ein TPEG-Dienst sei im Aufbau, so dass Verkehrsinformationen an Fahrzeuge übermittelt werden können, „und das ganz ohne mobiles Internet“.
Laut Fischer wurden in Österreich inzwischen „konservativ betrachtet 700.000 – 1 Mio. Empfangsgeräte“ verkauft, so dass 18 Prozent der Haushalte ausgestattet sind. Weitere regionale und lokale Multiplexe würden gegenwärtig projektiert.
Quelle: Interview in Meinungsbarometer vom 16.8. | Hintergrund: DAB+ in Österreich national und in Wien.
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21.8.2019 • DVB-T2 HD: Sender Alfeld schließt Umstieg von DVB-T ab
NDR Am Standort Alfeld (Reuberg) werden die DVB-T2 HD Multiplexe der ARD (Kanal 23) und NDR (Kanal 40) am 29. August aufgeschaltet. Zeitgleich werden die DVB-T Multiplexe abgeschaltet. Das bestätigt eine NDR-Sprecherin auf Anfrage von dehnmedia. Auf dem aktualisierten Datenblatt des NDR für Niedersachsen wird die Sendeleistung mit je 1 kW angegeben. Die klickbare NDR-Karte (Stand 8/2019) zeigt die Versorgung für Niedersachsen am Beispiel des ARD-Multiplexes. Im Vorfeld waren Umbauten an den Antennen erforderlich gewesen.
Alfeld ist der letzte DVB-T Standort der öffentlich-rechtlichen und großen Privatsender Deutschland. DVB-T wird jetzt nur noch von wenigen privaten Lokalsendern in Sachsen und Sachsen-Anhalt genutzt. Als letzte Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Umstieg von DVB-T auf DVB-T2 HD folgen am 6. November und 4. Dezember einige Kanalwechsel. Diese betreffen den NDR und FreenetTV in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie den NDR-Mux in Bremen und Umgebung.
Quelle: Eigene Recherche, Datenblatt des NDR (8/2019) | Hintergrund: DVB-T2 HD in Niedersachsen, Kanalwechsel, Migration.
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21.8.2019 • Spanien: DAB+-Projekt demnächst auf Teneriffa
DABplus-Logo Schriftzug Ein weiteres DAB+-Projekt wird angekündigt. Der englischsprachige Urlaubersender Coast FM kündigt für den Süden der Ferieninsel Teneriffa eine Zusammenarbeit mit dem Sendenetzbetreiber Ibertel Towers an. Der Sender gibt auf Facebook aber keine weiteren Infos über beteiligte Programme, Sendestart, Senderstandort, Abstrahleistung etc. Ibertel meldet zeitgleich und ohne weitere Details seine „Mitarbeit bei der Entwicklung des digitalen Radios in Spanien“.
Kürzlich wurden Testbetriebe im südspanischen Marbella und auf Gran Canaria berichtet. Die spanische Regierung hat im Winter Planungen für überregionale bis nach der Digitalen Dividende auf Eis gelegt.
Quelle: Facebook-Meldungen von Coast FM, Ibertel vom 18./19.8. | Hintergrund: DAB+.
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20.8.2019 • Digitalradio: Der NDR steht weiter zu DAB+
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der Norddeutsche Rundfunk wird sein Engagement für Digitalradio mit DAB+ auch in Niedersachsen fortsetzen. Das stellt der Sender in einem Statement zum DAB+-Beschluss des Niedersachsen-Landtags gegenüber Infosat klar.
Der NDR stellt zunächst fest, dass aufgrund des NDR-Staatsvertrages die Programme NDR Plus, NDR Blue und NDR InfoSpezial digital-terrestrisch zu verbreiten sind. „Auch die Landes- und Zentralprogramme des NDR Hörfunks werden entsprechend der ARD-Beschlusslage auf allen heute üblichen Hörfunkverbreitungswegen, darunter auch DAB+, ausgestrahlt. Ein anderer vergleichbarer digitaler Verbreitungsweg wird mindestens mittelfristig nicht zur Verfügung stehen. Insofern wird der NDR seine geplanten DAB+ Ausbaupläne weiter umsetzen.“
„Der NDR benötigt aufgrund seines Auftrags ein Sendernetz, das auch in Krisen- und Katastrophenlagen unabhängig von den Interessen Dritter verlässlich die Menschen in Norddeutschland informieren und vor Gefahren warnen kann. Deshalb hält der NDR ein eigenständiges digitales Sendernetz für den Hörfunk für unabdingbar.“ 5G sei zwar technisch für den Hörfunk geeignet, heißt es zur Präferierung des Mobilfunks für die Radioverbreitung durch den Landtag. „Wann 5G für die Verbreitung von Rundfunk spezifiziert sein wird (was heute noch gar nicht vorgesehen ist)“ sei ebenso offen wie die Frage, ob 5G flächendeckend realisiert werden wird.
Für die Radiomacher „ist für viele Nutzungsszenarien heute ein Gerät mit DAB+ Empfang eine gute Wahl“. Das großflächige Sendenetz „wird wachsen, der Empfang ist störungsfrei, die Senderauswahl ist groß und nimmt stetig zu“.
Der NDR plant für dieses Jahr die Inbetriebnahmen neuer Sendeanlagen für die niedersächsischen Regionen Wesergebirge (Sendstandort Stadthagen) und Wilhelmshaven.
Der Landtag hatte im Juni die Landesregierung aufgefordert, „sich innerhalb des Systems von Rundfunkauftrag und -finanzierung für eine Beendigung von DAB+ ... einzusetzen“. Unter Behauptung einer „Technologieneutralität“ wurde die Radioverbreitung mit 5G gefordert.
Quelle: Bericht von infosat vom 20.8. | Hintergrund: DAB+ in Niedersachsen.
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19.8.2019 • Österreich: 3 Radios komplettieren den Wiener DAB+-Mux
Nach den schon aktiven neuen Programmen Vienna Hood Music und HighLive Radio hat die Medienbehörde KommAustria drei weitere Wellen für den Wiener DAB+-Multiplex zugelassen.
Am 9. September will Radio Sol digital auf Sendung gehen. Es handelt sich um den Ableger eines Sozialprojektes, das auf soziale Werte, Nachhaltigkeit und Regionalität zielt.
Der zweite Neuling ist das bereits auf UKW aktive Ausbildungs-Radio Njoy der Fachhochschule für Management & Kommunikation Wien.
Dort, wie auch bei Radio Fantasy Wien, ist der Sendestart offen. Fantasy-Hauptgesellschafter ist Athanasios Lasos, Moderator beim gleichnamigen Augsburger Sender. Geschäftsführer ist Peter Valentino, der dort 50 Prozent hält. Er betreibt in Wien bereits Mega Radio Austria (mit Zulieferungen des russischen Staatssenders SNA Radio) und Sout al Khaleej (22 Stunden liefert der gleichnamige Sender der katarischen Herrscherfamilie).
Ende Mai 2019 waren sechs Programme in den neuen nationalen DAB+-Multiplex gewechselt. Der Mux-Betreiber Radio Technikum hatte 300 CU ausgeschrieben, die nun mit fünf Programmen gefüllt werden.
Quelle: Bescheid von KommAustria vom 18.7., Homepages Radio Sol, Njoy Radio, Firmensteckbrief Radio Fantasy
Hintergrund: DAB+ in Wien.
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15.8.2019 • Österreich: Neuer TV-Kanal für News- und Live Events
Die ProSiebenSat1-Gruppe startet im September ein neues HDTV-Programm für Österreich, das auch über DVB-T2 verbreitet wird. Puls24 HD ist ein Kanal für Nachrichten und Live-Events im Rahmen des Bezahlpaketes SimpliTV.
Quelle: Info auf der Homepage | Hintergrund: DVB-T2 in Österreich.
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12.8.2019 • Australien: 10 Jahre DAB+ Down Under
Am 19. Juli wurde das Lowpower-Testprojekt in der australischen Hauptstadt Canberra in den Regelbetrieb überführt. DAB+-Multiplexe wurden im Mai 2019 für Darwin im Norden und im Juli für Hobart (Tasmanien) aufgeschaltet. Der Privatradio-Verband CRA nennt 14 Regionen, wo DAB+ „innerhalb der nächsten fünf Jahre“ etabliert werden soll.
DAB+ startete am 6. August 2009 in den fünf großen Metropolen Sydney, Melbourne, Brisbane, Perth und Adelaide. Das hatten damals 40 kommerzielle und öffentlich-rechtliche Sender mit einer mehrstündigen gemeinsamen Liveschalte propagiert.
In den fünf Ballungszentren leben über 15 Mio. der 25,3 Mio. Australier. Ende 2018 hörten dort 4,21 Mio. Menschen (also rund 30 Prozent der Bevölkerung) regelmäßig DAB+-Sender. Zeitgleich wurden 2,56 Mio. Radios in Wohnungen und 2,17 Mio. in Autos gezählt. Knapp 70 Prozent der Neuwagen werden mit DAB+-Radios ausgeliefert.
Aus historischen Gründen und für die Versorgung des Outback spielt die Mittelwelle eine wichtige Rolle in Australien.
Quellen: Meldung von radioinfo vom 8.8., Presseinfo von CRA vom 18.7. | Hintergrund: DAB+ in Australien (CRA-Seite).
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9.8.2019 • Digitalradio: Private drohen ARD-Werbetochter mit Klage
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Die ARD-Werbetochter AS&S, wie zuvor der Konkurrent RMS, will private Sender der sog. „DAB+-Kombi“ nicht in seiner Deutschland-Kombi vermarkten. Radiosender erwägen nun eine Klage, so Schlagerparadies-Gesellschafter Ulrich Hürter gegenüber dem Fachblatt Horizont.
Laut AS&S Radio-Geschäftsführer Oliver Adrian gebe es „keine relevante Nachfrage“. Daher sehe er in der Kombination mit dem Angebot von AS&S „keinen ausreichenden wirtschaftlichen Mehrwert“. AS&S vermarktet wesentlich die Werbeschaltungen in den ARD-Radios.
Die Blockade von AS&S und RMS schließt vor allem ausschließlich oder wesentlich digital verbreitete Programme aus der Beschaffung überregionaler Werbung aus. Das betrifft u.a. die in der „DAB+-Kombi“ zusammengeschlossenen Radios, darunter Schlagerparadies, Absolut Relax und Lulu.fm. Laut Mediaanalyse erreicht diese Kombi 204.000 Hörer pro Stunde (Mo-Fr), gegenüber 10,7 Mio. der AS&S-Deutschlandkombi.
Hinweis : Radiosender schließen sich in „Kombis“ zusammen, um gemeinsam Werbezeiten zu verkaufen. Überregionale oder nationale Inserenten bekommen dadurch günstigere Preise und haben weniger Ansprechpartner.
Quelle: Bericht von Horizont vom 8.8. | Hintergrund: DAB+.
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9.8.2019 • DVB-T2 HD: FreenetTV gewinnt wenige Abonnenten
In ihrer Halbjahres-Zwischenbilanz meldet die Freenet-Group den Anstieg der „umsatzgenerierenden“ Kunden von FreenetTV um 37.000 auf 1,037 Mio. im Vergleich zum 1. Halbjahr 2018. Dies liege „weiterhin leicht über dem langfristigen Ziel von über 1,001 Millionen freenet TV Abo-Kunden“. Keine Aussage gibt es über die Verteilung der Abos auf die Empfangswege Antenne und Satellit, über die FreenetTV private HDTV-Programme kostenpflichtig vermarktet.
Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der registrierten Kunden von WaipuTV, der IPTV-Plattform der Freenet AG, um 923.900 auf rund 1,748 Mio. Von ihnen „befinden sich rund 332.000 zahlende Kunden in einem Abo-Modell“. Aufgrund des im Vergleich mit dem 1. Halbjahr 2018 nahezu doppelten Wertes werden die „anvisierten 350.000 Abo-Kunden zum Jahresende 2019 bereits zum jetzigen Zeitpunkt nahezu erreicht“, wird mitgeteilt.
Quelle: Presseinfo der Freenet Group vom 8.8. | Hintergrund: FreenetTV.
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7.8.2019 • Digitalradio: Neue Sendeanlagen für den Bundesmux
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Media Broadcast hat heute zwei weiteren Sendeanlagen für den nationalen DAB+-Multiplex (Kanal 5C) in Betrieb genommen. Es handelt sich um die Standorte Köterberg bei Luegde-Rischenau und Willebadessen im Eggegebirge am östlichen Rand von Nordrhein-Westfalen, nahe der Grenze zu Niedersachsen. Das teilt das Unternehmen auf Twitter mit. Laut ukwtv senden beide Anlagen mit 10 kW Leistung.
Nach früheren Ankündungen gehen acht weitere Standorte geplant, so dass zum Jahresende 137 Sendestandorte aktiv sind. Am 29. August ist die Aufschaltung bei Pfronten avisiert. In dieser Region um Füssen wird Deutschlandradio zugleich seine UKW-Frequenzen abschalten.
Quelle: Media Broadcast auf Twitter am 7.8., ukwtv.de | Hintergrund: DAB+ in NRW, Niedersachsen; Bundesmux.
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7.8.2019 • Digitalradio: Ilmwellen und PN Eins schalten ab
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Alle sechs Radios der Marken Ilmwelle und PN Eins stellen den Sendebetrieb via DAB+ „voraussichtlich am Dienstag, den 13. August 2019“ ein. Letzte moderierte Sendungen laufen am 9. August. Das teilt die Funkhaus Pfaffenhofen GmbH mit. „Ob und wie lange wir ein reines Musikprogramm über die Webstreams anbieten können ist noch offen.“
Beim Start 2014 habe man „auf eine zügige Umstellung vom alten UKW-Analogradio auf das neuere Digitalradio DAB+“ gesetzt. Nach einer UKW-Abschaltung hätte man mit lokalen Inhalten zu gleichen Verbreitungsbedingungen gegen die alteingesessenen Wettbewerber konkurrieren können. Nun sind die hohen laufenden Kosten der sechs Spartenprogramme im DAB+-Mux Ingolstadt (Kanal 11A) nicht finanzierbar.
Der Veranstalter hatte sich vor einem Jahr aus DAB+ in Augsburg und Nürnberg verabschiedet, um sich auf seine Heimatregion Ingolstadt zu konzentrieren. 2015/2016 wurde ein Spartenkanal im damaligen landesweiten Privatmux gesendet.
Quelle: Info von Funkhaus Pfaffenhofen vom 7.8. | Hintergrund: DAB+ in Bayern.
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6.8.2019 • Digitalradio: Radio Schwaben zeigt sein neues Logo
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Das bayerische Lokalradio Schwabmünchen hat nach der Ankündigung des neuen Namens Radio Schwaben nun auf der künftigen Internetpräsenz das neue Senderlogo veröffentlicht. Die Umbenennung wird am 1. September wirksam.
Radio Schwabmünchen startete 2017 als Webradio und erhielt im Juli 2018 die DAB+-Zuweisung für den Augsburg-Multiplex (Kanal 9C). Im April erfolgte eine „Interims-“ Zuweisung für den Allgäu-Mux (Kanal 8B) bis zur 2020 geplanten Erweiterung des Augburger Lokalmuxes um den Sendestandort Markt Wald.
Quelle: Website von Radio Schwaben | Hintergrund: DAB+ in Bayern.
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5.8.2019 • Schweiz: Zweiter Deutschschweiz-Mux liegt auf Eis
DAB-Worldlogo ohne Text Der zweite DAB+-Multiplex für die Deutschschweiz geht vorerst nicht auf Sendung im Kanal 7B.
Das Portal DAB-Swiss berichtet u.a.: „Veranstalter, welche zuvor lautstark nach einem zweiten Ensemble gerufen haben, zogen den Schwanz ein, unterschreiben die Verträge nicht und machen aufgrund von finanziellen Unsicherheiten auf Zeitspiel!“ Daher ist die Zahl der mitwirkenden Radiostationen für einen wirtschaftlichen Sendebetrieb zu gering. SwissMediaCast (SMC) bekam Ende 2017 die Zulassung für ein Paket mit 18 Programmen.
Ein Poker um die Sendekosten liegt nahe, denn den abseits stehenden Veranstaltern bleibt mittelfristig keine Wahl: Die Schweiz wird sich zwischen 2020 und 2024 von der analogen UKW-Verbreitung verabschieden. Es gibt Vorschläge, erst 2022 zu beginnen. Ein konkreter Zeitplan könnte am 29. August auf der Fachtagung SwissRadioDay bekannt gegeben werden. Nur noch 18 Prozent der Schweizer hörten 2018 ausschließlich UKW, 33 Prozent DAB+ und 31 Prozent IP- und Kabelradio. 91 Prozent der Neuwagen werden mit DAB+-Radios ausgeliefert.
Berichte über Äußerungen von Geschäftsführer Roger Schawinski lassen darauf schließen, dass einzig Radio1 (per DAB+ in der Ost-, Inner- und Nordschweiz im K 7A empfangbar) sich einer UKW-Abschaltung verweigern könnte.
Quellen: dab-swiss vom 30.7., persoenlich.com vom 21.7. | Hintergrund: DAB+.
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5.8.2019 • Digitalradio: SWR zum Ausbau der DAB+-Netze bis 2020
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Eine Veröffentlichung des SWR nennt erstmals die Quartale für die Inbetriebnahme weiterer DAB+-Sendeanlagen den in beiden Bundesländern. Einige Angaben für 2020 deuten u.a. auf Verschiebungen früherer Planungen.
In Rheinland-Pfalz geht der Ausbau im 3. Quartal an den Standorten Alf Bullay und Hillschied weiter. Bis Jahresende folgen Bad Münster, Diez/Lahn und Zweibrücken. Leistungserhöhungen sind an den Standorten Haardtkopf und Kaiserslautern vorgesehen. Für 2020 werden Ahrweiler, Bleialf, Kirn, Mudersbach, Oberes Ahrtal und Oberheimbach genannt.
Im vierten Quartal 2019 sind für Baden-Württemberg Aufschaltungen an den Senderstandorten Brandenkopf, Memmingen, Mühlacker und Wertheim angekündigt.
Quellen: SWR vom 5.8. | Hintergrund: DAB+ in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz
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2.8.2019 • Digitalradio: Niedersachsen-FDP relativiert Radiobeschluß
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Die Niedersachsen-FDP bemüht sich angesichts der massiven fachlichen und öffentlichen Kritik darum, den von ihr initiierten Landtagsbeschluß pro 5G-Radio, gegen DAB+ kleinzureden.
Der Beschluß fordert in Ziffer 3 von der Landesregierung, „sich innerhalb des Systems von Rundfunkauftrag und -finanzierung für eine Beendigung von DAB+ ... einzusetzen“. Der Begriff „Rundfunkauftrag“ stellt zum Einen klar, dass es hier darum geht, nicht nur um den NDR, sondern bundesweit allen ARD-Anstalten und um Deutschlandradio den Zugang zur digitalterrischen Radioverbreitung zu verbieten. Davon wären auch die Privatradios betroffen, denn ohne öffentlich-rechtliche Beteiligung ist ein Verbreitungsweg für die Hörer uninteressant. Dennoch behauptet die FDP-Landtagsfraktion auf ihrer Facebook-Seite: „Wir gehen weiterhin nicht davon aus, dass durch die Beendigung der Finanzierung aus Rundfunkbeiträgen der DAB+-Betrieb eingestellt wird.“
Die Landesregierung soll an einem Konzept für den „marktgerechtem Übergang“ in eine Radiozukunft mitarbeiten. Dazu die Facebook-Liberalen: „Wie dieses Konzept aussehen wird, können wir natürlich noch nicht absehen.“ Da haben sie ihren Beschlußtext nicht gelesen. Das sei „technologieneutral zu betrachten“, heißt es weiter. Niedersachsen definiert „Technologieneutralität“ in Ziffer 3 des Beschlusses so: Die Landesregierung soll sich „... zugunsten des Aufbaus zukunftssicherer Technologien, wie z.B. des 5-G-Standards“ stark machen.
Damit wird klar, welcher Lobby der Landtagsbeschluß folgt: Die Verbreitung öffentlich-rechtlicher Radios wird eingeschränkt, die Verbreitung von Privatradios aus anderen Bundesländern wird verhindert. Das freut nur die drei landesweit aktiven Privatradios. Deren Wunschtraum (wie der anderer Privatsender) ist 5G. Denn über den Rückkanal des Mobilfunks wollen sie personalisierte Werbung verkaufen. Dass für die Zugänge zu solchen Datennetzen des Mobilfunks mit Radioinhalten Geld verlangt werden wird, ist aber weder im Interesse der Hörer noch des NDR. Abgesehen von allem, was für DAB+ spricht, kommen Entscheidungen über Technik und Frequenzen für 5G-Radio nicht vor 2030.
Hintergrund : Der Niedersachsen-Beschluß hat keinerlei Auswirkung auf den NDR und DAB+ insegsamt. Arbeitsgrundlagen und Finanzierung des NDR ergeben sich aus dem NDR-Staatsvertrag der 4 NDR-Bundesländer. Was darüber hinausgeht ist im Rundfunkstaatsvertrag und im Rundfunkbeitragsstaatsvertrag festgelegt. Änderungen müssen alle beteiligten Länderparlamente zustimmen. Würde Niedersachsen das verweigern, bleibt der neue Vertrag Makulatur. Aber: Die bisherigen Staatsverträge gelten weiter. Die Berechtigung des NDR zu DAB+-Aktivitäten und deren Finanzierung werden also nicht geändert.
Kommentar : Wie die FDP ihre politischen Ziele relativiert, erinnert an ihr in den 60er Jahren entstandenes Image der „Umfaller-Partei“. Andererseits assoziiert es den Roman „1984“: Da beschreibt George Orwell, wie die öffentliche Darstellung der Vergangenheit permanent frisiert wird, damit sie zu den sich verändernden politischen Positionierungen passt.
Quellen: FDP-Fraktion auf Facebook vom 23.7., Landtags-Beschluß (Drs 19/3957) | Hintergrund: DAB+ in Niedersachsen.
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1.8.2019 • Digitalradio: TKG-Novelle passiert das Bundeskabinett
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Das Bundeskabinett hat die Novelle des Telekommunikationsgesetzes mit einer lange geforderten Regelung zur Interoperabilität von Radios verabschiedet. Die Novelle erweitert die EU-Vorgabe für digitale Empfangsteile in Autoradios ab 2021 um eine ähnliche Vorgabe für Radios mit Anzeige des Sendernamens im Display. Das federführende Wirtschaftsministerium will das Inkrafttreten noch in 2019 erreichen.
„Unser Ziel ist die größere Verbreitung des digitalen Hörfunks, der mit geringeren Frequenzressourcen auskommt und die Angebotsvielfalt erhöht“, so Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Den Zuhörern verspricht er „Zugang zu einem quantitativ und qualitativ verbesserten Hörfunkprogramm“.
Die Novelle steht am Ende von Bemühungen um eine solche Vorgabe. 2016 und 2011 hatte die Bundesregierung solche Vorschriften abgelehnt. 2017 blieb ein weiterer Anlauf vor den Neuwahlen unerledigt. Die zweite GroKo nahm das Thema Anfang 2018 in den Koalitionsvertrag auf.
Quelle: Presseinfo des BMWi vom 31.7. | Hintergrund: DAB+-Roadmap.



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