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DAB+ - Stand der Dinge in Europa und weltweit

Digitalradio-Schriftzug International ab 2017 Von 1998 bis Ende 2021 wurden weltweit mehr als 100 Mio. Radios für DAB und DAB+ verkauft. Als Ergänzung zu den Nachrichten werden hier Infos über den digitalen terrestrischen Hörfunk in zahlreichen Ländern kompakt zusammen gefaßt.

Interessant zu sehen ist, dass viele Länder das 2017 vom MDR entwickelte Logo und teils auch das Designkonzept des Webauftrittes übernommen haben, um über DAB+ zu informieren. Seit Ende 2018 nutzt auch WorldDAB das Logo, das über diese Organisation auch an Radio-Hersteller und Netzbetreiber vergeben wird.

Der globale Interessenverband unterstützt u.a. die Standard-Entwicklung, die Implementierung und das Marketing für DAB Digitalradio „als das frei empfangbare Rückgrat der digitalen Zukunft des Hörfunks“. Mitglieder sind Gerätehersteller, Netzwerkbetreiber, Forscher, Chipschmieden, Verbände, Regulierer und andere staatliche Institutionen. Der Sitz der Nonprofit-Organisation ist in der Schweiz.
Homepage, Länder-Infos.

Algerien
Die Sendeanstalt TDA betreibt seit Februar 2018 ein Testnetz mit vier Programmen. 68 Prozent der Bevölkerung der Hauptstadt Algier werden versorgt. Der Test soll die Migration von UKW nach DAB+ einleiten.

Aserbaidshan
Seit August 2019 sendet ein Multiplex in der Hauptstadt Baku und Umgebung mit 12 Programmen.

Australien
In den fünf Millionenstädten Sydney, Melbourne, Brisbane, Adelaide und Perth startete DAB+ schon 2009. Seit 2017 folgten Darwin, Hobart, Canberra, Mandurah und Gold Coast. Seit Ende 2019 wird mit Mandurah (südlich von Perth) erstmals eine Region außerhalb der Großstädte versorgt. 2019 hörten 4,2 (2017: 3,6) Mio. Bürger DAB+. Seit 2009 wurden rund 4,73 Mio. Radios verkauft, davon 2,17 Mio. in Neuwagen. 2021 erreichte die Autoausstattung 4,47 Mio. Fahrzeuge bzw. 78 Prozent. 2016 waren es 862.500.
DAB+, Medienbehörde ACMA.
Belgien
In Flandern ist DAB+ seit Oktober 2017 im Regelbetrieb. Dort senden das öffentlich-rechtliche VRT zwölf und zwei Privatradio-Muxe 20 Programme. Ab 2022 starten fünf Lokalmux-Projekte mit bis zu 15 Programmen. 26 Prozent hören Radio digital, in 39 Prozent der Neuwagen ist DAB+ vorhanden. Die Regionalregierung will UKW zwei Jahre nach dem Zeitpunkt abschalten, an dem 50 Prozent des Radiokonsums digital erfolgt. 2021 beteiligten sich 86 flandrische Lokalradios an einem Call for Interest. 2019 folgte der wallonische Teil mit der Hauptstadt Brüssel und anderen Regionen. Dort senden neben einigen Privatradios das öffentlich-rechtliche RTBF sowie der deutschsprachige Belgische Rundfunk (BRF). Seit Ende 2020 sind rund 95 Prozent der Bevölkerung mit DAB+ versorgt. RTBF will UKW bis 2027 abschalten.
DAB+-Seiten der Sprachgebiete Flandern und Wallonien.
Bulgarien
Am 20. März 2020 startete ein befristetes Projekt mit 14 Privatsendern im Raum Sofia. Eine Konsultation der Medienbehörde CRC im September 2021 betrifft das Interesse an Lizenzen für mögliche zwei nationale und bis zu zehn regionale Sendegebiete. Bei einer Fachdebatte war man sich im Januar 2022 nicht nur über die Notwendigkeit der Einführung von DAB+ einig. Es wurde auch festgestelellt, dass gesetzliche Voraussetzungen für Zulassungen fehlen.
Medienbehörde CRC, DAB+-Büro.
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Dänemark
DAB+ ist für 98 Prozent der Dänen ausgebaut, in 45 Prozent der Haushalte sind Radios vorhanden. Nationale Multiplexe existieren für das öffentlich-rechtliche DR und Privatsender. MTV will seinen ersten Radiosender in Dänemark testen. DR betreibt einen zweiten, für drei Gebiete regionalisierten, Multiplex. 13 lokale Muxe nutzen Kleinleistungssender für fünf bis 16 Programme. Das Parlament will UKW beenden, sobald der digitale Radiokonsum von 28 (Q1/2018) auf über 50 Prozent gestiegen ist. DR nutzt einen NDR-Standort in Flensburg zur Versorgung des Landessüdens und der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein.
DAB+-Seiten von Dansk Radio.
Finnland
Im Spätsommer 2005 wurde der einzige (nationale) Multiplex abgeschaltet, um (im Sinne des damals noch nicht zerschlagenen finnischen Nokia-Konzerns) auf den Mobilfunk zu orientieren.

Estland
Ende 2022 begann ein neunmonatiger technischer Test mit acht bis 12 Programmen.
Medienbehörde TTJA.
Frankreich
Der für Paris, Marseille und Nizza und ab 2019 für Lille, Lyon und Straßburg begonnene Aufbau regionaler Multiplexe wird bis 2022 für knapp 30 Gebiete fortgesetzt. Entsprechend wird von der Versorgung von 40 Prozent der Bevölkerung Ende 2021 bis Ende 2022 auf 50 Prozent ausgebaut. Zwei nationale Multiplexe mit 25 Programmen (der drei großen Medienkonzerne und des Staatssenders Radio France) senden seit dem 12. Oktober 2021 längs der Autobahnverbindung Paris-Lyon-Marseille.
Homepage DAB+, Medienbehörde Arcom.
Gibraltar
Für die Hörer in der britischen Kolonie betreibt Radio Gibraltar (öffentlich-rechtlich) drei Programme in einem Multiplex. Dort wurde im Oktober 2018 ein erster privater Musiksender aufgenommen.

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Griechenland
Parallel zum regulären Betrieb des Staatsrundfunks ERT mit 13 Programmen läuft in der Hauptstadt Athen ein Trial mit neun Kommerzradios. ERT sendet auch in Thessaloniki und Patras.
Medienbehörde NCRTV.
Großbritannien
Seit 1998 entwickelte sich bei Europas DAB-Pionier das umfangreichste Programmangebot mit 570 Sendern (Q4/2021). Zeitgleich wurden 97 Prozent der Briten versorgt, 60 Prozent der Haushalte waren ausgestattet. Der Umstieg auf DAB+ läuft. Knapp 68 Prozent der Briten nutzen im Q1/2022 einen digitalen Empfangsweg. DAB war mit 41 Prozent der gesamten und 60 Prozent der digitalen Hörzeit wichtigster Verbreitungsweg.
Die Regierung ermächtigte im Januar 2022 die Medienbehörde Ofcom, die Lizenzen der beiden nationalen Kommerz-Ensembles bis Ende 2035 zu verlängern. Dennoch gab sie zuvor den Plan von 2010 auf, den Analogausstieg einzuleiten, sobald der Anteil digitaler Quellen an der Radionutzung 50 Prozent überschreitet.
Für bis zu 500 existierende lokale und nichtkommerzielle Radios wurde 2020 ein erstes Los von 25 regionalen Small Scale-Netze ausgeschrieben. Der erste Sendestart erfolgte am 10.12.2021 in Nordostengland. Ende 2022 waren 148 Stationen 20 Regionen aktiv. Rund 200 Regionen sollen in acht Ausschreibungen vergeben werden.
Homepage Digitalradio UK, Medienbehörde Ofcom.
Kanalinseln
Auf den dem britischen Königshaus gehörenden Kanalinseln Guernsey und Jersey gingen Ende 2021 22 Programme privater Veranstalter und der BBC auf Sendung.

Indonesien
Seit 2016 bzw. 2013 testet das staatliche Radio Republik Indonesia (RRI) in Jakarta. DAB+ wurde von der Regierung zur offiziellen Plattform Digitalradio erklärt. RRI bereitet lokale Multiplexe für Kalimantan (Borneo) und Batam City vor.
Homepage Digitalradio, Medienbehörde BAI.
Irland
Der Multiplex des öffentlich-rechtlichen RTÉ wurde am 31. März 2021 aufgrund geringen Zuspruchs und drastischer Etatkürzungen abgeschaltet. Bis dahin wurden rund 56 Prozent in den Ballungsräumen versorgt. Die Ausstattung lag bei 17 Prozent. Nach befristeten Small Scale-Projekten arbeiten sechs Multiplexe ohne offizielle Lizenz weiter.
Homepage Digitalradio, Medienbehörde BAI.
Italien
Die Versorgung erreichte im Q3/2020 rund 84 Prozent der Bevölkerung auf 55 Prozent des Territoriums und längs 95 Prozent der Autobahnen. National senden die RAI und zwei private Multiplexe. Ende 2022 senden 148 Wellen in 20 Inseln. Insgesamt 200 Sender beteiligen sich. 4,5 Mio. Haushalte waren Ende 2019 ausgestattet. Die GfK meldete Ende 2021 verkaufte Heim- und Autoradios. Schon seit Anfang 2020 müssen alle Neuwagen mit DAB+-Radios ausgeliefert werden. 5/2022 füllte die RAI ihre Multiplex mit vier Privatradios auf. 9/2021 stellte RAI eine UKW-Abschaltung bis 2030 zur Diskussion.
Homepages DigitalRadio IT, DAB Italia, Eurodab Italia.
Südtirol
In Südtirol werden knapp 100 Prozent der Bevölkerung mit Programmen - auch aus Deutschland, Österreich und der Schweiz - versorgt. Der regionale Netzbetreiber RAS hat einige UKW-Sender abgeschaltet.
DAB+ in Südtirol (Basisinfos), Netzbetreiber RAS.
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Jordanien
In Jordanien läuft seit Ende 2017 ein Testprojekt mit fünf Programmen.

Kenia
Auch in dem ostafrikanischen Land sind die Ressourcen für UKW nahezu erschöpft. Daher wurde Ende 2022 Massnahmen für einen DAB-Test an zwei Standorten im Raum Nairobi eingeleitet.
Medienbehörde CAK.
Kroatien
2017 begannen Tests für ein Sendegebiet von 3 der 4 Mio. Einwohner bzw. rund 88 Prozent outdoor bzw. 53 Prozent indoor. Unter den 13 Programmen waren drei des öffentlich-rechtlichen HRT; die 10 Privatradios stiegen nach Versuchsschluß Ende 2021 aus. Die Staatsfirma OIV erhielt Ende 2021 eine Zulassung für einen nationalen Regelbetrieb bis 2036. Seit August sendet Radio Nacional in diesem Mux; ein weiteres Programm ist in der Nordwestregion on Air
Medienbehörde Hakom.
Kuwait
Seit Oktober 2014 besteht ein Regelbetrieb für das gesamte Territorium mit 18 Programmen.
Informationsministerium.
Liechtenstein
Das Fürstentum empfängt 3 Multiplexe aus der Ostschweiz. Dort ist das öffentlich-rechtliche Radio Li im regionalen Angebot vertreten.
Homepage Radio LI.
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Litauen
Im Oktober 2021 begannen Testsendungen der öffentlich-rechtlichen Anstalten LRT mit 3 Programmen in der Hauptstadt Vilnius.

Luxemburg
Nach ersten Testsendungen in 2019 begann die RTL-Techniktochter Broadcast Center Europe (BCE) in Regierungsauftrag Ende September 2020 einen weiteren Test mit bis zu 12 Programmen bis Ende 2020. Ab 2021 könnte ein Regelbetrieb folgen - jedoch ohne die Lokalradios, hieß es Ende 2020. Im Oktober 2021 begann ein sechsmonatiger Test mit einem einzigen Lokalradio, der um ein halbes Jahr verlängert wurde.

Malta
Malta führte DAB+ schon 2008 - als erstes Land Europas - ein. Heute senden rund 45 Wellen in zwei nationalen Multiplexen, darunter einige DAB+-exklusive. Es besteht Vollversorgung; Ende 2012 hörte jeder vierte Malteser Radio mit DAB+.
Homepage DAB+, Medienbehörde BA.
Monaco
Ein erster Mux wurde im April 2014, der zweite wurde im Januar 2016 aufgeschaltet. Derzeit senden vier Ensembles 30 private Programme in französischer, italienischer bzw. englischer Sprache.
Sendenetzer MMD, Regierung.
Montenegro
Seit März 2021 gibt es ein Testprojekt im Raum Podgorica und Danilovgrad. Bis zu 180.000 der 622.000 Einwohner des Staates können zwei Programme hören.

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Niederlande
Ende 2019 versorgen sowohl das öffentlich-rechtliche NPO als auch der landesweite Mux der Privatradios 95 Prozent. Es gibt weitere fünf regionale und einen Ballungsraummux. Ein neuer Zuschnitt der Versorgungsgebiete ab 2020 verbessert die Netzstruktur des nationalen Anbieters MTVNL und schafft Raum für einen zweiten nationalen Mux mit 12 Programmen sowie einen Metropolen-Mux für die Region Randstad. Die bisherigen MTVNL-Frequenzen werden für regionale Sender genutzt. Ein von Anfang 2020 bis Ende 2022 laufender Test umfasst 22 lokale Multiplexe. 39 Prozent der Bevölkerung empfangen Radio digital, 25 Prozent der Haushalte und 72 Prozent der Neuwagen haben DAB+. Am 1.5.2022 startete der zweite nationale DAB+-Mux mit 13 Programmen. Um den 1.9.22 wird die landesweite Regionalstruktur von 5 auf 7 Sendegebiete umgestellt. Bis 2024 sollen die fast für jede Gemeinde aktiven öffentlich-rechtlichen Lokalradios mit staatlicher Förderung auf DAB+ senden.
Eine von der Regierung beauftragte Studie hält Ende 2022 - u.a. angesichts eines Rückgangs der UKW-Nutzung auf 47 Prozent - den UKW-Ausstieg zwischen 2027 und 2032 für realistisch.
DAB+, NPO.
Nordmazedonien
Für den Raum Skopje sendete seit Juli 2019 ein Test-Multiplex mit einjähriger Laufzeit vier Wellen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Makedonska radio televizija (MR).

Norwegen
Norwegen ist das weltweit erste Land, dass Ende 2017 die nationalen und regionale UKW-Senderketten abschaltete. Die orakelte Abwanderung vom Radio blieb aus: 98 Prozent hören Radio digital per DAB+ oder IP. 60 Prozent der 10,3 Mio. Schweden besitzen DAB+-Radios, von denen 6 Mio. Stück verkauft wurden. Das öffentlich-rechtliche NRK strukturiert seine Muxe regional. Den landesweiten Mux für Privatradios ergänzen die Sender für 24 lokale Gebiete. Von den insgesamt 108 Sendern werden 15 ausschließlich über DAB+ verbreitet. Ende 2020 erhielt A-Media die Lizenz für einen zweiten nationalen Mux für Privatradios. Lokale UKW-Sender erhalten einen Umstiegs-Aufschub bis Ende 2026, der möglicherweise bis 2031 verlängert wird.
DAB+, Medienbehörde Medietilsynet.
Österreich
Im April 2018 startete ein Stadt-Multiplex in Wien. Seit Mai 2019 sendet ein nationaler Multiplex. Dieser erreichte mit dem Endausbau im August 2020 eine Abdeckung von 83,5 Prozent. 2021 lag die Haushaltsausstattung mit DAB+-Radios inkl. Neuwagen bei 25 Prozent. Ende 2022 sind Ausschreibungen für regionalisierbare nationale Abdeckungen angekündigt.
dehnmedia-Hintergrund, DAB+, Citymux Wien.
Oman
Im Frühjahr 2019 wurden zwei Sendeanlagen für Tests mit vier Programmen installiert.

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Polen
Der Staatssender Polskie Radio hat zwischen 2013 und 2020 17 regionale Versorgungen mit 32 (davon 10 digital-exklusiv) Programmen aufgebaut. Die Versorgung erreicht Anfang 2020 rund 56 Prozent. Privatradios senden regional bereits in Warschau, Breslau und Czestochowa. Für Gdansk ging die Netz-Lizenz an BCast. Ausschreibungen für 34 Regionen werden vorbereitet. In einem geplanten landesweiten Multiplex sind je 3 Plätze für Polskie Radio und nationale UKW-Programme reseviert; die restlichen 6 Plätze sind Radios vorbehalten, die über UKW mindestens 3 Mio. Menschen erreichen.
Polskie Radio, Medienbehörde KRRiT.
Qatar
2019 wurde ein Testprojekt mit 10 Programmen gestartet. Die Regierung erklärte DAB+ zeitgleich zum Nachfolger von UKW und Mittelwelle.

Rumänien
Die öffentlich-rechtliche Anstalt Societatea Româna de Radiodifuziune testete DAB alt bis Juli 2021 mit fünf eigenen und einem privaten Programm in der Hauptstadt Bukarest. Es gibt Pläne für einen landesweiten DAB+-Regelbetrieb, aber keinen Zeitplan.
Sendeanstalt Radiocom, Medienbehörde Ancom.
Saudi-Arabien
DAB+ ist im Betrieb. Die Regierung will DAB+-Tuner in Heim-, Mobil- und Autoradios ab dem kommenden Jahreswechsel zur Pflicht machen.

Schweden
Das öffentlich-rechtliche Sveriges Radio sendet seit Ende 2019 sechs Programme für die Großstädte. Die Nordic Entertainment Group (NENT) verbreitet 13 Programme, das nach dem späteren Start in Göteborg und Malmö knapp die Hälfte der Bevölkerung versorgt und weiter ausgebaut werden soll. Im Juli 2020 ging ein nationaler Multiplex der Privatradiogruppe Bauer Media zunächst für Stockholm, ab November 2020 für Göteborg und Malmö, auf Sendung. Die Privatmuxe mit 20 Programmen sollen 2023 auf 32 Kanäle aufgefüllt werden. Das Sendenetz soll bis 2025 rund 65 der Bevölkerung erreichen.
DAB+, Medienbehörde MPRT.
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Schweiz
DAB+ ist seit 2020 meistgehörter Radio-Verbreitungsweg mit 41 Prozent (1. HJ 2022). Ausschließlich UKW nutzen nur 13 Prozent. Eine Infokampagne zum UKW-Ausstieg läuft seit 2017. Dieser Schritt soll Ende 2024 vollzogen werden.
Mehr als 140 Programme sind digital OnAir, darunter zahlreiche in lokalen Small Scale-Sendenetzen. 5,4 Mio. Geräte sind verkauft, so dass jeder Haushalt über 1,5 Digitalradios verfügt. Fast alle Neuwagen haben DAB+ an Bord, die Autoausstattung im Bestand erreicht 2022 50 Prozent.
UPC (landesweit) und Citycable (Lausanne) verbreiten 70 bzw. 90 Programme im TV-Kabel. Genutzt werden Sonderkanäle, so dass dort die Radios nur speziellen Tunern empfangen werden können.
DAB+, Medienbehörde Bakom.
Serbien
Ein Testmux versorgt seit Oktober 2018 rund 80 Prozent der Bevölkerung. Das öffentlich-rechtliche Radio-Televizija Srbije und die Privatsender tragen je vier Programme zum Angebot bei.
Netzbetreiber ETV.
Slowakei
2015 startete Netzbetreiber Towercom einen Mux in Bratislava, später folgten Košice, Banská Bystrica und Žilina. Weitere Tests betreut der Sendedienstleister Avis in Nitra und Banská Bystrica. Laut Towercam erreichten alle Muxe Ende 2022 rund 50 Prozent der Bevölkerung.
Medienbehörde RU.
Slowenien
Seit 2016 sendet Mux R1, der im August 2019 auf 16 Privatradios aufgefüllt wurde; darunter sind zwei DAB+-exklusive. 73 Prozent der Haushalte und 89 Prozent der Autobahnen werden im Regelbetrieb versorgt. Ende 2019 wurden ein nationaler (R2) und ein regionaler Mux für Ljubljana (R3) ausgeschrieben.
DAB+, Medienbehörde AKOS.
Spanien
Erste Tests gab es schon 1998. Die Abdeckung für damals drei nationale Multiplexe wurde 2011 von 56 auf 20 Prozent reduziert. Seither verhindert die Zentralregierung die Einführung von DAB+, um auf 5G Radio zu warten. Je zwei Multiplexe senden in und um Madrid und Barcelona zusammen 13 Programme. Einige Regionalregierungen nutzen rechtliche Spielräume, um DAB+ auf den Weg zu bringen. Das wurde Anfang 2020 Navarra und 2019 von der Costa del Sol und den Kanaren (Teneriffa, Gran Canaria) bekannt.
Website der Regierung: Digitale Infrastruktur.
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Südafrika
Im Raum Johannesburg und Pretoria liefen Testprojekte bis Ende 2019 mit Option der Verlängerung um sechs Monate. Ein weiteres Projekt sendet seit März 2020 in Kapstadt mit zunächst acht Programmen. Die Regierung veröffentlichte im Juli 2020 eine Richtlinie, auf deren Grundlage die Medienbehörde ICASA die Einführung von DAB+ einleiten kann.
Medienbehörde ICASA
SADIBA (Digitalisierung).
Südkorea
Hier wurde die um audiovisuelle Inhalte erweiterte DAB-Variante T-DMB äußerst erfolgreich am Markt platziert. Wesentliche Impulse dieses „Handy-Fernsehen“ kamen von Bosch und dem H.-Hertz Institut aus Deutschland. Hier gab es mehrere Testprojekte, jedoch scheiterte das einzige kommerzielle DMB-Projekt „Watcha“.

Tansania
Die Medienbehörde des Landes kündigte im September 2022 den Einstieg in DAB+ an. Die Möglichkeiten von UKW seien in den fünf wichtigsten Ballunsgzentren ausgeschöpft. UKW soll aber weiterlaufen.
Medienbehörde TZRA.
Thailand
In Bangkok und Umgebung startete im April 2020 ein auf 20 Monate terminiertes Projekt mit bis zu 18 Programmen. Im Dezember 2021 wurde die Medienbehörde beauftragt, 10 weitere Sendeanlagen - für nationale wie lokale Multiplexe - auf den Weg zu bringen. Zu den zu versorgenden Regionen gehört auch das Touristenzentrum Phuket.
Medienbehörde NBTC.
Tschechien
Die öffentlich-rechtliche Anstalt Ceský rozhlas (Cro) versorgt seit September 2020 rund 95 Prozent der Bevölkerung mit je 10 landesweiten und regionalen Programmen. In Prag sendet ein Mux mit 10 Privatsendern und zwei deutschen Programmen. Lokale Multiplexe mit Programmen von Cro und privaten Veranstaltern gibt es für 11 Regionen.
MW und LW wurden Ende 2021 abgeschaltet; Cro betreibt bis 2027 den Netzausbau für die Indoorversorgung. 2023 bekommen die Privat-Ensembles Frequenzen mit hohen Sendeleistungen. Die Regierung peilt die UKW-Abschaltung für 2025 an.
Programme, Kanäle, Regionen.
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Türkei
Der Staatssender TRT testet seit 2017 in Istanbul, Ankara, Bursa und Kocaeli mit acht Programmen für rund 25 Prozent der Bevölkerung.
Medienbehörde RTÜK.
Tunesien
Ein 2008 begonnener Testbetrieb wurde im März 2019 durch den Regelbetrieb abgelöst. 18 Programme sind in Tunis und im Nordosten (einschl. Ariana und Monastir) zu empfangen. 51 Prozent der Tunesier werden auf 75 Prozent der Fläche erreicht. DAB+-Tuner sollen ab 2021 Pflicht werden.
Medienbehörde ONT.
Ukraine
Nach zwei Bewerberrunden in 2018 senden in der Hauptstadt Kiew Anfang 2020 vier staatliche und zehn private Radiosender.
Medienbehörde NRU.
Ungarn
Der seit 2011 aktive auf Budapest begrenzte Testmux mit drei öffentlich-rechtlichen und vier privaten Radios wurde im September 2020 abgeschaltet. Ein neuer Test lief im Oktober 2021.
Netzbetreiber Antenna Hungaria, Medienbehörde NMHH.
Vatikan
Radio Vatikan betreibt einen Multiplex mit vier Programmen in verschiedenen Sprachen.

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Vereinigte Arabische Emirate
Die Kombination von Tunern für Mittelwelle, UKW und DAB wird ab dem 1. Januar 2020 Pflicht für Heim- und tragbare Radio. Gleiches gilt für 50 Prozent der Autoradios, deren entsprechende Tunerausstattung bis 2024 auf 100 Prozent auszubauen ist.

Vietnam
Auf einen ersten Test in 2013 folgen seit 2019 bis Dezember 2020 weitere Projekte in Hanoi und Ho Chi Minh-Stadt zwecks des Tests von Parametern und Reichweiten. Erkenntnisse sollen den von der Regierung ab 2025 in Auge gefassten Analog-Ausstieg flankieren.



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