Home DVB-T2 Digitalradio Empfang Geräte Archiv Allgemein Aktuell
Nachrichten-Archiv Dezember 2020

Hinweise: Zum Lesen von PDF-Dateien benötigt man das Programm Acrobat Reader. Es kann hier kostenlos bezogen werden. Die Langzeit-Verfügbarkeit von Linkzielen kann nicht gewährleistet werden.
31.12.2020 • Digitalradio: 2020 - Digitalisierung mit Widersprüchen
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 2020 war für DAB+ ein gemischtprächtiges Jahr. Herausragend war natürlich der Sendestart des zweiten Bundesmuxes, wenngleich nicht mit allen 16 Programmen von Beginn an. Erst später wird sich die vor zehn Tagen europaweit in Kraft getretene Hybridtuner-Pflicht auswirken - nicht nur auf die Verkaufszahlen, sondern auch auf die DAB+-Nutzung.
Positiv zu vermerken sind die angelaufenen Testprojekte in Schleswig-Holstein, zu denen sich auf den letzten Drücker auch der lokale Mux für Sylt gesellte. Gleiches gilt für die Regelbetriebe der drei sächsischen Stadtnetze (Chemnitz startet 2021) und die Plattform-Zuweisung für Thüringen. Ebenfalls erfreulich ist die Ausschreibung für einen landesweites Ensemble für Nordrhein-Westfalen.
Ein Rückschlag ist jedoch das Scheitern des Privatradio-Muxes im Saarland. In Niedersachsen hat die DAB+-Feindlichkeit des Landtags und in Mecklenburg-Vorpommern die Untätigkeit der Landespolitik bisher verhindert, Privatradios von DAB+ zu überzeugen und bei der Digitalisierung ihrer terrestrischen Verbreitung politisch wie fördermässig zu unterstützen. Das obwohl 2019/2020 die DAB+-Ausstattung der Haushalte in Niedersachsen um 10 auf 23,9 Prozent - nur knapp unter den nationalen Wert 24,3 Prozent) gestiegen ist. Für Mecklenburg-Vorpommern ist von 176.000 *) DAB+-Haushalten auszugehen, was einer Haushaltsausstattung von immerhin 21,2 Prozent entspricht.
Das Gegenbeispiel liefert Bayern, wo mittels einer strategischen
Die von Media Broadcast eingesetzte Technik macht die Dimension der DAB+-Versorgung deutlich. Dazu kommen die Sender der ARD-Anstalten und von Divicon.
(MB-Grafik klickbar).
Der Digitalisierungsbericht 2020 Audio gibt Auskunft über die DAB+-Verbreitung.
(Grafik klickbar).
Partnerschaft der Medienanstalt mit dem BR und Förderungen inzwischen fast alle UKW-Sender (und etliche Webradios) auf DAB+ senden. Jetzt ist ein landesweiter Mux für die Privaten in der Diskussion.
Corona bremste freilich den Tatendrang beim Sendernetzausbau: Media Broadcast und die Landesrundfunkanstalten konnten ihre Pläne offensichtlich nicht vollständig umsetzen. So wurde der Ausbau des Bundesmuxes1 im Spätherbst von 155 auf 149 Standorte reduziert, von denen 147 bis heute in Betrieb gehen konnten.
Hier einige Schlaglichter aus der DAB+-Chronik des Jahres 2020:
28.  Januar: In Lübeck beginnt der dreijährige Modellversuch in Schleswig-Holstein mit drei Stadtnetzen für Privatradios.
29.  Januar: Überraschend wird der Rechtsstreit um den 2. Bundesmux durch eine außergerichtliche Einigung beendet. DABP zog seine Klage zurück und verzichtete auf weitere Forderungen.
1.  Februar: Die sächsischen Stadt-Multiplexe für Leipzig und Freiberg beginnen den Regelbetrieb.
20.  Februar: Die KEF empfiehlt die Erhöhung des Rundfunkbeitrages um 86 Cent auf 18,36 Euro ab dem 1. Januar 2021.
27.  Februar: Antenne Deutschland beauftragt die National German Radio GmbH mit der Akquise von 10 der 16 Programme des 2. nationalen DAB+-Pakets.
1.  März: Radio Charivari verwendet die dynamische Rekonfiguration des Sendesignals, um fünf lokale Varianten rotierend zu senden.
26.  März: Der Modellversuch Schleswig-Holstein startet auch in Kiel. Radio RSH wird landesweit vom NDR mit verbreitet.
2.  April: In Berlin hat der Radio Arabica als erster arabischsprachiger Sender auf DAB+ Premiere.
28.  Mai: Der Allgäu-Mux erweitert sein Sendegebiet auf den Süden Baden-Württembergs. Mehrere Programme aus diesem Bundesland werden zugelassen.
16.  Juni: Statt eines Modellprojekts wird für Chemnitz zum Regelbetrieb ausgeschrieben.
1.  Juli: Der NDR nutzt seine diversen Frequenzen, um die Regionalvarianten von NDR1 in ihren UKW-Stammgebieten auch per DAB+ zu verbreiten.
6.  Juli: Auch alle WDR-Regionalzeiten gibt es jetzt digital - alle sind landesweit parallel im DAB+-Block zu empfangen.
15.  Juli: Die Medienanstalt TLM vergibt die Plattform-Lizenz für den ersten landesweiten Privatradio-Mux an Divicon Media.
3.  September: Die Berliner Funkausstellung wird wegen Corona auf 3 Tage verkürzt. Zugang zu den spärlichen Angebot vor Ort haben nur Fachbesucher und Journalisten.
7.  September: Laut dem Digitalisierungsbericht Audio 2020 besitzt inzwischen jeder vierte Haushalt Deutschlands ein DAB+-Radio. Führend: Bayern und Sachsen mit über 30 Prozent.
10.  September: Beim ersten bundesweiten „Warntag“ erweist sich die EWF-Signalisierung über DAB+ als einziger Weg, über den Behörden-Infos korrekt ihr Ziel erreichen.
5.  Oktober: Der zweite nationale DAB+-Multiplex sendet. Antenne Deutschland verbreitet acht der 16 geplanten Programme, darunter vier Musikwellen des Antenne-Teilhabers Absolut Radio.
4.  November: Eine BBC-Studie absolviert DAB+ mit der besten Energiebilanz pro Nutzungsstunde. Untersucht wurde der Stromverbrauch von Radio und TV in England - vom Sender bis zum Hörer bzw. Zuschauer.
17.  November: Die NRW-Medienanstalt schreibt ein landesweites DAB+-Ensemble aus. Anbieter von Programmen und von Sendeplattformen können sich bewerben.
23.  November: Die Marktforschung meldet 1 Mio. verkaufte DAB+-Radios von Januar bis September. Eine Prognose nennt 1,75 Mio. Stück bis Jahresende.
1.  Dezember: Der neue Netzbetreiber On Air Support übernimmt das Privat-Ensemble für Baden-Württemberg und kündigt Leistungssteigerungen und den Netzausbau an.
2.  Dezember: In Bayern beginnt ein brancheninterner Call for Interest für einen landesweiten Privatradio-Multiplex im Freistaat.
4.  Dezember: Der von den Kosten und einer nicht koordinierbaren Wunschfrequenz gebeutelte Privatmux im Saarland scheitert endgültig. Schuld sollen der 2. Bundesmux und Corona sein.
8.  Dezember: Keine Koalition von CDU-Regierungspartei und AFD-Opposition im Landtag Sachsen-Anhalt kippt den Rundfunkbeitrag. Die Koalitionsregierung von CDU, SPD und Grünen zieht das Zustimmungsgesetz zurück. Politisches Kalkül steht über der verfassungsmäßigen Bestandsgarantie für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die AfD erreicht ihr Ziel ohne Eigenleistung.
21.  Dezember: Autoradios und andere Radios mit Anzeige des Sendernamens müssen neben UKW auch einen Digitaltuner haben. Abhängig vom Einsatzzweck sind das DAB+ oder/und Webradio.
22.  Dezember: Die Sender klagen beim Bundesverfassungsgericht gegen das Scheitern der Beitragserhöhung. Ein Eilantrag wird abgewiesen. Die Sender kündigen Auswirkungen auf das Programm an. Ob auch der weitere DAB+-Ausbau betroffen ist, bleibt offen.
Anmerkung 1: Werbung für zweiten Bundesmux war bis Dezember nicht feststellbar. Der Plattformbetreiber Antenne Deutschland stellt auf seiner Website die Programme seines Konsortialpartners Absolut Digital mit großformatigen Logos heraus. Im Gegensatz dazu ist es dem Unternehmen bis Jahresende nicht gelungen, die seit Oktober eingetretenen Änderungen des Programmangebots zu kommunizieren oder gar mit Senderlogos zu ergänzen. Der Dienstleister National German Radio informiert hingegen aktuell und leistet in eigenem Namen die meiste Öffentlichkeitsarbeit. Da fragt sich, wer welche Rolle spielt.
Anmerkung 2: Dass DAB+ zu programmlicher Vielfalt beträgt, erweist sich als Werbeente. Im 2. Bundesmux präsentiert sich dpd als vierte Station mit einem an den Bestsellern des späten 20. Jahrhunderts orientierten Musikprofil. Nostalgisch arbeitet auch Absolut Bella, aber immerhin in der Angebotslücke von Stücken vor 1970. Inhaltlich werden Ansprüche nicht eingelöst: dpd muss seinen Mobilitätscharakter noch beweisen. In Berlin hat Radio Germany One seinem 2018 von der MABB goutierten Auftrag als Sender für „alle zugezogenen, rein englisch sprechenden Bewohner Deutschlands zzgl. der englisch sprechenden Personen, die als Touristen Deutschland besuchen“ wohl mit keinem gesendeten Wort Genüge getan. DAB+ zeigt so die Grenzen die Radiomarktes: Zwar mangelt es kaum an Ideen. Für die Finanzierung einer Redaktion gibt die Werbung aber wohl nicht genug her.
*) Das Statistische Landesamt Mecklenburg-Vorpommern geht für 2018 von gut 830.000 privaten Haushalten aus. Der o.g. Anteil der DAB+-Ausstattung ergibt sich aus eigener Berechnung nach dem Digitalisierungsbericht 2020 (siehe Grafik oben).
Quelle: Eigene Recherche | Hintergrund: DAB+
Zum Seitenanfang

31.12.2020 • Österreich: LoungeFM sendet für Wien, neue Ausschreibung
DAB-Worldlogo mit Text Nach eigenen Angaben sendet das Programm LoungeFM ab sofort in Wien auf DAB+. Der Sendestart der zeitgleich zugelassenen Schlagerwelle ist noch offen.
Parallel geht der Andrang auf den nationalen DAB+-Mux weiter. Netzbetreiber ORS comm ist rechtlich verpflichtet, Ausschreibungen durchzuführen, was nunmehr zum vierten Mal seit Anfang Oktober geschah. Meldungen werden bis zum 25. Januar 2021 angenommen. Entscheidungen zu den vorherigen Ausschreibungen von Anfang und Ende Oktober wurden noch nicht bekannt gegeben. Das betrifft naturgemäß auch die am 28. Dezember ausgelaufene Ausschreibung. Auch für Wien laufen Ausschreibungen für zwei Programme.
Quellen: Infos von Lounge FM vom 31.12., von ORS comm vom 28.12. | Hintergrund: DAB+ in Wien und national.
Zum Seitenanfang

30.12.2020 • Digitalradio: Verbesserungen für Privatradios in Freiburg
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Baden-Württemberg Der neue Sendenetzer des Baden-Württemberger Privatradioensembles (Block 11B) kündigt „zum Jahreswechsel“ den Umzug der DAB+-Sendeanlage von Freiburg-Vogtsburg nach Freiburg-Schönberg an. Dort kann die Sendeleistung von derzeit 1 kW auf 10 kW erhöht werden, teilt On Air Support jetzt mit.
Nachdem Anfang des Monats die ersten vier der bislang elf Sendeanlagen neue Technik bekamen, wird nun eine Erweiterung des Sendenetzes angekündigt: „Zu Februar/März 2021 planen wir die Realisierung der neuen Sendestandorte Raichberg und Ravensburg mit jeweils 10 kW Sendeleistung“. Geplant ist desweiteren die Erhöhung der Sendeleistung an den Standorten Baden-Baden Merkurberg auf 5kW und Lahr auf 3,2 kW. Oberachern soll mit 2 kW Sendeleistung den Standort Hornisgrinde mit derzeit nur 0,3 kW Abstrahlung ersetzen.
Quelle: Info von On Air Support | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Baden-Württemberg.
Zum Seitenanfang

30.12.2020 • DVB-T2 HD: Die Kasse stimmt - auch ohne Sat-Paket
Zum Neuen Jahr schaltet FreenetTV sein Programmpaket auf den Astra-Satelliten ab. Seit dem Start im März 2018 gelang es nicht, ein tragfähiges Kundenpotenzial zu gewinnen. Per Antenne kann das Paket mit den HDTV-Versionen zahlreicher Privatsender aber weiterhin abonniert werden.
PayTV und Antenne - das schien lange Zeit nicht vereinbar. Ab März 2017 brachte DVB-T2 knapp 20 Privatsender in HDTV mit - grundverschlüsselt und kostenpflichtig. FreenetTV hatte zum Ende des 3. Quartals 2020 nach Eigenangabe 942.000 umsatzgenerierende Kunden. Der Anteil an den rund 2,41 Mio. Antennenhaushalten ist vergleichsweise hoch. Trotz der Alleinstellung von FreenetTV über DVB-T2 HD ist dieser Markt begrenzt, denn es ist die Verbreitungsplattform mit der geringsten Zahl (6,3 Prozent) angeschlossener Haushalte.
Von Astra und den dort erreichbaren gut 44 Prozent der Zuschauerhaushalte hatte man offenbar mehr erwartet. Es gelang aber nicht, am Marktanteil des bereits lange etablierten PayTV-Wettbewerbers HD+ zu kratzen. Das hatte auch der Konkurrent Diveo nicht geschafft, der im November 2019 aufgab. FreenetTV kündigte das im Februar 2020 an. Für die Muttergesellschaft Freenet AG ist die Sat-Abschaltung aber kein Grund zum Jammern, im
Gegenteil: Der Kundenrückgang ist „auf die profitabilitätsbedingte Abschaltung von Satellitenkunden sowie die Preiserhöhung um rund 20 Prozent im Mai 2020“ zurückzuführen. Die Kasse stimmt also.
FreenetTV wird sich weiter auf die Antennenhaushalte konzentrieren. Mit einer Ausweitung des Sendernetzes für mehr als die bisherigen 63 Mio. Einwohner (80 Prozent) ist kaum zu rechnen; der Zugewinn an zahlenden Kunden wird für die Finanzierung des Baus und Betriebs nicht wirtschaftlich ist. Die Grenzen des Programmangebots zeigt das Scheitern der 2017 zugelasssenen Stadt-Multiplex für Berlin und Hamburg. Gleichwohl wird DVB-T2 HD auch in Zukunft die Vorteile des Broadcast-Prinzips ausspielen. Zu diesen zählt u.a. die Störfestigkeit des Empfangs und Unabhängigkeit der Empfangsqualität von Nutzerzahlen.
FreenetTV versorgt seit Mai 2019 rund 80 Prozent der Bevölkerung (hellgrün
in der klickbaren Grafik
von Media Broadcast).
Quelle: Eigene Recherche | Hintergrund: FreenetTV.
Zum Seitenanfang

30.12.2020 • Rundfunkbeitrag: CDU macht AfD-Politik - und die Folgen
Beitragsservice Das markanteste rundfunkpolitische Ereignis des Jahres 2020 war zweifellos die Verhinderung der ersten Anpassung des Rundfunkbeitrages seit 2009. Dem KEF-Vorschlag einer Erhöhung um 86 Cent auf 18,36 Euro - niedergelegt im 1. Medienänderungs-Staatsvertrag (MÄStV) - hätten alle Landesparlamente zustimmen müssen. Das ist zunächst an Sachsen-Anhalt gescheitert - zumindest, bis das von den Sendern eingeschaltete Bundesverfassungsgericht (BVerfG) seine Bewertung der Ereignisse in Magdeburg abgegeben hat.
Der MÄStV wurde mißbraucht, um die Koalition aus CDU, SPD und Grünen in dem Bundesland bis zu den Wahlen Anfang Juni 2021 durchzuschleppen. Zugleich wurde die CDU vor einem skandalösen Abstimmungs-Pakt mit der AfD gegen die öffentlich-rechtlichen Sender geschützt, indem Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) die
Frank Werneke ...

... sieht eine „Beschädigung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus parteitaktischen Gründen und um den eigenen Machterhalt“. Der Verdi-Vorsitzende weiter: „In einer Zeit, in der Führungsstärke gefragt ist, besorgt Haseloff das Geschäft der AfD. (...) Wer durch parteitaktische Tricksereien eine Säule der Demokratie demontiert, sollte sich fragen, wen er mit seiner Politik vertritt.“

(Presseinfo vom 8.12.).
Abstimmung über den MÄStV im Landtag verhindert hat. So oder können sich Haseloff und Parteifreunde der Dankbarkeit der AfD sicher sein. Diese Oppositionspartei erreichte ohne eigene Leistung das Ziel, die Arbeit von ARD, ZDF und Deutschlandradio zu behindern.
Was kann Sachsen-Anhalt durch die Nicht-Entscheidung auslösen?
Das Bundesverfassungsgericht wird entscheiden, ob und ggfs. ab wann die Sendeanstalten den erhöhten Rundfunkbeitrag bekommen sollen.
Das Urteil könnte Sachsen-Anhalt zwingen, den finanziellen Schaden der Sender zu erstatten. Das kann ein empfindliches Loch in die Landeskasse reissen. Der Einnahme-Ausfall ist auf etwa 32,2 Mio. Euro pro Monat zu schätzen. Das dürfte sich bis zum Urteil summieren ...
Das Bundesverfassungsgericht könnte die Beteiligung der Bundesländer am Finanzierungsverfahren einschränken. Das würde dem Verfassungsgrundsatz der Staatsferne des Rundfunks Genüge tun. Denn: Weder die Programme noch die Existenz der öffentlich-rechtlichen Anstalten darf Gegenstand von Eingriffen aus politischen Gründen sein.
Den Anstalten fehlen ohne die Erhöhung zwischen 2021 und 2024 bis zu 1,5 Mrd. Euro. Die Sender haben bereits Abstriche am Programm angekündigt. Letztlich sind auch die Zuschauer und Hörer betroffen.
Ob die ARD unter den Umständen die ab 2021 in Halle geplante neue Online-Plattform für Kulturcontent und damit eine Forderung Haseloffs verwirklicht, bleibt offen.
Verhindert wurde - vorbehaltlich des BVerfG-Urteils - auch die Erhöhung des ARD-internen Finanzausgleichs mit dem MDR, NDR, WDR, BR, RBB, SWR und HR die beiden kleinen ARD-Schwesteranstalten Radio Bremen und Saarländischer Rundfunk unterstützen. Die Beitragseingänge aus deren Bundesländern reichen nicht zur Finanzierung der Aufgaben beider Sendeanstalten.
Alle ARD-Anstalten müssen sich (sogar mit der Erhöhung) finanziell weiter einschränken. Das trifft auch den für Sachsen-Anhalt „zuständigen“ MDR, der ohne Erhöhung bis zu 165 Mio. Euro Miese buchen müsste. Haseloffs Forderung nach mehr TV- und Radio-Inhalten aus dem und über den Osten nützt das gar nicht.
ARD, ZDF und Deutschlandradio haben für 2021 mit dem erhöhten Beitrag geplant. Kommt das zusätzliche Geld nicht, könnten auch die bisherigen Planungen für den Ausbau der DAB+-Sendenetze gefährdet sein.
Nicht Gegenstand der gerichtlichen Auseinandersetzung ist die Forderung nach Erhöhung des Anteils der Landesmedienanstalten von derzeit 1,8989 auf (von Thüringen vorgeschlagenen) bis zu 3 Prozent. Das war im MÄStV nicht enthalten und müsste in einem späteren Staatsvertrag vereinbart werden. Dann müsste freilich der Rundfunkbeitrag um den entsprechenden Wert erhöht werden, um eine faktische Absenkung des Beitragsaufkommens zu verhindern.
Ein bundesweiter CDU-Arbeitskreis hat sich jetzt wenig entfernt von der AfD positioniert, und fordert die Abschaffung der öffentlich-rechtlichen Senderanstalten. Alle finanziell verwertbaren Sendeformen, Themen und Inhalte von Radio und Fernsehen sollen nur die Privatsender nutzen dürfen. Die Rechnung dafür werden die Zuschauer zahlen. Übrig bleiben soll ein Pay-TV mit nicht viel mehr mehr als Bildungssendungen und vielleicht noch Nachrichten - Programmformen, die ihre Kosten nicht über Werbung einspielen können.
Zur Erinnerung : Im Auftrag der Bundesländer bewerten die 16 Finanzexperten der KEF regelmässig die Finanzplanungen der Senderanstalten. Nach etlichen Streichungen errechnen sie die Höhe des Rundfunkbeitrages für jeweils vier Jahre. Für 2021 bis 2024 hatte die KEF die erste Erhöhung seit 11 Jahren vorgeschlagen und zwar um 86 Cent auf 18,36 Euro. Jegliche Änderungen der Beitragshöhe müssen die Bundesländer - hier im 1. MÄStV - vereinbaren. Staatsverträge der Bundesländer werden nur wirksam, wenn alle 16 Länderparlamente zustimmen. Das ist beim 1. MÄStV nicht geschehen, weil die Landesregierung von Sachsen-Anhalt die parlamentarische Beschlussfassung verhinderte.
Hintergrund: Rundfunkbeitrag ab 2021.
Zum Seitenanfang

29.12.2020 • TV-Verbreitung: Kabel ist teuerster Empfangsweg
Kabel ist der teuerste der vier Verbreitungswege des Fernsehens. Das stellt die Tarifvergleichs-Plattform Verivox nach einer Untersuchung von Angeboten über Satellit, Antenne, DSL und Kabel fest.
„Wer Kabelfernsehen schaut, zahlt gegenüber den anderen Empfangsarten fast immer drauf.“ Abhängig vom Anbieter fallen Fixkosten („Transportgebühren“) von 14,99 Euro (Vodafone) oder 10 Euro (Pyur) an. Dazu kommen noch Programmpakete. Deren günstigstes kostet inklusive Anschluß 20 Euro im Monat.
HDTV-Programme der Privatsender kosten zwischen 5,75 (HDplus via Sat) Euro und 15 Euro (von DSL-Anbieter bzw. Telekoms) extra. „Over the Top“-Anbieter (unabhängige Webplattformen) verlangen zwischen 9,99 Euro und 13,99 Euro, benötigen aber einen ebenfalls kostenpflichtigen Internetzugang.
Das HDTV-Paket mit knapp 20 der meist genutzten Privatsendern für den Antennenempfang mit DVB-T2 HD kommt von FreenetTV und kostet derzeit monatlich 6,99 Euro.
Laut dem Digitalisierungsbericht 2020 der Landesmedienanstalten liegen die Empfangswege Kabel und Satellit um je 44 Prozent etwa gleichauf in Führung. DVB-T2 HD hat 2019/2020 leicht auf 6,3 Prozent zugelegt. Ein starkes Anwachsen wird bei den Haushalten verzeichnet, die über das Internet fernsehen: Von diesen 13,5 Prozent (5,2 Mio.) deutschen TV-Haushalten sehen 1,1 Mio. (2,9 Prozent aller HH) ausschließlich über das Internet fern.
Quelle: Presseinfo von Verivox vom 29.12.
Zum Seitenanfang

29.12.2020 • Digitalradio: Nostalgie und dpd sind im Testbetrieb
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Heute morgen haben dpd Drivers Radio und Nostalgie den Testbetrieb über DAB+ begonnen. Auch wenn dpd am 1. und Nostalgie am 4. Januar offziell starten sind jetzt elf der 16 Programme des 2. nationalen DAB+-Multiplexes auf Sendung. Vor Kurzem wurden die Aufschaltungen von Klassik Radio Movie im 1. Quartal und von Sportradio Deutschland Mitte 2021 angekündigt. Offen ist, wann JokeFM, ProfiRadio und mindestens ein weiteres noch unbekanntes Programm von Absolut Radio sendebereit sind.
Quelle: Eigene Recherche, Homepages dpd, Nostalgie | Hintergrund: Programme und Privatradios zum DAB+-Bundesmux 2.
Zum Seitenanfang

28.12.2020 • Digitalradio: Nostalgie geht am 4. Januar auf Sendung
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Nostalgie, der dritte Sender mit einem Musikkonzept für Songs der 70er bis 80er Jahre, bestätigt den offiziellen Sendestart im Bundesmux 2 am 4. Januar um 6 Uhr.
Die Kernzielgruppe zwischen 35 und 49 Jahre soll durch „durchweg positive Grundstimmung“ gewonnen werden. Veranstalter ist die nach eigenen Angaben „größte internationale Radio-Kette“ NRJ, einer der DAB+-Pioniere in Deutschland. Das Programm übernimmt ein im NRJ-Heimatmarkt Frankreich sowie in Belgien, Schweden, Finnland, Libanon und der Schweiz etabliertes Format.
Quelle: Presseinfo von NRJ vom 28.12. | Hintergrund: Programme und Privatradios zum DAB+-Bundesmux 2.
Zum Seitenanfang

28.12.2020 • Österreich: 2 Programme für Wien gesucht, 2 vergeben
Für den Wiener DAB+-Multiplex hat der Plattform-Betreiber RTG Radio Technikum jetzt 108 Capacity Units (CU) ausgeschrieben. Damit können zwei Programmplätze für die Hauptstadt des Nachbarlandes und deren weitere Umgebung besetzt werden. 54 CUs entsprechen einer Datenrate von 72 kBit/s im Codec HE-AAC, der deutlich geringere Datenraten als das mp3-Format benötigt.
RTG erwartet Bewerbungen bis zum 31. Januar 2021. „Programmkonzepte, die eine meinungsvielfältige Bereicherung des regionalen Ensembles darstellen, bekommen den Verbreitungsvertrag inkl. Tarifliste zugesandt“, heißt es weiter. Unterzeichnete Verträge sind die Voraussetzung für einen Zulassungsantrag bei der Medienbehörde KommAustria. RTG geht davon aus, dass ein Sendestart „spätestens 1. Mai 2021“ erfolgen soll.
Es handelt sich um eine zweite Ausschreibung von zwei Kapazitäten. Auf eine vorangegangene Ausschreibung für vier Programme wurden 54 CUs an die Gute Laune GmbH i.G. für ein Schlagerformat und 30 CUs an Entspannungsfunk GmbH für ein Lounge-Format vergeben.
Quelle: Ausschreibung von RTG vom 21.12., RTG-Blog | Hintergrund: DAB+ in Wien.
Zum Seitenanfang

28.12.2020 • Digitalradio: Lokalradio ohne lokales Programm
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Am Beispiel von Radio Ennepe Ruhr zeigen sich seit einiger Zeit die Widersprüche des sog. Zweisäulen-Modells für den NRW-Lokalfunk.
Die Betriebsgesellschaft Westfunk hatte ihre Beteiligung zum Jahresende gekündigt. Während der sechsmonatigen Frist gelang es der Veranstaltergemeinschaft nicht, einen neuen Partner zu finden. Die Medienkommission der Medienanstalt LfM hat jetzt laut einem Bericht die UKW-Frequenz gesichert und ermöglicht, dass dort ein weiteres Jahr gesendet werden kann. Allerdings wird es wohl keine lokalen Sendungen mehr geben. Vielmehr darf Radio NRW, ein von Zeitungsverlagen betriebener Zulieferer von Werbung und Rahmenprogramm an die 44 NRW-Lokalradios, im Neuen Jahr die Sendezeiten von Radio Ennepe Ruhr mit Eigenem füllen. Sieben Mitarbeiter des Senders wurden entlassen, fünf Freiberufler verlieren ihre Aufträge, die Technik wird abgebaut.
Anmerkung 1 : Über die Westfunk hält die Funke Mediengruppe Beteiligungen an derzeit 12 der noch 44 NRW-Lokalradios sowie 21,7 Prozent an der Pressefunk NRW, dem Mehrheitseigner von Radio NRW. Anmerkung 2 : Das sog. Zweisäulen-Modell (Grafik der LfM NRW) soll Kommerz und Programm trennen und verbindet seit den 90er Jahren Veranstaltergemeinschaften (VG) und Betriebsgesellschaften (BG), die nach dem Landesmediengesetz gemeinsam die Lokalradios führen. Die VGs sind nichtkommerzielle Vereine lokaler gesellschaftlicher Institutionen und für programmliche Eckpunkte und die Redaktion zuständig. Nur der Chefredakteur muss gemeinsam mit der BG berufen werden. An dieser sind regionale Zeitungsverlage mit 75 Prozent, Gemeinden und kommunale Unternehmen mit bis zu 25 Prozent beteiligt. Die BG stellt die Technik und profitiert an den Werbeeinnahmen, aus denen auch die Redaktion finanziert wird. Wie man sieht geht diese Idee aber nur auf, wenn ein Lokalradio Gewinne einfährt. Schon 2016 warnte der Konzentrationsbericht der Landesmedienanstalt LfM vor einer zunehmenden Konzentration der Zeitungsverlage und den Auswirkungen auf die Vielfalt der Lokalradio-Angebote. Unter dem Druck der Verlage hatten die Lokalsender bisher jegliche Beteiligung an DAB+ abgewehrt.
Quelle: Bericht von radioszene vom 28.12., LfK-Info zum Zweisäulen-Modell | Hintergrund: DAB+ und Privatradios in NRW.
Zum Seitenanfang

27.12.2020 • Luxemburg: DAB+-Pilotprojekt beendet
DABplus-Logo Schriftzug Das im Auftrag der luxemburgischen Regierung vom Netzbetreiber BCE (RTL Group) durchgeführte DAB+-Pilotprojekt endete planmässig am 20. Dezember. Zuletzt zwölf kommerzielle und lokale Programme erprobten drei Monate lang die digitalterrestrische Verbreitung. Vor weiteren Entscheidungen werden die Erkenntnisse u.a. zu den Sendeparametern ausgewertet.
Das Großherzogtum will „Anfang 2021 (...) einen Fahrplan für DAB+ vorlegen“, teilt Jacques Thill für die Regierung mit. Die juristischen Vorbereitungen sollen bis Mitte 2021 beendet sein „und die ersten Programme sollten dann für das Schuljahr 2021 über DAB+ in Luxemburg ausgestrahlt werden“.
Den vier am Projekt beteiligten Lokalsendern wurde offenbar deutlich gemacht, dass sie im Regelbetrieb nicht dabei sein werden. Sie suchen nach eigenen Alternativen. Spekuliert wird, dass die für den Test eingesetzten Standorte Hosingen und Dudelange durch Füllsender wie Junglinster, Echternach und Wasserbillig ergänzt werden könnten.
Quelle: Meldung von RTL Radio vom 18.12., Rundfunkforum vom 17.12. | Hintergrund: DAB+ international.
Zum Seitenanfang

23.12.2020 • Digitalradio: Beide Bundesmuxe jetzt indoor für Erfurt
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Media Broadcast hat am Sendestandort Erfurt-Stadt heute eine neue Sendeanlage für die beiden nationalen DAB+-Ensembles in Betrieb genommen. Nach einem Suchlauf sei „nahezu im gesamten Stadtgebiet“ von Thüringens Landeshauptstadt der Indoor-Empfang möglich, so der Sendenetzer. Mit der bisherigen Versorgung nur vom Senderstandort Weimar aus war das nicht möglich.
Der Erfurter Standort wurde in den bisherigen Planungen für den Bundesmux 2 nicht genannt. Der Plattformanbieter setzt dort seinen Schlußspurt beim Ausbau des Bundesmuxes 1 fort. Angekündigt wurden bis Jahresende noch Inbetriebnahmen in Eisenhüttenstadt (Brandenburg) und Schöppingen (NRW).
Quelle: Presseinfo von Media Broadcast vom 23.12. | Hintergrund: DAB+-Bundesmuxe in Thüringen.
Zum Seitenanfang

23.12.2020 • England: Ofcom setzt Lizenzprozeß für Small Scale fort
DABplus-Logo Schriftzug Die britische Medienbehörde Ofcom hat jetzt die Bewerbungen für 25 lokale DAB+-Multiplexe mit Small Scale-Technik veröffentlicht. Besonderes Interesse gilt offenbar der Regionen Leeds (5 Bewerber) und Bradford (4 Bewerber); für weitere neun Regionen haben sich jeweils mehrere Bewerber gemeldet. Ofcom erwartet bis Ende Januar Kommentare zu den Einreichungen, die bei der Lizenz-Vergabe berücksichtigt werden können.
Quelle: Info von Ofcom vom 22.12. | Hintergrund: DAB+ international.
Zum Seitenanfang

23.12.2020 • Rundfunkbeitrag: BVerfG weist Eilanträge der Sender ab
Beitragsservice Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat die Eilanträge der Sendeanstalten in Sachen 1. Medienänderungs-Staatsvertrag und Anpassung des Rundfunkbeitrags abgewiesen. Die Kläger hätten nicht dargelegt, dass ein Ausfall der Beitragserhöhung um 86 Cent auf 18,36 Euro ab Januar „irreversibel zu schweren Nachteilen“ für sie führen würde, so die Richter zum Eilantrag.
Die Sender setzen nun auf das Hauptverfahren, in dem es um die Folgen der Nichtverabschiedung des 1. Medienänderungsstaatsvertrages durch die Landesregierung Sachsen-Anhalt geht. Auf dessen Ausgang gibt die aktuelle Entscheidung keinen Hinweis. Jedoch stellt das BVerfG im aktuellen Urteil ausdrücklich fest: „Angesichts der bisherigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts erscheint eine Verletzung der durch Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG geschützten Rundfunkfreiheit zumindest möglich.“
Die Richter halten sogar eine „eine kompensierende Mehrausstattung in späteren Zeiträumen durchaus nicht (für) ausgeschlossen“. Ob diese Beträge am Ende die Beitragszahler nachzahlen müssen oder ob die Bundesländer oder nur Sachsen-Anhalt für den Beitragsausfall bis zum Urteil haften müssen, lassen die Richter aber offen. Wann Verhandlung und Urteil in der Hauptsache zu erwarten sind, teilt das Gericht wie üblich nicht mit.
Nachtrag : Aus ARD-Sicht sind nun Auswirkungen auf das Programm nicht zu vermeiden: „Ein Ausbleiben der Beitragsanpassung wird gravierende Maßnahmen erfordern, die man im Programm sehen und hören wird“, so der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow gegenüber dpa.
Quelle: Urteil des BVerfG (1 BvR 2756/20), Bericht von infosat vom 22.12. | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
Zum Seitenanfang

23.12.2020 • Digitalradio: Technisat legt sich eigenen DAB+-Sender zu
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 In Zusammenarbeit mit dem Infrastrukturanbieter Media Broadcast legt sich der Endgerätehersteller Technisat quasi einen eigenen DAB+-Senderstandort an seinem Stamm-Standort Daun (Eifel) zu. Das berichtet eine Lokalzeitung.
Schon Ende Februar soll der vom Plattformanbieter Antenne Deutschland ursprünglich nicht vorgesehene Standort für den zweiten DAB+-Bundesmux sendebereit sein. Dann können nicht nur die Radio-Entwickler von Technisat, sondern auch die Menschen in Daun und Umgebung diese Programme nutzen.
Dafür wurde ein Sendemast des SWR gekauft, den die Sendeanstalt nicht mehr benötigt. Das Grundstück im Ortsteil Boverath wurde von der Stadt Daun langfristig gepachtet. In der aktuellen Senderliste der Bundesnetzagentur ist der Standort noch nicht enthalten.
Quelle: Bericht der Eifel Zeitung vom 22.12. | Hintergrund: DAB+-Bundesmuxe in Rheinland-Pfalz.
Zum Seitenanfang

22.12.2020 • Schweiz: UKW-Aus bis Anfang 2023 jetzt bestätigt
DAB-Worldlogo ohne Text Die im August bekannt gegebenen Termine für den Ausstieg aus der analogen Radioverbreitung mit UKW in der Schweiz wurden von den Privatradio-Verbänden bestätigt. Es bleibt dabei, dass die öffentlich-rechtliche SRG diesen Schritt im August 2022 vollziehen wird. Die Privatradios folgen bis spätestens Januar 2023. Die Schweiz wird nach Norwegen das zweite Land sein, dass auf UKW verzichtet.
Wie Bakom weiter mitteilt, sei diese Entscheidung „in allen Landesteilen mit grosser Mehrheit zustande gekommen“. Die Medienbehörde wird diesen Plan umsetzen und u.a. die UKW-Konzessionen aufheben. Die Schweizer Regierung hatte dem Schritt juristisch den Weg geebnet und zur Unterstützung eine „substanzielle finanzielle Unterstützung für die DAB+-Verbreitung“ bereit gestellt. Seit 2017 informierte Bakom mit der Infokampagne „Radio zieht um“, die im Mai durch einen neuen Auftritt abgelöst wurde.
Nach Erhebungen der GfK Schweiz wurden schon im Frühjahr 71 Prozent der Radio-Hörzeit digital empfangen. DAB+ war mit 39 Prozent stärker
als Internet und TV-Kabel (32 Prozent). Nur 13 Prozent nutzten ausschließlich UKW. Im Auto wurde Radio über DAB+ und Internet zu 55 Prozent genutzt; inzwischen sind laut Bakom „praktisch alle Neuwagen standardmässig mit einem DAB+-Gerät ausgerüstet“.
Quelle: Presseinfo der Bakom vom 21.12., DAB+ Homepage | Hintergrund: DAB+ international.
Zum Seitenanfang

22.12.2020 • Digitalradio: Gummersbach erweitert WDR-Sendenetz
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Gestern hat der WDR seinen DAB+-Multiplex am Senderstandort Gummersbach aufgeschaltet. Gesendet wird mit 2 kW Leistung im Frequenzblock 11D, so dass der Empfang im Oberbergischen Kreis und im Märkischen Kreis verbessert wird. Der WDR hat sein Netz in diesem Jahr damit um 3 auf 26 Standorte ausgebaut. Nach früheren Meldungen sind 10 weitere Standorte koordiniert.
Quelle: Info des WDR vom 22.12. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in NRW.
Zum Seitenanfang

22.12.2020 • Vor 100 Jahren: Ein Weihnachtskonzert mit Folgen
Vor genau 100 Jahren griffen Mitarbeiter der Post-Funkstelle in Königs Wusterhausen südöstlich von Berlin zu den Instrumenten und einige Techniker betätigten Schalter: „Hallo, hallo! Hier ist Königs Wusterhausen auf Welle 2700“ und das Lied „Stille Nacht“ leiteten eine Darbietung ein, die als Geburtsstunde des Radios gewertet wird. Während andere Medien heute immer weniger „Masse-“-Wirkung haben, erweist sich das Radio sogar in der gegenwärtigen Krise als wichtige und geschätzte Informationsplattform. Obwohl sich die Digitalisierung des Hörfunks - nicht aus technischen Gründen - als schwierig erweist.
Neben den Technikern war Hans Bredow ein Pionier des neuen Mediums. Er war von 1919 bis 1933 in verschiedenen Regierungsfunktionen dafür verantwortlich. In einem Vortrag hatte er am 19. November 1919 die Möglichkeiten der Drahtlos-Technik als Unterhaltungs-Plattform für die Öffentlichkeit angedeutet; 1921 bezeichnete er das erstmals als „Rundfunk“. Die Forscher, Entwickler und Techniker hatten bis dahin gezeigt, dass ein solcher Dienst zumindest funktioniert. Für den von Bredow angedachten zivilen Massenmarkt brauchte es aber erhebliche Verbesserungen der Tonqualität.
Der Empfang von Funkübertragungen war in Deutschland freilich noch verboten. Das änderte sich erst, als Bredow und andere am 29. Oktober 1923 in Berlin den „Unterhaltungs-Rundfunk mit Verbreitung von Musikvorführungen auf drahtlos-telefonischem Wege“ etablierten und so den Siegeszug des Hörfunks als frei empfangbare Medienplattform für Unterhaltung und Information einleiteten.
Etwa zeitgleich wurde übrigens die Rundfunkgebühr eingeführt. Die lag bei 25 Reichsmark und wurde wegen der Inflation täglich teurer. Ende 1923 gab es nur 467 zahlende Hörer. Nach der Festsetzung der Gebühr auf 2 Reichsmark und einer Amnestie für Schwarzhörer soll die Zahl Ende 1924 auf 54.000 gestiegen sein. 1926 zahlten schon 1,3 Mio. Hörerhaushalte. Radioapparate waren damals vergleichsweise teuer. Aber Bausätze für einfache „Detektoren“ machten das Radiohören zum verbreiteten Hobby, das in zahlreichen Vereinen gepflegt wurde.
Der Hörfunk stellte zugleich seine Alleinstellungsmerkmale unter Beweis: Millionen Menschen werden auf einen Schlag erreicht. Sie können erstmals ohne Zeitverzug und in fast beliebiger Entfernung vom Ort des Geschehens an einem Ereignis teilnehmen; Neudeutsch heißt das: Live.
Sprache, Musik, Aktualität, Authentizität - so hob sich das Radio von den Printmedien ab. Auch Dank technischer Verbesserungen absolvierte das Radio - im Gegensatz zur Medienhistorie des Buchs, der Zeitungen und Zeitschriften - in wenigen Jahren seinen Siegeszug vom gehypten Luxusgut zum Massenprodukt.
1930 hatte Abert Einstein gefordert, das neue Massenmedium für Demokratie und Frieden in Verantwortung zu nehmen. Das betraf natürlich besonders die politische Berichterstattung und Meinungsbeiträge. Das erkannten die Nazis. Sie stellen ab 1933 Print, Film und auch das Radio in ihren politischen Dienst und nutzten es als Plattform für die von der Regierung befohlene Lügen und Hetze. Um diese Fakenews breit zu streuen, wurden die Empfänger billig ausgepreist. Diese „Volksempfänger“ konnten fast nur die Propaganda-Sender der wiedergeben; die Geräte bekamen daher bald den Spitznamen „Goebbels-Schnauze“.
Mit seinem Hörspiel „Krieg der Welten“ hatte Orson Welles 1938 nicht nur das künstlerische Potenzial des Mediums ausgereizt. Eher ungewollt hatte er mit seinem gar zu überzeugendem Hörspiel über eine Invasion vom Mars als einer der ersten ein Warnzeichen gesetzt, was der Mißbrauch von Massenmedien anrichten kann.
Als Konsequenz aus dem Befehlsradio der Nazis unterliegt der Rundfunk in der Bundesrepublik seit 1949 einer öffentlich-rechtlichen Kontrolle und Finanzierung. Prinzip dieses Konzeptes ist es, jegliche staatliche und wirtschaftliche Einflußnahme auf die Sendeanstalten und ihre Programme zu verhindern. Politsch gelenkter „Staatsfunk“ ist verfassungswidrig.
Natürlich blieb die Technik nicht stehen: Der Wechsel zur Ultrakurzwelle verbesserte Anfang der 50er Jahre die Tonqualität erheblich, später auch in Stereo. Radio wurde zum „Mobilmedium“ und hilft Autofahrern mit aktuellen Verkehrsinfos. Dazu kamen - erst für die Profis, dann für den Massenmarkt - die Aufzeichnungsmedien: Von experimentellen Stereo-Aufzeichnungen um 1943/44 bis zu den heutigen digitalen Speichern reicht dieser Teil der Technik-Geschichte.
Digital ist das aktuelle Stichwort: Droht eine Spaltung der Radiowelt, weil einige Radioveranstalter - aus Furcht vor einer Marktöffnung und neuer Konkurrenz - die digitale terrestrische Radioverbreitung mit DAB+ zu verhindern trachten? Dahinter scheinen sich oft hohe Erwartungen an Gewinne zu verbergen, die man mit dem Internet und dem Mobilfunk machen könnte. Darin steckt die Gefahr, dass die Hörerschaft nicht nur verpflichtet wird, zusätzliche „Transportgebühren“ - und vielleicht auch
Ab 1922 wurden auf dem Funkerberg regelmässig Radiokonzerte produziert.

Der Funkerberg um 1918.
Fotos: Museum Funkerberg.

(Detektor-) Radio aus der Zigarrenkiste (Foto: Museumsstiftung Post und Telekommunik.).

„Denket auch daran, dass die Techniker es sind, die erst wahre Demokratie möglich machen... Was speziell den Rundfunk anlangt, so hat er eine einzigartige Funktion zu erfüllen im Sinne der Völkerversöhnung.“ Albert Einstein zur Eröffnung der Funkausstellung 1930.
Auch als Video. Foto: Archiv.

Der Förderverein Sender KW und die Brandenburger Festspiele senden heute zur historisch korrekten Zeit um 14 Uhr ein Weihnachtskonzert - lokal auf NW 810 kHz und über UKW bei Hitradio SKW (105,1 MHz; 93,9 MHz) sowie europaweit auf KW 5960 kHz.

Wegen Corona zur Zeit leider geschlossen - aber bis zum 29. August angekündigt - ist die umfangreiche Ausstellung im Berliner Museum für Kommunikation.
Empfangsgebühren - zu bezahlen. Es könnte auch sein, dass verschiedene Mobilfunkanbieter unterschiedliche Programmpakete schnüren, die man mit dem Erwerb eines künftigen Smartphones mitkaufen muss. Dann kontrollieren die Telekoms das Hörerverhalten.
Die seit gestern gültige Hybridtunerpflicht für Autoradios (ab Werk) und Radios mit Anzeige des Stationsnamens setzt allerdings ein Zeichen in Richtung des frei und mobil empfangbaren DAB+-Radios. Das digitale Programmangebot stellt UKW längst in den Schatten: 270 Programme werden, wesentlich regional, digitalterrestrisch verbreitet. 70 davon sind nur digital zu empfangen. Die nationale Radioangebot wird bis Mitte 2021 auf knapp 30 Stationen ausgebaut.
Quellen u.a.: Museum Funkerberg, Kommunikationsmuseum; DLF (2004) und Wikipedia über Hans Bredow, Einstein-Rede.
Hintergrund: DAB+, Rundfunkgeschichte.
Zum Seitenanfang

22.12.2020 • Digitalradio: Chemnitz Eins folgt Leipzig Eins
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Die Mediengruppe Sachsen Fernsehen kündigt ihren Ableger im DAB+-Mux Chemnitz mit dem Namen Chemnitz Eins an. Das Konzept schließt „an das bewährte Erfolgskonzept von Leipzig eins“ an, heißt es weiter.
Quelle: Meldung von radioszene vom 19.12. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Sachsen.
Zum Seitenanfang

21.12.2020 • Rundfunkbeitrag: Mehr Geld für Medienanstalten gefordert
Beitragsservice Als letztes Landesparlament hat der Thüringer Landtag über den 1. Medienänderungs-Staatsvertrag abgestimmt. Die Mehrheit stimmte der darin enthaltenen Anpassung des Rundfunkbeitrages und einer Änderung des ARDinternen Finanzausgleichs zu.
Zugleich wurde die Landesregierung aufgefordert, sich für eine Erhöhung des Anteils der Landesmedienanstalten am Rundfunkbeitrag von derzeit 1,8989 Prozent auf mindestens 3 Prozent einzusetzen. Das sei erforderlich, um die Medienvielfalt voranzubringen und besonders die Bürgermedien und eine nachhaltige Medienbildung zu garantieren.
Die schwarz-rot-grüne Landesregierung von Sachsen-Anhalt hatte das Inkrafftreten des Medienänderungs-Staatsvertrages verhindert, um ihre Koalition zu retten. Über die erste Erhöhung des Rundfunkbeitrages seit 2009 wird daher demnächst vor dem Bundesverfassungsgericht verhandelt. Mehr Geld für die Medienanstalten wollen auch andere Bundesländer. Das wird in künftige Staatsverträge einfließen.
Quelle: Meldung von satnews vom 21.12. | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
Zum Seitenanfang

21.12.2020 • Digitalradio: Drivers Radio und Nostalgie ab Januar
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Am 1. Januar will dpd - Driver's Radio im zweiten DAB+-Bundesmux auf Sendung gehen. Das moderierte Programm „soll die Kraftfahrer begleiten, unterhalten und informieren“. Das Kürzel dpd stehe für Driver's Pop Delivery.
Veranstalter ist die Leipziger Wolffberg International Media GmbH, die den Radiomachern Peter Lau und Erwin Linnenbach gehört. Linnenbach ist auch an der National German Radio GmbH beteiligt, welche die Programmplätze im 2. Bundesmux für den Plattformbetreiber Antenne Deutschland vergeben hat. Wie kürzlich bekannt gegeben wurde, besetzt Linnenbach mit seiner Firma Sportradio Deutschland GmbH einen zweiten der 16 Sendeplätze.
Am 4. Januar soll mit Nostalgie der dritte Oldiekanal im 2. Bundesmux auf Sendung gehen. Es handelt sich um Marke und Konzept des internationalen Radiokonzerns NRJ, die bereits im Ausland genutzt werden.
Ab Anfang Januar werden also elf der 16 Programme des Ensembles aktiv sein. Offen ist zur Zeit die Belegung des letzten Programmplatzes, den Absolut Digital als Partner im Plattformbetreiber Antenne Deutschland für sich reserviert hat.
Quelle: Meldung von radiowoche vom 20.12. | Hintergrund: DAB+-Bundesmux - Programme, Basisinfos.
Zum Seitenanfang

21.12.2020 • Digitalradio: Krix-Nachfolger beantragt Lizenzen
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Mit aktuellen Informationen meldete sich die Funkstar Medien UG, Castrop Rauxel, zu Wort. Dieses Unternehmen benutzt das Krix-Logo, sei aber nur an der Abwicklung dieses Senders beteiligt gewesen. Funkstar plant nach eigenen Angaben unter neuem Namen „ein völlig neues Hörfunkprogramm, welches (sich) an die Zielgruppe 25-49+ richtet“.
Wegen des Betreiberwechsels ist jedoch die Sendelizenz erloschen, weshalb die Abschaltung in Freiberg unvermeidlich war. Der neue Radioveranstalter hat jetzt nicht nur bei der sächsischen Medienanstalt SLM Lizenzen für Freiberg und das kommende Chemnitz-Ensemble beantragt. Weitere Anträge wurden demzufolge bei den Medienanstalten MA HSH, Brema, TLM und LPR gestellt. Das Unternehmen rechnet mit einer Behandlung in den dortigen Gremien ab Februar. Aufschaltungen in Sachsen und Hessen werden bereits für März erwartet.
Die Verantwortung für die Abschaltungen in Bremen, Lübeck und Kiel wird dem Plattformbetreiber Media Broadcast angelastet. Krix.FM habe „das Angebot der Media Broadcast unter anderen angenommen, da diese dem Unternehmen mitteilten, die Sendelizenz im Saarland und Sachsen reichte aus“, wird dazu mitgeteilt. Eine bundesweite Zulassung, die dieses Problem beseitigt hätte, war im Saarland beantragt worden. Diese Entscheidung sei aber wegen des Scheiterns des dortigen DAB+-Projektes nicht ergangen.
Der vorherige Betreiber von Krix FM hatte Insolvenz in Selbstverantwortung beantragt.
Quelle: Funkstar Medien UG vom 20.12.| Hintergrund: DAB+, Privatradios in Sachsen.
Zum Seitenanfang

20.12.2020 • Digitalradio: Hybridtuner-Pflicht ab morgen in Kraft
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Ab morgen müssen viele Radios neben dem UKW-Empfang auch mit einem Digitaltuner ausgestattet sein. Dies entspricht dem European Electronic Communications Code (EECC), der vor drei Jahren von der EU vereinbart wurde. Das wurde in Deutschland durch eine Novelle des §48 des Telekommunikationsgesetzes (TKG) mit einer Erweiterung umgesetzt.
Laut TKG §48 Absatz 4 muss jedes Radio eines für die Personenbeförderung gebauten und ab dem 21. Dezember 2020 ausgelieferten Kraftfahrzeugs neben dem UKW-Empfang einen Tuner für digital-terrestrisches Radio gemäß einem in der EU „harmonisierten“ Standard aufweisen. Das trifft ausschließlich auf DAB+ zu.
Absatz 5 nutzt eine „Kann“-Bestimmung des EECC und gibt darüberhinaus einen zusätzlichen digitalen Empfangsweg für alle neuwertigen Radios vor, die den Namen des eingestellten Senders anzeigen und die ab dem 21. Dezember 2020 in der EU hergestellt, hierher importiert bzw. verkauft werden. Zweiter Empfangsweg kann demnach DAB+ oder Webradio (oder beider Kombination) sein. In der Praxis dürfte das nicht nur die meisten Heim- und portablen Radio betreffen, sondern auch Autoradios zur Nachrüstung. Heim- und portable Radios, die vorher in die Regale kamen, dürfen ausverkauft werden. Nicht betroffen ist der Handel mit Gebrauchtgeräten.
Die Bundesregierung hob damit nach jahrelanger Blockade auf rechtswirksame Höhen, was schon bei der Verabschiedung des EECC Realität im Handel war. Denn auch ohne diesen gesetzlichen Druck bestimmen Hybridradios für UKW und eine oder beide Digitalplattformen das Bild im Handel. Der Markt ist längst weiter und drängt analoge Produkte zurück. „UKW verliert in fünf Jahren mehr als 12 Prozent“ bei der Hörernutzung, stellte der Digitalisierungsbericht Audio 2018 fest. Das hatte sich zuvor anhand des Radioverkaufs abgezeichnet. Bereits 2015 wurden knapp 1 Mio. Radios mit DAB+ und 6,27 Mio. UKW-Radios verkauft; weil die meisten DAB+- und IP-Radios auch UKW empfangen dürfte die Verkaufszahl der UKW only-Radios schon damals unter 5 Mio. Stück gelegen haben. 2020 wurde ein Abverkauf von 1,8 Mio. Radios (ohne Autoradios) mit DAB+-Empfang gemeldet. Der Bestand in privaten Haushalten liegt bei 17 Mio. Stück.
Etwas schwieriger war die Entwicklung bei den Neuwagen, obwohl doch gerade das Auto der Radio-Ort ist. Erst als sich zeigte, dass DAB+ nach dem Neustart 2011 kein Strohfeuer werden würde, entwickelten die Autohersteller Konzepte für die UKW/DAB+-Radios, die sie - zunächst als Sonderausstattung - verkauften. Das wachsende Angebot an Radioprogrammen - einschließlich des sich seit 2016 abzeichnenden zweiten nationalen Programmpakets - und die parallel steigende DAB+-Nutzung veranlassten die Autobranche zu Weiterem. Dazu kommt die grenzüberschreitende Mobilität, die einen europaweit einheitlichen Sende- und Empfangsstandard statt nationaler Technikinseln erfordert. Ende 2019 lag der Ausstattungsgrad bei Neuwagen aber immerhin schon (und ohne die EECC) bei 54 Prozent.
Kommentar : EECC und die TKG-Novelle öffnen keinesfalls einen Markt für DAB+. Der ist längs vorhanden, wie die Digitalisierungsberichte und Verkaufszahlen zeigen. Die Neuregelung wird den Trend zu DAB+ sicherlich verstärken. Zugleich wird aber UKW geschützt. Doch der Abgesang der Hörer ans analoge Radio hat längst begonnen.
Quelle: TKG §48 (Fassung 2019) | Hintergrund: DAB+ und Hybridtuner.
Zum Seitenanfang

18.12.2020 • Rundfunkbeitrag: CDU-Kreis will ARD/ZDF abschaffen
Beitragsservice Teile der CDU fordern die Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Systems. Damit würde die CDU auf einen Kurs rechtspopulistischer Medienpolitik gebracht, den auch die AFD vertritt. Dies geht laut Medienberichten aus einem parteiinternen Papier hervor, worüber zuerst der Spiegel berichtete.
„Langfristig sollten die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten schrittweise privatisiert werden“, fordert demnach der CDU-Bundesfachausschuss Wirtschaft, Arbeitsplätze, Steuern in Vorbereitung des Wahlprogramms zu den Bundestagswahlen im September 2021. Bis dahin „sollte der öffentlich-rechtliche Rundfunk auf Aufgaben beschränkt werden, die private Anbieter nicht oder nur unzureichend gewährleisten können“, rüttelt das Papier an den Grundfesten des deutschen Rundfunksystems.
Mit anderen Worten: Gewinnträchtige Inhalte bekommen die Privatsender. Was Geld kostet, aber keines abwirft, bleibt bei ARD, ZDF und Deutschlandradio (oder dem, was von ihnen übrig bleibt). Der CDU-Ausschuß nennt Information, Bildung und Kultur. Zukünftig sollen nicht mehr Sender sondern nur einzelne Inhalte gefördert werden.
Nachtrag : Das Papier ist aktuell. Es wurde am 15. Dezember veröffentlicht - genau eine Woche, nachdem die CDU Sachsen-Anhalt die Sendeanstalten für ihren eigenen Machterhalt bezahlen ließ. Zugleich wurde das Ziel der AFD unterstützt, die fällige Anpassung des Rundfunkbeitrags zu verhindern. Das CDU-Papier schlägt sich auf die Seite der Populisten und bedient die Lobby des privaten Rundfunks. Schließlich bringt man die Reste der ÖR Medien unter politische Kontrolle. Staatsfunk wie in und vor der DDR oder heute in Rußland?
Quelle: Bericht des Spiegel vom 15.12. | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
Zum Seitenanfang

18.12.2020 • Digitalradio: HR schaltet DAB+ für Limburg auf
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Nach knapp 1 1/2 Jahren Pause hat der Hessische Rundfunk sein DAB+-Sendenetz erweitert. Heute wurde das Ensemble am Standort Diez/Lahntal zur Versorgung von Limburg und Umgebung aufgeschaltet. Der neue Sender Würzberg bei Michelstadt wird nunmehr für „Mitte kommenden Jahres“ angekündigt.
Quelle: Presseinfo des HR vom 18.12. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Hessen.
Zum Seitenanfang

17.12.2020 • Digitalradio: Film- und Sportradio 2021 im 2. Bundesmux
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Zwei weitere Programme für das zweite nationale DAB+-Ensemble kündigt National German Radio an. Sie bereichern die Radiolandschaft „um zwei echte Themenschwergewichte der deutschen Radiolandschaft“, so Antenne Deutschland-Chef Joe Pawlas. Aus den ursprünglich angekündigten zehn Programmen von Drittanbietern sind damit elf Stationen geworden.
Im 1. Quartal 2021 soll Klassik Radio Movie auf Sendung gehen. Der Ableger von Klassik-Radio (das seit 2011 im 1. Bundesmux sendet) gliedert - auch mit Blick auf den aktuellen Boom des Film- und Serienstreamings - dessen Filmmusikangebote in einen eigenen Spartenkanal aus. Laut NGR ist es das erste Terrestrik-Radio mit Film- und Serienmusik und Informationen u.a. aus den Bereichen Soundtracks, Scores und Seriensongs.
Mitte 2021 will die Neugründung Sportradio Deutschland GmbH ein Sportradio starten. Avisiert sind Spitzen- und Amateursport, Freizeit-, Fitness- und Gesundheitsthemen sowie eSports. Geschäftsführer sind laut Handelsregister Erwin Linnenbach und Jozsef Bugovics, die auch Gesellschafter der mit der Programmakquise befassten National German Radio. Laut Linnenbach „hat Bugovics Industries mit Blick auf die bis jetzt verbliebenen Übertragungskapazitäten beschlossen, die unternehmerische Chance selbst zu nutzen“. Linnenbach ist auch einer der Geschäftsführer der Wolffberg Management Communication, die für die PR von Antenne Deutschland zeichnet.
Neun der 17 Programme senden bereits. Für die beiden von Antenne Deutschland blockierten Programmplätze hatte Antenne-Partner Absolut Digital frühzeitig ein Talk- und ein Sportradio ins Gespräch gebracht. Eine offizielle Information zu den Projekten von Absolut Digital und eventuellen weiteren Änderungen im Ensemble gibt es keine Informationen. Auf der Website von NGR wird das bisher als Drivers Classics von WIM bezeichnete Programm nunmehr als Driver’s Pop Delivery Radio geführt.
Quelle: Presseinfo von NGR vom 17.12. | Hintergrund: DAB+-Bundesmuxe - Programme, Weiteres.
Zum Seitenanfang

17.12.2020 • Digitalradio: Netzausbau des Bundesmux 1 geht weiter
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der Schlußspurt für den 1. Bundesmux fort. Heute wurden die Senderstandorte Nummer 145 und 146 aufgeschaltet: In Rheinland-Pfalz wurde Ahrweiler ans Netz geschaltet, ebenso der Standort in Düren/Hürtgenwald (NRW). Beide Anlagen senden die 13 Programme des ersten Bundesmuxes im Block 5C mit je 5 kW Sendeleistung. Das teilt der Sendenetzer Media Broadcast auf Twitter mit.
Quelle: Info von Media Broadcast vom 17.12. | Hintergrund: DAB+-Bundesmuxe in NRW, Rheinland-Pfalz.
Zum Seitenanfang

17.12.2020 • Unterhaltungselektronik: Corona-Effekte?
Deutsche TV-Plattform Logo ab 2009 „Corona-Effekt beflügelt Absatz von TV-Geräten“. So titelt heute die Deutsche TV-Plattform. 22 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage hätten vor Kurzem einen neuen Fernseher gekauft oder beabsichtigten das bis Jahresende. Das soll „zum Jahresende 2020 weiter für Schwung im Geschäft mit TV-Geräten“ gesorgt haben, so der Lobbyverband. Weiter heißt es: „Davon gaben 11 Prozent als Grund für den Kauf die Corona-Restriktionen an.“ Nachgerechnet sind 11 Prozent von 22 Prozent ganze 2,42 Prozent aller Umfrageteilnehmer.
Die Umfrage war desweiteren auf die Bestätigung branchenüblicher Produktstrategien orientiert. Erwartungsgemäß ist für 58 Prozent der Teilnehmer die Displaygröße wichtig. „Sehr wichtig ist für 51 Prozent auch, dass der Fernseher Inhalte in UHD-Bildqualität darstellen kann.“ Das ist offenbar einerseits eine Folge der massiven Werbung für UHD-Produkte, obwohl es dafür kaum lineare TV-Programme und nur wenig teure nonlineare Angebote gibt. Andererseits werden Geräte der gefragten Größen zumeist nur noch mit UHD-Displays angeboten.
Ob und wie Corona tatsächlich den Abverkauf von Fernsehern beeinflußt hat, werden erst die ab Ende Januar erwarteten Verkaufszahlen für 2020 zeigen.
Die GFK hatte vom 10. bis 13. Dezember 987 Personen online abgefragt.
Quelle: Presseinfo der TV-Plattform vom 17.12.
Zum Seitenanfang

17.12.2020 • Digitalradio: Divicon hat Anteil am Netzausbau geleistet
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Wie Divicon Media mitteilt, hat das Unternehmen seinen Anteil am Aufbau des Sendenetzes erfolgreich absolviert. Als letzter Senderstandort ging Aalen am 30. November in Betrieb.
Der Technikdienstleister hatte den Aufbau von 36 der 71 Sendeanlagen des zweiten nationalen DAB+-Multiplexes im Auftrag von Media Broadcast übernommen. Divicon wird den Betrieb dieser Sendeanlagen künftig laufend überwachen und den technischen Service durchführen.
Quelle: Presseinfo von Divicon Media vom 16.12. | Hintergrund: DAB+-Bundesmuxe.
Zum Seitenanfang

16.12.2020 • Digitalradio: Neue Standorte für den Bundesmux 1
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Media Broadcast setzt seinen Schlußspurt beim diesjährigen Sendetzausbau für den 1. Bundesmux fort. Wie das Unternehmen auf Twitter mitteilt, wurde heute der Standort Schneidlingen in Sachsen-Anhalt in Betrieb gesetzt. „Bereits vor einigen Tagen“ ging die Antenne in Nennslingen (Mittelfranken) an das Sendenetz.
Quelle: Info von Media Broadcast vom 16.12. | Hintergrund: DAB+-Bundesmuxe in Bayern, Sachsen-Anhalt.
Zum Seitenanfang

16.12.2020 • Kabel: Bundeskabinett beschließt TKG-Novelle
Kabelanschluß Das Bundeswirtschafts- und das Bundesverkehrs-/digitalministerium verfolgen bringen den Vorschlag auf den Weg, Mieter von mit der Miete vereinbarten Telekommunikationskosten - darunter auch den Kabelgebühren („Nebenkostenprivileg“) - zu entlasten. Heute hat das Bundeskabinett eine entsprechende Novelle des Telkommunikationsgesetzes beschlossen. Sie soll im Sommer 2021 in Kraft treten.
Mieter „sollen zudem das Recht erhalten, diesen Anschluss nach einer zweijährigen Übergangsfrist für sich zu kündigen.“ Damit bestehe freie Wahl, ob der Kabelanschluß weiter genutzt werden solle oder nicht. „Dieses aus den 80er-Jahren stammende Relikt zur Ankurbelung der Kabelnetzversorgung hat heute seine Berechtigung verloren“, kommentiert das Kabinett.
Während Mieterverbände den Vorschlag begrüßten, wurde vom Vermieterverband ZIA und anderen Interessenten ein bedrohliches Szenario behauptet: Das Kabel käme die Mieter dann „bis zu 200 Euro pro Jahr teurer“.
Nachtrag : Die Drohung mit teureren Kabelkosten geht blauäugig davon aus, dass Mieter vom gemeinschaftlichen auf eigene Kabelverträge umsteigen. Die Frage ist aber, ob eine vorhandene Gebäudeverkabelung die Kanäle mehrerer Anbieter überhaupt transportieren kann. Entscheidend ist aber, dass viele Haushalte auf das angeblich so „kostengünstige“ Kabel verzichten können. Eine Alternative für viele Mieter ist DVB-T2 HD, wofür kein Wegezoll („Transportgebühr“ á la Kabel) fällig wird. In den meisten Wohnungen ist zudem das Telefonkabel vorhanden und wird bezahlt. Fernsehen kostet freilich extra.
Quelle: Presseinfo, Zusatzinfos des BMWi vom 16.12. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Rheinland-Pfalz; Small Scale DAB+.
Zum Seitenanfang

16.12.2020 • Digitalradio: Small Scale-Testplattform für Bad Kreuznach
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Das Bad Kreuznacher DAB+-Projekt mit kostengünstiger Open Digital Radio (ODR) Technik bekam von der Medienanstalt LMK eine neue Versuchslizenz. Ab dem 1. April kann es als Programmplattform über fünf Jahre als technischer Versuch fortgesetzt werden. Somit kann der Netzbetreiber Milling Broadcast zusätzlich zu Domradio Nahe, dem Lokalprogramm einer örtlichen christlichen Gemeinde, weitere Programme verpflichten.
Wie bisher wird vom Bad Kreuznacher Kuhberg gesendet. Der Block 12A ist für maximal 0,5 kW Sendeleistung koordiniert. Im Raum Bingen/Bad Kreuznach sollen rund 160.000 Einwohner indoor bzw. 220.000 Einwohner outdoor versorgt werden, heißt es.
Das Projekt ist mit Untersuchungen der Open Source-Software verbunden, die sich u.a. auf programmbegleitende Informationen, Klangverbesserungen und Kostensenkungen durch energieeffiziente Komponenten beziehen.
Domradio Nahe aus Bretzenheim bei Bad Kreuznach hatte sich seit 2015 um ein ODR-Sendekonzept bemüht und 2017/2018 zu einem von der Medienanstalt LMK geduldeten Versuchsbetrieb beigetragen. Ab April 2019 wurde der technische Versuch offiziell. An die Laufzeit von zwei Jahren schließt das neue Projekt an. Die LMK hatte bereits ab 2008 ODR-Projekte mit der Hochschule Kaiserslautern durchgeführt.
Quelle: Meldung von satnews vom 16.12. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Rheinland-Pfalz; Small Scale DAB+.
Zum Seitenanfang

16.12.2020 • Digitalradio: Krix.FM schaltet ab
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der insolvente Radioveranstalter Krix.FM hat jetzt offenbar auch seine letzte DAB+-Präsenz im Freiberger DAB+-Multiplex abgeschaltet. Das Programm verabschiedete sich am Wochende auf Facebook mit nebenstehender Grafik. Auch im Web bei radio.de gibt es kein Signal.
Der Veranstalter aus dem Ruhrgebiet hatte für eine (nach eigenen Worten „vorübergehende“) Abschaltung in Kiel, Lübeck und Bremen im Oktober sowohl „lizenzrechtliche als auch wirtschaftliche Gründe“ genannt. Zugleich beantragte der Veranstalter die Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Dortmund.
Spekuliert wurde, dass das Programm - abgesehen von den Finanzen - für die drei Stadtmuxe im Norden keine Zulassungen der Landesmedienanstalten hatte. Diese hatte es aber für den Stadtmux des sächsischen Freiberg, wo der Sendebetrieb noch weiter ging.
Quelle: Eigene Recherche, Facebook vom 12.12. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Sachsen.
Zum Seitenanfang

15.12.2020 • Digitalradio: Sylt-Ensemble sendet zwei Programme
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Lange herrschte Schweigen zum dritten lokalen Ensemble im Rahmen des Modellprojekts für Schleswig-Holstein. Heute nahm der Plattformbetreiber den Mux am Senderstandort Westerland/Sylt (Block 11D, 1 kW Sendeleistung) in Betrieb.
Wie das Unternehmen mitteilt, sind „zunächst“ nur Antenne Sylt und Nordseewelle aufgeschaltet. „Weitere Hörfunksender werden folgen.“ Damit sind auf der Ferieninsel derzeit 24 Programme über DAB+ zu empfangen.
Die Medienanstalt Hamburg Schleswig Holstein hatte drei regionale Modellversuche eingeleitet, die im Laufe von drei Jahren Erfahrungen mit DAB+ in Schleswig-Holstein bringen sollten - auch mit Blick auf kostengünstige Lösungen für die lokale Verbreitung von je maximal acht Programmen. Ende Januar 2020 startete der lokale Mux für Lübeck", im März folgte Kiel.
Quelle: Presseinfo von Media Broadcast vom 15.12. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Schleswig-Holstein.
Zum Seitenanfang

15.12.2020 • DVB-T2 HD: „Klare Sprache“ im NDR-Test in Hamburg
Noch bis zum 11. Januar bietet der NDR seinen DVB-T2 HD-Zuschauern in Hamburg an, sich am Test des neuen Ton-Verfahrens „Klare Sprache“ zu beteiligen. Dieser neue TV-Ton ist als zusätzliches Audiosignal für das Nord-Dritte im DVB-T2 HD-Kanal 40 der Hansestadt zu empfangen.
Hintergrund der gemeinsamen Entwicklung der ARD und des Fraunhofer IIS-Instituts sind viele Zuschauerbeschwerden über die Verständlichkeit der Sprache beim Fernsehen. Das neue Verfahren generiert in Echtzeit aus dem Fernsehton ein alternatives Audio-Signal, bei dem Musik und Hintergrundgeräusche zurückgenommen werden. So werden Dialoge besser verständlich. Für den NDR ist das - im Sinne seiner Zuschauer mit Hörminderungen - ein Beitrag zur Barrierefreiheit. Das in Hamburg präsentierte Verfahren sei Live einsetzbar und preiswert in der Umsetzung, heißt es weiter.
Ausprobieren kann man das im Sendegebiet, indem man mittels der Fernbedienung des Empfängers (TV oder Settopbox) „meist die dritte Tonspur anwählt“, so der NDR. Der NDR bittet um Rückmeldungen der Zuschauer, um das Ergebnis zu bewerten.
Derzeit testen der Bayerische Rundfunk und der WDR die Option Dialog+, wobei der Alternativton zur Sat-Verbreitung über HbbTV zugeschaltet wird. Die ARD-Anstalten wollen die Ergebnisse austauschen und diskutieren.
Der NDR will die „Klare Sprache“ über DVB-T2 HD und ab dem 2. Quartal 2021 seinen Zuschauern im gesamten Norden anbieten - und zwar nicht nur für das NDR-Dritte, sondern auch für DasErste.
Quelle: Presseinfo des NDR vom 15.12. | Hintergrund: DVB-T2 HD in Hamburg.
Zum Seitenanfang

15.12.2020 • Digitalradio: NDR bringt DAB+ bis an die Oder
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Morgen beendet der NDR die Erweiterung seiner DAB+-Sendenetze für dieses Jahr. Von den Senderstandorten Pasewalk-Ost (3,2 kW) und Ueckermünde (2 kW) aus wird im Block 11D der Nordosten von Mecklenburg-Vorpommern mit der Urlaubsinsel Usedom und der Umgebung von Pasewalk - einschließlich des Gebietes zwischen Altwarp, Gramzow, Krackow, Löcknitz, Strasburg und Wilhelmsburg und bis an die Oder - versorgt.
In Ferdinandshof, Ueckermünde, Eggesin, Torgelow und Pasewalk sind die acht NDR-Programme und Cosmo vom WDR indoor empfangbar. Zugleich ist jetzt auf der B110 zwischen Anklam und Swinemünde, der B 109 zwischen Ducherow und Göritz sowie der B104 zwischen Mildenitz und dem Grenzüberganng Richtung Stettin ein durchgehender DAB+ Empfang möglich.
Der NDR will sein Netz mit den NDR1-Regionalisierungen aus Hagenow und Neubrandenburg schon im Januar ausbauen: Vom brandenburgischen Senderstandort Casekow wird der Multiplex dann im Gleichwellenbetrieb nach Norden in Richtung Penkun, Storkow und Nadrensee ausgestrahlt. Im Laufe des Jahres 2021 sind Aufschaltungen des NDR-Ensembles auch für die Regionen in dem Bundesland Parchim, Malchin und Sternberg angekündigt.
Quelle: Presseinfo des NDR vom 15.12. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Schleswig-Holstein.
Zum Seitenanfang

15.12.2020 • Digitalradio: 17 Mio. DAB+-Radios sind in den Haushalten
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Vom hohen Informationsbedürfnis wegen der Corona-Krise profitiert das Radio generell. Das beeinflußt auch den Verkauf von DAB+-Produkten, stellt das Digitalradio Büro fest. „Seit Mai liegen die monatlichen Umsätze im DAB+ Segment um rund 25 Prozent höher als im Vorjahr“ teilt das Digitalradiobüro dazu unter Berufung auf die GfK-Marktforscher mit.
Der Empfängerbestand in den Privathaushalten sei in 2020 um 1,8 Mio. (2 Mio. inkl. Autos) auf 17 Mio. Stück gestiegen. Im Vergleich zu 2019 habe die Tagesreichweite der DAB+-Programme „relativ um rund 50 Prozent zugelegt“. Daher habe DAB+ das stärkste Wachstum der Radio-Verbreitungswege. Von den gegenwärtig rund 270 in den diversen DAB+-Regionen ausgestrahlten Programmen sind 70 exklusiv über DAB+zu hören, „was das verfügbare UKW-Angebot in den Bundesländern in den Schatten stellt“, so das Büro.
Zu den Perspektiven verweist das Büro u.a. auf die nächste Woche beginnende Pflicht zum Einbau von Digitaltunern in Auto- und anderen Radios und den weiteren Programmausbau im 2. Bundesmux.
Quelle: Presseinfo vom Digitalradio Büro vom 15.12. | Hintergrund: DAB+.
Zum Seitenanfang

14.12.2020 • Frankreich: SRG-Kanal mittels DVB-T für die Nachbarn
Laut einer Meldung wird derzeit am Schweizer Senderstandort Chasseral das französischsprachige SRG-Programm RTS1 mit DVB-T und in HDTV in den Kanälen 30 und 48 testweise ausgestrahlt.
Wie in vorherigen Fällen mit Blickrichtung Österreich nutzen ausländische Kabelnetzer einen juristischen Trick, um Programme der Schweizer SRG in ihren Netzen zu verwerten - obwohl DVB-T 2019 in der Schweiz wegen extrem geringer Nutzung abgeschaltet wurde. Hintergrund ist die europäische Bestimmung, dass terrestrisch empfangbare Programme in örtliche Kabelnetze eingespeist werden dürfen. Um das rechtssicher zu erreichen nehmen ausländische Kabelnetzer einzelne DVB-T Sendeanlagen im Grenzbebiet in Betrieb.
Quelle: Meldung von satnews vom 14.12. | Hintergrund: DVB-T in der Schweiz.
Zum Seitenanfang

13.12.2020 • Rundfunkbeitrag: Bremen und Saarland schalten sich ein
Beitragsservice In einer gemeinsamen Presseerklärung haben der Ministerpräsident des Saarlandes Tobias Hans (CDU) und der Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) die Landesregierung Sachsen-Anhalt in Sachen Rundfunkbeitrag scharf kritisiert. Desweiteren stellen sie fest, dass die Bundesländer nun in Haftung für den finanziellen Schaden der Sendeanstalten genommen werden könnten. Bovenschulte u.a. :
Das ist ein schwarzer Tag für die deutsche föderale Medienpolitik. (...) Gleiches gilt aber auch für die Trägerländer der Rundfunkanstalten. Wenn eine dem gesetzlichen Auftrag entsprechende Finanzierung der Anstalten nicht mehr gewährleistet ist, besteht für die Trägerländer die Gefahr, in Haftung genommen zu werden. Dies gilt in besonderen Maße für die kleinen Anstalten, für den Saarländischen Rundfunk und Radio Bremen. Aus diesem Grund hat Bremen sich entschlossen, die Klage der Anstalten im Eilverfahren durch eine eigene Prozessvertretung zu unterstützen.
Hans hebt hervor:
Mit diesem Vorgang ist in der föderalen Medienpolitik in Deutschland der Rubikon überschritten. Es bedarf nun dringend einer rechtlichen Klarstellung. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat seine Systemrelevanz und Bedeutung für unsere Demokratie gerade auch in der Corona-Krise erneut unter Beweis gestellt. Unabhängiger, vertrauenswürdiger und flächendeckender Journalismus war nie wichtiger als heute. Deshalb darf die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht zum parteipolitischen Zankapfel werden.
Beide Landesregierungen unterstützen also die Klagen der Sendeanstalten auch mit Blick auf den finanziellen Schaden, der ihnen und den anderen Bundesländern (die dem Staatsvertrag zugestimmt haben) droht. Außerdem sehen sie sich in besonderer Verantwortung: Radio Bremen und der Saarländische Rundfunk sind die kleinsten ARD-Anstalten und müssen von den „großen“ Sendern finanziell unterstützt werden, um ihre Aufgaben zu bewältigen. Auch dieser sogenannte Finanzausgleich wurde im Staatsvertrag neu - und zugunsten von SR und RB - geregelt. Die beiden Sender sind also doppelt geschädigt. Das sind Motive der beiden Landesregierungen, „beim Bundesverfassungsgericht gemeinsam Stellung (zu) nehmen.“
Quelle: Presseinfo von Bremen/Saarland vom 10.12. | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
Zum Seitenanfang

12.12.2020 • Rundfunkbeitrag: Auch ARD-Anstalten reichen Klage ein
Beitragsservice Auch die ARD-Anstalten haben noch am Freitag wie angekündigt Verfassungsbeschwerde gegen die Aussetzung der Beitragsanpassung eingereicht. Wie das ZDF haben sie das mit der Beantragung eines Eilverfahrens verbunden. Damit könnte das Gericht den von Sachsen-Anhalt blockierte 1. Medienänderungsstaatvertrag vorläufig und bis zum endgültigen Urteil in Kraft setzen. Wann eine Entscheidung erfolgt sei laut einem Gerichtssprecher nicht absehbar.
Der Klage werden gute Chancen eingeräumt, hatte das höchste deutsche Gericht doch bereits 2007 den Spielraum der Bundesländer, von der KEF-Empfehlung zur Beitragshöhe abzuweichen, deutlich eingeschränkt: „Die Festsetzung der Rundfunkgebühr muss frei von medienpolitischen Zwecksetzungen erfolgen.“
Im aktuellen Fall ging es noch nicht einmal um Medienpolitik, sondern ausschließlich um die Rettung der Landes-Koalition. Ein solcher Eingriff in den Rundfunk ist einmalig in der Nachkriegs-Geschichte.
Infolge der sachsen-anhaltinischen Politaktion wurde die erste Anpassung der Rundfunkbeitrages seit 2009 verhindert. Die KEF hatte eine Anhebung um 86 Cent auf monatlich 18,36 Euro empfohlen. Die Sachsen-Anhalt Koalition von CDU, SPD und Grünen hat zugleich gegen
Es ist die Verweigerung der Verantwortung in Sachsen-Anhalt aus minderen sachfremden Gründen (...) Da war der öffentlich-rechtliche Rundfunk als Ganzes (...)
nur ein Spielball.
(RBB-Intendantin Patricia Schlesinger am 11.12. im RBB-Inforadio.)
folgenden Grundsatz der Verfassung verstoßen: „Danach hat der Gesetzgeber sicherzustellen, dass die Gebührenfestsetzung die Rundfunkfreiheit nicht gefährdet und dazu beiträgt, dass die Rundfunkanstalten durch eine bedarfsgerechte Finanzierung ihren Funktionsauftrag erfüllen können.“
Nachtrag : Eine sehr interessante Zusammenfassung von Hintergrund-Infos zu der Debatte um den Rundfunkbeitrag (letztlich unabhängig vom aktuellen Streit) geben ein aktueller Bericht und der Jahres-Rückblick des MDR-Portals 360G Medien.
Quelle: Meldung von Infosat vom 11.12, Presseinfo des BVerfG vom 11.9.2007 | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
Zum Seitenanfang

12.12.2020 • Norwegen: Zweite nationale Bedeckung versteigert
DABplus-Logo Schriftzug In Norwegen ist ein zweiter nationaler DAB+-Multiplex in Vorbereitung. Vor wenigen Tagen ersteigerte das Unternehmen A-Media eine Lizenz bis zum 31. Dezember 2031.
A-Media muss mit dem Netzaufbau für den „Riksblokk II“ binnen Jahresfrist beginnen. die Frequenzplanung mit den Blocks 11A und 12A deckt über diese Versorgungsgebiete das gesamte Festland ab. Auflagen zur tatsächlichen Reichweite oder zum Charakter der der Programme hatte die Ausschreibung nicht enthalten. A-Media zahlte für die Lizenz 2,87 Mio. NOK (rund 268.010 Euro).
Norwegen ist weltweit das erste Land, das schon 2017 die nationale und regionale UKW-Verbreitung zugunsten von DAB+ beendete. Während im Riksblokk I derzeit 17 private Radios und drei Dienste landesweit senden, strukturierte das öffentlich-rechtliche NRK seine DAB+-Netze für sieben Regionen.
Quelle: Bericht von Medietilsynet vom 8.12. | Hintergrund: DAB+ international.
Zum Seitenanfang

11.12.2020 • Digitalradio: Radio FFH mit neuer Werbetechnik für DAB+
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Mit „Visual Spots“ will der hessische Privatsender DAB+ für Werbetreibende und Sponsoren interessanter machen. Die technische Novität kommt auf FFH Rock im Nord-/Osthessen-Mux (Block 6A) und später im Schwesterprogramm zum Einsatz Planet Radio BlackBeats..
Dort werden zur Zeit Audio-Spots zweier Autohändler mit der synchronen Einblendung des Händlerlogos auf dem Display von Autoradios ergänzt. „Durch die zusätzliche visuelle Komponente bleibt die Werbebotschaft besser im Gedächtnis“, erläutert FFH-Marketing-Chef Frank Schierholz.
Visual Radio basiert auf einer Software-Entwicklung der FFH-Gruppe. Dabei bringt die Anwendung „Webradio Composer“ neben der Playlist und Jingels auch die Visual Spots ins Sendesignal.
Quelle: Presseinfo von FFH am 11.12. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Hessen.
Zum Seitenanfang

11.12.2020 • Rundfunkbeitrag: ZDF reicht Klage und Eilverfahren ein
Beitragsservice Das ZDF hat die angekündigte Klage in Sachen Rundfunkbeitrag beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Das bestätigte ein Gerichtssprecher.
Die Klage wird durch einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung ergänzt. Dieses Eilverfahren soll schnell eine vorläufige Entscheidung herbeiführen. Dadurch könnte der 1. Medienänderungs-Staatsvertrag bis zum endgültigen Urteil in Kraft gesetzt werden. Dann würde die Erhöhung des Rundfunkbeitrages um 86 Cent auf 18,36 Euro monatlich vorläufig wirksam.
Von den Karlsruher Richtern ist im Hauptverfahren eine weitere Beurteilung zu erwarten, vor welchem Hintergrund die Bundesländer in die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender eingreifen dürfen. Das Gericht hatte bereits 2007 festgestellt, dass eine Kopplung der Beitragsfestlegung mit medienpolitischen Zielen verfassungswidrig ist.
Auch die ARD-Anstalten und Deutschlandradio werden das höchste deutsche Gericht anrufen. Sie sehen in der Entscheidung der Landesregierung Sachsen-Anhalts einen unzulässigen Eingriff in die vom Grundgesetz gegebene Bestands- und Entwicklungsgarantie für die Sendeanstalten.
Quelle: Meldung von Infosat vom 11.12 | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
Zum Seitenanfang

10.12.2020 • Digitalradio: Bundesmux 1 für die Region Oberpfalz
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Media Broadcast setzt den Ausbau für den 1. DAB+-Bundesmux fort. Der Sender Dillberg versorgt nun die Region Neumarkt in der Oberpfalz. Gesendet wird mit 10 kW Leistung im bundesweiten Block 5C.
Quelle: MB auf Twitter am 10.12. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Bayern; Bundesmuxe.
Zum Seitenanfang

10.12.2020 • Rundfunkbeitrag: Auch die Medienanstalten sind betroffen
Beitragsservice Die Medienanstalten Auch die Medienanstalten kritisieren die Entscheidung in Sachsen-Anhalt. Denn auch sie finanzieren sich wesentlich aus dem Rundfunkbeitrag. Dessen Anpassung hätte auch die „Kostensteigerungen bei den Medienanstalten berücksichtigt“.
Erst vor Kurzem hatten die Bundesländer im Medienstaatsvertrag die Aufgaben der Medienanstalten erweitert. Diese „müssen jetzt finanzbedingt Leistungen vor allem in ihren Förderbereichen überprüfen.“ Corona habe die Bedeutung unserer vielfältigen Medienlandschaft für die Demokratie gezeigt. „Für die Gewährleistung der Meinungsvielfalt und der Informationsqualität spielen der private und der öffentlich-rechtliche Rundfunk eine unverzichtbare Rolle.“ Das dürfe nicht gefährdet werden, indem eine Anpassung wegen der Kostensteigerungen unterbleibt.
Zusatzinfo : Die Landesmedienanstalten erhalten 1,8989 Prozent des Rundfunkbeitrages. Das ist ihre wichtigste Geldquelle. Vergleichsweise geringe Einnahmen kommen aus Gebühren, die sie z.B. für Zulassungen von Programmen erheben dürfen.
Quellen: Presseinfo der Medienanstalten vom 10.12. | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
Zum Seitenanfang

10.12.2020 • Digitalradio: TLM läßt Antenne-Ableger für Landes-DAB+ zu
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Die Medienanstalt TLM hat das Programm Antenne Thüringen Classics auf zehn Jahre für die kommende DAB+-Plattform in dem Bundesland zugelassen. Die Privatradiofamilie Antenne Thüringen will damit über 50-Jährige mit Musik aus den 80er- und 90er-Jahren ansprechen.
Die TLM wird den Zuweisungsbescheid (d.h. die Vergabe der konkreten Sendefrequenzen bzw. -kapazitäten) „nach Abschluss des noch andauernden telekommunikationsrechtlichen Zuteilungsverfahrens“ erteilen - d.h. sobald die Bundesnetzagentur Ressourcen für den Multiplex freigibt. Erst dann wird der Weg für den Sendebetrieb frei.
Als Plattformbetreiber des thüringischen Privatradio-Ensembles wurde Divicon Media ausgewählt. Auf die Ausschreibung hatten sich auch die Programmveranstalter Radio B2, EgoFM und Krix.fm gemeldet. Die Ausstrahlungen sollen zunächst in der Region Erfurt/Weimar beginnen. Der Ausbau des Sendenetzes soll „bedarfsorientiert“ erfolgen.
Quelle: Presseinfo der TLM vom 9.12. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Thüringen.
Zum Seitenanfang

9.12.2020 • Digitalradio: Media Broadcast setzt Netzaufbau fort
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Media Broadcast hat heute den Schluß der diesjährigen Ausbauplanung für den zweiten Bundesmux gesetzt. Im Rheinland-Pfalz Block 9B gingen Sendeanlagen für Trier und auf dem Bornberg für die Nordpfalz ans Netz. Die erste Ausbauphase mit 71 Standorten soll im Januar mit Molbergen (Niedersachsen) fortgesetzt und im April mit Schwerin komplettiert werden.
Erst am Beginn ist die Jahresabschlußkampagne für den 1. Bundesmux. Wismar ging heute als erster von 7 neuen Senderstandorten auf Sendung.
Quellen: MB zum Bundesmux 2, Bundesmux 1 vom 8.12. (Twitter)
Hintergrund: DAB+, Privatradios in Rheinland-Pfalz; Bundesmuxe.
Zum Seitenanfang

9.12.2020 • Digitalradio: Nostalgie und Test SLS nach Test abgeschaltet
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Die Verbreitung des Energy-Ablegers Nostalgie und eines Datenkanals Test SLS im Bundesmux 2 erweist sich als kurzzeitiger Test. Der offzielle Start des Programms wird für den 4. Januar avisiert.
Quelle: Eigene Recherche | Hintergrund: DAB+-Bundesmux - Programme, Basisinfos.
Zum Seitenanfang

9.12.2020 • Rundfunkbeitrag: Das Bundesverfassungsgericht entscheidet
Beitragsservice Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten werden wegen der von der Regierungskoalition Sachsen-Anhalt verhinderten Anpassung des Rundfunkbeitrages das Bundesverfassungsgericht anrufen. Das bestätigten der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow und die Intendanten Thomas Bellut (ZDF) und Stefan Raue (Deutschlandradio) noch gestern abend. In Presseerklärungen verwiesen sie auf den verfassungsrechtlichen Hintergrund und die Auswirkungen der bis zum Urteil wegfallenden Mehreinnahmen. Sie erklärten u.a.:
Wie der Beitrag festgelegt wird, haben alle Bundesländer vereinbart - auch Sachsen-Anhalt. Thomas Bellut weiter: „Das soll die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Anstalten sicherstellen, insbesondere auch in der politischen Berichterstattung. Die Beitragsanpassung ist jetzt in Sachsen-Anhalt zu einem politischen Streitthema geworden.“
In Sachsen-Anhalt „wurde die Beitragsdiskussion mit der Auftragsfrage völlig vermischt, was wir nach der bisherigen Rechtsprechung als unzulässig betrachten“, so Tom Buhrow. „Weder Sachargumente noch die unabhängige Empfehlung der KEF spielten eine Rolle. Ohne die ausreichende, unabhängig ermittelte Finanzierung wird das Programmangebot, das in allen Regionen Deutschlands verwurzelt ist, darunter leiden.“
Die ARD erinnert an das Grundrecht der Rundfunkfreiheit. Die KEF stelle die Finanzierung der Sender unabhängig von der Politik sicher. Der Politik sind enge Grenzen gesetzt, wenn sie von der KEF-Empfehlung abweichen will.
Das Verfassungsgericht hat mehrfach die Rolle des Staats und dessen Grenzen gegenüber dem Rundfunk klar gemacht. Die von der KEF empfohlene Erhöhung um 86 Cent „ist für Deutschlandradio erforderlich, damit wir unseren staatsvertraglich vorgegebenen Programmauftrag in vollem Umfang erfüllen können. Schon jetzt müssen wir einen strikten Sparkurs verfolgen, um mit unseren Angeboten auch in der digitalen Welt sichtbar zu sein“, stellt Stefan Raue fest. „Ein Ausbleiben der Erhöhung würde sich daher unweigerlich auf die Programmgestaltung auswirken.“
Quellen: Presseinfos von ARD, ZDF, D-Radio vom 8.12. | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
Zum Seitenanfang

9.12.2020 • Tschechien: Antenne dominiert die TV-Verbreitung
Genutzt von 55 Prozent der Haushalte ist die Terrestrik der wichtigste Fernseh-Verbreitungsweg in Tschechien. Das teilt der Sendenetzer CRa auf Grundlage von Zahlen der Marktforschung Nielsen mit. Damit blieb die Nutzung seit Beginn des Übergangs auf DVB-T2 vor einem Jahr stabil.
Trotz mehrmonatiger Verschiebungen durch Corona habe die Antenne ihre Marktposition behauptet, so CRa-Chef Vit Vazan. Dazu hätten auch die Vorteile der neuen Technik - HDTV und die Verbindung ins Internet mit HbbTV - beigetragen.
CRa hatte die Umstellung der Sendetechnik am 29. Oktober, nach 11 Monaten, beendet. Direkt betroffen waren 2,5 MNio. Haushalte. Das Sendenetz von CRa versorgt mit 78 Sendeanlagen und 163 Repeatern rund 99 Prozent der Haushalte.
Quelle: Bericht von broadbandtvnews vom 4.12.
Zum Seitenanfang

8.12.2020 • Rundfunkbeitrag: Koalition kippt Erhöhung - AfD gewinnt
Beitragsservice Die Landesregierung Sachsen-Anhalts hat die Gesetzesvorlage zum 1. Medienänderungsstaatsvertrag zurückgezogen. Die weitere parlamentarische Behandlung entfällt damit. Infolgedessen fehlt die Zustimmung eines der 16 Bundesländer zur Erhöhung des Rundfunkbeitrages, die damit gescheitert ist und nicht am 1. Januar wirksam werden kann.
Die AfD hat somit ihr Ziel erreicht, die Erhöhung des Rundfunkbeitrags zu verhindern - und musste sich dafür noch nicht einmal die Hände schmutzig machen. Die CDU-Populisten wurden dabei durch ihre Koalitionspartner von SPD und Grünen flankiert.
Ministerpräsident Haseloff (CDU) lässt sich nun als Retter der Koalition feiern. SPD und Grüne hätten dem aus staatspolitischen Gründen zugestimmt, wird weiter gemeldet. Auch wenn das ein schlechter Tag für die Medienpolitik in Deutschland sei. Die Koalition sei gefestigt und könne die Legislaturperiode beenden. Am 6. Juni wird in Sachsen-Anhalt gewählt.
Nun will Sachsen-Anhalt offenbar eine neue Berechnung der Beitragshöhe erzwingen - also einen neuen Staatsvertrag verhandeln. Die Vorsitzenden der Koalitionsfraktionen hätten gefordert, „dass in die weiteren Überlegungen der Länder die Folgen der Corona-Pandemie für Rundfunkanstalten und Beitragszahler einbezogen werden sollten“. Dieses Verfahren dürfte mindestens zwei Jahre dauern und gegensätzliche Positionen über die Rolle und die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht ändern.
Deutlich wird, dass der Erhalt der Koalition über eine Entscheidung zur auskömmlichen Finanzierung der ARD-Anstalten, des ZDF und des Deutschlandradios in den nächsten vier Jahren gestellt wurde. Dieser machtpolitische Opportunismus dürfte Grund genug sein, die erste Erhöhung des Rundfunkbeitrages mit Hilfe des Bundesverfassungsgerichts durchzusetzen. „Die Festsetzung der Rundfunkgebühr (heute: Rundfunkbeitrag, dehnmedia) muss frei von medienpolitischen Zwecksetzungen erfolgen“, hatte das Bundesverfassungsgericht 2007 festgestellt. Schwarz-rot-grün in Sachsen-Anhalt haben medienpolitische durch eine machtpolitische Zwecksetzung pervertiert.
Nachtrag : Die SPD freut sich, Haseloff geholfen zu haben, die gemeinsame Abstimmung von AfD und CDU zu verhindern - und weitere aktuelle Statements beim MDR.
Quelle: Presseinfo der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt vom 8.12. | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
Zum Seitenanfang

8.12.2020 • Rundfunkbeitrag: MDR fordert auskömmliche Finanzierung
Beitragsservice Wenn die Erhöhung des Rundfunkbeitrages scheitert, wird der MDR dagegen vor dem Bundesverfassungsgericht klagen. Das kündigte MDR-Intendantin Karola Wille an. Zugleich appelliere sie an die Landtags-Abgeordneten von Sachsen-Anhalt, dem 1. Medienänderungsstaatsvertrag zuzustimmen.
Ohne die Erhöhung ist „die bedarfsauftragsgerechte Finanzierung des öffentlichen Rundfunks nicht mehr gesichert“, so Wille vor dem MDR-Rundfunkrat. „Dann sind die Rundfunkanstalten in ihren Grundrechten beschwert, das heißt in ihren Grundrechtsbereich wird eingegriffen.“ Wer die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Frage stelle, spiele denen in die Hände, „die an der Unabhängigkeit der Rundfunkanstalten zweifeln“.
Verhindert die CDU/AFD-Allianz in Sachsen-Anhalt die Erhöhung, habe allein der MDR einen Fehlbetrag von 165 Millionen Euro zu erwarten. Die KEF habe die Erhöhung um 86 Cent auf 18,36 Euro errechnet, um die zwischen 2021 und 2024 drohende Finanzlücke von 1,5 Mrd. zu schließen. Das Scheitern würde die ostdeutschen Sender besonders treffen, weil der Kostendruck dort ohnehin schon hoch sei, so Wille. Selbst unter Einbeziehung der Erhöhung planen u.a. RBB, SWR und MDR 2021 mit Fehlbeträgen.
Die letzten Entscheidungen werden in den Landtagen Sachsen-Anhalt und Thüringen kurz vor den Feiertagen erwartet. Dem Staatsvertrag müssen alle 16 Landesparlamente zustimmen. Ein Landtag kann das Inkrafttreten daher verhindern, unter bestimmten Umständen sogar eine einzige Oppositionsfraktion.
Quelle: Bericht von DF vom 8.12. | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
Zum Seitenanfang

8.12.2020 • Rundfunkbeitrag: SR ohne Erhöhung „existenziell bedroht“
Beitragsservice Ohne die Erhöhung des Rundfunkbeitrages und die von den 16 Bundesländern ebenfalls im 1. Medienänderungsstaatsvertrag vereinbarten Änderungen im Finanzausgleich der ARD-Anstalten „ist der SR existenziell bedroht; dies hätte auch nachhaltige Auswirkungen für das gesamte öffentlich-rechtliche Rundfunksystem“, so der Vorsitzende des Verwaltungsrats des Saarländischen Rundfunks, Michael Burkert.
SR-Intendant Thomas Kleist zum Hintergrund: „Die Einnahmen des SR sind seit dem Jahr 2000 nur um etwa acht Prozent angestiegen und liegen damit rund 25 Prozent unter dem allgemeinen Lebenshaltungsindex. Was dies für ein Medienunternehmen und seine Belegschaft bedeutet, liegt auf der Hand.“ Der Finanzausgleich betrifft die finanzielle Unterstützung der großen ARD-Anstalten für den SR und Radio Bremen, die künftig steigen soll.
Randbemerkung : Für manche Parlamentarier bedeuten die steigenden Lebenshaltungskosten nicht soviel. Nicht nur in Sachsen-Anhalt haben die Abgeordneten jährliche automatische Erhöhungen ihrer Diäten beschlossen.
Quelle: Bericht von infosat vom 8.12. | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
Zum Seitenanfang

8.12.2020 • Digitalradio: NDR schaltet DAB+-Ensemble in Mölln auf
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der NDR hat die erste Ankündigung der gestrigen Information über den Ausbau des Sendenetzes bereits umgesetzt: Heute wird ein DAB+-Sender für das Herzogtum Lauenburg in Betrieb genommen.
Vom Standort Mölln aus verbreitet der NDR mit 5 kW Leistung seinen Schleswig-Holstein Mux im Block 9A - im Gleichwellenbetrieb mit Lübeck-Stockelsdorf. Inhouse versorgt, so der NDR, werden das Gebiet zwischen Ratzeburg, Gudow, Büchen, Schwarzenbek und Trittau sowie die südlich davon gelegene Region bis Geesthacht und Lauenburg sowie die A24 im Bereich zwischen den Anschlußstellen Talkau und Zarrentin. Im Bereich Geesthacht/Lauenburg sei seit Juli auch das Niedersachsen-Ensemble vom Standort Dannenberg aus empfangbar.
Unter der Bezeichnung Mölln wird der etwas von dem Ort entfernte 176 Meter hohe Stahlfachwerkmast bei Fuhlenhagen geführt. Der NDR nutzte ihn bisher für UKW-Sendungen, früher auch für DVB-T und analoges Fernsehen.
Quellen: NDR-Info, Wikipedia zum Sender Mölln | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Schleswig-Holstein.
Zum Seitenanfang

7.12.2020 • Digitalradio: NDR ändert für 2020 und plant für 2021
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der NDR, öffentlich-rechtlicher Sender für Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg, macht auf seiner Website mit dem aktuellen Stand zum Ausbau seiner DAB+-Sendenetze bis Ende 2021 bekannt. Die klickbare Grafik visualisiert den gegenwaärtigen Stand der Planungen. Der Ausbau werde 2022 fortgesetzt, heißt es weiter. Vorgesehen sind nach derzeitiger Planung:
Dezember 2020: Herzogtum Lauenburg mit Mölln, Schwarzenbek, Geesthacht (Schleswig-Holstein).
Uecker Randow mit Pasewalk, Eggesin, Ueckermünde (Mecklenburg-Vorpommern).
Januar 2021: Uecker Randow Süd mit Penkun, Storkow, Nadrensee (Mecklenburg-Vorpommern).
Region Neumünster (Schleswig-Holstein).
Frühjahr 2021: Parchim mit Lübz und Grabow (Mecklenburg-Vorpommern).
Sommer 2021: Weserbergland-Süd mit Polle, Holzminden, Boffzen, Uslar (Niedersachsen).
Ostholstein mit Ahrensbök, Eutin, Oldenburg i.H., Burg auf Fehmarn (Schleswig-Holstein).
Bremen-Ost mit Osterholz-Scharmbeck, Oyten, Achim, Syke (Niedersachsen).
Südharz mit Bad Sachsa, Bad Lauterberg, Herzberg a. Harz (Niedersachsen).
Herbst 2021: Nordharz mit Langelsheim, Goslar, Bad Harzburg, Vienenburg (Niedersachsen).
Malchin mit Teterow, Thürkow, Neukalen, Stavenhagen (Mecklenburg-Vorpommern).
Ende 2021: Bad Segeberg (Schleswig-Holstein).
Sternberg mit Dabel (Mecklenburg-Vorpommern).
Quelle: DAB+-Seiten des NDR | Hintergrund: DAB+ in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein.
Zum Seitenanfang

7.12.2020 • Digitalradio: Nostalgie auf Sendung / Test SLS on air
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Im zweiten DAB+-Bundesmux finden sich seit heute zwei neue Kennungen: Nostalgie und Test SLS. Die Energy-Gruppe hat also den ursprünglich für Januar avisierten Start um drei Wochen vorgezogen. Es ist das zehnte aktive Programm im Paket von Antenne Deutschland; der offizielle Startschuß soll im Januar erfolgen.
Das nach Energy Digital (seit 2011 im Bundesmux1) zweiten nationalen Programms des Konzerns basiert auf einer bereits in anderen Ländern genutzten Marke. Laut dem Anbieter richtet sich Nostalgie an die „Altersgruppe bis 59 Jahre, wobei die Kernzielgruppe zwischen 35 und 49 Jahre liegt“. Auch regional zeigt man - in Bremen, Leipzig, München, Nürnberg und demnächst in Berlin - digitale Flagge auf DAB+. Deutschland-Chef Olaf Hopp setzt auf DAB+ als „Hörfunk-Übertragungstechnologie der Zukunft“, die „UKW in den kommenden Jahren sukzessive ablösen“ wird.
Es handelt sich nach Absolut Oldie und 80s80s zugleich um das dritte Programm im Ensemble von Antenne Deutschland, das um Musik aus dem späten 20. Jahrhundert herum konzipiert ist.
Heute morgen fand sich ebenfalls die neue Kennung Test SLS. Das ist offenbar ein Datenkanal - jedoch ohne hör- oder sichtbaren Inhalt.
Quelle: Eigene Recherche | Hintergrund: DAB+-Bundesmux - Programme, Basisinfos.
Zum Seitenanfang

7.12.2020 • Digitalradio: Änderungen im Berliner DAB+-Ensemble
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Heute wurde das Programm nice-mix.de durch MegaradioMix ersetzt; ein Suchlauf kann erforderlich sein. Das Programm war zuvor an den Augsburger Anbieter Megaradio verkauft worden, so dass eine Ausschreibung erforderlich wurde.
In deren Ergebnis entschied der Medienrat der MABB Anfang November u.a. zugunsten von Megaradio Mix. Dessen Veranstalter gab zugleich die Zuweisung für sein Projekt Megaradio Berlin zurück. Gleichwohl wird diese Bezeichnung samt Logo und eine auf Nice passende Programmbeschreibung für das Streaming des Nachfolgers benutzt (Grafik klickbar). Megaradio zog zugleich den Antrag für ein Berliner Fußballradio zurück.
In und um die Hauptstadt werden weitere Veränderungen erwartet, jedoch sind Termine nicht bekannt. Der MABB-Medienrat hatte den Wechsel von Radio Paradiso aus dem Brandenburger (Block 12D) in den Berliner DAB+-Mux (Block 7B) befürwortet. Dafür müsste allerdings Top100Station seine Ankündigung umsetzen und aus DAB+ aussteigen. Wann das geschieht werde zwischen dem Sender, der MABB und dem Netzbetreiber verhandelt, teilte die MABB kürzlich auf Anfrage von dehnmedia mit.
Ebenfalls offen ist, wann die Berliner Energy-Welle im Block 12D zugeschaltet wird. Sind die genannten Änderungen vollzogen, ist das Berliner Ensemble mit 16 Programmen komplett besetzt. Im Zweiländer-Mux könnten zwei freie Plätze ausgeschrieben werden.
Quelle: Eigene Recherche, Megaradio Berlin bei radio.de | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Berlin.
Zum Seitenanfang

7.12.2020 • Rundfunkbeitrag: Thüringen-CDU sieht noch offene Fragen
Beitragsservice Auch in Thüringen scheint die CDU-Landtagsfraktion eine Entscheidung zur Beitragserhöhung zu verzögern. Nach einer Anhörung im Landtagsausschuß gebe es noch offene Fragen, wird der CDU-Abgeordnete Christian Herrgott zitiert. Die Beschlußvorlage soll daher erst am 11. Dezember den Ausschuß passieren; das Landtagsplenum würde zwischen dem 16. und 18. Dezember abstimmen.
Eine Allianz der CDU mit der AFD (wie von der CDU-Fraktion Sachsen-Anhalt betrieben) wäre nicht nur eine Wiederaufnahme der Schmierenkomödie der letzten Ministerpräsidentenwahl. Jedoch würden deren Stimmen nicht reichen, wenn Linke, SPD, Grüne und FDP für den Staatsvertrag stimmen.
Quelle: Bericht von DF vom 4.12.; Wikipedia: Landtag Thüringen | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
Zum Seitenanfang

4.12.2020 • Digitalradio: LMS und Divicon geben den Saarland-Mux auf
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Die Medienanstalt Saarland (LMS) und der Plattform-Dienstleister Divicon Media stimmen in der Einschätzung überein, „dass die Voraussetzungen für eine wirtschaftlich tragfähige Realisierung derzeit nicht gegeben sind“. Das teilt die LMS von ihrer Medienrats-Sitzung mit.
„Die Hauptgründe liegen in der Inbetriebnahme eines 2. bundesweiten privaten DAB+-Multiplexes und insbesondere in den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für private Radioveranstalter“, wird dazu mitgeteilt. Divicon Media habe daher auf die im September 2019 ergangene Zuweisung verzichtet. Beide Seiten erklären jedoch „ihr fortdauerndes gemeinsames Interesse an der Digitalisierung der privaten Rundfunkübertragung im Saarland“.
Die LMS hat zugleich die Präsenz von Radio Salü im DAB+-Mux des SR (Block 9A) nochmals verlängert - wiederum „bis zur Inbetriebnahme eines privaten DAB+-Multiplexes, längstens bis zum 31. Dezember 2021“.
Nachtrag : Der Saarbrücker Sender und seine Digitalhörerschaft bleiben sich also erstmals erhalten. Dass ein Jahr ausreichen soll, um noch einmal einen Privatmux in Ganz zu bringen, erscheint unwahrscheinlich. Die finanziellen Schwierigkeiten des Saarmux-Projektes sind allerdings seit mehr als einem Jahr bekannt. So konnte Divicon Media binnen etwa vier Monaten nach der Zuweisung und trotz Fristverlängerungen keine Verträge mit interessierten Radiosendern vorlegen, die einen wirtschaftlichen Betrieb des Muxes ermöglicht hätten.
Quelle: Presseinfo der LM Saar vom 4.12. | Hintergrund: DAB+, Privatradios im Saarland.
Zum Seitenanfang

4.12.2020 • Digitalradio: DAB+ für den Raum Ravensburg
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Baden-Württemberg Der SWR setzt seine angekündigte Ausbaubplanung fort: Am Donnerstag wird der DAB+-Multiplex der Sendeanstalt für den Süden Baden-Württembergs (Block 8A) am Standort Ravensburg-Höchsten aufgeschaltet, teilt der SWR online mit.
Damit verbessert sich laut SWR die DAB+ Versorgung in den Landkreisen Sigmaringen (Sigmaringen, Pfullendorf, Mengen), Biberach (Riedlingen), Konstanz (Stockach), dem Bodenseekreis (Überlingen, Salem) und dem westlichen Kreis Ravensburg.
Wie der Internet-Info weiter zu entnehmen ist, handelt es sich um die letzte Aufschaltung in dem Bundesland in diesem Jahr. Die angekündigte Ausbau auf Herbrechtingen wurde auf 2021 verschoben. Weiterhin angekündigt sind nach wie vor Konstanz, Mannheim, Rottweil und Waldstetten Gmünd.
Baden-Württemberg Nachtrag : Inzwischen scheint auch für Rheinland-Pfalz fest zu stehen, dass die Aufschaltungen für dieses Jahr beendet sind. Im 1. Quartal 2021 ist zunächst Niedersgegen avisiert. Ahrweiler, Bleialf, Kirn, die Hohe Derst, Muderbach und das Obere Ahrtal sowie Daleiden (dort Q2 oder Q3) sollen folgen.
Quelle: Website des SWR vom 4.12. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Baden-Württemberg.
Zum Seitenanfang

4.12.2020 • Fernsehton: BR testet Verfahren für bessere Verständlichkeit
Sat-Schüssel HbbTV Mit dem Pilotprojekt Dialog+ will der Bayerische Rundfunk die Tonverständlichkeit im Fernsehen verbessern. Zuschauer können auf eine Tonspur mit reduzierten Hintergrundgeräuschen wechseln, teilt der BR mit.
Dazu wird aus der Originalmischung mittels eines speziellen Algorithmus automatisch eine Dialog+-Tonfassung durch Dialogseparation erzeugt. Das wurde mit dem Institut für Rundfunktechnik und dem Fraunhofer IIS entwickelt. Mehrere Verfahren wurden im Vorfeld durch Hörtest mit Profis und Laien auf Wirksamkeit untersucht.
Nutzen kann Dialog+, wer den BR via Satellit empfängt, ein für HbbTV Version 2 geeignetes SmartTV besitzt und das Gerät mit dem Internet verbunden hat. Dann findet sich in der HbbTV-Startleiste des BR-Programms das zusätzliche Dialogfeld BR Dialog+. Die erste Sendung ist eine Naturdoku am 5. Dezember um 13.30 Uhr; eine weitere Doku folgt am 12. Dezember um 10 Uhr. Zudem wird die Sendereihe Natur exclusiv (samstags, 16.15 Uhr) einbezogen.
Ein weiteres BR-Projekt für Barrierefreiheit gilt einer zuschaltbaren Audiodeskription, die freitags ab 20.15 Uhr für Hubert und Staller gesendet wird.
Quelle: Presseinfo des BR vom 4.12.
Zum Seitenanfang

4.12.2020 • Rundfunkbeitrag: SWR will digitale Inhalte stärken
Beitragsservice Auch der SWR plant 2021 mit einem Bilanzverlust. Hintergrund sind Faktoren, die der Sender nicht beeinflussen kann. Dazu gehört die Abrechnungsweise nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG). Daher weist die offizielle Bilanz bei Einnahmen von 1,256 Mrd. Euro und Ausgaben von 1,405 Mrd. Euro einen Verlust von 149 Mio. Euro aus. Gemessen an den tatsächlich erwarteten Einnahmen und Ausgaben liegt das Minus bei nur 60 Mio. Euro, die aus Liquiditätsreserven bestritten werden.
Trotz der schwierigen finanziellen Situation plane der SWR „bewusst höhere Aufwendungen ein, um im Digitalen noch stärker zu werden“. Das begründete Intendant Kai Gniffke mit der Aufgabe, „die Akzeptanz bei den Jüngeren unserer Gesellschaft aus(zu)bauen, ohne unser bisheriges Publikum zu verlieren“.
Quelle: Presseinfo des SWR vom 4.12.; Handelsblatt und Verdi 2001 zur Fusion | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
Zum Seitenanfang

4.12.2020 • Digitalradio: Neuer Betreiber optimiert Sendenetz
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Baden-Württemberg On Air Support, der neue Betreiber des DAB+-Multiplexes der Privatradios für Baden-Württemberg, hat nach Übernahme der Betriebsverantwortung, vier erste eigene Sendeanlagen in Betrieb genommen. Dort habe die Bundesnetzagentur kurzfristig auch höhere Sendeleistungen ermöglicht. Die 20 Jahre alten Anlagen an den Standorten Geislingen-Oberböhringen, Schömberg-Langenbrand, Ulm-Kuhberg und Heilbronn-Schweinsberg wurden ausgetauscht. Die weiteren sieben Sendeanlagen bleiben, teils als Übergangslösung mit dem bisherigen Betreibern, in Betrieb.
Als nächste Massnahmen kündigt das Unternehmen Neuausstattungen und Leistungserhöhungen der Sendeanlagen Freiburg-Schönberg, Baden-Baden Merkur, Lahr und Oberachern an. Dadurch und durch neue Standorte „in Richtung Bodensee und Ostwürttemberg soll in den kommenden Jahren die technische Reichweite“ der Privatradios erhöht werden.
Der Neueinsteiger mit den Fachleuten Markus Bresch, Frank Lowas und Christian Weinhold sieht sich als Unterstützer der Nachhaltigkeit. Neueste Technik und ein Energiemix aus Ökostrom und regenerativen Energien aus dem Schwarzwald spare CO2, Technik aus der Region Transportwege und Verpackung.
Seit April 2012 gab es keine Erweiterungen des Sendegebietes, für das mit Ausnahme von Stuttgart mit geringster Leistung gesendet wurde. Im April 2019 hatte die Medienanstalt LfK einen neuen Netzbetreiber mit der Bemerkung angekündigt, dieser werde das Netz optimieren und ausbauen. Als Netzbetreiber fungierte bis zum 30. November Digitalradio Südwest, ein Venture von SWR und Media Broadcast.
Quelle: Presseinfo von On Air Support vom 4.12. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Baden-Württemberg.
Zum Seitenanfang

3.12.2020 • Rundfunkbeitrag: RBB plant 2021 mit hohem Fehlbetrag
Beitragsservice Auch mit der umstrittenen Beitragserhöhung könnte der RBB 2021 seine Aufgaben nicht voll finanzieren. Das operative Ergebnis von minus 33,1 Mio. Euro erhöht sich buchhalterisch auf 90,8 Mio. Euro.
Das ergibt sich aus dem Wirtschaftsplan für 2021, den der Rundfunkrat verabschiedet hat. 472,9 Mio. Euro Einnahmen stehen 563,7 Mio. Euro Ausgaben gegenüber. Ein großer Teil des Defizits entsteht durch Verpflichtungen zur Altersversorgung ehemaliger Mitarbeiter, die um gut 10 Mio. Euro steigen und von Niedrigzinsen begleitet sind. Die geringen Zinsen beeinflußten auch die Erträge aus Anlagen; dazu kommt die unter dem Einfluß von Corona von 4,4 auf 2,0 Mio. Euro gefallenen Werbeeinnahmen. Der Fehlbetrag wird zum Teil durch die Entnahme von 10,5 Mio. Euro aus der Rücklage ausgeglichen. Weitere knapp 11 Mio. Euro werden im Programmbereich eingespart. „Da die erwartete Beitragserhöhung die tarif- und inflationsbedingten Steigerungen in der kommenden Beitragsperiode nicht vollumfänglich abdecken kann, waren diese Einsparmaßnahmen unumgänglich“, teilt der Sender mit.
Für den RBB als eine kleinere der neun ARD-Anstalten bringt die Beitragserhöhung, wie z.B. für MDR und NDR, keine spürbare finanzielle Entlastung.
Übrigens : Der RBB hat für 2021 1.466 Planstellen. Der Vorläufer SFB hatte in den 1980er Jahren gut 1.400 Planstellen, die in den 1990er Jahren von 1.300 auf 1.050 reduziert wurden. Der ORB brachte 640 Planstellen mit. Seither hat der RBB also mehr als 220 Stellen gestrichen.
Quelle: Presseinfo des RBB vom 1.12.; Handelsblatt und Verdi 2001 zur Fusion | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
Zum Seitenanfang

2.12.2020 • Digitalradio: Bundesmux 2 jetzt auch im Raum Bamberg
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Wie angekündigt setzt Media Broadcast den Netzaufbau für den zweiten Bundesmux fort. Heute ging der Sender Bamberg (Geisberg) in Betrieb. Gesendet wird im Block 5D mit 10 kW Sendeleistung.
Quelle: Media Broadcast 2.12. (Twitter)| Hintergrund: DAB+, Privatradios in Bayern.
Zum Seitenanfang

2.12.2020 • Digitalradio: Neuer Landesmux statt DAB+-Partnerschaft?
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 In Bayern könnte sich mittelfristig ein Ende der Partnerschaft des Bayerischen Rundfunks mit der Medienanstalt BLM abzeichnen. Wie eine Sprecherin der BLM auf Anfrage von dehnmedia bestätigte, werden derzeit Stellungnahmen zu einem landesweiten DAB+-Privatmux bei „allen relevanten Verbänden“ abgefragt. Der Text werde jedoch nicht veröffentlicht. Gleichwohl sind einige Informationen „durchgesickert“.
Demnach werden in einem ersten Schritt bis zum 18. Dezember Äußerungen erwartet, die den Umfang eines möglichen Bedarfes erkennen lassen. Danach werde die BLM entscheiden, ob ein weiteres Sendenetz benötigt wird. Dem folge eine weitere detaillierte Befragung. Erst danach sollen offenbar Entscheidungen der BLM erfolgen, die im letzten Schritt eine Ausschreibung nach sich ziehen.
Laut den vorliegenden Informationen könnte ein neuer Landesmux mit erhöhtem Fehlerschutz und einer Regeldatenrate von 80 kbit/s für Stereosender betrieben werden, um Senderstandorte und damit Kosten sparen. Im 2029 abzuschließenden Endausbau mit mindestens zehn Programme rechnet die BLM mit jährlichen Kosten von unverbindlich rund 500.000 Euro je Station.
Für einen weiteren Landesmux wird um den bereits früher von Privatradios genutzten Block 10D spekuliert. Dieser ist derzeit noch mit mehr als 40 Standorten in der Liste der Bundesnetzagentur verzeichnet.
In Bayern haben die BLM und der Bayerische Rundfunk eine deutschlandweit einmalige Public-Private-Partnerschaft vereinbart, wodurch die inzwischen fast alle UKW-Lokalradios und weitere Webradios auf DAB+ vertreten sind. Einen Programmplatz im landesweiten BR-Mux nutzt - zumindest auf Zeit - Antenne Bayern. Die sechs regionalen BR-Muxe ergeben zusammen eine zweite landesweite Bedeckung. Dort sind Radio Teddy, EgoFM, Absolut Hot und Rockantenne vertreten. Die Wellen von Antenne und Absolut werden in den Bayern-Muxen früher oder später zugunsten des Bundesmux2 abschalten. Dann wären drei Plätze in gut ausgebauten landesweiten Netzen vakant.
Kommentar : Ob sich bei einem Ausstieg aller landesweiten Privatradios die Regionalisierung für den BR noch lohnt, ist eine andere Frage. Andererseits könnte sich ein zusätzlicher landesweiter Bedarf aus dem Interesse von Programmveranstaltern ergeben, die eine deutschlandweite Verbreitung anstreben, aber in den beiden nationalen Muxen nicht vertreten sind.
Quelle: Meldungen von radioszene, satnews vom 1.12. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Bayern.
Zum Seitenanfang

1.12.2020 • Rundfunkbeitrag: Koalition oder Beitrag?
Beitragsservice Die drei Koalitions-Streithähne der Landesregierung Sachsen-Anhalts konnten sich heute in mehrstündigen Gesprächen nicht auf ein gemeisames Vorgehen bei der Erhöhung des Rundfunkbeitrages einigen. Damit steht die Erhöhung steht weiter auf der Kippe - ebenso wie der Bestand der schwarzrotgrünen Kenia-Koalition in dem Bundesland.
Die Sitzung des Medienausschusses, der eine Vorlage für das Landtags-Plenum erarbeiten soll, wird von morgen um eine Woche verschoben, sofern die CDU-Fraktion zustimmt. SPD und Grüne, die Regierungspartnern der CDU, haben jetzt vorgeschlagen, die Zustimmung zu Erhöhung mit späteren Nachverhandlungen zu verbinden. Die CDU will Nachverhandlungen erzwingen, indem die Vorlage gar nicht erst im Plenum abgestimmt wird. Das würde die Erhöhung verhindern und die AFD trüge mit Schützenhilfe der CDU einen Sieg davon.
Quelle: Meldung von infosat vom 1.12. | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
Zum Seitenanfang

1.12.2020 • Digitalradio: Rockantenne beendet die Doppelversorgung
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Rockantenne hat, wie angekündigt, seine bisherige DAB+-Präsenz in Berlin und Brandenburg (Block 12D) verlassen. Die Kennung Alt Rockantenne ist abgeschaltet, das Musikradio ist seit der Mittagszeit nur über den zweiten nationalen DAB+-Mux zu hören. Sofern das Programm aus den Senderlisten verschwunden ist, sollte ein Suchlauf gefahren werden.
Unbekannt ist zur Zeit, ob Alt Rockantenne heute auch die landesweiten Verbreitungen in Hessen (Blocks 12C, 6A), Baden-Württemberg (11B) und den sechs regionalen DAB+-Blocks in Bayern aufgegeben hat, um Kosten einer Doppelverbreitung in den Versorgungsgebieten zu sparen.
Nachtrag : Laut ukwtv.de wurde Alt Rockantenne auch in den Ensembles Rhein/Main und Baden-Württemberg, später am Tag auch für Nordhessen, abgeschaltet. In den 6 Regionalmuxen Bayerns wird b.a.W. weiter gesendet.
Quelle: Eigene Recherche | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Brandenburg.
Zum Seitenanfang

1.12.2020 • Rundfunkbeitrag: CDU-Fraktion provoziert Koalitions-Crash
Beitragsservice Die CDU im Landtag Sachsen-Anhalt will die Erhöhung des Rundfunkbeitrages 86 Cent auf 18,36 Euro um jeden Preis verhindern. Sie nimmt sie das Platzen der Koalition mit SPD und Grünen in Kauf und riskiert die politische Perspektive des Kenia-Konzeptes. Das zur Freude der AFD, die eine CDU-Minderheitsregierung bis zu den Neuwahlen im Juni tolerieren will. Sachsen-Anhalt wäre dann nur von Gnaden der AFD regierbar bzw. destabilisierbar.
Die Koalitionspartner SPD und Grüne hatten klargestellt, die Beitragserhöhung zu unterstützen. Der Verhinderung durch gemeinsame Enthaltung mit der CDU im Landtagsplenum werden sie nicht Vorschub leisten. Der CDU scheint aber jeder Trick recht, um das mit der Rechtspartei forcierte Ziel durchzudrücken. Jetzt schlägt die Staatskanzlei des Ministerpräsidenten Haseloff (CDU) sogar vor, das Landtags-Plenums zu umgehen. Die KEF soll die Beitragshöhe nocheinmal neu berechnen. Das wird, populistisch passend, mit Corona begründet. Auch so würde die Beitragserhöhung - ganz im Sinne der AFD - verhindert; die CDU glaubt aber wohl, sich so dem Vorwurf, mit der AFD gemeinsame Sache zu machen, entziehen zu können.
Den Buhmann für das zu erwartende Scheitern der Beitragserhöhung schiebt die CDU schon vorab den Partnern der ungeliebte schwarz-rot-grünen Koalition zu. Die Grünen hatten mit dem Ende der Koalition gedroht, wenn die CDU „mit den Verfassungsfeinden von der AfD gemeinsame Sache macht, statt den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk zu stärken“, so Bundesgeschäftsführer Michael Kellner. „Wir als AfD sind bereit, der CDU zu helfen, gegen die Erhöhung der Rundfunkgebühr zu stimmen“, lobte hingegen Fraktionschef Oliver Kirchner den Pakt mit der CDU.
Nach bisherigem Stand soll der Medienausschuß des Landtags morgen eine Beschlußvorlage für die Abstimmung im Landtag am 15. Dezember erarbeiten.
Nachtrag : Nachverhandlungen, wie von der CDU Sachsen-Anhalt vorgeschlagen, gibt es nicht. Das sagt die rheinland-pfälzische Medienstaatssekretärin Heike Raab, die die Medienpolitik der Bundesländer koordiniert. Von einem neuen Gutachten sei kein anderes Ergebnis zu erwarten. Dem Staatsvertrag allein auf der Basis von Vermutungen nicht zustimmen zu wollen, ist nach Ansicht der Staatskanzlei nicht mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts vereinbaren. „Es würde die Anstalten geradezu in eine Verfassungsklage treiben.“
Quelle: Meldungen von DF und Infosat vom 1.12. | Hintergrund: Rundfunkbeitrag.
Zum Seitenanfang

1.12.2020 • Digitalradio: Ätherkampf mit 80er Jahre Formatradios
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Die Beteiligten am zweiten nationalen DAB+-Multiplex kämpfen um die älteren Radiohörer als Zielgruppe. Mit 80s80s, veranstaltet von der Regiocast-Gruppe, ging heute offiziell ein zweites Formatradio mit Musik aus der Zeitschiene um die 1980er Jahren in dem Ensemble auf Sendung. Ein Suchlauf hilft, wenn der neue Sendername beim Einschalten nicht schon in der Programmliste erscheint. 80s80s begann 2015 als Webradio und bei DAB+ Hamburg. Dort wurde das Programm jetzt abgeschaltet, wie Regiocast ankündigte.
Bereits aktiv ist die musikalisch ähnlich ausgerichtete Welle Absolut Oldie des Ensemble-Mitbetreibers Antenne Deutschland. Im Januar kommt Nostalgie der NRJ-Gruppe dazu. Dann konkurrieren drei Programme dreier großer Radiounternehmen um die Zielgruppe, deren Schwerpunkt NRJ bei den 35- bis 49jährigen ansiedelt.
Media Broadcast Wie der Sendetechnik-Partner beim Bundesmux2 und Media Broadcast mitteilt, wurden die derzeit neun Programme gestern am Senderstandort Aalen (Block 9B) aufgeschaltet.
Quelle: Media Broadcast zu 80s80s und Aalen am 30.11. | Hintergrund: DAB+ Bundesmuxe, Bundesmux2.
Zum Seitenanfang

1.12.2020 • Digitalradio: Netzübergabe in Baden-Württemberg
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Baden-Württemberg Der Sendebetrieb für den Privatradio-Mux in Baden-Württemberg ist heute an die On Air Support GmbH übergegangen. Das von baden-württembergischen Privatradios gegründete Unternehmen bekam die Frequenz und die Verantwortung über die derzeit 11 Sendeanlagen im Sommer von der Bundesnetzagentur. Die Sendebetriebs-Zulassung von Digitalradio Südwest, einem Gemeinschaftsunternehmen des SWR und von Media Broadcast, endete am 30. November.
Die Medienanstalt LfK hatte schon im April 2019 ein Konsortium von Privatradios angekündigt. Dieses biete für den Netzbetrieb günstiger als DR Südwest, wolle das Netz optimieren und den seit 2011 stagnierenden Ausbau des Sendenetzes wieder aufnehmen. Laut Senderliste der Bundesnetzagentur sind die Standorte Blauen, Donaueschingen, Hochrhein, Langenburg und Ravensburg-Höchsten sowie weitere potenzielle Standort-Wechsel koordiniert und etliche Leistungserhöhungen möglich.
Quelle: Eigene Recherche | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Baden-Württemberg.
Zum Seitenanfang

1.12.2020 • DAB+/DVB-T2 HD: SR schaltet Muxe bei Berus auf
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der Saarländische Rundfunk hat seinen seit Langem angekündigten Senderstandort Berus ans Netz. Laut SR wird so der Indoor-Empfang seines DAB+-Ensembles (Block 9A, 5 kW) mit Zimmerantenne von Wallerfangen bis Überherrn und im Saartal verbessert bzw. ermöglicht. Mit Zimmerantenne können dann 60 Prozent der Saarländer den SR-Mux empfangen – mit einer Dachantenne sind es 98 Prozent. Für „Anfang des Jahres“ 2021 kündigte der Sender die Beendigung des DAB+-Ausbaus durch Inbetriebnahme des Senderstandortes Spiesen an.
Das ARD-Programm und der Saar-Dritten kommen im Kanal 32 (20 kW) jetzt zusätzlich von dort. Im Zuge des Umstiegs auf DVB-T2 HD wurde 2017 zunächst Kerlingen genannt. Man sei froh, dass der Kerlingen-Plan wegen des nahen Flugplatzes Düren nicht realisiert wurde, so SR-Intendant Thomas Kleist. „Der Standort Berus ist technisch noch attraktiver und hat sogar eine historische Seele.“
Für DVB-T2 HD ist Berus der letzte Senderstandort der Einführungsplanung. Nach diversen Verschiebungen und 1 1/2 Jahren erschien Berus für November 2018 in den Senderlisten. Zugleich war von laufenden „Genehmigungs- und Koordinierungsverfahren“ dafür die Rede. Nach weiteren zwei Jahren Sendepause kam die Mitteilung, der SR habe sich dort eingemietet. Der Umbau begann im Oktober. Der Betonturm wurde umfangreich saniert und ein 75,5 Meter hoher Stahlmast mit den Antennen darauf gesetzt. In einem nahen Gebäude wurde ein Raum für die Sendetechnik eingerichtet.
Historisches : Für Langwelle wurde dort die mit 2,4 Megawatt-Sender leistungsstärkste Sendeanlage Deutschlands betrieben. Die vier Antennen dienten seit 1954 dem französischen Privatradio Europe1. Die Sendetechnik auf 183 kHz betreute bis 2019 die RTL-Tochter BCE mit Fernüberwachung aus Luxemburg. Im Oktober 2020 wurden die Stahlseile der vier ehemaligen LW-Antennen gesprengt, um die Masten zu Fall zu bringen und zu verschrotten.
Der Betonturm wurde 1955 für Telesaar gebaut. Dieser deutschsprachige Sender in französischem Besitz wurde 1957 nach nur fünf Tagen wegen fehlender Genehmigung abgeschaltet; Privatfunk war in Deutschland damals gar nicht zulässig. Aufgefallen ist das
Berus: Sendehalle und Betonturm.
Foto: Wikipedia.
kaum: Für die französische TV-Norm (819 Zeilen) gab es keine Fernseher in Deutschland. Die unweit gebaute Sendehalle war 1955 wegen des aus einem Stück gegossenen Daches eine architektonische Sensation. Sie wurde nachhaltig beheizt - mit der Abwärme der Senderanlagen. Das Gebäude hat eine sehr gute Akustik.
Quelle: Eigene Recherche, Presseinfo des SR vom 30.11. | Hintergrund: DAB+, Privatradios im Saarland.
Zum Seitenanfang

1.12.2020 • Luxemburg: DAB+-Regelbetrieb ab dem 2. Quartal 2021?
DABplus-Logo Schriftzug Der luxemburgische Netzbetreiber BCE strebt einen DAB+-Regelbetrieb ab dem 2. Quartal 2021 an. Das geht aus dem Forums-Beitrag eines Mitarbeiters des Lokalsenders Radio R.O.M. hervor. Laut gleicher Quelle endet der bisherige Testbetrieb am 20. Dezember nach rund drei Monaten. Beteiligt sind zur Zeit elf Sender aus dem Großherzogtum.
BCE beabsichtige den Regelbetrieb an den bisher koordinierten Standorten Hosingen (0,5 kW) und Dudelange (10 kW). Es sei mit der Installation von Füllsendern in Junglinster, Echternach und Wasserbillig zu rechnen.
Nach den Angaben werden die Lokalradios bei diesem Regelbetriebs-Vorhaben ausgeschlossen. Radio R.O.M. plant aber offenbar eigene Aktivitäten, will die „eigenen DAB+ Tests (die wir schon vor dem LUX-TEST angestrebt hatten) weiterführen“ und setzt auf die Unterstützung der zuständigen Behörden. Im Vorfeld sollen zunächst Erfahrungen mit unterschiedlichen Sendeparametern des aktuellen Tests ausgewertet werden.
Quelle: Rundfunkforum vom 30.11. | Hintergrund: DAB+ international.



Zum Seitenanfang

Impressum | Kontakt | Disclaimer

Webmaster & Copyright: Peter Dehn (2004-2018) | Programmierung & Gestaltung: Christian Wolff