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Nachrichten-Archiv Februar 2022

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26.2.2022 • Katastrophenschutz: APR-Position zu Behördeninfos im Radio
Terrestrik Terrestrik Kurz nach der Installation der Mobilfunk-Option Cell Broadcast durch die Bundesnetzagentur legt der Veranstalter-Verband APR ein „Positionspapier zur Erfüllung der öffentlichen Aufgabe vor“. Es stellt Möglichkeiten dar, die Informierung der Bevölkerung in Notlagen mit Unterstützung der privaten Radioprogramme zu verbessern. Das Papier beschreibt umfangreich die Ausgangssituation und Konsequenzen. Hier eine Zusammenfassung:
Wegen möglicher Desinformationen müsse klar sein, dass eine Warnung vor einem schwerwiegenden Ereignis und entsprechende Handlungsanweisungen von einem autorisierten Absender kommt, dass man also keine Falschinformationen verbreitet ...
Nach Ende des Kalten Krieges wurde die Warnstruktur (z.B. Sirenen großflächig) zurückgebaut. Die Unwetterkatastrophe im Sommer 2021 zeigte die Grenzen des mobilen Internet, wenn z.B. Funkzellen ausfallen oder die Signalzuführung gekappt ist. Die klassische terrestrische Signalversorgung des Hörfunks mit dem Konzept „High Tower High Power“ hat sich als vorteilhaft erwiesen, zumal Sendestandorte leichter gegen Ausfälle abgesichert werden können. Gerade der private Rundfunk vor Ort hat sich bei der Aufgabenerfüllung bewährt, wenn gezielt örtliche Handlungsanleitungen übermittelt werden konnten.
Abhängig von Landesgesetzen gelten unterschiedliche Vorgaben für den Privatfunk. Damit die Privatradios sich gerade in kritischen Situationen als zuverlässige Informationsquelle beweisen können sind unterschiedliche Situationen in den Sendegebieten zu beachten.
Es ist zu klären, wie die Behörden im Notfall u.a. in automatisierte Sendeabläufe eingreifen können. Wo eine Notstromversorgung fehlt, sollten Konzepte dafür mit Vermietern, Behörden, THW usw. erarbeitet werden.
Die Signalzuführungen von Studios zu den Sendern, deren Ausfallsicherheit und Ersatzwege sind zu sichern. Möglicherweise ergeben sich Backup-Lösungen über öffentliche und durch Notstrom abgesicherte Funknetze der Einsatzkräfte ... Die Mitbenutzung von 5G-Campusnetzen sei zu prüfen.
Das APR-Papier geht davon aus, dass Kabel und Funk von der Einsatzzentrale bis ins Studio gestört sein konnten. Hingegen sei die Zuführung über Satellit teuer. Zudem sind diese Wege gegen Cyberangriffe zu sichern.
Die Kommunikation der verschiedenen Institutionen, Behörden und Einsatzkräfte ist zu gewährleisten. Vor allem im örtlichen Bereich – abgestimmt auf das Verbreitungsgebiet des Senders und gegebenenfalls lokaler Auseinanderschaltungen – ist eine Kommunikationshierarchie fest zu verabreden und bei Übungen zu erproben. Für die Redaktionen muß der Ursprung der Meldung eindeutig erkennbar sein.
APR erwartet ein einheitliches Wording aller lokalen bis bundesweiten Leitstellen, um Doppeldeutigkeiten und Rückfragen zu vermeiden. „Hilfreich“ wäre u.a. die Vorbereitung der Meldungen als Text2Speech, um sie in den Sendebetrieb zu übernehmen.
Die Kosten für den Ausbau der Infrastruktur sind von der öffentlichen Hand zu tragen, da es sich um einen öffentlichen Auftrag handelt. Die BBK soll Absprachen aller Behörden für eine strukturierte Informationsübermittlung durchführen.
Das Papier wurde das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und die Rundfunkkommission der Bundesländer verschickt. Die kommunalen Spitzenverbände, die Landesmedienanstalten und Sendernetzbetreiber werden bzw. wurden informiert. APR will für die Umsetzung das Know-How ihrer Mitglieder zur Verfügung stellen, sie beraten und Erfahrungen auswerten.
Nach der Flutkatastrophe des Sommers 2021 hatte u.a. Georg Rose, Geschäftsführer von Radio Wuppertal (Deutscher Radiopreis für „herausragenden Einsatz“ während der Flutkatastrophein NRW) den Hörfunk als „elementaren Bestandteil im sogenannten 'Warn-Mix'“ bezeichnet und einen 10-Punkte Maßnahmenkatalog vorgelegt. Er hatte die Emergency Warning Functionality (EWF) von DAB+ hervorgehoben und gefordert: „Gerade den kleinen Stationen muss bundesweit finanziell geholfen werden, neben UKW auch über DAB+ zu senden zu können.“
Quelle: Positionspapier von APR vom 24.2.; (Kursiv: Zitate) | Hintergrund: DAB+ und EWF.
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25.2.2021 • Digitalradio: Germany One steigt aus, ByteFM folgt in Berlin
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Im Berliner DAB+-Ensemble hat Radio Germany One abgeschaltet. Am 1. März wird ByteFM den Programmplatz im Block 7B übernehmen, war auf Anfrage von dehnmedia.de zu erfahren.
Radio Germany One, veranstaltet von der Radio Group sendete seit Mai 2019 in der Hauptstadt. Anlässlich der Zulassung beschrieb die MABB das Konzept als „Radioprogramm in englischer Sprache mit aktuellen Inhalten für Deutschland“ für Zugezogene und Touristen. Mehr als ein Musikprogramm wurde allerdings, bei zugegeben sporadischem Reinhören, nicht entdeckt. Ende 2021 wurde die Lizenz zurückgegeben. Die Radio Group kann aber mit Radio Holiday künftig im Zweiländerblock 12D vertreten sein; wann die Aufschaltung erfolgt ist nicht bekannt.
Die MABB hat den Programmplatz bereits mit dem alternativen Musikradio ByteFM aus Hamburg belegt. Die Aufschaltung erfolgt am Dienstag um 15 Uhr. Der in Hamburg und Berlin produzierte nichtkommerzielle Sender wurde 2008 als Webradio gegründet und verzichtet nach eigenen Angaben auf computergesteuerte Playlists. Rund 100 Autoren und Musiker liefern musikjournalistische Beiträge zu. Die meisten arbeiten honorarfrei, das Programm ist werbefrei und wird durch Spenden finanziert. In Hamburg ist ByteFM seit Januar auf einer eigenen UKW-Frequenz zu hören. In Berlin gibt es für UKW eine Kooperation mit dem Offenen Kanal Alex.
Quelle: Eigene Recherche vom 25.2. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Berlin.
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25.2.2021 • Digitalradio: Oldie Antenne ab Dienstag in Hessen
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Ab dem 1. März sendet Oldie Antenne über DAB+ in Hessen. Das betrifft, wie Antenne Bayern-CEO Felix Kovac mitteilt, das gesamte Bundesland. Das Programm wird also sowohl im Rhein-Main-Mux (Block 12C) und im Nordhessen-Ensemble (6A) zu hören sein. „Weitere DAB+-Kapazitäten streben wir an“, so Kovac unter Berufung auf die „hybride Digitalstrategie“ des Veranstalters.
Quelle: Presseinfo von Antenne Bayern vom 25.2. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Hessen.
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24.2.2021 • Digitalradio: Forderungen der Privatradios im neuen Gesetz
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 „Grundsätzlich kann durch das neue NMedienG jetzt auch eine niedersächsische DAB+ Plattform ausgeschrieben werden“, kommentiert der Lobbyverband Arbeitsgemeinschaft der Regional-Radios in Niedersachsen (Arge Radio) die gestrigen Verabschiedung des neuen Landesmediengesetzes für Niedersachsen. Der Verband sieht zwei seiner Forderungen verwirklicht und stellt zu DAB+ mit Genugtuung fest:
dass Bürgerfunksender auf Plattformen mit Platzbeschränkungen (wie z.B. DAB+) zwar Anspruch auf einen Sendeplatz haben, dieser aber nicht wie vorgesehen kostenfrei sein muss. Andernfalls hätte ein Plattformbetreiber diese Übertragungskosten auf die Privatsender umlegen müssen.
Als weiteren Erfolg nennt die Arge Radio die Ausweitung der Sendezeiten für Regionalradios auf den Zeitraum von 6 bis 18 Uhr (statt 6 bis 13 Uhr). Dies entzerre den von Gesetz geforderten täglichen Wortanteil.
Die Arge Radio wurde im April 2021 gegründet. Sieben kommerziellen Radiosender Niedersachsens wollen „nicht nur mit einer Stimme sprechen, sondern auch in verschiedenen Projekten zusammen arbeiten“.
Quelle: Presseerklärung der Arge Radio vom 23.2. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Niedersachsen.
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24.2.2021 • Digitalradio: Radio Holiday in Thüringen zugelassen
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Die thüringische Landesmedienanstalt TLM hat auf einer Sitzung am 8. Februar Radio Holiday auf zehn Jahre für die landesweite Verbreitung im Bundesland zugelassen. Die Zuweisung einer Frequenz bzw. eines Verbreitungsweges ist damit nicht verbunden. Das geht aus einer heute veröffentlichten Presseinfo hervor.
Im landesweiten DAB+-Mux senden zur Zeit sechs Programme. Im Dezember wurden Antenne Ostalgie und Schlagerwelle, zwei neue Spartenkanäle von Antenne Thüringen, zugelassen. Nur im DAB+-Block 12B gibt es freie terrestische Ressourcen. Da es sich um eine Sendeplattform handelt, sind Zuweisungen nicht erforderlich; zugelassene Programme können mit dem Plattformbetreiber Verträge abschließen.
Nachtrag : Radio Holiday sendet bereits im Saarland und in NRW. Wann das Programm von The Radio Group seine Zulassungen für Berlin und Brandenburg und Hessen nutzen wird, ist nicht bekannt. Dies gilt - wegen des laufenden Gerichtsverfahrens um die Plattform-Vergabe des 2. Hamburg-Muxes, auch für Hamburg/Schleswig-Holstein.
Quelle: Website der TLM vom 24.2. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Thüringen.
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23.2.2021 • Digitalradio: Niedersachsen - Mediengesetz beschlossen
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der niedersächsische Landtag hat heute das neue Landesmediengesetz mit den Stimmen der GroKo-Parlamentarier verschabschiedet. Die Medienanstalt NLM hatte im Vorfeld angekündigt, vor DAB+-Aktivitäten die Novelle abzuwarten. Damit kann die NLM nun auf der aktuellen Rechtsgrundlage den Forderungen aus der Radiobranche entsprechen und ein Ausschreibungen für DAB+-Ensembles der Privatradios vorbereiten.
Allerdings machte u.a. MdL Jens Nacke (CDU) in der Plenardebatte deutlich, dass er DAB+ nach wie vor für eine „Übergangstechnologie“ hält. Eine Verbreitung der Bürgerradios über DAB+ sieht er ebenfalls kritisch, man wolle ihnen aber „die Möglichkeit geben, dort teilzunehmen“.
Quelle: Landtags-Plenum am 23.2. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Niedersachsen.
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23.2.2022 • Katastrophenschutz: BNetzA gibt Cell Broadcast frei
Die Bundesnetzagentur hat den Auftrag erfüllt, und eine Verordnung zur Einführung von Cell Broadcast beim Katastrophenschutz veröffentlicht. In Notfällen können die Behörden dann allen Mobilfunkteilnehmern in betroffenen Gebieten SMS-Botschaften schicken - falls der Mobilfunk funktioniert.
Dieses System wird als „zusätzliches Warnmittel“ neben Apps wie Katwarn oder NINA gesehen. Eine Kernvorgabe besteht darin, dass die Mobilfunkanbieter alle in jedem Netz eingeloggten Teilnehmer ansprechen müssen und nicht nur die eigenen Kunden. Eine zeitliche Vorgabe für die Ausstattung der Netze mit der neuen Funktion wird nicht gegeben.
Meldungen verweisen in dem Zusammenhang auf verspätete und zu wenig eindringliche Informationen während der letzten Flutkatastrophen. Das hatte freilich nichts mit den technischen Möglichkeiten zu tun. Im Sommer 2021 ist jedoch gerade der Mobilfunk gescheitert, weil „mehr als 90 Prozent der Mobilfunkstationen in den Krisengebieten“ und ein zentraler Festnetzknoten der Telekom im Katastrophengebiet ausgefallen waren. Beim Wettbewerber Vodafone waren „151 Funkstationen“ ausgefallen. In diesem realen Szenario wäre Cell Broadcasting zu nichts nütze gewesen.
Schon im September 2020 hatte der Warntag gravierende Mängel zutage gefördert und war „aufgrund eines technischen Problems fehlgeschlagen“, so das Bundesinnenministerium damals kurz angebunden. Laut Medienberichten war das gesamte System durch unkoordinierte Zuspielungen diverser Institutionen überfordert.
Dass sich 2020 wie 2021 die Infrastrukturen des Radios über UKW wie DAB+ - und digitale zusätzlich das EWF-Verfahren - funktionierten, unterstreicht die Rolle des Rundfunks für die Informationsübermittlung der Behörden in Notsituationen.
Quelle: Meldung von infosat vom 23.2. | Hintergrund: DAB+ und EWF.
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22.2.2021 • Digitalradio: Entscheidung über Sachsen-Muxe steht bevor
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Auf seiner nächsten Sitzung am 1. März könnte der Medienrat der sächsischen Medienanstalt über die Zuweisungen im Ergebnis der letzten DAB+-Ausschreibung entscheiden. Das geht aus einer SLM-Stellungnahme hervor.
Zur Auswahl der Sendenetzbetreiber für die fünf ausgeschriebenen Sendegebiete kann sich die SLM derzeit nicht äußern und nennt auch die Bewerber nicht. Die dann ausgewählten Programmanbieter müssen sich auf einen Sendenetzbetreiber je Sendegebiet einigen. Gelingt das nicht, werden diese durch die Bundesnetzagentur bestimmt. Entsprechend kann die SLM auch keine Termine für Sendestarts nennen.
Insgesamt hatten sich 33 kommerzielle und vier nichtkommerzielle Veranstalter, teils für mehrere der folgenden fünf Regionen, beworben. Nachdem die Anträge in keinem Gebiet die vorhandene Ressourcen übersteigt stehen Zuweisungen an alle Bewerber zumindest keine Kapazitätsprobleme entgegen.
Landesweites Ensemble : 9 Programme
Leipzig, Landkreise Leipzig und Nordsachsen : 14 Programme
Chemnitz, Erzgebirgskreis, Vogtlandkreis, Mittelsachsen, Zwickau : 15 Programme
Dresden, Bautzen, Oberlausitz, Meißen, Sächs. Schweiz-Osterzgebirge : 15 Programme
Stadt-Ensemble Dresden : 8 Programme
Quelle: Bericht von DF vom 22.2. | Hintergrund: DAB+, Privatradios, Small Scale in Sachsen.
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21.2.2022 • Rundfunkbeitrag: DAB+-Kosten im Widerspruch
Auch in ihrem 23. Bericht bleibt die KEF bei ihrer Linie, die Kosten der Hörfunkverbreitung schrittweise bis 2029 auf die Ausgaben von DAB+ zu reduzieren. Die KEF setzt das fort, ohne die aktuellen Einschätzungen von ARD und Deutschlandradio oder das künftige Verhältnis von DAB+ und UKW am Hörermarkt (auch im Wettbewerb mit den Privatradios) zu beachten.
Trotz gestiegener Haushalts- und Autoausstattung mit DAB+-Radios muss die KEF jedoch einräumen: „Es ist derzeit noch immer nicht absehbar, wann der teure Simulcast UKW/DAB+ beendet werden kann“. Dennoch kürzte sie auch für den Berichtszeitraum 2021 bis 2024 die Budgetanmeldungen von ARD und Deutschlandradio. So wurden der ARD die Ausgaben für die DAB+-Verbreitung von 114,1 auf 101,6 Mio. Euro gekürzt. Dem Deutschlandradio wurden 15,4 von 82,3 Mio. Euro gestrichen.
Die ARD habe mitgeteilt, dass „bis Ende 2024 'die punktuelle Überprüfung von UKW-Bedarfen in besonderen Regionen erfolgen soll'“. Die Zitierung der ARD durch die KEF lässt aber keinen UKW-Ausstiegsplan bis 2029 erkennen, auch wenn die KEF auf „erste Gespräche“ in Bayern verweist, „um mit der Umstellung auf rein digitale Verbreitung beginnen zu können“. Aber auch das ist nicht widerspruchsfrei. Denn auch Deutschlandradio, das bereits auf 11 UKW-Füllsender verzichtete, sieht „in der derzeitigen medienpolitischen Diskussion leider keine Perspektive mehr, die UKW-Versorgung bereits kurz- bis mittelfristig vollständig einstellen zu können“. Daher werden „nicht mehr im bisher vorgesehenen Umfang UKW-Sender aufgegeben“, um die eingesparten Mittel für DAB+ zu verwenden. Die von der KEF zitierte veränderte Strategie der Sendeanstalt wird Auswirkungen auf das Ausbautempo des ersten Bundesmuxes haben.
Quelle: 23. KEF-Bericht (Download) | Hintergrund: 23. KEF-Bericht, Rundfunkbeitrag ab 2021, UKW-Ausstieg, Strukturdebatte.
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19.2.2022 • Digitalradio: Bewerbungen für bayerische Lokalensembles
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Nachdem die jüngste Ausschreibungsrunde der bayerischen Medienanstalt BLM abgelaufen ist, macht ein Bericht jetzt zumindest die Zahl der Interessenten für die drei Senderegionen bekannt:
München
(Block 11C)
: Um einen Platz mit 60 Capacity Units (CU) bewerben sich fünf Interessenten.
Laut Ausschreibung ist ein Netzausbau mit den Standorten Isen und Fürstenfeldbruck (Schöngeising) geplant.
Oberland-Südostoberb.
(Block 7A)
: Für den bisher Voralpenmux genannten Ensemble liegen drei Bewerbungen für einen Platz mit 80 CU vor.
2022 ist die Senderanlage Tegernsee/Wallberg mit 1 kW geplant.
Allgäu-Donau-Iller
(Block 8B)
: Für das auch im Süden Baden-Württembergs verbreitete Ensemble gingen für einen Programmplatz mit 72 CU zwei Anträge ein.
Im 2. Halbjahr wird am Senderstandort Ulm aufgeschaltet.
Die BLM hatte die drei Ausschreibungen Mitte Dezember beschlossen um die Sendeplätze von Arabella Bayern neu zu füllen. Der Sender wechselt zum 1. April in die landesweite Struktur der BR-Multiplexe. Die Bewerbungsphase endete am 15. Februar. Wann die BLM entscheidet und die Aufschaltungen erfolgen können, ist nicht bekannt.
Nachtrag : Der Medienrat tagt wieder am 31. März. Dem geht eine Sitzung des Hörfunkausschusses am 17. März voraus.
Quelle: Meldung von radiowoche vom 19.2. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Bayern.
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18.2.2022 • Rundfunkbeitrag: Es bleibt bei 18.36 Euro - 23. KEF-Bericht
Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) legt turnusgemäß nach zwei Jahren ihren 23. Bericht vor. Es bleibt dabei, „dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten mit der Beitragsanpassung auf monatlich 18,36 € für die Beitragsperiode 2021 bis 2024 bedarfsgerecht finanziert sind“, so die Kernaussage. Die KEF sieht ihre Berechnungen des 22. Berichts von Anfang 2020, die zur Beitragserhöhung auf 18,36 Euro führten, bestätigt.
Die Sendeanstalten können unterm Strich im Zeitraum von 2021 bis 2024 mit insgesamt 38,8 Mrd. Euro kalkulieren. Auf die neun ARD-Anstalten entfallen zusammen 27,65 Mrd. Euro, auf das ZDF 10,06 Mrd. Euro und auf Deutschlandradio 1,05 Mrd. Euro.
Aus der Berechnung der KEF ergibt sich ein Mehrbedarf 139,2 Mio. Euro im Zeitraum. Dieser sei - samt dem Beitragsausfall von 224,3 Mio. Euro bis Juli 2021 - durch zusätzlich verfügbare 540,1 Mio. Euro gedeckt.
Mehrkosten durch Corona hat die KEF „weitestgehend“ anerkannt. Diese seien aber „durch verminderte Bedarfe an anderer Stelle und durch Zuschätzungen von Erträgen insbesondere in den Bereichen Werbung, Sponsoring und Kostenerstattungen weitgehend ausgeglichen“, so die Kommission.
Die KEF hat die Budget-Anmeldungen der Anstalten für 2020 bis 2024 um insgesamt 1,58 Mrd. Euro gekürzt. 924,4 Mio. Euro davon entfallen auf Streichungen („Aufwandsreduzierungen“). Weitere 623,1 Mio. Euro sieht die Kommission durch höhere Einnahmen („Ertragszuschätzungen“) gedeckt.
Hinweis : Im 22. Bericht hatte die KEF die Erhöhung auf 18,36 Euro ab Januar 2021 vorgeschlagen. Sachsen-Anhalt verhinderte das, wurde aber im Juli 2021 vom Bundesverfassungsgericht in die Schranken gewiesen.
Quelle: Presseinfo der KEF vom 18.2., 23. KEF-Bericht (Download) | Hintergrund: Rundfunkbeitrag ab 2021.
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18.2.2022 • Digitalradio: Mediengesetz vor der Verabschiedung
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Der niedersächsische Landtag will schon in der kommenden Woche das neue Mediengesetz verabschieden. Das steht für den Nachmittag des 23. Februar unter Punkt 6 auf der Tagesordnung.
Eine wesentliche Änderung gegenüber dem Entwurf der Landesregierung, veranlasst von den GroKo-Fraktionen der CDU und SPD, betrifft Sendeplattformen und damit indirekt die Präsenz der 12 Bürgerradios des Bundeslandes auf DAB+. Im §32 Absatz 2 der Beschlußvorlage heißt es, dass zugelassenen Bürgersendern „auf deren Verlangen technische Kapazitäten ... zur Verfügung zu stellen“ sind. Die Landeregierung wollte ursprünglich, dass dies „unentgeltich“ zu geschehen hätte. Dass die Privatradios nicht bereit sind, die Verbreitung der Bürgerradios zu finanzieren, hatten Branchenvertreter
Grafik: NLM (klickbar).
zuvor in Anhörungen deutlich gemacht.
Die Beschlußvorlage ersetzt zugleich den Begriff „Verbreitungsgebiet“ durch „Zulassungsgebiet“. Damit werden die lokal und regional orientierten Bürgermedien auf ihre angestammten Empfangsgebiete beschränkt. Sofern regionale Auseinanderschaltungen in einer Sendeplattform in einzelnen Zulassungsgebieten nicht möglich sind, „so ist im Hörfunk das Programm unentgeltlich zu verbreiten, das im Rahmen der UKW-Verbreitung innerhalb des betrachteten Verbreitungsgebietes die meisten Hörerinnen und Hörer erreichen kann“.
Ob eine Ausschreibung der Landesmedienanstalt NLM bereits zur Jahresmitte erfolgt, hängt u.a. vom Inkrafttreten des Mediengesetzes ab. Welche Bedeutung die NLM dabei den Bürgerradios einräumt, bleibt abzuwarten.
Quellen: Tagesordnung am 23.2., Vorlage 18/10740 des NS-Landtags | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Niedersachsen.
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18.2.2022 • Belgien: DAB+ in Wallonien voll im Trend
Im französischsprachigen Belgien ist DAB+ der stärkste digitale Empfangsweg. Laut einer Studie des Lobbyverbandes MA Radio stieg der Marktanteil von DAB+ seit 2018 von 2 auf 19 Prozent. Am Digitalanteil von insgesamt 38 Prozent sind das Internet mit 13 und DVB-T mit 6 Prozent beteiligt. Die UKW-Nutzung fiel im gleichen Zeitraum von 80 auf 62 Prozent.
Den Trend zugunsten von DAB+ unterstreichen die Verkaufszahlen für 2021: Unter Berufung auf GfK-Zahlen heißt es, rund 45 Prozent der verkauften Heimradios waren für DAB+ ausgestattet. Der Anstieg des Marktanteils um 13 Prozent habe den 7 Prozent-Verlust bei UKW-Geräten mehr als ausgleichen können. Der Ausstattungsgrad bei Neuwagen wird mit 98 Prozent angegeben. MA Radio verweist zudem auf die hohe Zufriedenheit der Nutzer von Heimgeräten wie Autoradios.
Quelle: Meldung von MA Radio vom 16.2. | Hintergrund: DAB+ in Belgien.
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17.2.2022 • Digitalradio: DAB+ in 95 Prozent von Europas Neuwagen
Rund 95 Prozent aller 2021 in 13 europäischen Schlüsselmärkten verkauften Neuwagen werden mit einem DAB+-Radio als Standard-Ausstattung ausgeliefert. Dies zeige auch den Stand der Übernahme der seit Dezember 2020 verpflichtenden EU-Vorgabe für hybride Tuner in nationales Recht, so der Lobbyverband World DAB.
Nach der vorgelegten Zusammenstellung (Grafik von World DAB klickbar) führen Italien und Norwegen mit 100 Prozent die Statistik an. Schlußlichter sind Spanien (91 Prozent) und Frankreich (90 Prozent). Deutschland liegt mit 94 Prozent knapp unter dem Durchschnitt.
Quelle: Presseinfo von World DAB vom 16.2. | Hintergrund: DAB+ international.
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17.2.2022 • Digitalradio: „Dreiecksbeziehung“ - Tonqualität und DAB+
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 „DAB+ kann viel bessere Klangqualität liefern als UKW - aber auch viel schlechtere. Und beides kann gewollt sein.“ Das ist die Ausgangsthese eines interessanten umfangreichen Fachartikels. Dort gibt Matthias Küfner einen Einblick in das Spannungsfeld von Parametrierung, Kosten und Tonqualität bei DAB+. Hier eine kurze Zusammenfassung:
Über die DAB+-Parametrierung kann die Tonqualität bzw. der subjektive Höreindruck gesteuert werden. Es gibt die „Dreiecksbeziehung um die Übertragungskapazität: Programmvielfalt, Audiodatenrate und Fehlerschutz. Man kann nie alle drei optimieren, sondern bestenfalls zwei.“ Sprachprogramme in Mono kommen mit geringen Bandbreiten aus. Einige Klassiksender nutzen hingegen bis zu 144 kbps. Da aber die gesamte Bandbreite eines DAB+-Block begrenzt ist, bestimmen entsprechende Entscheidungen die Programmzahl. Werden nur wenige Programme gesendet, steigen die Ausstrahlungskosten für jedes einzelne. Die in Deutschland üblichen maximal 16 Programme mit je 72 kbps Bandbreite in einem Privatradio-Mux erlauben einige Flexibilität. Natürlich muss jeder Programmveranstalter entscheiden, welche Qualität er will und ob er das finanzieren kann.
Küfner erläutert desweiteren Auswirkungen der DAB+-Sendenetze auf die Qualitätsproblematik. Ebenso interessant ist der Hintergrund zu den Folgen des Kompressor-Einsatzes, wenn UKW-Programme über DAB+ weiterverbreitet werden.
Matthias Küfner faßt zusammen: „Entscheidend für die Klangqualität sind weniger die technischen Grenzen des Übertragungsverfahrens als die wirtschaftlichen Erwägungen und die Anforderungen durch die Hörer an die Programmanbieter.“
Quelle: Artikel von Matthias Küfner vom 14.2. bei golem.de | Hintergrund: DAB+.
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16.2.2022 • Digitalradio: Radio Bollerwagen sendet im Rhein-Main-Mux
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Laut Meldungen ist die Partymusik-Welle Radio Bollerwagen nach NRW jetzt in Hessen gestartet. Übertragen wird im südhessischen Rhein-Main-Ensemble (Block 12C). Obwohl die Zehnjahres-Zulassung für das gesamte Bundesland gilt, wird der FFN-Ableger nicht im Nordhessen-Ensemble (Block 6A) ausgestrahlt.
Quelle: Meldung von radiowoche vom 16.2. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Hessen.
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14.2.2022 • Digitalradio: BHeins ab morgen für Berlin und Brandenburg
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 BHeins aus Potsdam kehrt morgen zurück auf DAB+. Die MABB hatte im November einen Platz im Zweiländer-Ensemble des Blocks 12D zugewiesen. Gegründet als Babelsberg Hitradio hatte das Programm bereits von 2014 bis 2016 im Berliner Block 7B gesendet.
Wann Großstadtradio, Radio Holiday und Mega Radio Berlin starten, die zeitgleich Zuweisungen erhielten, bleibt ebenso offen wie die Ersetzung von Germany One durch ByteFM im Block 7B.
Nachtrag : Radio Potsdam (The Radio Group), will vom Berliner Block 7B in den Zweiländer-Block 12D wechseln. Das ist nur durch eine Platztausch möglich. Ob es Wechselwillige gibt soll eine „geschlossene Ausschreibung“ feststellen, die der MABB-Medienrat bereits im November beschlossen hat.
Quelle: Homepage BHEins, Protokoll des MABB-Medienrats vom 8.11.2021 | Hintergrund: DAB+ in Berlin, Brandenburg.
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14.2.2022 • Luxemburg: Erweiterungen beim Luxemburger Testprojekt
Das Luxemburger DAB+-Pilotprojekt erweiterte laut einer Meldung sein Sendegebiet und bekam ein zweiten Programm. Zusätzlich zu dem seit Ende Oktober aktiven Sender Medernach ist nun der bereits angekündigte Senderstandort Broderbour in Betrieb. In dem vom Lokalradio R.O.M. initiierten Projekt sendet nun auch Country Radio 103.9 im Block 12C mit maximal 0,2 kW Leistung.
Quelle: Meldung von satnews vom 14.2. | Hintergrund: DAB+ in Luxemburg.
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13.2.2022 • Österreich: DAB+-Programme erreichen 600.000 Hörer
„Unsere DAB+-Programme erreichen derzeit schon über 600.000 Hörerinnen und Hörer im ganzen Land, mehr als jeder fünfte Österreicher und jede fünfte Österreicherin besitzen schon ein DAB+-Empfangsgerät.“ Diese Bilanz, die sich nicht wesentlich von der Veröffentlichung von Mitte 2021 unterscheidet, zog Thomas Pöcheim für den Verein Digitalradio Österreich. Der Lobbyverband will DAB+ künftig „noch stärker kommunizieren“.
Laut aktueller Hörerforschung kämen die Privatradios einschließlich des DAB+-Angebots bei den 14- bis 49jährigen mittlerweile besser an als Ö3, so Pöcheim.
Die aktuellen Daten 2021_4 der Radiotest-Forschung scheinen das nicht zu bestätigen. Sie weisen den Anteil von DAB+ am Radiokonsum nicht aus. Zudem sieht der ORF den Trend unter Verweis auf Radiotest-Zahlen anders: 2,4 Mio. tägliche Hörer machten Ö3 mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent zur „unangefochtene Nummer 1“. Mit 39 Prozent liege der Anteil in der Hauptzielgruppe der 14- bis 49jährigen deutlich höher. Der ORF zieht insgesamt 72 Prozent der täglichen 188 Minuten Hörzeit auf sich.
Unternehmensberater Pöcheim ist der neue Geschäftsführer des Vereins. Er war Gründungsvorsitzender des Lobbyverbands, wo er jetzt Matthias Gerwinat folgt.
Quelle: Presseinfo von Digitalradio Österreich vom 10.2., radioszene zu Radiotest-Zahlen vom 3.2.
Hintergrund: DAB+ national und in Wien.
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11.2.2022 • Digitalradio: DAB+-Radios mit 40 Prozent Marktanteil
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 2021 waren knapp 40 Prozent aller in Deutschland verkauften 5,5 Mio. Radiogeräte mit DAB+-Empfang ausgestattet. Diese Produkte generieren inzwischen rund 47 Prozent der Umsätze mit Radios, so der Industrieverband ZVEI. Seit 2010 wurden rund 13 Mio. DAB-Produkte verkauft.
Nach Angaben des Verbandes war jedes vierte gehandelte Radio ein Webradio ohne Broadcast-Tuner. Der Marktanteil hybrider Radios stieg um 40 auf 8,2 Prozent und sorgte für einen vergleichsweise hohen Umsatzanteil von 20 Prozent. Umgekehrt verzeichneten Radios ohne DAB einen Rückgang um 16 Prozent nach Stückzahl. Nur noch gut ein Drittel der verkauften Radios hat nur einen Analogtuner.
Quelle: Presseinfo des ZVEI vom 11.2.
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10.2.2022 • Digitalradio: Technik-Versuch ab Mai in Baden-Württemberg?
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Was in der Schweiz längst Alltag ist, in England gerade umfangreich eingeführt wird und in Rheinland-Pfalz und anderen Bundesländern offiziell im Test ist, muss auch in Baden-Württemberg erst erprobt werden. Regionalradio BW, potenzieller Betreiber von DAB+-Sendenetzen, ist derzeit mit der Bundesnetzagentur im Gespräch über einen sechsmonatigen technischen Versuchsbetrieb in der Region um Neckarsulm und Kornwestheim. Als möglicher Testbeginn wird der 1. Mai 2022 genannt.
Laut Dana Diezemann, Gründerin von Regionalradio BW, geht es zum Einen um die kostengünstige Verbreitung nach dem Open Source-Prinzip („Small Scale DAB+“), zum Anderen um unterschiedliche Parameter, um zusätzliche Dienste und Regionalisierungen. Ihr sei der Block 12B „definitiv zugesichert“, so Diezemann. Sie zielt auf eine Koordinierung der Senderstandorte Abstatt-Happenbach, Stocksberg (Löwenstein) und FMT Brackenheim mit je maximal 2,5 kW Leistung. Vorgesehen sind bis zu 10 Signale. Es handelt sich um einen technischen Test, vergleichbar mit dem Eifel-Projekt. Wie dort dürfen daher keine Radioprogramme („rundfunkrelevante Inhalte“) ausgestrahlt werden.
Die Landesmedienanstalt LfK hatte Ende 2019 - nach der Entfernung der NKL-Sender aus dem landesweiten DAB+-Mux - angekündigt, den „Umstieg von Lokalradios und nichtkommerziellen Veranstaltern im Rahmen eines sogenannten 'Small-Scale Projektes'“ als Erprobung unterstützen zu wollen. Diezemann hatte Mitte 2019 ein Grobkonzept für Small Scale Netze im Bundesland vorgelegt und später die Inaktivität der LfK kritisiert.
Nachtrag : Diezemann hat inzwischen auf ihrer Homepage eine umfangreiche Information zum Sachstand veröffentlicht.
Quelle: D. Diezemann im Rundfunkforum | Hintergrund: DAB+, Small Scale in Baden-Württemberg und SDR allgemein.
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9.2.2022 • Digitalradio: Zweiter Sender für Saar-Privatradios läuft
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Im Saarland wurde heute Spiesen als zweiter Senderstandort für den Privatradio-Multiplex in Betrieb genommen. Damit verbessere sich der Empfang in den Regionen um St. Wendel, Neunkirchen und Homburg. Jetzt können „weit über 70 % der Einwohner:innen im Saarland die DAB+ Programme zuhause empfangen – etwa 80 % der Fläche werden mit den Programmsignalen für den portablen und mobilen Empfang versorgt. Auch auf 80% der Autobahnen im Land ist ab sofort der Empfang der digitalen Hörfunkprogramme möglich“, teilt die Medienanstalt Saarland mit (klickbare Grafik: Media Broadcast).
Der Multiplex war Mitte November 2021 im Block im Block 9C aufgeschaltet worden. Nach dem Start von Oldie Antenne ist das verbreitete Ensemble mit 16 Programme voll belegt. Ende 2020 war ein Versuch gescheitert, Privatradios im Saarland auf DAB+ zu bringen. Mit dem Angebot, einen Platformbetrieb zu übernehmen, hatte Media Broadcast Anfang 2021 einen neuen Anlauf in Gang gebracht.
Nachtrag : Laut früheren Meldungen endet die Verbreitung von Radio Salü im Mux des Saarländischen Rundfunks mit der Zuschaltung von Spiesen. Ein Datum ist nicht bekannt.
Quelle: Presseinfo der LMS vom 9.2. | Hintergrund: DAB+, Privatradios im Saarland.
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9.2.2022 • Digitalradio: 2 Mio. DAB+-Radios wurden 2021 verkauft
2021 wurden mehr als zwei Mio. Radios mit DAB+-Empfang abgesetzt. Die Verkaufszahlen sind damit im 4. Quartal nach 1,2 Mio. Stück bis September kräftig gestiegen und im Vergleich mit 2020 stabil. Der Absatz von analogen Radios fiel hingegen in 2021 um 16 Prozent. Diese Angaben aus dem Handelsindex Hemix nennt der Branchenverband gfu anlässlich des Unesco-Welttags des Radios am 13. Februar.
In Deutschland sei Radio mit knapp 75 Prozent täglicher Nutzung und einer Verweildauer von 260 Minuten das meistgenutzte Medien, das wochentags um 53 Mio. Menschen erreiche. 92 Prozent der Haushalte haben mindestens einen Radioapparat, 45 Prozent (klickbare Grafik: gfu) ein Gerät mit digitalem Empfang. 46 Prozent der Deutschen nutzen DAB+ oder Radio Online. verweist die gfu auf die MA 2021 Audio I und den Digitalisierungsbericht 2021.
Der Verband sieht DAB+ aufgrund des stetig wachsenden Programmangebots als Bereicherung. Weitere Vorteile sind die bessere Qualität und die kostenfreie Nutzung ohne Internet und Volumenschranken.
Quelle: Presseinfo der gfu vom 9.2.
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5.2.2022 • Digitalradio: GroKo-Fraktionen streichen Streitpunkt bei DAB+
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Derzeit durchläuft eine Novelle des Landesmediengesetzes den niedersächsischen Landtag. Kritisiert wurde die im Entwurf des Kabinetts enthaltene Verpflichtung von Netz- bzw. Plattformbetreibern, nichtkommerzielle Radioprogramme (Bürgerfunk etc.; NKLs) kostenlos über DAB+ zu verbreiten. Am 2. Februar haben die Koalitionsfraktionen von CDU und SPD mit ihrer Mehrheit im Unterausschuss Medien einen Änderungsantrag beschlossen, der diese Vorgabe streicht.
Aus der Radiobranche war angemerkt worden, dass ein kommerzieller Betrieb von Sendeanlagen kostenlose Leistungen für den Bürgerfunk nicht ermöglicht. Wie der vorwiegend aus Spenden getragene und mit Werbeverbot belegte Bürgerfunk dennoch einen weiteren Verbreitungsweg finanzieren könnte, wird nach §30 Abs.1 des Mediengesetzes der Landesmedienanstalt NLM aufgebürdet. Sie könnte nach §30 Abs.2 u.a. den „Aufwand zur technischen Verbreitung“ unterstützen.
Widerspruchsfrei ist das nicht: Diese Zuschüsse sollen „regelmäßig überprüft und angemessen angepasst werden“. Das ist an den Rundfunkbeitrag gekoppelt. Wird dieser erhöht, könnte der Anteil der Medienanstalten und damit deren Fördermöglichkeiten steigen. Jedoch war gerade die Senkung des Rundfunkbeitrages erklärtes Ziel der Bundesländer, wodurch die Haupteinnahmen der Medienanstalten (und deren Fördermöglichkeiten) reduziert würden.
Kommentar : Eine interessante Randglosse des Gesetzentwurfs ist die Vorschrift, dass die NKLs Spenden über 2.500 Euro einmal im Jahr samt Angaben über die Spender melden müssen. Das sollten sich die Landtage und der Bundestag zum Vorbild nehmen!
Nachtrag : Ob eine Ausschreibung noch vor Jahresmitte möglich wird, wie FFN-Chef Harald Gehrung spekulierte, bleibt abzuwarten. Der federführende Ausschuss für Rechts- und Verfassungsfragen tagt am 2. März. Das Landtags-Plenum könnte das Gesetz theoretisch während der Sitzungen vom 22. bis 24. März beschließen. Erst nachdem die Bundesnetzagentur Frequenzen zugeteilt hat, können Ausschreibungen erfolgen.
Quellen: Eigene Recherche, Protokollnotiz vom 2.2., Gesetzentwurf (Drs. 18/9394)
Hintergrund: DAB+, Privatradios in Niedersachsen.
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5.2.2022 • Schweiz: DAB+ und Internet beim Radiokonsum gleichauf
Drei von vier Minuten des Radiokonsums in der Schweiz liefen im 3. Quartal 2021 über digitale Plattformen. Nach Angaben der AG Digitale Migration (DigiMig) entfallen 38 von 100 gehörten Radiominuten auf DAB+ und 37 Minuten auf das Internet.
Der Digitalanteil stieg damit binnen sechs Jahren um 26 Prozent, während der Höranteil von UKW von 51 auf 25 Prozent absackte und nur 14 Prozent ausschließlich den analogen Empfang nennen. In der Deutschschweiz erfolgen sogar 77 Prozent der Radionutzung über DAB+. Die digitale Nutzung liegt über alle Altersgruppen bei etwa 70 Prozent; bei den bis 34jährigen dominiert das Internet mit 51 Prozent, bei den ab 55jährigen DAB+ mit 41 Prozent.
Beim 12 Prozentanteil der Nutzung im Auto bestimmt DAB+ naturgemäß mit 47 von 59 Prozent die digitale Nutzung, während UKW mit 41 Prozent eine letzte Bastion im Auto hat. Zuhause spielt das Internet mit 39 Prozent seinen Vorteil gegenüber DAB+ (37 Prozent) aus.
Unter Verweis auf Marktzahlen der GfK heißt es weiter, wohl coronabedingt sei der Verkauf von 290.000 DAB+-Radios im ersten Halbjahr 2021 zwar rückläufig; jedoch wurden seit 2000 rund 5,7 Mio. Geräte verkauft. Inzwischen sind „praktisch alle Neuwagen standardmäßig mit einem DAB+-Gerät ausgerüstet“.
In der Schweiz sind rund 120 Radioprogramme mit DAB+ auf Sendung. Der UKW-Ausstieg der Privatsender wurde auf Ende 2024 festgelegt. Zeitgleich laufen die UKW-Lizenzen der Sender ab.
Quelle: Presseinfo, Folien der AG DigiMig vom 4.2. | Hintergrund: DAB+ in Schweiz.
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5.2.2022 • Belgien: 5 DAB+-Projekte für flämische Lokalradios
59 Lokalradios im flämischen Teil Belgiens werden - zunächst als Pilotprojekte - über DAB+ senden. Die schrittweise Umsetzung einer Ankündigung des flämischen Medienministers Benjamin Dalle beginnt. Er verweist u.a. darauf, dass es für neue Radiosender auf UKW keinen Platz gibt. Zudem tritt in Belgien die Hybridradio-Vorgabe der EU am 1. Januar 2023 in Kraft.
Die Stationen hatten sich auf eine Ausschreibung der flämischen Medienbehörde VRM (Vlaamse regulator voor de media) gemeldet. Für die an den Provinzen orientierten fünf Sendegebiete meldeten 8 bis 15 Radiosender, die das vorhandene überregionale Angebot von 30 flämischen DAB+-Wellen um den lokalen Charakter bereichern sollen. 15 Bewerbungen gab es für Westflandern mit Brügge, 13 für Ostflanden mit Gent und 12 für Antwerpen und Umgebung. In der Statistik folgen Limburg (11) und Flämisch-Brabant mit Brüssel (8).
Quelle: Website von B. Dalle vom 2.2. | Hintergrund: DAB+ in Belgien.
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4.2.2022 • DVB-T2: Mehr Programme für Bautzen und Görlitz
Überraschung: Im DVB-T2 Multiplex Lausitz sind jetzt der Reisehändler Sonnenklar.TV und der Spartenkanal More Than Sports.TV frei empfangbar. Das gab der Netzbetreiber SGS Rundfunkgesellschaft in seinem eigenen TV-Kanal Lausitzwelle bekannt. Für Mitte Februar werden zwei weitere Programmzugänge angekündigt.
Quelle: Meldung von Lausitzwelle TV vom 2.2. | Hintergrund: DVB-T2 HD in Sachsen.
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4.2.2022 • Digitalradio: Sportradio NRW ist auf Sendung
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Seit heute ist Sportradio NRW im landesweiten DAB+-Ensemble im DAB+-Block 9D. Neben regionalem Sport wird das Programm laut einer Meldung „vowiegend aus Übernahmen des bundesweiten Programms“ bestritten. Live-Berichte von den Olympischen Spielen aus China haben ihre Quellen beim TV-Sender Eurosport. Die Sportradios werden von der Teutocast-Gruppe veranstaltet, die mit Feelgood Radio und Enerwe Hitradio (Arbeitstitel) zwei weitere Stationen vorbereitet.
Quelle: Meldung von satnews vom 4.2. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in NRW.
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3.2.2022 • England: DAB wichtigster Empfangsweg zuhause und im Auto
DAB hatte im 4. Quartal 2021 mit 42,5 Prozent den höchsten Anteil aller Empfangswege an der Hörfunknutzung in Großbritannien. Das stellt das Institut Rajar fest.
DAB habt damit um 20 Prozent mehr Nutzungszeit auf sich gezogen als UKW und die in England verbreitete Mittelwelle zusammen. 66 Prozent der Radionutzung entfallen auf digitale Sendewege, wobei Online und Apps 16,9 Prozent der Gesamt- bzw. 26 Prozent der digitalen Nutzung verbuchen. Wöchentlich regelmässig nutzen 72 Prozent der Briten ab 15 Jahren bzw. 40 Mio. Erwachsene einen digitalen Empfangsweg. Auch bei der Nutzung im Auto dominiert DAB mit 45,8 Prozent, Online/Apps erreichen mobil nur 4,8 Prozent der Hörzeit im Auto.
Quelle: Meldung von Digitalradio UK vom 3.2. | Hintergrund: DAB+ in England.
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2.2.2022 • Kabel: Stadtwerke Bamberg starten Piloten mit DAB+-Radio
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Die Stadtwerke Bamberg verbreiten seit gestern neun Radioprogramme über DAB+ in ihren Glasfasernetzen. „Die Verbreitung läuft zunächst als Pilotprojekt, der weitere Ausbau wird aber durch die kontinuierliche Aufschaltung zusätzlicher Programme angestrebt“, teilt das Unternehmen dazu auf Anfrage von dehnmedia mit. Technisch möglich wird das durch die Inbetriebnahme einer neuen Kopfstelle, von der aus rund 7.000 Haushalte versorgt werden.
Allen Kunden des Unternehmens stehen die digitalen Radiosignale ohne Mehrkosten zur Verfügung. Unter den neun Programmen ist mit ClubFM ein Bamberger Webradio, aus anderen Bundesländern kommen NovumFM und Radio Leinewelle. Das Paket wird im Block 12A verbreitet, die Programme habe Bitraten von je 144 kbit/s und sind mit AAC-LC codiert.
Für den Empfang sind ein DAB+-Empfänger mit einer Antennenbuchse („Koaxial“-Anschluß) und ein Antennenkabel zur Verbindung mit der Anschlußdose erforderlich.
Der Kabelnetzer M-Net hatte 2019 ein ähnliches Projekt in München gestartet.
Quelle: Eigene Recherche | Hintergrund: DAB+ in Kabelnetzen.
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2.2.2022 • Digitalradio: Oldie Antenne will auch nach Hessen
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Nach dem Start in drei Bundesländern schaut Oldie Antenne nach Hessen. Laut einer Meldung, die sich auf Sender-Verantwortliche beruft, sei eine landesweite Verbreitung in dem Bundesland „definitiv“ geplant.
In beiden Muxen sind Kapazitäten vorhanden. Im Ensemble Nord-/Osthessen (Block 6A) sind nur zehn Programme aktiv. Im südhessischen Rhein/Main-Mux (Block 12C) werden 13 Programme ausgestrahlt. Zulassungen haben Radio Bollerwagen und Radio Holiday. Laut der Meldung hat der Ableger von Antenne Bayern jedoch keine Lizenz der Landesmedienanstalt LPR. Eine unbefristeten Ausschreibung ermöglicht die Beantragung ohne besonderen Beschluß oder Aufruf der Medienanstalt.
Quellen: Meldung von satnews vom 2.2. | Hintergrund: DAB+, Privatradios in Hessen.
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2.2.2022 • Digitalradio: World DAB listet Lösungen für Nachrüstung
Der Lobbyverband World DAB hat für Unternehmen und Institutionen eine Liste aktueller DAB+-Produkte zur nachträglichen Integration in Autos zusammengestellt. Diese Einbauradios sollen die gleichen Bedienmöglichkeiten wie Werkseinbauten aufweisen. Hochpreisige Geräte sollten keinen Unterschied zu den ab Werk in Neuwagen gelieferten Produkten erkennen lassen.
Während Neuwagen seit Ende 2020 mit DAB+-fähigen Empfänger ausgestattet sein müssen, soll die Liste Umrüstungsmöglichkeiten für ältere Fahrzeuge zeigen und zugleich gegenüber Verbrauchern, Institutionen und Verbänden die Verfügbarkeit solcher Lösungen aufzeigen. Nicht gelistet sind „eher budgetfreundliche Lösungen“ zum Anschluß über iPod oder USB.
Quelle: Presseinfo von World DAB vom 1.2.
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1.2.2022 • Digitalradio: Oldie Antenne in drei Bundesländern on Air
Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Heute ist die bundesweit zugelassene Oldie Antenne in drei Bundesländern über DAB+ auf Sendung gegangen. Der Nostalgie-Ableger von Antenne Bayern folgt in Hamburg auf den aufgegebenen Schwestersender 917xfm und komplettiert das Angebot im Block 10D. Im Saarland ist Oldie Antenne die letzte der 16 Stationen, die im Block 9C auf Sendung geht. In NRW (Block 9D) belegt die Welle mit einem auf das Bundesland orientiertem Programm den 13. Sendeplatz. Das Programm sei „schon bald in anderen Bundesländern“ zu hören, heißt es auf der Website. Allerdings gingen sowohl
Oldie Antenne als auch der Schwestersender Rock Antenne bei der letzten Vergaberunde für Berlin und Brandenburg leer aus.
Quellen: Meldung von Oldie Antenne vom 17.1. | Hintergrund: DAB+ in NRW, Hamburg und im Saarland.



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