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DAB+: Privatradios in Baden-Württemberg (2/2)

Digitalradio-Schriftzug ab 5/2107 Die löbliche, leider nur befristete, Einbeziehung nichtkommerzieller Radios löste bereits 2015 die Suche nach Alternativen aus, um NKLs wie kommerzielle Lokalradios dauerhaft auf DAB+ zu etablieren. Bringt Small Scale DAB+ die Lösung?

Schon im März 2015 hatte die LfK eine Sendeanlage mit „Lowpower/Lowtower“-Konzept testen lassen. Nur 200 Watt Sendeleistung des Kanals 12A reichten freilich nicht aus, um für die Innenstadt Stuttgarts und im Umkreis von rund drei Kilometern um die Sendeantenne auf dem SWR-Gelände ein technisch einwandfreies und subjektiv akzeptiertes Signal zu verbreiten. Der Abschlußbericht empfahl für die Landeshauptstadt ein Gleichwellennetz mit je 1 oder 2 kW Leistung. Eine Kostensenkung könnte durch softwarebasierte Lösungen erreicht werden.

Praktisch genutzt werden diese Erkenntnisse (und weitere aus Rheinland-Pfalz) seit 2015 nur für das Karlsruher Sommerferienprojekt. Radio Karlopolis wird von Kindern gestaltet und redaktionell vom Sender Die neue Welle betreut. Für Ausstrahlung im Mux 12A mit geringstmöglicher Sendeleistung kommt der mobile Kleinleistungssender der Medienanstalt LMK zum Einsatz.


Baden-Württemberg: Programmangebot | Nationale Muxe | Chronik


2019: Neues von der LfK zu Small Scale-Projekten

Die Medienanstalt LfK hatte sich im April 2019 vor Branchenvertretern zur regionalen und lokalen digitalen Radioverbreitung geäußert. Statt des von den Radioveranstaltern abgelehnten Vierregionenkonzepts wurden den lokalen Anbietern Betriebsversuche mit Small Scale Technik in Aussicht gestellt. Daran könnten sich auch NKLs und Lernradios beteiligen.

„Mit Small Scale möchten wir DAB+ gezielt für lokale Stadtgebiete adaptieren und einen kostengünstigen, niedrigschwelligen Zugang zu Digitalradio ermöglichen“, erläuterte LfK-Präsident Wolfgang Kreißig dazu. Schließlich solle die lokale Rundfunklandschaft „auch im Digitalen erhalten“ bleiben. 2020 könnte es dazu Pilotversuche geben.

Durch diesen konzeptionellen Schwenk offenkundig motiviert meldete sich zwischenzeitlich eine an Plattformen auf Small Scale-Basis interessierte neue Akteurin zu Wort. Die im technischen Bereich unbekannte Lana Diezemann legte ein Plattform-Konzept für den Ausbau von Sendenetzen in vier Regionen bis 2025 vor. Diezemann wolle sich an den von der LfK avisierten Ausschreibungen beteiligen.

2020: Länderübergreifender „Allgäu Donau-Iller-Mux“ als regionale Alternative?

Mit Interesse waren im Februar und März 2020 zwei Entscheidungen der bayerischen Landesmedienanstalt BLM zur Kenntnis zu nehmen: Mit Donau3FM wurde für den Allgäu-Multiplex überraschend ein Programm aus Baden-Württemberg zugelassen. Kurz darauf lud ausdrücklich Radioveranstalter aus dem Nachbar-Bundesland zur Bewerbung ein und wies Radio7 einen Sendeplatz zu. Bei Ausschreibung und Vergabe arbeitete die BLM baden-württembergischen Schwesteranstalt LfK zusammen.

Schon vor der Zuweisung an Donau3FM war der Ausbau-Plan des Sendenetzes nach Westen durch den Sendestandort Pfänder (bei Bregenz in Österreich) bekannt. Dessen Aufschaltung Ende Mai 2020 wurde als „Ausbaustufe 2“ bezeichnet. Über den bayerischen Teil der Zweiländer-Planungsregion hinaus werden im Bodenseeraum - und damit den Südosten Baden-Württembergs - 624.000 Einwohner (indoor) bzw. 881.000 (91 Prozent, mobil) versorgt. Vorab hieß es laut BLM, die Versorgung erreiche bis dahin 84 Prozent der Bevölkerung des Bodenseekreises und die Landkreise Ravensburg (74 Prozent), Alb-Donau (46 Prozent), Biberach (45 Prozent) und den Stadtkreis Ulm (56 Prozent) im
Versorgungskarte für UKW und die DAB+-Muxe von Radio7 (klickbar) ab 8/2020.
portablen Modus.

Durch eine„Ausbaustufe 3“ mit dem Standort Ulm ab 2024 soll der Versorgungsgrad in den genannten Regionen auf 74 bis 98 Prozent steigen. Der nach Westen erweiterte Allgäu-Mux wird dann offiziell als „Allgäu Donau-Iller-Mux“ bezeichnet werden.

Dieses Versorgungskonzept ist eine Einladung an Veranstalter aus Baden-Württemberg und hilft der Radiolandschaft in beiden Ländern. Einerseits gibt es im Allgäu keine weiteren UKW-Radios, die auf DAB+ zu setzen wären und freie Kapazitäten in Anspruch nehmen könnten. Der Verzicht der RSA-Gruppe auf Verlängerung der Zuweisungen für zwei ihrer Digitalprogramme schafft zusätzliche Kapazitäten ab Anfang Juli 2020. Andererseits zeigt die Zuweisung an Donau3FM, dass Privatradios aus Baden-Württemberg mit dem Zuschnitt dieses Sendegebiets gut fahren könnten. Der baden-württembergische DAB+-Mux der Privatradios ist ohnehin komplett belegt und hat offenbar gerade im Südosten Lücken. Block 8B hat auch nach der Zuweisung an Radio7 mit elf Programmen noch erhebliche Reserven.

Dass dieses Zweiländer-Konzept erst 2024 zur vollen Funktion kommt, könnte allerdings manche Interessenten von einer frühen Bewerbung in 2020 abhalten. Man müsste ja über einen längeren Zeitraum in ein zunächst nur unzureichend versorgtes Gebiet investieren.

Things to come ...

Weitere Informationen:
Hier werden allgemeine Meldungen gelistet. Links zu Infos über Ausschreibungen, Aufschaltungen usw. finden sich auf den Senderseiten für Baden-Württemberg.
Hintergrund: Small Scale DAB+.
Radio7 sendet im Allgäu-Multiplex. Zur Meldung
Ausschreibung / Block 8B wird Zweiländer-Netz. Zur Meldung
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