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Neu sortiert: RRC06 und der neue Frequenzplan (1/2)

ITU-LogoDie digitalen Techniken für die Verbreitung von Radio, Fernsehen und Mediendiensten bringen zunächst eine verbesserte Frequenznutzung - schlicht „mehr Programme“. Die Verwendung dieser „digitalen Dividende“ war eines der Ziele der Regional Radiocommunication Conference 2006 (RRC06).

An dieser Konferenz der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), einer Organisation der UNO, nahmen im Mai/Juni 2006 etwa 1.000 Teilnehmer aus 104 Ländern Europas, Afrikas und des Nahen Ostens teil. Diskutiert und beschlossen wurde die Nutzung der Frequenzbänder VHF und UHF im Zusammenhang mit der TV-Digitalisierung.

An der praktischen Umsetzung wirken seither etwa 114 Länder im Zusammenhang mit der dort begonnenen oder bevorstehenden Umstellung auf DVB-T mit. Letztlich ging es in Genf aber auch darum, Ressourcen für digitales Radio und Handy-TV einheitlich festzulegen. Bezug genommen wird dabei auf die vorangegangenen Konferenzen von Wiesbaden (1995) und Maastricht (2002).

  Bisher Künftig

VHF-Band
(Band III
K5-K12)
• DVB-T (bis 2008 Analog-TV)
• 1 DAB-Kette je Bundesland (6-9 Radios)
1 DVB-T Kanal (K 6 - 10)
• 1 Layer (K 12) für DAB in den meisten Bundesländern (zum Schutz von Militärdiensten auf 1 kW begrenzt).
• 1 Layer (K 11) für DAB (ausser HB, HH, B) mit 10 kW
• 1 Layer (K 5 - 12) DAB, regional
UHF-Band
(Band IV/V
K21-K69)
• DVB-T, z.T. bis 2008 Analog-TV
• Je nach Region: 3 - 6 Kanäle für DVB-T
• K 61 - 63 und 67 - 69 für das Militär
• 6 Kanäle für DVB-T ( K21 - 60), müssen mit den Nachbarländern koordiniert werden
• K 61 - 69 für den LTE-Mobilfunk, Militärdienste werden verlagert
L-Band
(Blöcke
LA-LO)
• 2 nationale Bedeckungen, davon 1 für DAB
• Die zweite nicht genutzte Bedeckung wurde DMB zugeschrieben.
• 2 Blöcke für DAB im L-Band (für DAB+ ab 2011 nicht genutzt)

Frequenzraster für terrestrisches TV und Radio. Grafik: ARD-Jahrbuch 2006
Die für terrestrisches Radio und Fernsehen genutzten Frequenzen und die von der RRC 2006 behandelten Frequenzbereiche.
Grafik: ARD-Jahrbuch 2006.

Der Sendenetzbetreiber T-Systems hat darauf hingewiesen, dass bei der praktischen Umsetzung für Deutschland ein Interessenausgleich zu erzielen ist. Auf nationaler Ebene - das heißt unter Beteiligung der Bundesnetzagentur, der Landesmedienanstalten und der Nutzer - wären u.a. folgende Aspekte zu diskutieren und zu vereinbaren:
Aus historischen Gründen wird TV (und damit auch DVB-T) in Deutschland auch im VHF-Band ausgestrahlt. Die Forderung, die Programme ins UHF-Band zu verlagern, sollte erst nach Prüfung des Bedarfs und der Möglichkeiten umgesetzt werden. T-Systems erwartet offenbar auch einen Schutz eigener Investitionen in Sendeanlagen.
Für das UHF-Band sollten neben der Aufteilung vorhandener Kapazitäten für DVB-T auch neue Dienste (z.B. DVB-H) berücksichtigt werden.
Die Kapazitäten für DAB sind zu gering, um das heutige UKW-Angebot zu digitalisieren und zugleich DMB voran zu bringen.

Digitale Dividende

Änderungen der oben beschriebenen Frequenzverteilung ergaben sich durch die ab Ende 2008 von der EU und der Bundesregierung betriebene Umwidmung der „Digitalen Dividende“: Der Kapazitätsgewinn durch den Umstieg auf DVB-T soll ab 2010 der Telekommunikations-Branche zugeschlagen werden. Betroffen sind die UHF-Kanäle 61 bis 69 am oberen Ende des TV-Spektrums. Ab 2015 könnte das Fernsehen weitere Kanäle im 700 Megahertzbereich an den Mobilfunk verlieren.
Mehr über die Digitale Dividende und die Digitale Dividende 2.

Lesehinweise: • Homepage der ITU zur RRC06 (in englischer Sprache)
Positionspapier von T-Systems (August 2006, pdf)
• Stellungnahme der Landesmedienanstalten (14.7.2006)

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