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Fernsehen wird mobil (3/3)

Hier, zur Vervollständigung des Bildes, noch etwas mehr aus der Polemik zwischen DVB-H und DMB, Fernsehen und Radio.

Die Initiative Marketing Digital Radio (IMDR), die DAB und DMB popularisieren will, hält gegen das DVB-T Radioprojekt der MABB: „Allerdings werden diese Verbreitungswege (Radio über Satellit oder DVB-T; dehnmedia) nur marginal genutzt, weil sie dem Mobilitätsanspruch des Verbrauchers an das Radio nicht genügen“. Zumindest im Fall DVB-T ist das zum Zeitpunkt der Äußerung im Spätsommer 2005 nicht überprüfbar: für Aussagen über die Nutzung des Berliner DVB-T Radiopakets ist es zu früh. Über einen Mangel an Mobilität kann man bei DVB-T freilich nicht klagen. Auch nicht über ein fehlendes Hörerpotenzial: In Berlin und Brandenburg gab es Ende 2005 etwa 350.000 DVB-T Empfänger.

DAB - „Dead And Buried“?

„Keine 100.000 DAB-Geräte wurden bislang verkauft, schon spottet mancher, DAB stehe für 'Dead And Buried', tot und beerdigt“, kommentiert die FAZ sechs Jahre nach dem DAB-Marktstart im Oktober 2005. Dabei sind Sendungen immerhin für 80 Prozent der Fläche Deutschlands möglich. Doch es gibt kaum Endgeräte: Laut ADAC (Juli 2006) bieten nur Opel, VW und Audi DAB-Radios als Erstausstattung an, ganze 13 Geräte werden für die Fahrzeug-Nachrüstung genannt. Nicht viel umfangreicher sind die Angebote für Heim- oder Portabel-Geräte.

Das weiss die IMDR genau und will den Spieß umdrehen: Sie sieht DVB-T Radio als „eine Chance für die über DAB ausstrahlenden Programmveranstalter, sich einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen und damit Kaufanreize für ein DAB-Empfangsgerät zu setzen.“ Wurde eben noch das Hörerpotenzial für DVB-T Radio in Frage gestellt, so soll diese Technik als Werbemittel für DAB dienen, das offenbar aus eigener Kraft keinen Markt erobern kann?

Generalproblem für DAB/DMB: Geringe Sendeleistung

Andere Äußerungen aus der „DAB/DMB-Ecke“, machen ein weiteres zentrales Problem von DAB deutlich: Die zulässige Sendeleistung von maixmal 1 Kilowatt ist zu gering, um innerhalb von Gebäuden (wo nunmal 80 Prozent des Radiokonsums stattfindet) einen vernünftigen Empfang zu sichern. Das ist ein Schaden, den DAB sich in Deutschland selbst zugefügt hat, denn man hing dem Irrglauben an, das System als Mobiltechnologie erfolgreich einführen zu können.

Mitte 2005 kam daher die Forderung auf, die Sendeleistung für DAB auf bis zu 10 Kilowatt hochzuschrauben. „Damit könnte der befürchtete Rücklauf von verkauften Endgeräten für den Inhouse-Empfang vermieden werden,“ beschrieb Prof. Ring, Präsident der Bayerischen Landesmedienanstalt, die Urängste der DAB/DMB-Fraktion. Er setzte fort: „Nur höhere Leistungen sichern einen Inhouse-Empfang“ und geht dabei von einer „Erhöhung der jeweiligen Leistung in einem Bereich zwischen 5kw bis 8kw aus - für insgesamt 10 Standorte bundesweit.“ Das kann letztendlich auch nur auf der RRC06-Konferenz beschlossen werden.

Vor diesem komplexen - und für den Verbraucher wenig nachvollziehbaren - Hintergrund geschieht die Einführung des Handy-Fernsehens in Deutschland.

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