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Neue Software für die Settopbox (2/3)

Überallfernseh-Logo Für die erste Settopboxen-Generation musste der Software-Update manuell durchgeführt werden. Die Hersteller, die diesen Service boten, nutzten eigene („proprietäre“) Verfahren für die Übertragung der Update-Dateien. Das soll sich in naher Zukunft ändern.

Seit Beginn der Umstellung konnten interessierte Hersteller Updates in der Region Berlin/Potsdam ausstrahlen lassen. Die beteiligten Firmen (u.a. Lorenzen, Kathrein, Panasonic) verwendeten dazu firmeneigene Übertragungsprotokolle, die mit dem Sammelbegriff „Single Profile“ zusammen gefasst werden.

Der dafür in Berlin genutzte Kanal 59 wird jedoch seit dem Sommer für andere Aufgaben verwendet. Und in den anderen DVB-T Regionen gibt es keine Kapazitäten für diese Dienstleistung. Abgesehen davon wäre die technische Abwicklung ohnehin einfacher, wenn alle Updates bundesweit mit einem einheitlichen Verfahren ausgestrahlt werden würden. Genau diese Aufgabe könnte das „Enhanced Profile“ übernehmen. Die bundesweite Einführung dieses sinnvollen und verbraucherfreundlichen Verfahrens für den „Update Over the Air“ stößt allerdings leider auf Hindernisse.

Automatischer Update mit dem „Enhanced Profile“

Um eine kostengünstige einheitliche technische Grundlage für alle interessierten Herstellern zu schaffen, wurde das „Enhanced Profile“ entwickelt und international standardisiert (ETSI TS 100 006). Es wird in den „Minimal-Anforderungen“ der Deutschen TV-Plattform empfohlen und im Dokument „Technische Leistungsmerkmale DVB-Endgeräte“ vom September 2005 tiefergehend erläutert.

Der Grundgedanke besteht darin, zur üblichen Fernsehzeit ein Signal auszusenden, dass die Verfügbarkeit von Dateien ankündigt. Nachts, wenn weniger Zuschauer vor der „Röhre“ (oder dem „Flachmann“) sitzen, kann die TV-Bandbreite etwas eingeschränkt werden. So wird die Kapazität für die Datenübertragung bereit gestellt.

Entsprechend ausgestattete Settopboxen würden zur richtigen Zeit auf dem richtigen Übertragungskanal die Software automatisch empfangen und die Aktualisierung ebenfalls automatisch durchführen. So müsste sich der Zuschauer nicht mehr um die Modellpflege bemühen. Soweit die Theorie.

Bis zur Einführung: Proprietäre Verfahren

Ob und für welche Produkte Updates nach dem „Enhanced Profile“ verbreitet werden, unterliegt der Entscheidung der Hersteller-Firmen bzw. der Importeure. Die Übertragungskapazitäten sind kostenpflichtig und manch Billiganbieter spart sich ohnehin die Weiterentwicklung der Systemsoftware.

Wechselt ein Hersteller zum „Enhanced Profile“, müssten nicht dafür vorbereitete Geräte erst per konventionellem Update dafür fit gemacht werden. Wie lange nach Produktionsende eines Produktes die Software weiter gepflegt wird, unterliegt ebenfalls den Entscheidungen der Firmen.

Ausdrücklichen Bezug auf das „Enhanced Profile“ nimmt gegenwärtig nach meiner Kenntnis nur die Firma Humax. Solange offiziell nichts geht, werden wohl die an einer Hand abzählbaren Unternehmen, die Updates bisher mit eigenen Techniken anbieten, weiter machen wie bisher. So verbindet die Firma Technisat ihren EPG „SiehFernInfo“, der mit dem Signal von Arte verbreitet wird, auch mit Updates - ebenso wie Geräte anderer Handelsmarken dieser Firmengruppe. Die Firma Panasonic hat im März/April 2005, ebenfalls in Zusammenarbeit mit einem TV-Anbieter, ein Update für das Produkt TU-CT30E gesendet. Der zumindest in der Region Berlin für Updates benutzte Kanal 59 steht dort seit Ende August 2005 jedoch nicht mehr zur Verfügung.

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