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Neue Software für die Settopbox (3/3)

Überallfernseh-Logo Die Software-Aktualisierung mit dem „Enhanced Profile“ ist natürlich nur sinnvoll, wenn die Daten bundesweit in allen DVB-T Regionen übertragen werden. Da keine gesonderten Datenkanäle verfügbar sind, ist der einfachste Weg die Zusammenarbeit mit dem ZDF. Denn die Mainzer sind die einzigen Programmanbieter, die ein einheitliches Angebot für alle DVB-T-Regionen ausstrahlen.

Der Multiplex ZDFmobil wird in der Sendezentrale des ZDF zusammen gestellt. Dort könnten die Update-Dateien dem DVB-T-Signal hinzugefügt werden. Das liest sich ganz einfach und scheint auf den ersten Blick logisch. Aber eben nur auf den ersten Blick ...

Das ZDF hatte sich denn auch prinzipiell bereit erklärt, Update-Dateien mit dem „Enhanced Profile“ zu verbreiten. Vorgesehen ist, zur Signalisierung tagsüber eine Datenrate von 50 Kilobits pro Sekunde freizugeben. Für den eigentlichen Dateitransfer wird die Luftleitung nachts auf bis zu 100 Kilobits pro Sekunde aufgebohrt. Aus technischer Sicht steht dem automatischen „Update Over the Air“ nichts im Wege.

Die Juristen sehen das freilich anders: Das ZDF wäre der Dienstleister für die Hersteller, T-Systems besorgt für das ZDF die sendetechnische Abwicklung des ZDF-Multiplexes. Zudem hat das ZDF (nach einigem Ärger mit einem Pornoprogramm, dass in einem ZDF-Satellitentransponder „gastierte“) ein Interesse daran, dass wirklich nur Software-Updates und nichts anderes (Werbung, Spiele oder andere Nicht-Update Inhalte) auf seinem Kanal „huckepack“ mitlaufen. Damit da nichts schief geht, soll das Institut für Rundfunktechnik als Clearingstelle die Korrektheit der Daten prüfen. Auch das IRT muss also in das Vertragssystem eingebunden werden, was das Ganze offenkundig recht kompliziert macht und den Juristen viel Freude bereitet. Bis es also tatsächlich mit dem praktischen Dienst losgeht, könnte es noch eine Weile dauern.

Stand der Dinge im Frühjahr 2007

Nun hätte man geglaubt, dass ein halbes Jahr (seit der Urfassung dieses Beitrages im Frühjahr 2005) vollkommen ausreicht, um das Projekt „OTA“ auf den Weg respektive in die Luft zu bringen. Aber, weit gefehlt. Insiderinformationen zufolge fordert das ZDF hohe Beträge für die Integration des Update-Datenstroms in sein DVB-T Sendesignal. Nichts dagegen zu sagen, Dienstleistungen kosten Geld. Aber es sollte doch im Rahmen bleiben. Am Ende erweist sich das ZDF noch als Blockierer dieser Option, die den DVB-T Zuschauern helfen könnte, die Spreu (sprich: die schnellen Abzocker) vom Weizen (sprich: den verbraucherfreundlichen serviceorientierten Geräteherstellern) zu scheiden?

Zwischenzeitlich hieß es dann, während der Internationalen Funkausstellung werde das Startsignal gegeben. Nur erklärte man nicht, welche IFA wohl gemeint sei. Dass die Berliner Messe nun nicht mehr alle zwei Jahre sondern jährlich veranstaltet wird, schien zeitweise Anlaß zu Hoffnung zu geben.

Aber die Hoffnung trügt. Das Projekt, angeschoben von der Deutschen TV-Plattform, ist endgültig vom Tisch.

Österreich Schließlich zeigt ein Blick auf die Situation in Österreich, wo der DVB-T-Betrieb im Oktober 2006 offiziell aufgenommen wurde, dass es offenbar auch ohne juristisch-bürokratische Kraftakte und überhöhte Geldforderungen geht: In den Geräte-Spezifikationen, die für die Alpenrepubik erarbeitet wurden, ist die Upgrade-Funktion als „Soll“-Bestimmung enthalten. Zumindest für Geräte mit dem Prüfsiegel des TÜV Österreich werden die benötigten Bandbreiten bereitgestellt, heißt es in den Unterlagen.

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