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Dynamische PMT-Auswertung

Im Beitrag zur Geräte-Zertifizierung wurde kurz dargestellt, dass die Tabelle „Program Map Table“ (PMT) darüber Auskunft gibt, welche Bilddaten, Tonspuren, Videotextseiten und EPG-Daten mit welchen Kennungen („Service Information Data“, SID und „Program Information Data“, PID) zu einem Programm gehören.

Für die Aufteilung der Programmplätze innerhalb eines Bouquets bzw. DVB-T-Kanals sorgt die SID. Die PIDs für die Video-, Audio- und Teletext-Datenströme eines Programmes werden über die PCR-PID koordiniert. In einigen Situationen werden die PIDs während des laufenden Programms geändert. Das ist beispielsweise der Fall, wenn am Vorabend „lokale Fenster“ mit Regionalprogrammen zugeschaltet werden. Normalerweise speichern Settopboxen die PID dauerhaft und bekommen so Zugriff auf den entsprechende Datenstrom. Um die befristet geänderte PID eines Lokalfensters zu erkennen, müsste die Settopbox regelmässig die PIDs aus dem Datenstrom auslesen. Wird eine Änderung festgestellt, müsste sie in den Speicher übernommen werden. Dieses Ausstattungsmerkmal der Settopboxen-Software wird als „dynamische PMT-Auswertung“ bezeichnet.

PMT in der Praxis ... bei der ARD (Berlin) und beim ZDF:

Die beschriebene PID-Umschaltung nutzt z.B. der RBB. Die Senderliste für den Kanal 27 der Settopbox weist im Gebiet Berlin/Potsdam fünf Programme (ARD, Phoenix, EinsExtra, RBB Berlin und RBB Brandenburg) aus. Tatsächlich ausgestrahlt werden aber nur vier Programme bzw. Datenströme. In der Praxis funktioniert die Programmtrennung über die (Video-)PIDs so:
Programm
SID
20 bis 19.30 Uhr
19.30 bis 20 Uhr
RBB Berlin
12
---- 1201 ----
RBB Brand.
11
1201
1501
EinsExtra
15
1501
----
ARD
14
---- 1401 ----
Phoenix
13
---- 1301 ----

Nach dem gleichen Grundsatz funktioniert die Umschaltung zwischen den „partagierten“ Programmen im ZDF-Multiplex:
Programm
Tagsüber
Abends
Infokanal:
561
----
3Sat:
----
561
DokuKanal:
----
593
Kinderkanal:
593
----

PMT in der Praxis ... bei vielen 3. Programmen:

Auch der Norddeutsche Rundfunk nutzt diese Methode, um seine Regionalprogramme im gesamten DVB-T-Sendegebiet bereitzustellen. Praktisch heisst das zunächst: Auf den Programmplätzen von NDR3 wird die jeweilige Regionalzeit (in Hannover/Braunschweig z.B. „Hallo Niedersachsen“) ausgestrahlt. Für die anderen Regionalsendungen werden die in den norddeutschen Startinseln verbreiteten Dritten Programme anderer ARD-Anstalten um 18 Uhr bzw. 19.30 Uhr zugunsten der vier Landesprogramme des NDR unterbrochen. Für die DVB-T-Gebiete Bremen/Unterweser und Hannover/Braunschweig wurde das so geregelt: Das „Schleswig-Holstein-Magazin“ des NDR wird zusätzlich zum regionalen NDR-Kanal im WDR aufgeschaltet. Im MDR ist das „Nordmagazin“ zu sehen und im HR Fernsehen das „Hamburg Journal“.

Genau umgekehrt läuft es beim WDR. Auf dessen Multiplexen wird im NDR-Programm statt der NDR-Regionalsendungen eine weitere „Regionalzeit“ des WDR ausgestrahlt. Damit können in einem Multiplex 2 WDR-Regionalsendungen angeboten werden.

Zum Verfahren ...

... teilt das DVB-T-Projektbüro Norddeutschland mit: „... die zusätzlichen Landesprogramme, zu denen mit Hilfe einer dynamischen PMT automatisch umgeschaltet wird, (werden) in der Programmliste des Empfängers mit einem Stern gekennzeichnet.“ Wird dieses Merkmal nicht unterstützt, kann es zu Störungen einzelner Programme kommen, die nur durch eine Neuprogrammierung des betroffenen Kanals (bei Beginn und nach Ende des Lokalfensters) abgestellt werden können. Auch aus dem digitalen Sat-Empfang ist bekannt, dass vor allem die Hersteller von „Billigheimern“ auf diese wichtige Funktion verzichten. Das Projektbüro Norddeutschland weist in dem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, daß nur etwa zwei von drei aktuellen Settopboxen die dynamische PMT-Auswertung unterstützen - „obwohl dies als eine Mindestanforderung für den deutschen Markt festgeschrieben ist“. Beim Gerätekauf, so das Projektbüro, sollte also beachtet werden, dass dieses Merkmal unterstützt wird „und dass das Gerät das offizielle DVB-T Logo trägt.“

Mehr dazu im Newsletter (pdf, 202 kb) des Projektbüros DVB-T-Nord vom 29.10.2004.



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