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DVB-H Projekte (4/5) - Bayerischer Rundfunk

„Mobiles Taschenfernsehen“ und mehr in Bayern

Die öffentlich-rechtlichen Anstalten können ihre eigenen TV-Kanäle, wenn sie für das Fernsehen nicht benötigt werden, für Versuchsausstrahlungen mit anderen Techniken nutzen. Diesen Weg geht der Bayerische Rundfunk seit dem Mai 2006 mit dem Projekt „Mobiles Taschenfernsehen“.

Im Sendegebiet München/Südbayern werden ARD, ZDF und B3 für das Handy-Fernsehen mit DVB-H ausgestrahlt. Dies wurde möglich, nachdem das 3. Programm des Hessischen Rundfunks seinen Sendeplatz im DVB-T-Angebot räumte. Damit stehen, ähnlich wie beim Berliner IFA-Projekt, auch im Raum München DVB-T- und DVB-H-Programme gemeinsam in einem Multiplex - auf dem Kanal 56 - bereit. Mit dem DVB-T-Start in Ostbayern am 6. Dezember wird das Versuchsgebiet erweitert. Gesendet wird von Olympiaturm und Wendelstein mit je 100 kW. Programmbelegung München 10/04, Ausschnitt










Das DVB-H Sendegebiet München
(Karte auf der Website des BR).

Projektziel ist ein Funktionstest von DVB-H-Programmen und -Diensten in einem DVB-T Multiplex, „um die tatsächliche Empfangbarkeit mit mobilen und portablen Geräten (PDAs, Laptops, Handys etc) auch in schwierigen Nutzungsumgebungen zu erproben und Erkenntnisse zur Interoperabilität der Aussendungen und Geräte mit den Überlegungen der Mobilfunkbetreiber zu gewinnen.“ Später könnten die Tests um interaktive Anwendungen erweitert werden. Eine Laufzeit wurde nicht bekannt gegeben.
Zielgruppen
„Wenn mit dem Tran-sistorradio der Hör-funk mobil wurde, so wird jetzt mit DVB-H und DMB auch das Fernsehen mobil nutz-bar. Ähnlich wie vor 50 Jahren, als das Koffer-radio auf den Markt drängte, werden sich anfangs wahrschein-lich vor allem junge Menschen für die neue Technik begeistern. Auch für dieses Pub-likum wollen wir natür-lich den freien Zugang zu unseren Qualitäts-angeboten sichern.“

Herbert Tillmann, Technischer Direktor des BR. Quelle: BR Herbert Tillmann, Technischer Direktor des Bayerischen Rundfunks, 7.6.2006.

Erste Zwischenbilanz

„Öffentlich-rechtliches Handy-TV für alle ist machbar - kostengünstig in der Ausstrahlung und frei empfangbar für jedermann“, sagte Herbert Tillmann, Technischer Direktor des Bayerischen Rundfunks, in einer ersten Zwischenbilanz am 7. Juni 2006. Dabei spielte er auf das kostenpflichtige DMB-Angebot „Watcha“ an, das Debitel kurz zuvor gestartet hatte. Tillmann plädierte für die Nutzung von DVB-H in in Ballungsräumen, während DMB in topographisch schwierigem Gelände und in der Fläche gut eingesetzt werden könne. Der BR ist auch an dem BLM-Projekt „MiFriends“ beteiligt. Über die eigenen Frequenzen und Sendeanlagen des BR „können wir bei Bedarf schon bald eine nahezu flächendeckende und frei empfangbare Grundversorgung mit mobilen Fernsehangeboten sicherstellen.“ Dies sei mit beiden Techniken, DVB-H wie DMB, möglich.

Vorgeschichte

Das Thema „DVB-H in Bayern“ hat eine ganz eigene und längere Geschichte, die von der Debatte um die beiden Handy-TV Standards geprägt ist.

Im Frühjahr 2005 hatte die Landesmedienanstalt BLM ihr DMB-Projekt in Regensburg und eine Vereinbarung mit Samsung in Sachen DMB bekannt gegeben. Zwei Monate später folgte der Start DVB-T in Bayern. Dort wurde zugleich ein DVB-H Projekt angekündigt. Das Mobilfunkunternehmen Vodafone, das auf Erfahrungen des Berliner
BMCO-Projektes verweisen kann, hatte dafür zuvor (gemeinsam mit T-Systems) eine Lizenz und Sendeplatz auf dem Kanal 66 erhalten (Grafik rechts). Kaum war aber DVB-T in Bayern gestartet, wurde das Thema in aller Stille aus den Unterlagen entfernt und der Programmplatz für regionale TV-Veranstalter blockiert.

Allenfalls inoffiziell war zu erfahren, der Kanal 66 liege zu nahe an den Mobilfunkfrequenzen und sei daher für einen störungsfreien Betrieb von DVB-H-Angeboten nicht nutzbar. An dieser (auch für Bayern) ebenso peinlichen wie vorhersehbaren Fehlplanung scheiterte das DVB-H Projekt im Sendegebiet München.

Aus dem Bayerischen Rundfunk verlautete im Frühjahr 2006 überraschend die Wiederaufnahme des Themas: Ein Flyer des BR vom April 2006 weist je einen Programmplatz auf den BR-Kanälen 45 (Würzburg) bzw. 46 (Kreuzberg) für das „Südwestfernsehen oder DVB-H-Programme“ aus. In den Infos kurz vor dem DVB-T Start in der Region war von DVB-H nicht mehr die Rede.
Programmbelegung München 10/04, Ausschnitt



















Programmliste für München
vom Oktober 2004
(Ausschnitt) mit dem DVB-H- Eintrag (Download der ganzen Grafik, jpg - 306 kb).

Die nächste Überraschung folgte am 15. Mai 2006. Ein Newsletter des DVB-T Projektbüros berichtete ohne Nennung konkreter Angebote, dass der Bayerische Rundfunk gleichen Tags unter der Bezeichnung „Mobiles Taschenfernsehen“ ein DVB-H-Pilotprojekt auf dem Kanal 56 in München/Südbayern begonnen hat.

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