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DAB+ - Leistungen und Praxistipps (2/2)

Digitalradio-Schriftzug ab 6/2015 Das Radiohören ist während der Autofahrt unabdingbar und Autoradios gehören zum Standard der Ausstattung - auch digital.

Die Autobranche arbeitet bei der Geräteentwicklung mit ihren Zulieferern zusammen und brauchte einige Zeit Vorlauf. Fünf Jahre nach dem Start von DAB+ bieten zahlreiche Hersteller DAB+ ab Werk an, Dritthersteller liefern Geräte zur Nachrüstung. Als zusätzlicher Mobilitätsdienst soll TPEG perspektivisch das analoge Radio Daten System ablösen.

Ausstattungstipps für den Mobilempfang

Vorbildlich ist das Konzept des 2011 gestarteten nationalen DAB+-Multiplexes, der bundesweit ausschließlich im Kanal 5C gesendet wird. Während der Fahrt zu Deutschland entfällt der lästige Suchlauf. Aufgrund der internationalen Frequenzkoordination und des sich daraus ergebenden Konzepts der Frequenznutzung ist diese Lösung für einen zweiten bundesweiten Multiplex nicht möglich. Dieser wird über drei Frequenzen und Versorgungsgebiete (Norden, Mitte/Osten, Süden) verteilt werden müssen. Auch die landesweiten Senderketten und regionale Programme nutzen weitgehend einheitliche Freqenzen im jeweiligen Sendegebiet. Von daher besteht für Mehrtuner-Lösungen beim digitalen Hörfunk eigentlich kein Bedarf. Wesentlich interessanter, aber eher Hightech und teuer, ist eine automatische Umschaltung zwischen dem DAB+- und dem UKW-Empfang eines Programmes sobald das eine oder andere Sendesignal ein Minimum unterschreitet.

UKW-Radios im Auto können durch kostengünstige Zusatztuner von Drittherstellern für DAB+ erweitert werden. Das sind zumeist Blackboxen oder Steuergeräte fürs Cockpit. Diese werden zumeist über Kabel an vorhandene Autoradio-Anlagen angeschlossen. Eher problematisch erscheint die Verbindung mittels FM-Transmitter. Dabei wird UKW für die Übertragung vom Digitalempfänger zum Verstärker benutzt. Das wird schwierig, wenn es vor Ort nur wenige freie UKW-Frequenzen gibt, die desöfteren gewechselt werden müssen. Zudem können DAB-Zusatzdienste wegen der im Auto zwischengeschalteten analogen Übertragung zumeist nicht genutzt werden.

Perspektivisch könnte die Kombination mit dem Mobilfunk der 4. Generation (LTE) ins Spiel kommen - wenn Zusatzdienste für Radioinhalte und Mobilität auf diesem Wege (z.B. in Verbindung mit Internet-Technologien wie HbbTV) ins Auto transportiert werden.

Planungen der Autohersteller (Stand: 2/2016)

Als erster detuscher Autohersteller hatte Volkswagen DAB+ ab Werk und in Serie für den Jetta Hybrid ab dem Modelljahr 2013 angekündigt. Laut einer Umfrage unter 29 Autoherstellern von Mitte 2012 boten Audi, BMW, Ford, Lexus, Mercedes, Mini, Opel, Rolls Royce, Seat, Toyota, Volvo und VW DAB+-Radios als Zusatzausstattungen für ausgewählte Fahrzeugmodelle an. Citroen, Dacia, Honda, Mazda, Porsche und Renault planten das ab dem Modelljahr 2012/1013. Von Alfa Romeo, Fiat, Hyundai, Kia, Lancia, Nissan, Peugot, Skoda, Smart, Subaru und Suzuki lagen seinerzeit keine Planungen vor.

Im Februar 2016 veröffentlichte Bayern Digitalradio folgende Liste:
Markein Serieals Extra-AusstattungAufpreis

Audi--für alle Modelle erhältlich300 - 450 €
BMW--für alle Modelle erhältlich320 - 460 €
Citroën--für alle Modelle erhältlich (außer C4 Picasso)k. A.
DS (Citroën)--für alle Modelle erhältlichk. A.
Ford--für 8 Modelle erhältlich120 - 195 €
Hyundai--für 7 Modelle erhältlichk. A.
Jaguar--für alle Modelle erhältlich350 - 460 €
Kia------
Land Rover--für 5 Modelle erhältlich350 - 450 €
Mazda4----
Mercedes-Benz--für alle Modelle erhältlich490 - 610 €
Mini--für alle Modelle erhältlich290 €
Peugot--für alle Modelle erhältlichk. A.
Rolls Roycealle----
Seat--für 6 Modelle erhältlich180 - 210 €
Skoda--für 4 Modelle erhältlich100 €
Tesla1----
Volkswagen1für alle Modelle erhältlich (außer spezielle Ausstattungen)220 - 240 €
Volvo--für alle Modelle erhältlich360 - 430 €

Es handelt sich um ca.-Preisangaben. Nicht ausgewiesen werden die Preise für Kombi-Angebote z.B. mit Infotainment-Systemen.
Hinweis: Die Liste beruht auf Angaben der BDR GmbH und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Ein Rechtsanspruch kann nicht abgeleitet werden. Änderungen sind vorbehalten.

Spezielle Verkehrsdienste mit TPEG

Der Standard für Verkehrsinformationen TPEG soll das Radio Daten System (RDS) als letzten analogen Entwicklungsstand ablösen. Zwar können RDS-Daten ins DAB+-Sendesignal eingeschleust werden. TPEG ist aber schneller, bietet umfangreichere Informationen (z.B. freie Plätze in Parkhäusern) und kann mit Navigations-Geräten (z.B. zur Anzeige von Stauumfahrungen) kombiniert werden. Entsprechende Dienste sind jedoch nur in Verbindung mit den Navis einiger Hersteller (die nur Daten, kein Radio empfangen) verfügbar.

DAB+-Autoradios mit Navigation bzw. TPEG-Nutzung und
TPEG-Navis (ohne Radioempfang) in der Datenbank.

Links zum Thema:
dehnmedia-Meldung zu DAB+ ab Autowerk in Deutschland.
dehnmedia-Meldung zu DAB+ ab Autowerk in Italien.
dehnmedia-Meldung zu DAB+ beim Jetta Hybrid.
dehnmedia-Meldung und Meinungsbarometer Digitaler Rundfunk vom Juni 2012.
Meinungsbarometer Digitaler Rundfunk vom Mai 2011.

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Diese Seite wurde zuletzt am 29.02.2016 geändert.
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